Mit dem 1.200 Euro teuren „Avaton“ hat Sonoro ein neues All-in-one-Musiksystem auf den Markt gebracht. Nicht nur das Äußere erinnert an das hauseigene Meisterstück, auch unter der Haube finden sich gemeinsame Gene.
Mit seinem „Meisterstück“, das CD-Player, Radio, Streaming und Lautsprecher vereint, setzte Sonoro ein Ausrufezeichen in der hiesigen Hifi-Landschaft. Entsprechend hoch waren die Erwartungen an den Nachfolger, der mit dem Understatement-Zusatz „Gen.2“ daherkommt. Optisch wurden diese schon mal erfüllt, denn im Gegensatz zum Vorgänger fräste man den Neuen komplett aus einem Korpus. Dabei wurde die lasergeschnittene Aluminiumfront durch eine Schatten fuge im handgeschliffenen, mit hochwertigem Lack veredelten Holzgehäuse akzentuiert. Die Drehregler und Knöpfe am Gerät sind beim Meisterstück „Gen.2“ aus Vollmetall und fühlen sich hochwertig an. Ein weiterer Pluspunkt ist das von 2,8 auf 4 Zoll gewachsene, dimmbare Farb-Display, das unter anderem über die aktuelle Musik quelle informiert.
Warum wir das so ausführlich erzählen? Weil all diese Vorzüge auch auf das neue „Avaton“-Musiksystem zutreffen – daher sieht es dem 300 Euro teureren Meisterstück auch ähnlich. Einige bauliche Unterschiede gibt es aber. So verzichtet das Avaton auf ein CD-Laufwerk, dies dürfte der Grund sein, warum das Gehäuse sechs Zentimeter schmaler (51 statt 57) und drei Zentimeter niedriger (14 statt 17) ausfällt. Die Tiefe blieb mit 26 Zentimeter gleich. Auch die Farbvarianten Weiß, Schwarz und Graphit kennen wir. Den Klopftest besteht das Klangmöbel mit Bravour, zudem sind die Spaltmaße vorbildlich.
Ebenfalls mit HDMI
Auch beim Blick auf das rückseitige Anschlussfeld überkommt uns erstmal ein „Sieht so aus wie beim Meisterstück“-Gefühl. Aber das ist nichts Schlechtes, im Gegenteil. So gibt es eine HDMI-Buchse mit eARC-Funktion. Das verbessert und vereinfacht den Anschluss eines Fernsehers, denn dank integrierter CEC-Funktion lassen sich die beiden HDMI-Geräte mit nur einer Fernbedienung steuern. Neben dem USB-A-Anschluss sitzt ein USB-C-Port, über beide kann man nicht nur Musik zuspielen, sondern auch sein Smartphone laden. Der optische Ton-Eingang wird durch eine koaxiale Variante sowie zwei analoge Cinch-Eingänge ergänzt. Einzig auf die analogen Ausgänge des Meisterstücks muss man beim Avaton verzichten.
Die Fernbedienung ist kompakter als vom Meisterstück und wirkt nicht ganz so hochwertig, gewährleistet aber ebenfalls eine komfortable Bedienung des Geräts.



Das ist aber verschmerzbar, zumal die meisten ihre Musik kabellos zuspielen dürften, hierfür stehen Blue tooth, WLAN (2,4 und 5 GHz) Apple AirPlay und Google Chromecast zur Verfügung. Bluetooth liegt sogar in bidirektionaler Form vor, man kann also Musik vom Avaton an einen Kopfhörer schicken. Im Gegensatz zum Meisterstück wird allerdings nicht der höherwertige Bluetooth-Codec aptX HD unterstützt. Smart-Home-Schnittstellen sind ebenfalls vorhanden, sodass sich der Avaton in Systeme eines Smart Homes (u.a. Google Home, KNX, Gira X1 und Control4) integrieren lässt.
Integrierte Musik-Dienste wie Spotify, Napster, Amazon Music, Qobuz, Deezer und Tidal runden das Streaming-Angebot ab. Selbst wenn das Internet einmal ausfallen sollte, gibt es kabellosen Sound in Form von integrierten UKW- und DAB-Tunern. Für bestmöglichen Empfang sind eine Teleskopantenne und eine Wurfantenne Teil des Lieferumfangs. Die Steuerung erfolgt am Gerät, per Fernbedienung oder mit der Sonoro-Audio-App (Bilder oben).
Bekannte Boxen & Verstärker
Die für den guten Ton verantwortliche Chassis-Bestückung kennen wir vom Meisterstück. Die 19-mm-Kalottenhochtöner sind im linken und rechten oberen Eck der Front montiert, etwas eingerückt folgen die beiden 75-mm-Mitteltöner. Der Sub woofer mit gut 13 cm Durchmesser sitzt im Gehäuseboden und erhält Unterstützung von einem ebenfalls nach unten abstrahlenden Bassreflexrohr. Wie beim Meisterstück hat jeder Lautsprecher seine eigene Class-D-Endstufe. Da verwundert es nicht, dass die Tonqualität des 2.1-Systems sich vom hervorragend klingenden Meisterstück kaum unterscheidet – zumal die „Dynamic Bass“-Schaltung und die 3D-Sound-Funktion ebenfalls an Bord sind. Einzig die Raumkorrektur-App fiel dem Rotstift zum Opfer. Frei aufgestellt mit genügend Wandabstand kann man auf die elektronischen Helferlein aber ohnehin weitgehend verzichten.
Starke Klang-Performance
Denn bereits in der Standardeinstellung ist die Klangqualität für ein Gerät dieser Größe hervorragend. Wie das Meisterstück strotzt das Avaton vor Spielfreude, egal ob man es mit klassischer Pop-Rock-Ware wie „Bad“, „Hotel California“ oder „Shake It Off“ versorgt. Alles klingt unangestrengt und souverän. Lediglich untenrum klingt das Avaton einen Hauch schwächer als das Meisterstück, was dem geschrumpften Gehäusevolumen geschuldet sein dürfte. Bei bass lastigen Hip-Hop-Stücken wie „Sicko Mode“ oder „Humble“ kann es von Vorteil sein, die „Dynamic Bass“-Funktion zu bemühen. Ein weiteres Klang-Highlight ist das Stereopanorama, das ausgeprägter ist, als man es angesichts des Chassisabstands erwarten würde, und sich über die „3D-Sound“-Aktivierung steigern lässt. Hiervon profitiert auch der Filmfan, der beim Betrieb eines Avaton in der Nähe des Fernsehers auf eine Soundbar verzichten kann.


Der Testbericht Sonoro Avaton (Gesamtwertung: Sehr gut, Preis/UVP: 1.200 Euro) ist in audiovision Ausgabe 1-2026 erschienen.
Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.
AV-Fazit
Hervorragender Klang bei Film und Musik, beste Bedienung und Top-Ausstattung inklusive App – für Leute ohne CD-Sammlung ist der Avaton eine tolle Alternative zum Meisterstück.
Christoph Steinecke

