TV-Gigant Hisense verstärkt seine Soundbar-Riege mit neuen Modellen. Wir haben uns den kleinen Riegel HS3100 für 250 Euro herausgepickt. Was man für diesen bekommt, zeigt unser Test.
Wer einen günstigen Fernseher kauft, investiert in der Regel nicht vierstellige Beträge in eine passende Soundbar, um den TV-Klang aufzupäppeln. Das dachte sich auch Hisense und brachte kürzlich fünf neue Klangbalken zwischen 130 und 500 Euro auf den Markt. Die HS3100 ist mit 250 Euro die zweitgünstigste, hat einen Subwoofer im Gepäck und kommuniziert mit den firmeneigenen Fernsehern über deren Menüs als besonderes Goodie. „EzPlay“ nennt Hisense dieses Zusammenspiel, das wir von anderen TV-Marken wie Samsung, Sony und LG kennen.
Sofern die HS3100 über HDMI-ARC (bei aktivem CEC) mit einem Hisense-Fernseher verbunden ist, lassen sich über dessen Fernbedienung und Menüs nicht nur die Lautstärke, sondern auch Features wie die Klangmodi, Surround-Klang, Bass/Treble und mehr einstellen. Mit zwei Gebern zu hantieren wird also überflüssig. Die Regelung der Lautstärke sollte dank CEC auch mit den Steuerstäben anderer Marken funktionieren.
Die zur HS3100 mitgelieferte Fernbedienung kommt aufgeräumt daher und bietet Tasten mit klarem Druckpunkt. Das Plastik wirkt nicht übermäßig billig, zudem liegt der mittelgroße Geber gut in der Hand. Eine Beleuchtung fehlt, doch ganz im Dunklen sitzt man im Wohnzimmer eh nicht. An der Soundbar selbst gibt es Tasten für Power, Quelle und Lautstärke.
Die Fernbedienung ist recht leicht, die angeraute Oberfläche sorgt für einen guten Halt in der Hand. Allerdings ist die Lesbarkeit der Beschriftung im Dunkeln nicht optimal und eine Beleuchtung fehlt.
Alle Treiber der Soundbar strahlen ausschließlich nach vorne ab, die Konstruktion ist daher nicht für nativen 3D-Sound ausgelegt, hierfür fehlen Chassis an den Seiten und auf der Oberseite. 3D-Ton wird über DSP-Elektronik mit DTS Virtual:X realisiert, Dolby Atmos oder Dolby-Upmixer hat die HS3100 nicht integriert. 300 Watt stehen den Chassis laut Hersteller zur Verfügung.

Kompakt mit externer Hilfe
Dank kleiner Maße von rund 90 x 6 x 9 Zentimetern lässt sich die Bar unauffällig unter dem Fernseher, auf einem Lowboard oder an der Wand (Montagematerial liegt bei) platzieren. Das viele Plastik ist dem Preis geschuldet, Edelmetalle findet man hier genauso wenig wie Holz oder Glas. Trotzdem wirkt die Soundbar recht robust und ist solide verarbeitet. Gummifüße sorgen für einen rutschfesten Stand. Die Front ziert schwarzer Stoff, hinter dem sich die Treiber und das Display befinden. Letzteres lässt sich trotzdem gut ablesen, ein Onscreen-Menü gibt es aber nur im Duett mit kompatiblen Hisense-Fernsehern.
Bei den Anschlüssen merkt man den Einsteiger-Status der HS3100: Die Bar schleift keine AV-Signale durch, da auf HDMI-Eingänge verzichtet wurde. Der HDMI-Out mit ARC empfängt Ton vom Fernseher oder kompatiblen ARC-Geräten. Digitalsound gelangt zudem über Toslink in die Bar, analog via 3,5-mm-Klinke. Der USB-Port dient zur Fütterung eines Media-Players mit Audio-Files (MP3, WMA, FLAC, WAV). Lücken klaffen beim Streaming und der Netzwerkanbindung, denn hier offeriert die Soundbar lediglich Bluetooth. WiFi, LAN, AirPlay, Chromecast, DTS Play-Fi, Multiroom, Apps sowie eine Sprachsteuerung fehlen.
Zum Lieferumfang gehört der bereits erwähnte Subwoofer, der mit 16 x 30 x 30 Zentimetern und 3,6 Kilo auch kein Schwergewicht ist. Klanglich sollten beide im Duo spielen, denn für sich allein klingt die Bar dünn und quäkig. Der mit schwarzer Folie furnierte Sub hat sein 6,5 Zoll großes Chassis seitlich sitzen, auf der Rückseite macht sich die Öffnung eines Bassreflexrohrs für eine erhöhte Tieftonausbeute breit. Der Bassquader verbindet sich via Funk mit der Soundbar, weitere Anschlüsse, analog oder drahtlos, gibt es nicht. Die einzige Taste am Gerät ist der Pairing-Knopf.


Tonqualität
An Decodern hat Hisense Dolby Digital, Dolby Digital Plus und DTS Virtual:X für den künstlich aufgeblasenen 3D-Ton integriert; PCM ist selbstredend mit dabei. Virtual:X lässt sich über die „SURR“-Taste an der Fernbedienung aktivieren, mit der „EQ“-Taste werden die 6 Klangprogramme aufgerufen. Zur Wahl stehen „Movie“, „Music“, „News“, „Night“, „Sport“ und „Game“. Zudem kann man einen „BassBoost“ aktivieren. Die zusätzliche Tiefton-Anhebung tat der Bar ganz gut, Wunder darf man im unteren Frequenzkeller aber nicht erwarten. Der „Powerful Bass“ im Dolby Atmos-Trailer „Amaze“ war immerhin hörbar, wenn auch nicht besonders gewaltig. Der Panzer im Finale von „Ghost in the Shell“ versprühte ebenfalls nur einen Teil seiner subsonischen Gewalt und Größe; da haben andere Soundbars mit Tiefton-Begleiter mehr drauf – aber die kosten gerne mal das Doppelte.
Mehr wünschten wir uns auch beim Thema Räumlichkeit. Ohne aktive Surround-Schaltung kam alles praktisch direkt aus der Box, selbst von einer Stereo-Bühne konnte keine echte Rede sein. Zudem musizierte die Bar nicht frei von Verfärbung. Höhen wurden aber nicht verschluckt, die HS3100 spielte recht ausgewogen und klar bei guter Sprachverständlichkeit; Dialoge waren sowohl bei frontaler als auch schräger Sitzposition verständlich, seitlich klang es minimal dumpfer.
Mit Aktivierung der Surround-Funktion gab es zu unserer Überraschung kaum Veränderungen, das Klangbild blieb auf die Front konzentriert und öffnete sich dort nur etwas mehr. Mit Surround- und besonders mit 3D-Sound hat das Gebotene nichts zu tun, es klang bei Filmen und 5.1-Musik eher nach Zweikanal- als nach Rundum-Sound.
Bei Stereo-Musik war die Bar eher in ihrem Element: Von Rock über Pop bis Singer-Songwriter, die HS3100 spielte klar, druckvoll und bei sinnvollen Pegeln auch ohne Härten.

Der Testbericht Hisense HS3100 (Gesamtwertung: 60, Preis/UVP: 250 Euro) ist in audiovision Ausgabe 4-2025 erschienen.
Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.
AV-Fazit
Die Hisense Soundbar HS3100 ist recht kompakt und peppt zum Preis von 250 Euro plärrigen TV-Ton ordentlich auf. Raumfüllenden 3D- oder Surround-Sound bekommt man aber nicht. Abstriche muss man zudem beim Streaming machen.
Andreas Oswald

