Künstliche 8K-Intelligenz auf der SMPTE Technologiekonferenz in Las Vegas

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„Träumen Androiden von elektrischen Schafen?“ Dass der Titel von Philip K. Dicks Literaturvorlage für „Blade Runner“ am ersten Konferenztag zum Running Gag mutierte, versteht sich bei einem von Film- und Fernsehingenieuren gefüllten Ballsaal beinahe von selbst.Dass jedoch Google, Amazon und Microsoft diesen Tag mit Vorträgen zu künstlicher Intelligenz, auch AI genannt (Artificial Intelligence) genannt, war selbst für Medienspezialisten eine echte Überraschung.

Bei AI unterscheidet man primär zwischen zwei Kategorien: ML, was für „Machine Learning“ steht und voraussetzt, dass Menschen ein System mit bestimmten Informationen füttern, dessen Algorithmen dann in der Lage sind, Entscheidungen zu fällen und Prozesse auszuführen. „Deep Learning“ (DL) hingegen ist die Methode, bei der ein System Algorithmen analysiert und eigenständig immer weiter verbessert, um eine bestimmte Aufgabe zu perfektionieren.

Intelligente Automation

Wo greifen die Vorteile von AI und ML/DL bei der Medienproduktion? Die Einsatzbereiche sind vielfältig: Optimierung von Datenkompression und Transcoding, optimale Auswahl der Serverknotenpunkte für bandbreitenoptimiertes Video-Playback, Werbeeinblendungen und Grafik-Overlays oder Metadaten-Generierung für Millionen Stunden von Archivmate-rial.

Warum intelligente Automatisierung so wichtig ist, zeigen Microsofts Zahlen zur Nutzung und Verbreitung von Video-Inhalten über IP: Im Jahr 2020 werden jede Sekunde eine Million Minuten an Video-Inhalten über das Internet abgerufen – das entspricht rund 7,2 Milliarden DVDs pro Monat. Video über IP wird in drei Jahren 82 Prozent des gesamten Daten-verkehrs ausmachen, so Martin Wahl, Principal Program Manager bei Micro-soft. Ob – und wenn ja inwiefern – künstliche Intelligenz Teil der Entwicklung sein wird, war auch bei dieser Konferenz nicht eindeutig zu klären. Laut den meisten Teilnehmern stehen die Chancen dafür aber nicht schlecht. Denn schließlich haben Menschen bereits AI entwickelt, die sich mit cleveren „Deep Learning Methoden“ nun eigenständig weiterentwickeln kann. 

8K-Betrieb bis 2020

Doch natürlich wurde auch Konkretes in Hollywood thematisiert. So möchte der japanische Sender NHK bis 2020 mit seinem 8K-System „Super Hi-Vision“ den Regelbetrieb starten. Aller-dings nicht via IP, sondern über Antenne und Satellit.

Um die Produktion von 8K-Inhalten für Kamera-leute zu vereinfachen, stellte Tomohiro Nakamura von NHK eine neue 8K-Kompakt-Kamera vor. Abstriche in der Bildqualität gegenüber größeren Modellen soll es dabei jedoch nicht geben: NHKs neuer Camcorder verfügt über einen einzelnen 133 Megapixel starken 35mm-CMOS-Chip, der in der Lage ist, ein 8K-Videosignal (4320p) zu liefern, das via Lichtleiterkabel mit 60 bzw. 120 Bildern pro Sekunde an eine Camera Control Unit ausgegeben wird. Von dort kann das Signal für den Sendebetrieb aufbereitet werden.

Wie letztes Jahr war der BT.2020-Farbraum ein großes Thema auf der Konferenz: Tyler Pruitt von Portrait Displays/Spectracal präsentierte einen Ansatz zur optimalen HDR-Display-Kalibrierung. So sind Color-Mapping-Ergebnisse und HDR-Kalibrierungen häufig nicht optimal, da die eigentliche RGB-Linearität des Panels ab Werk nicht sauber genug abgestimmt wird. Für eine optimale HDR-Kalibrierung ist es daher ratsam, zuerst das Panel-Gamma auf D65 zu kalibrieren, auf das hinterher das PQ- bzw. HLG- sowie Color-Mapping aufsetzen kann.

Fazit

Die SMPTE 2017 überraschte mit aufschlussreichen wie zukunftsweisenden Vorträgen aus dem Silicon Valley und zeigte, wie stark und intelligent sich Google, Micro-soft und Amazon in der Videowelt bereits heute engagieren. Dass eine künstliche Intelligenz wie Skynet in „Terminator“ einmal die Menschheit vernichten wird, braucht man allerdings nicht zu befürchten.                                        

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