Ultra-HD erstmals live

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Ultra-HD erstmals liveSamsung und Astra haben die erste UHD-Live-Übertragung per Satellit realisiert. Auch Sky experimentiert mit superscharfen Konzertbildern.

Kurz vor Jahresende ist es dann doch noch passiert: Endlich konnten sich die TV-Zuschauer ein Bild davon machen, wie Live-Fernsehen in Ultra-HD-Aufösung auf dem Flachbildfernseher aussieht. Der koreanische Hersteller Samsung und der Satellitenbetreiber Astra schrieben ein kleines Stück TV-Geschichte, als sie Ende November erstmals eine Live-Übertragung in 4K per Satellit realisierten. Schauplatz war die O2-World in Berlin, in der die US-Rockband Linkin Park ein Konzert gab.

Ausgestrahlt wurde das Bühnenspektakel über den frei empfang­baren Ultra HD Demokanal von Astra per Orbitalposition 19,2 Grad Ost. Voraussetzung in den heimischen Wohnzimmern war ein Fernseher mit integriertem DVB-S2-Tuner und HEVC/H.265-Decoder, der im Vergleich zum Vorgänger H.264 eine doppelt so hohe Kompression bei gleichbleibender Bildqualität gewährleistet.

UHD erstmals live

 

Hinter der Bühne der Berliner O2-World wurden Bild und Ton ständig kontrolliert. 

Datenreduzierung ist bei Übertragungen mit 3.840 x 2.160 Pixeln ein zentrales Thema. Doch nicht nur die Anforderungen an die Übertragungskette waren hoch, auch das Bühnenbild musste aus technischer Sicht modifiziert werden. Zusätzliches Licht wurde für mehr Raumtiefe im TV-Bild installiert, die Hertz-Zahl der LED-Wände wurde von 60 auf 50 Hz heruntergeschraubt, um sie den Kameras anzupassen und Flacker­effekte zu vermeiden.

Der UHD-Demokanal von Astra ist auch nach dem Konzert rund um die Uhr auf Sendung (Transponder: 1.035, Frequenz: 10.994 MHZ, Horizontal, Symbolrate 22.000) und zeigt mit einer Datenrate von 25 MBit/s, einer Farbtiefe von 10 Bit und einer Bildwiederholungsrate von 50 Frames Landschafts-, Natur- und Stadtaufnahmen sowie Sportinhalte.

Ultra-HD erstmals live

 

Eine von insgesamt zwölf 4K-Kameras, die das Linkin-Park-Konzert filmten. 

Am 20. Dezember wird der Pay-TV-Sender Sky, dem man zurzeit am ehesten die Aufschaltung eines eigenen 4K-Kanals im Regelbetrieb zutraut, ein Konzert der „Fantastischen Vier“ aus der Stuttgarter Hanns-Martin-Schleyer-Halle live in Ultra-HD übertragen – allerdings nur in vier ausgewählten Testhaushalten und voraussichtlich in zwei Multiplex-Kinos in Berlin und München. Aus der Konzertproduktion und dem Material von Einblicken hinter den Kulissen, gedreht mit zwei Ultra-HD-Kameras, soll im Februar eine Konzert-Dokumentation in Ultra-HD fürs Kino erstellt werden.

Ultra-HD erstmals live

Aufgrund der riesigen Datenmenge wurde das Signal jeder
4K-Kamera in vier Teilsignalen in die Regie übertragen.

So landen die Ultra-HD-Bilder im Wohnzimmer

Insgesamt zwölf Ultra-HD-Hochleistungskameras von Sony und Toshiba waren in der Berliner O2-World im Einsatz, um das Linkin-Park-Konzert für die Zuschauer einzufangen. Jeweils als Teilsignal mit einer Auflösung von vier mal 1.080p/50 wanderten die Live-Bilder in den Übertragungswagen neben der Arena, wo das Signal aus den einzelnen Datenströmen zusammengemischt und mit Ultra-HD-Auflösung und 50 Vollbildern pro Sekunde über eine Glasfaserleitung zum Satellitenbetreiber Astra nach Unterföhring geschickt wurde. Hier musste die riesige Datenmenge von 12 Gbit/s auf 12 Mbit/s komprimiert werden, um sie über die Satellitenposition 19,2 Grad Ost zu den Zuschauern zu schicken.

Ultra-HD erstmals live
Im Ü-Wagen laufen alle Signale zusammen und werden gemischt.

 

 

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