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    Subwoofer

    Velodyne SPL-X 12 (Test)

    5. Juli 20267 Minuten Lesezeit

    Velodyne hat seine SPL-X-Subwoofer-Serie runderneuert. Mit dem SPL-X 12 testen wir das drittgrößte Modell, das mit 4.000 Euro zu Buche schlägt.

    Mittlerweile ist der ehemalige US-Hersteller Velodyne, der 2019 vom Hamburger Unternehmen Audio Reference übernommen wurde, bei der zweiten Generation selbst entwickelter Subwoofer angekommen und schneidet alte Zöpfe ab: So setzen die Hanseaten bei der SPL-X-Serie jetzt hochmoderne und extrem belastbare Treiber ein, an die zu amerikanischen Zeiten nicht zu denken gewesen wäre. Die Membranen aller Modelle (25 bis 45 Zentimeter Durchmesser) bestehen aus hochstabilem Kohlefaser-Gewebe. Eine Papiermembran wie früher wäre hier auch fehl am Platz, denn bei den geschlossenen Gehäusen und dem damit einhergehenden hohen Innendruck bei XXL-Pegeln verformen sich die nur allzu gern.

    Technik
    Ein weiterer Anhaltspunkt, mit welcher Konsequenz Velodyne den riesigen Innendrücken entgegenarbeitet, ist das kompakte, aber mit 35 Kilo extrem schwere Gehäuse des SPL-X 12. Es besteht durchweg aus hochdichter Faserplatte mit einer Stärke von satten 38 Millimetern. Das sollte Vibrationen der Gehäusewände auf ein nicht mehr wahrnehmbares Minimum beschränken.

    Ebenso eindrucksvoll ist der Treiber, der es auf 12 Zoll (daher rührt die Zahl in der Produktbezeichnung), also 30 Zentimeter Durchmesser bringt: Sein aus drei Lagen bestehender Magnet besitzt einen fast genauso großen Durchmesser wie die Membran. Das lässt erahnen, wo beim SPL-X 12 die Reise hingehen soll: richtig XXL-Schalldruck bei tiefsten Tönen. Dafür spricht auch die 10 Zentimeter durchmessende Schwingspule und ihre großzügige Belüftung über Öffnungen im Korb und in der hinteren Polplatte. Die Schwingspule wird mit Flachdraht umwickelt, so dass ihre Windungen über noch mehr Fläche und damit stabiler verklebt werden können. Außerdem kann so ein größerer Kupferquerschnitt Die Seitenflächen des in hochglänzendem Schwarz perfekt lackierten SPL-X 12 von Velodyne sind elegant geschwungen. und somit ein geringerer elektrischer Widerstand im Luftspalt untergebracht werden.

    Der Dreifach-Magnet bietet nebenbei genügend Raum für ein weiteres Feature: Für den riesigen Maximal-Hub von 38 Millimetern würde mit einem oder zwei Magnetringen schlicht der Platz fehlen. Um die Membran bei so extremen Hüben effektiv am Taumeln zu hindern, verpassten die Entwickler dem Treiber zwei mit etwas Abstand hintereinander angeordnete Zentrierspinnen. Und damit die Litzen, die die elektrische Verbindung zwischen den Anschlussterminals am Korb und der sich bewegenden Schwingspule herstellen, selbst bei großen Auslenkungen keine Störgeräusche produzieren, liegen sie nicht frei, sondern sind mit einer der Zentrierspinnen verwoben. Auch der mechanische Stress, dem diese Litzen bei freier Aufhängung unterliegen, reduziert sich so deutlich.

    Die Frontbespannung des SPL-X 12 wird durch Metallstifte, die in eingelassene Gummidämpfer eingeschoben werden, sicher gehalten.
    Bassreflex oder geschlossen
    Bassreflex-Gehäuse nutzen bekanntermaßen nicht nur den Schall, der eine Tieftöner-Membran nach vorn verlässt, sondern über eine oder mehrere Öffnungen auch den Anteil, der ins Gehäuse geht. Dadurch können so aufgebaute Subwoofer mit gleicher Membran- und Gehäusegröße mehr Tiefbass erzeugen als geschlossene Modelle.

    Trotzdem nutzen viele Hersteller gerade für teure und hochwertige Subwoofer geschlossene Gehäuse. Der wichtigste Grund für diese Entscheidung: Bei einer Reflexkonstruktion sind zwei getrennte Schwingsysteme beteiligt, die etwas zeitversetzt arbeiten und Impulse mehr oder weniger stark verschleifen. Die Impulswiedergabe einer geschlossenen Box ist präziser und produziert kaum Nachschwingen. Den im Vergleich fehlenden Tiefbass holen die Entwickler über eine entsprechende Entzerrung, sprich Anhebung im Frequenzgang, wieder herein. Natürlich muss der Treiber damit dann auch mehr Hub ausführen und es wird mehr Verstärkerleistung für eine verzerrungsfreie Reproduktion benötigt. Das ist aber dank moderner Technik kein Problem mehr.

    Ein hervorragendes Beispiel dafür ist der SPL-X 12 von Velodyne, dessen Treiber 38 Millimeter Hub bewältigen kann, also nahezu zwei Zentimeter in beide Richtungen. Damit sind massive Pegel auch bei tiefsten Frequenzen möglich. Der integrierte Verstärker mit seiner Dauerleistung von 1.200 Watt steckt zudem erhebliche Tiefbass-Boosts selbst bei hohen Pegeln locker weg.

    Der 30-Zentimeter-Treiber des Velodyne SPL-X 12 arbeitet auf beziehungsweise in einem geschlossenen Gehäuse.

    Die mitgelieferte Stoffabdeckung wird mit gummigedämpften Metallnippeln am Gehäuse aufgesteckt. Magneten, wie sie heute oft genutzt werden, sind bei so kräftigen Subwoofern keine gute Idee, weil sie sich bei hohen Pegeln losrappeln und Störgeräusche erzeugen.

    Viel Verstärkerleistung
    Versorgt wird das Ganze von einem integrierten 1.200-Watt-Verstärker, der für tieffrequente Pegelspitzen sogar 1.700 Watt liefern kann. Ein DSP kümmert sich um die Signalverarbeitung: Er regelt das Tiefpassfilter zwischen 30 und 200 Hertz und den Pegel, beides steuerbar per Fernbedienungs-App oder direkt am Gerät. Statt klassischer Potis kommt der Velodyne mit gerasteten Drehreglern ohne festen Anschlag daher – erst mal ungewohnt, funktioniert aber gut.

    Um den aktuell eingestellten Wert anzuzeigen, setzten die Entwickler ein LED-Display zwischen die beiden Regler. Das schaltet selbsttätig auf den gerade bedienten Justage-Parameter um. Die Phase lässt sich ausschließlich über die App einstellen. Auch die automatische Einmessung ist nur übers Smartphone zugänglich, dessen Mikrofon sie nutzt. Leider war die App zum Testzeitpunkt noch nicht fertig, ihre Funktionsweise werden wir in einer der kommenden Ausgaben anhand eines weiteren SPLX-Subwoofers überprüfen.

    Mit Anschlüssen ist der SPL-X 12 gut versorgt, XLR-Ein- und Ausgänge sind ebenso vorhanden wie solche für Cinchkabel. Die Ausgänge lassen sich sogar mit einem zwischen 30 und 200 Hertz justierbaren Hochpassfilter verwenden. Das befreit dort angeschlossene Front- oder Stereoboxen von den Bassfrequenzen. Die Anschlüsse werden durch Hochpegel-Terminals für Lautsprecherkabel, eine USB-Buchse zur Versorgung eines Drahtlos-Signalsystems und einen Trigger-Ein- und Ausgang komplettiert.

    Die Regler für Trennfrequenz und Pegel sind Inkrementalgeber ohne Endstopps. Das dazwischen untergebrachte Display zeigt die jeweils eingestellten Werte.

    Tonqualität
    Die unteren Grenzfrequenzen des SPL-X 12 zeigen, dass Velodyne bei der Abstimmung des Subs konservativ vorgegangen ist: Bei minimalem Tiefpass liegt sie bei 27,9 Hertz, bei maximaler Filterfrequenz bei 29,5 Hertz. Darunter sorgt ein steilflankiges Subsonicfilter, dass der Chassis-Hub nicht aus dem Ruder läuft. 109 Dezibel Schalldruck bei minimaler und 110,6 bei maximaler Trennfrequenz lassen darauf schließen, dass der Sub auch vor brutalen Basssignalen nicht zurückschreckt. Oberhalb dieser Pegel macht übrigens ein Limiter konsequent und verzerrungsarm dicht: Egal, wie weit man den Eingangspegel aufdreht, die Lautstärke erhöht sich nicht mehr.

    Im Hörraum zeigt der SPL-X 12 direkt, was er draufhat. Schon beim ersten Ton merkt man, dass hier richtig Power am Start ist. Die Tankwagen-Explosion aus „Terminator – Die Erlösung“ donnert fulminant in die Magengrube, genauso wie die Schläge, wenn der Abschleppwagen die Motorrad-Roboter in die Schrottautos knallen lässt. Immer wieder ein Erlebnis ist auch der Blitzschlag aus „Ratatouille“, der Ratte Remy und seinen Bruder vom Dach fegt. Da zucken auch erfahrene Tester immer wieder zusammen – erst recht mit dem SPL-X 12, der dem Ganzen noch ein Quäntchen mehr Nachdruck und Autorität verleiht.

    Wie nicht anders zu erwarten, ließ sich der Velodyne selbst bei Pegeln weit jenseits der Vernunft zu keinerlei Schwäche verleiten und ging jede Lautstärke stoisch gelassen mit. Da geraten eher die restlichen Lautsprecher an ihre Grenzen als dieser Sub. Und dabei bleibt er immer sauber, knackig und konturiert.

    Bei Musik, egal ob klassisches Stereo oder Mehrkanal, fügt sich der Velodyne SPL-X 12 hervorragend ins Klangbild ein. Er sorgt dabei für genau das gewisse Extra an Tiefe und Fundament, das die Darbietungen noch lebendiger und authentischer wirken lassen. Egal ob Queen-Bassist John Deacon bei „Bohemian Rhapsody“ seine legendären Basslines abliefert oder bei „They Can´t Take That Away From Me“ der Kontrabass Rhythmus und Melodie verbindet – der Subwoofer bringt alles richtig zur Geltung.

    Der Testbericht Velodyne SPL-X 12 (Gesamtwertung: 90, Preis/UVP: 4.000 Euro) ist in audiovision Ausgabe 11-2025 erschienen.

    Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.

    • VELODYNE SPL-X 12 (audiovision 11-2025)In den Warenkorb

      VELODYNE SPL-X 12 (audiovision 11-2025)

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    AV-Fazit

    90 Sehr gut

    Der SPL-X 12 ist ein grandioser Spielpartner, der bei Film-Action und Musik enorm viel Spaß macht. Zwar ist der Tiefton-Experte kein Schnäppchen, aber jeden Cent seiner 4.000 Euro wert.

    Michael Nothnagel

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