Der kugelförmige Aktiv-Lautsprecher db1 Doublebass des aus Singapur stammenden Herstellers UB+ ist ein Design-Hingucker. Für den deutschen Vertrieb der 300 Euro teuren Bluetooth-Box zeichnet Audiodomain (www.audiodomain.de) verantwortlich. Gelungen integriert ist die Leder-Trageschlaufe, um die 18,5 Zentimeter messende Soundkugel zu transportieren. Das glatte Polycarbonat-Gehäuse erweist sich bei unserem schwarzen Testgerät leider nicht als sonderlich kratzfest.
Die runde Bauform suggeriert 360-Grad-Sound, was der 2,5 Kilo schwere Speaker jedoch nicht bieten kann, denn die integrierten Chassis sind richtungsgebunden. Mit an Bord ist ein 40 Watt leistender 4,5-Zoll-Tieftöner, der durch zwei seitlich angeordnete 5,2-Zoll-Passivradiatoren unterstützt wird. Dazu gesellt sich ein nach vorn gerichteter 1,5-Zoll-Hochtöner mit 20 Watt Leistung. Vor allem „Klangteppiche“ aus dem Elektronik-Genre kommen damit gut zur Geltung. Auch der überraschend punktuierte Bass untermalt das Geschehen passend. Allerdings könnte die Kulisse bei Rock und verwandten Genres druckvoller sein, vor allem E-Gitarren erscheinen mitunter etwas stumpf, Drums hier und da ein wenig platt.
Bei Bedarf lassen sich zwei db1-Geräte zum Stereo-Verbund koppeln. Dann entfaltet sich eine schön abgestufte Stereo-Kulisse mit präsenten Höhen und guter Raumwirkung, gerade bei Filmen ist das Ergebnis eine echte Alternative zur Soundbar. Daneben lassen sich per „Matrix“-Funktion bis zu acht Geräte für eine Party-Beschallung koppeln.


Die Gesamthöhe beträgt maximal 80 Zentimeter, kann aber mit weniger Stativsegmenten auf rund 60 bzw. 40 Zentimeter abgesenkt werden. Logischerweise sorgt der vergrößerte Abstand zur Standfläche für weniger Klangreflexionen zum Untergrund. Ein Einmess-System für den Raum gibt es aber nicht. Das Stativ trägt dennoch zum eleganten und modernen Erscheinungsbild des db1-Speakers bei.

Drehen und drücken
Die minimalistische Bedienung erfolgt über einen – zumindest bei unserem Test-Sample – etwas wackeligen Plastikring an der Oberseite. Dieser wird zum Ein- und Ausschalten gedrückt. Auch die Lautstärke wird hier geregelt, die weiße ringförmige LED markiert zwar Betriebsbereitschaft, allerdings nicht den aktuellen Pegel. Etwas umständlich fällt die Bluetooth- bzw. Multi-Speaker-Kopplung aus: Dazu muss man zwei Sekunden auf den Pegler drücken, dann die auf die am Gehäuse markierte Stelle drehen und nochmals drücken. Dedizierte Zusatztasten würden das Leben hier einfacher machen.
Neben Bluetooth 5.3 gibt es an der Rückseite für Zuspieler einen 3,5mm-Aux-Port sowie USB-C. Über letzteren lassen sich Speichersticks mit gängigen Formaten wie MP3, WMA, WAV, FLAC, APE oder AAC anschließen. Alternativ lädt man darüber den internen 2.500-mAh-Akku, der maximal 20 Stunden Musikwiedergabe erlaubt.
Die Anleitung erklärt die nötigsten Funktionen, schweigt sich aber über die kompatible Mobil-App aus. Mit der „UB+ Seek“-App sind ein dreistufiger Equalizer sowie sechs Klangprogramme („Jazz“, „Pop“, „Live“, „Classical“, „Theater“, „Night“) auf iOS und Android verfügbar.

Der Testbericht UB+ db1 Doublebass (Gesamtwertung: Gut, Preis/UVP: 300 Euro) ist in audiovision Ausgabe 6-2025 erschienen.
Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.
AV-Fazit
Der ungewöhnliche Kugel-Speaker spielt seine Raumstärken vor allem im Multi-Verbund aus. Zum selben Preis gibt es jedoch druckvollere Alternativen.
Thomas Stuchlik

