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    av-Test

    Teufel System 6 THX (Test)

    6. Februar 20186 Minuten Lesezeit

    Fast jeden Monat bringt Teufel neue Produkte unterschiedlichster Couleur auf den Markt. Bei THX-Lautsprechern müssen sich Fans des Berliner Boxenbauers hingegen oft gedulden. So war das System 5 THX Select 2 seit 2009 unverändert im Angebot des Direktversenders.

    Technik

    In diesem Jahr war es aber wieder an der Zeit:
    Teufel hat mit dem System 6 THX Select einen Nachfolger auf den Markt gebracht. Dabei schwangen die Berliner durchaus nicht die Abrissbirne, sondern ließen den einzelnen Lautsprechertypen eher ein behutsames Update zugutekommen. Das „Select“ in der Bezeichnung des Sets ist nicht als geringerwertiges Zertifikat zu dem „Select 2“ des Vorgängers zu verstehen, THX hat die Norm seitdem schlicht umbenannt, die technischen Vorschriften sind gleich.

    Geblieben ist es bei den für THX-Sets sehr kompakten Abmessungen. Die Front- und Centerboxen S 600 FCR lassen sich mit 20 x 31 x 12,5 Zentimetern in viele Wohnlandschaften integrieren. Auch ihre geschickte Chassis-Anordnung behielten die Lautsprecher: Ihre beiden mit einer Flachmembran versehenen 13-Zentimeter-Tieftöner sitzen eng nebeneinander, der Hochtöner – eine Gewebekalotte mit 25 Millimetern Durchmesser – bekam seinen Platz in der Mitte knapp über ihnen. So vermeiden die Entwickler die starke Richtwirkung herkömmlicher Center-Lautsprecher im Mitteltonbereich, das Rundstrahlverhalten in horizontale und vertikale Richtung ist aber gemäß der THX-Norm sehr kontrolliert. Eine Wandhalterung haben die S 600 FCR integriert, Lautsprecher-Ständer gibt´s bei Teufel als Zubehör für 66 Euro pro Stück.

    Ausschließlich für die Wandmontage gedacht sind die als Dipol ausgeführten Rearspeaker S 600 D. Ihre in den um 60 Grad angewinkelten Seitenwänden untergebrachten Zweiweg-Einheiten strahlen gegenphasig nach schräg vorn und hinten ab. Für die tiefen Töne – ein generelles Problem von Dipol-Konstruktionen – bekamen die Surrounds einen zusätzlichen 13-Zentimeter-Tieftöner spendiert, der auf der Rückwand sitzt. Damit der frei „atmen“ kann, sorgt die integrierte Wandhalterung für 2,5 Zentimeter Abstand zur Montagefläche. Der Flachmembran-Tieftöner der Zweiweg-Einheit hat einen Durchmesser von 10 Zentimetern, die 25-Millimeter-Kalotte entspricht der bei Front und Center eingesetzten.

    Die Subwoofer bieten auf dem Anschlussfeld einen Steckplatz für ein Drahtlos-Modul.

    Wie sein Vorgänger bringt auch das System 6 THX Select zwei Subwoofer mit. So schlägt Teufel auch zwei Fliegen mit einer Klappe: Zum einen erreichen beide gemeinsam die von THX geforderten 105 Dezibel bei 25 Hertz, die Integration in Wohnräume gestaltet sich damit einfacher als bei einem XXL-Brüllwürfel. Zum anderen lässt sich über eine geschickte Positionierung eine gleichmäßigere Basswiedergabe erreichen, da man sich Raumakustik-Effekte zunutze machen kann.

    Für die Subwoofer des Sets bietet Teufel ein Drahtlos-Modul als Zubehör an.

    Bestückt sind die beiden S 6000 SW mit je einem 30-Zentimeter-Chassis und je einem 240-Watt-Leistungsverstärker. Tiefpassfilter bringen die Subwoofer nicht mit. Dafür lässt sich der S 600 W mit einem Drahtlos-Modul aufrüsten, das ein Cinch-kabel vom Receiver überflüssig macht. Das entsprechende Modul „Subwoofer Wireless Maker System 6 THX“ lässt sich in den auf der Rückseite vorgesehenen Steckplatz einschieben. Es ist als Zubehör erhältlich, mit 250 Euro aber nicht billig. Außer dem Pegelregler bringt der Teufel-Sub eine einstellbare Bass-Anhebung mit.

    Was bringt der „Bass Boost“?

    Die Subwoofer des THX-Sets von Teufel bringen einen „Bass Boost“ genannten Regler mit, über den sich der Frequenzgang an Raum und Geschmack anpassen lässt. Dabei hebt dieser Regler nicht einfach nur tiefe Töne ab einer bestimmten Frequenz an, sondern erfüllt weitere Funktionen: In der Stellung ganz nach links (Beschriftung THX Neutral) zeigt die Schaltung keinerlei Wirkung. Je weiter man den Regler nach rechts dreht, desto mehr wird der Bereich um eine bestimmte Frequenz (durch die weitere Beschriftung angedeutet) angehoben, der Bereich unterhalb dieser Frequenz jedoch steilflankig abgesenkt. Diese Absenkung dient dazu, Chassis und Verstärker zu schützen. Denn durch die Anhebung muss Ersteres weiter auslenken und Letzterer mehr Leistung erbringen. Dies soll die Absenkung unterhalb der Arbeitsfrequenz wieder kompensieren. Steht der Regler auf Maximum, also bei „60 Hz“, wandert die Einsatzfrequenz auf besagte 60 Hertz und die Anhebung ist erkennbar größer.

    Je weiter der Regler „Bass Boost“ nach rechts gedreht wird, desto höher wird die Einsatzfrequenz und die Anhebung. Signalanteile unterhalb werden steilflankig ausgefiltert.

    Eine solche Einstellmöglichkeit erlaubt es, den Klang des Woofers besonders bei kritischen Aufstellpositionen gehörmäßig anzupassen. Vor allem bei Positionen in der Nähe einer Raumecke, bei der tiefste Frequenzen besonders stark angehoben werden, kann das hilfreich sein. Bei der Justage sollte man in kleinen Schritten vorgehen und nach jedem Dreh am Regler sorgsam überprüfen, welche Veränderung sich im Klangbild ergeben hat.

    Tonqualität Surround

    Bei den Messungen konnten die Woofer mit einem Maximalpegel von 111 Dezibel glänzen, ein Wert, den kaum ein einzelner Sub in unserem Messlabor erreichen konnte. Auch die untere Grenzfrequenz von 29 Hertz ist aller Ehren wert, verfehlt aber die 25-Hertz-Angabe des Herstellers. Dafür fällt der Pegel des Subs zu tiefen Frequenzen hin vergleichsweise langsam ab. Die Frequenzgänge der S 600 FCR verliefen bis auf eine kleine Unregelmäßigkeit bei 4 Kilohertz linear. Ebenfalls vorbildlich ist das Rundstrahlverhalten dieser Box, das im kritischen Mitteltonbereich kaum nennenswerte Einbrüche zeigt. Hier bewährt sich einmal mehr die Teufel-typische Chassis-Anordnung. Bei Dipol-Surrounds mitteln wir den Frequenzgang aus 21 Messungen, die über einen Winkel von 180 Grad erfasst werden. Das Ergebnis verläuft beim S 600 D etwas unruhig und leicht höhenbetont, was für diese Art Lautsprecher aber typisch und keineswegs kritisch ist.

    Die Messergebnisse lassen ein tolles Hörerlebnis erhoffen. Und beim Teufel-Set trügt diese Hoffnung nicht: Es spielt natürlich, neutral und äußerst temperamentvoll auf. Insbesondere actionreiches Filmmaterial macht da großen Spaß, angefangen von unserem Klassiker „Terminator – die Erlösung“ über das jüngste „Transformers“-Abenteuer bis hin zum liebenswerten „Ratatouille“. Bassimpulse kommen knackig und nachdrücklich – und das bis zu Pegeln, die ans Ungesunde grenzen. Dabei bleibt das Set auch im Mittel- und Hochtonbereich immer transparent und verzerrt denkbar wenig. Eindrucksvoll ist auch die Räumlichkeit, die den Hörer aufs Angenehmste einhüllt und sich so nur mit gut gemachten Dipol-Boxen erzeugen lässt.

    Die arbeiten bei Musikwiedergabe ebenfalls gut, auch hier hüllen sie den Hörer ein. Die Ortbarkeit leidet allerdings ein wenig, wie die Mundharmonika aus „Listen Up“ von Omar Hakim zeigt, die mit dem Teufel-Set etwas groß wird und nicht so scharfe Konturen zeigt wie gewohnt. Dieser Effekt tritt aber nur dann in Erscheinung, wenn die Abmischung den Hörer quasi ins Geschehen hineinsetzt. Mischte der Mastering-Ingenieur schwerpunktmäßig nach vorn, wie bei „Crash into Me“ von Dave Matthews und Tim Reynolds, sorgten die Dipole für ein echt wirkendes Raumgefühl ohne Einschränkungen bei der Ortbarkeit.

    Tonqualität Stereo

    Als THX-Lautsprecher kommen die S 600 FCR auch im Stereobetrieb nicht ohne Subwoofer-Unterstützung aus. Dann aber bieten sie eine überzeugende Vorstellung, tiefe Töne integrieren sich nahtlos ins Gesamtbild und schallen präzise und voluminös, wie John Illsley mit seinem „Railway Tracks“ unter Beweis stellt. Auch im Mittel-Hochtonbereich braucht sich das Set nicht zu verstecken „Jazz at the Pawnshop“ beispielsweise bringt es luftig und mit präziser Räumlichkeit – und bleibt dabei ebenso dynamisch und fein auflösend wie im Mehrkanal-Betrieb.                                                           

    Der Testbericht Teufel System 6 THX (Gesamtwertung: 82, Preis/UVP: 2000 Euro) ist in audiovision Ausgabe 12-2017 erschienen.

    Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.

    • Teufel System 6 THX (audiovision 12-2017)In den Warenkorb

      Teufel System 6 THX (audiovision 12-2017)

      PDF-Download €1,99

    AV-Fazit

    82 sehr gut

    82 Punkte für 2.000 Euro – das klangstarke Teufel System 6 THX bietet ein tolles Preis-Leistungs-Verhältnis und sichert sich die Pole Position in unserem Testspiegel. Dank seinen kompakten Maßen lässt es sich gut in jedes Wohnzimmer integrieren.
    Michael Nothnagel

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