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    Elac Line 240-Set (Test)

    1. Januar 20086 Minuten Lesezeit

    Elac Line 240-Set – Boxenset für 5.100 Euro

    Elac Line 240-Set - Boxenset für 5.100 EuroEine brandneue Kristallmembran-Technik soll Elac-Boxen besser machen als je zuvor. Wir testeten ein 5.1-Set aus der neuen Serie 240.

    Nimmt man die Frontbespannung ab, dann springt Elacs Neuerung regelrecht ins Auge. Der Boxenbauer aus Kiel hat nämlich neue Mem­branen entwickelt, die mit ihren vielen Facetten aussehen wie geschliffene Riesenkristalle – ganz anders und ungleich faszinierender als die bislang verwendeten Kalotten mit den glatten Rundungen.



    Technik

    Natürlich ist die schöne Membran kein Selbstzweck; sie dient vielmehr als Resonanz-Killer und verbessert so den Klang. Außer im Subwoofer findet sie sich in allen Boxen des getesteten Sets, und zwar in Form eines Tief-/Mitteltöners mit 15 Zentimetern Durchmesser. In den Frontboxen FS 247 und im Center CC 241 sitzen zwei davon, in den Surrounds BS 243 je einer. Für den Hochtonbereich wählte Elac den bewährten Jet-Hochtöner, der Schall über eine gefaltete Folien­membran abstrahlt. Neu ist ein Jet DC genannter Ring aus offenporigem Schaumstoff, der allen 240er-Boxen beiliegt. Er soll das Rundstrahlverhalten des Hochtöners etwas einschränken. Das kann vor allem in modern eingerichteten Räumen mit vielen schallreflektierenden Flächen helfen, denn dort entstehen gern kräftige Reflexionen und damit ein höhenlastiges Klangbild. Der Jet DC dämpft den Schall, der in den Raum abstrahlt und mindert so die störenden Reflexionen.

    Beim Gehäuse ließ sich Elac für die Serie 240 ebenfalls etwas Neues einfallen. Die Frontboxen sind mit zwei Bassreflexöffnungen ausgestattet, von denen die größere auf der Unterseite sitzt. Damit die Box genügend Freiraum zum Arbeiten hat, spendierten ihr die Entwickler silbern glänzende Füße und eine Basisplatte. Das zweite Bassreflexrohr sitzt auf der Rückwand und ist ab Werk dicht mit einem Schaumstoff-Stöpsel verschlossen. Steht die Box weit von angrenzenden Wänden weg oder möchte der Besitzer mehr Bass, zieht man den Stöpsel heraus, was dem mittleren Bassbereich zwischen 80 und 200 Hertz einen Extra-Kick verleiht. In der Nähe von Wänden sollte man das Schaumstoff-Teil in den Frontboxen aber tunlichst an seinem Platz lassen, sonst dröhnt der  Bass. Bei Center und Surrounds liegen die Stöpsel für die Bassreflexrohre nur bei. Sie sollten jedoch ausschließlich dann eingesetzt werden, wenn diese Boxen direkt an der Wand stehen und deshalb deutlich zu viel Bass produzieren.

    Der Subwoofer SUB 211.2 ESP weist einen 25-Zentimeter-Tieftöner mit herkömmlicher Membran auf. Bei der Arbeit hilft ihm eine Passivmembran mit 30 Zentimetern Durchmesser auf der Unterseite des Gehäuses. Passende Füße halten das Chassis auf geeigneter Distanz vom Fußboden. Die Übergangsfrequenz der Subwoofer-Weiche lässt sich zwischen 40 und 180 Hertz einstellen, die Phase zwischen 0 und 180 Grad umschalten.

    Elac Line 240-Set - Boxenset für 5.100 Euro

    Für Tief- und Hochtonbereich auf getrennten Platinen aufgebaut ist die
    Frequenzweiche der Elac-Boxen. Im Bild die Anordnung in der Surround-Box BS 243.

    Elac Line 240-Set - Boxenset für 5.100 Euro
    Auf den Hochtöner lässt sich bei Bedarf der JET DC aufsetzen, ein Schaumstoffring, der die seitliche
    Schallabstrahlung begrenzt und störende Reflexionen mindert.
    Elac Line 240-Set - Boxenset für 5.100 Euro
    Das Rundstrahlverhalten ist nur befriedigend: Schuld daran sind vor allem
    die kräftigen Einbrüche im oberen Mitteltonbereich zu beiden Seiten hin.

    Tonqualität Surround

    Fehlerlos präsentierten sich im Labor die Frequenzgänge von Center und Surrounds, nämlich mit Abweichungen von nur 2,5 respektive 2,1 Dezibel. Die Frontboxen zeigten eine leichte Senke im Präsenzbereich, was in der Praxis aber keine Rolle spielt. Al Jarreau und George Benson klangen auf der DVD "Givin‘ it up" sehr natürlich und unverfärbt. Sehr schön auch, wie die Elacs die Klangfarben der ungemein wandlungsfähigen Stimme von Jarreau in jeder ihrer Nuancen herausarbeiteten, ohne dabei analytisch oder gar angestrengt zu wirken.

    Den anfänglichen Verdacht der Tester, es hier eher mit Schöngeistern zu tun zu haben, räumte das 240er-Set schnell aus. In "Cars" dröhnten und kreischten die Motoren äußerst glaubwürdig, die Reifen quietschten derart, dass die Tester fast glaubten den verbrannten Gummi zu riechen. Wie gut die Abmischung von "Cars" gelungen ist – und wie sauber die Elac-Boxen sie umsetzen – zeigt sich besonders deutlich, wenn sich das Publikum zu Wort meldet. Das klingt nach echter Stadion-Atmosphäre – emotional, aufregend, mitreißend. Noch nicht mal vor regelrechtem Heimkino-Krawall schrecken die Elacs zurück. "King Kong" lieferte den T-Rexen einen dynamischen Kampf, bei dem selbst bei hohen Pegeln keine verzerrenden Kompressions-Effekte auftraten. Der Klopfer aus "Fluch der Karibik 2" kam mit Nachdruck und Wucht. Bei den ganz tiefen Frequenzen fehlt den Elacs aber etwas Pegel, bespielsweise im Vergleich mit dem Reference IV-Set von Klipsch (3.150 Euro, Test in audiovision 12-2007).

    Das gleichen die Elacs jedoch mit ihren sonstigen Qualitäten mehr als aus, denn sie spielen feiner aufgelöst, natürlicher und mit besserer räumlicher Abbildung als die Boxen von Klipsch. Die 17.000 Euro teuren Array-Boxen von JBL (Test in audiovision 10-2007) zeigten im Direktvergleich den Elacs dann allerdings ihre Grenzen auf, denn sie ertönen noch detaillierter und selbstverständlicher und erreichen spielend deutlich höhere Maximalpegel.

     

    Tonqualität Stereo

    Mit Stereo-Musik, etwa Michael Ruffs "Speaking in melodies", gelingt den Elacs die gleiche Wohlfühl-Atmosphäre wie mit Mehrkanalton. Sie tönen sehr sauber, dabei locker und mit starken Klangfarben und schaffen eine präzise räumliche Abbildung. Bemerkenswert, dass die Frontboxen trotz ihrer eher kleinen Tieftöner nicht unbedingt auf Subwoofer-Unterstützung angewiesen sind, sondern auch allein einen ganz ordentlichen Bass hinkriegen.

    Elac Line 240-Set - Boxenset für 5.100 Euro

    Gute Qualität, gutes Aussehen: Das neue Elac-Set mit den ein
    Meter hohen Frontboxen gibt es außer in Kirsche-
    auch in Mokka-Furnier und in Hochglanz-Schwarz.

     

    Zusatzinfo: Technik – Kristallmembran von Elac

    Viele Facetten ergeben ein eindrucksvolles Ganzes: Mit ihrer ungewöhnlichen Optik sieht die neuartige Membran von Elac aus, als habe sie eine Kristallstruktur. Die Facetten entstehen, indem man der Aluminium-Membran zahlreiche kleine Dreiecke aufprägt. Ergebnis: Die Resonanzen beruhigen sich deutlich, und das so genannte Aufbrechen, bei dem Eigenschwingungen überhand nehmen und die Schallabstrahlung mehr und mehr beeinflussen, verschiebt sich um fast eine ganze Oktave nach oben. Die ersten Resonanzen melden sich bei Elacs neuer Kristallmembran erst bei etwa fünf Kilohertz, also weit jenseits ihres eigentlichen Arbeitsbereichs, der bei 2,5 Kilohertz endet. Zudem fallen die verbliebenen Resonanzen laut Elac deutlich harmloser aus als bei üblichen Metallmembranen.
    Der technische Hintergrund: Durch die Biegekanten, die die Aluminium-Kalotte in viele kleine Dreiecke unterteilen, wird die Membran steifer. Die Dreiecke bilden eine Art Unstetigkeit im Material, was für Schallwellen ein weit größeres Hindernis darstellt als eine glatte Metallfolie. So können sich Resonanzen – die ja nichts anderes sind als Wellenlängen des Schalls, der sich durch das Aluminium ausbreitet – nicht so leicht auf der Membran fortpflanzen. Nicht zuletzt unterteilt die Prägung die große Membran in viele kleine Flächen, jede einzelne davon mit einer viel höheren Resonanzfrequenz als das gesamte Diaphragma. Wie bei Elac üblich, sitzt hinter dem Aluminium ein aufgeklebter Zellstoffkonus, der zur erhöhten Steifigkeit noch innere Dämpfung hinzufügt und ebenfalls als Resonanz-Killer fungiert.

     

    Elac Line 240-Set - Boxenset für 5.100 Euro

    Kristallmembran nennt Elac die neue Bauweise seines Tief-/Mitteltöners.
    Der Membran sind dabei viele dreieckige Segmente aufgeprägt, was die Steifigkeit
    erhöht und die Resonanz­anfälligkeit vermindert.

     

    Fazit

    Das Elac-Set aus der Serie 240 überzeugt auf der ganzen Linie: Die neue, hochwertige Technik der Kieler Boxenbauer erzeugt einen hervorragenden Klang. Exzellent gelang auch die Verarbeitung der Boxen bis ins kleinste Detail. Insgesamt ein höchst gelunges Beispiel für ‚made in Germany‘.

    Elac Line 240-Set - Boxenset für 5.100 Euro

     

    Technische Ausstattung und Bewertung 

    Elac Line 240-Set - Boxenset für 5.100 Euro

     

     

    Der Testbericht Elac Line 240-Set (Gesamtwertung: 84, Preis/UVP: 5100 Euro) ist in audiovision Ausgabe 1-2008 erschienen.

    Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.

    • Elac Line 240-Set (audiovision 1/2008)In den Warenkorb

      Elac Line 240-Set (audiovision 1/2008)

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