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    Sony KD-55XH9505 (Test)

    3. Dezember 20217 Minuten Lesezeit

    Zum Preis von 1.600 Euro ist Sonys KD-55XH9505 der teuerste 55-Zöller in unserem Testfeld. Dafür ist der Flat-TV auch mit direkter LED-Hintergrundbeleuchtung für eine potenziell überzeugende Schwarzdarstellung ausgestattet. Das Gerät hat einen hochwertigen Aluminium­rahmen, der von vorne so gut wie nicht zu sehen ist. Praktisch ist das Fußkonzept: Die beiden Füße lassen sich weiter außen oder innen montieren, je nach Breite des TV-Sideboards. Möglich ist dies ab dem 55-Zöller sowie bei den Größen in 65, 75 und 85 Zoll, aber nicht beim kleineren 49-Zöller. Anschlusskabel werden sauber durch kleine Kunststoffhalterungen an den Füßen verlegt.

    Ausstattung und Praxis
    Sony kleckert nicht, sondern klotzt beim KD-55XH9505. Das wird am X1 Ultimate deutlich, dem derzeit schnellsten Prozessor der Japaner, der unter anderem beim 4K-Scaling auf eine umfangreiche Datenbank zum Bildabgleich zurückgreift, mit Object-based Super Resolution Szenen einzeln analysiert sowie Texturen lebensechter wirken lässt und mit X-tended Dynamic Range Pro für einen höheren Kontrast sorgen soll. Performance-mäßig schneidet der 55-Zöller in Verbindung mit Android 9.0 sehr gut ab, Menüs und Apps starten schnell und Netflix lässt sich tatsächlich viel flotter öffnen als früher.

    Auch die sonstige Ausstattung des LCD-Boliden ist top. Der Triple-Tuner für Kabel, Satellit und DVB-T2 erlaubt es, Programm A auf eine externe USB-Festplatte aufzuzeichnen und parallel Sender B zu schauen. Dem zeitversetzten Fernsehen (TimeShift) verwehrt Sony weiterhin die Unterstützung. Dafür arbeitet der XH9505 mit AirPlay 2, HomeKit sowie Google Home zusammen und streamt per Bluetooth, Google Chromecast oder über die für iOS und Android kostenlos erhältliche App „Video & TV SideView“. Den Google Assistant kann man auch ohne Fernbedienung aktivieren (Kasten nächste Seite), zudem lassen sich Alexa-kompatible Lautsprecher koppeln. Das App-Angebot fällt mit Disney+, Spotify, Deezer, Tidal und mehr (weitere Infos auf Seite 54) großzügig aus. Gelungen ist die ergonomische Fernbedienung mit grauer Metalloberfläche sowie sinnvoller und beleuchteter Tastenanordnung.

    Bringt Licht ins Dunkel: Sobald man die Sony-Fernbedienung neigt, beginnen die Tasten zu leuchten. In dunklen Zimmern ist das von Vorteil.

    Lediglich der Mediaplayer ist nicht auf dem neuesten Stand: Bilder, die auch per Media-Server wie einer Fritz!Box oder einem PC abgegriffen werden können, lassen sich nicht in einer 360-Grad-Darstellung mit Zoomfunktion anzeigen.

    Bild- und Tonqualität
    Wer mit dem erforderlichen Technik-Equipment ausgestattet ist, kann den Sony per Calman-Software automatisch kalibrieren und so die Farbwiedergabe ein wenig optimieren. Für den Hausgebrauch kann man sich das aber sparen. Denn sowohl im SDR- als auch im HDR-Bereich liefert der 55-Zöller direkt aus dem Karton heraus im „Kino“-Modus ausgezeichnete – und damit meinen wir sehr natürliche – Ergebnisse. Auch an der Farbtemperatur muss man nicht groß­artig herumdoktern: Sowohl die Settings „Experte 1“ (6.593 Kelvin) als auch „Experte 2“ (6.595 Kelvin) liegen verdammt nah an der Zielvorgabe von 6.500 Kelvin.

    Überzeugend: Auch im DCI-P3-Spektrum liefert der KD-55XH9505 eine ordentliche Vorstellung, lediglich im Grünbereich geht er Überzeugend: Auch im DCI-P3-Spektrum liefert der KD-55XH9505 eine ordentliche Vorstellung, lediglich im Grünbereich geht er nicht bis ans Limit.nicht bis ans Limit.
    Respekt: Abgesehen von kleinen Defiziten im roten und blauen Mischbereich trifft der Sony die Farben bei SDR-Darstellungen äußerst zuverlässig.

    In der Disziplin Helligkeit schneidet der KD-55XH9505 ebenfalls mehr als ordentlich ab. In der Voreinstellung „Kino“ schafft er in Spitzlichtern stattliche 1.029 Candela, bei 50- bzw. 100-prozentigem Weißanteil reduziert sich die Leuchtkraft auf immer noch sehr gute 657 bzw. 677 Candela. Wechselt man in den „Brillant“-Modus, der Bewegtbilder knallig und plakativ auf das Display holt und deshalb normalerweise nur im Freien oder in sonnendurchfluteten Zimmern zum Einsatz kommen sollte, erreicht der 55-Zöller gar 1.200 Candela. Beim ANSI-Kontrast sammelt der LCD-TV mit einem Wert von 1.480:1 zusätzliche Pluspunkte.

    AirPlay und HomeKit: In den Einstellungen legt man fest, dass der Sony mit Apple-Geräten kommuniziert und in das intelligente Zuhause eingebunden wird.
    Noch im alten Glanz: Der KD-55XH9505 besitzt die klassische Android-Oberfläche. Bei den 2021er-Geräten gibt es dank Google TV einen frischeren Look.
    Besserer Sound: Über die automatische Akustikmessung analysiert der Flat-TV die räumliche Umgebung und passt den Klang bestmöglich in Eigenregie an.

    Nun widmen wir uns dem wichtigen Thema „Schwarzdarstellung“. Der XH9505 arbeitet mit 48 Dimmingzonen. Das sind genauso viele wie im Samsung GQ65Q80T von Samsung (Test in 9-2020). Wir rufen uns eine der schwarzen Kapiteleinblendungen in „Deutschland von oben“ mit weißem Monatsnamen auf. Die „Autom. lokale Dimmung“ stellen wir auf „Hoch“, den „Schwarzwert“ unbedingt auf einen Wert kleiner als 50 und aktivieren den „Lichtsensor“. Bei frontaler Draufsicht auf das Panel stellt der 55-Zöller ein sehr schönes Schwarz mit ordentlicher Homogenität dar. Um den weißen Schriftzug und das weiße Pausenzeichen des Blu-ray-Players sind nur minimale Lichthöfe zu sehen. Ändert man den Blickwinkel in der Höhe bzw. in der Seite, so bilden sich um besagte Bildelemente allerdings recht deutliche Aufhellungen. Cinemascope-Balken leiden jedoch nur dezent, wenn an den Bildseiten helle Bereiche gezeigt werden. Ansonsten kommt ausgeprägtes Heimkino-Feeling auf.

    Google Assistant ohne Fernbedienung
    Um den Google Assistant zu nutzen, muss man beim KD-55XH9505 nicht mehr auf die Mikrofontaste der Fernbedienung drücken. Es genügt, „OK Google“ zu sagen, und schon lässt der Flachmann unzählige Fragen zu Wetter, Sport, Nachrichten, Verkehr oder Unterhaltung zu. Damit die Sprachbefehle verarbeitet werden können, muss man im Menü die Verwendung des integrierten Mikrofons für Sprachbefehle erlauben. Unter anderem lassen sich auch TV-Sender wechseln und die Lautstärke verändern. Auf welche Apps der Google-Helfer Zugriff haben soll, kann der Besitzer des Fernsehers selbst festlegen.

    Erlaubnis für Alexa: Damit der Sony-TV auf den Befehl „OK Google“ reagiert, muss man im Menü die Verwendung des integrierten Mikrofons zulassen.
    Zugriff auf Apps: Welche Anwendungen man per Sprachbefehl nutzen kann, legt man durch kleine, blaue Schiebeschalter in den Einstellungen selbst fest.

    Dazu trägt auch (abgesehen von dunklen Szenarien wie oben beschrieben) die ausgezeichnete Blickwinkelstabilität bei, die bei einem 55-Zöller nicht ganz unwichtig ist, weil hier nicht jedes Familienmitglied mittig vor dem Gerät sitzen kann. Bis etwa 45 Grad seitlich der Mittelachse haben Farben Kraft und bleichen nicht aus. Für dynamische und sehr überzeugende HDR-Darstellungen unterstützt der Sony die Formate HLG, HDR10 und Dolby Vision, aber kein HDR10+. Farbübergänge sind extrem gleichmäßig und fein abgestuft ohne sichtbaren Treppeneffekt. Uns gefallen die ausgezeichneten Skaliereigenschaften, die hervorragende Schärfe und die gelungene Plastizität. Netflix-Fans können im gleichnamigen Modus Filme so sehen, wie vom Regisseur gewünscht. Mit IMAX Enhanced-Zertifizierung spielt der Japaner die bisher überschaubare Anzahl entsprechender Filme mit höherer Klarheit und natürlicheren Farben ab.

    Sieht besser aus: Sind die Füße des 55-Zöllers außen angebracht, wirkt das Gerät nicht nur eleganter, auch das Standvermögen wird optimiert.

    Auch klanglich muss sich der 55-Zöller nicht verstecken: Die Ingenieure haben ihm die Acoustic Multi-Audio Technik spendiert, ein Konzept, bei dem zwei zusätzliche klangpositionierende Lautsprecher in die Rückseite des Flat-TVs integriert sind. Diese sorgen dafür, dass der Klang der Action folgt. In der Unterseite des Fernsehers sitzen die beiden Hauptlautsprecher, die sogenannten X-Balanced Speaker.

    Doppelt statt einfach: Die Twin-Tuner des 55-Zöllers sind ein Vorteil für alle, die Sendungen auf eine USB-Festplatte aufnehmen und gleichzeitig flexibel fernsehen wollen.

    Der KD-55XH9505 unterstützt Dolby Atmos und liefert eine Gesamtausgangsleistung von 30 Watt. Damit hat der Flachmann ausreichend Power für glasklare Stimmen, kraftvolle Action und schöne Musikwiedergabe. Die Bassperformance ist überschaubar, die Räumlichkeit für einen 55-Zöller gut. Diese lässt sich deutlich steigern, indem man im Ton-Menü „Surround“ aktiviert. Bei Bedarf führt der Sony eine automatische Akustikkalibrierung durch, die die wichtigsten Parameter der räumlichen Umgebung analysiert.

    Der Testbericht Sony KD-55XH9505 (Gesamtwertung: 85, Preis/UVP: 1600 Euro) ist in audiovision Ausgabe 3-2021 erschienen.

    Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.

    • Sony KD-55XH9505 (audiovision 3-2021)In den Warenkorb

      Sony KD-55XH9505 (audiovision 3-2021)

      PDF-Download €1,99

    AV-Fazit

    85 sehr gut

    Der Aufpreis gegenüber der Konkurrenz macht sich beim KD-55XH9505 positiv bemerkbar: Der Sony punktet durch ein überzeugendes Bild, tolles Schwarz, kraftvollen Ton, hohen Bedienkomfort und eine umfangreiche Ausstattung. Für kleine Heimkinos bringt der LCD-TV fast alles mit und sichert sich so den Testsieg – wenn auch denkbar knapp.

    Jochen Wieloch

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