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    Sound-Bars & Sound-Decks

    Samsung HW-QS710F (Test)

    23. Mai 20266 Minuten Lesezeit

    Samsungs HW-QS710F besitzt als erste Soundbar einen Gyroskop-Sensor, der die Positionierung des Klangriegels erkennt. Was das bringt, klärt unser Test.

    Fast jedes Jahr bringen die großen Elektronikhersteller neue Soundbar-Modelle auf den Markt – teils der Aktualität wegen, öfter aber, um die Werbetrommel kräftig rühren zu können. Im Falle von Samsungs Soundbar HW-QS710F trifft beides zu, denn die Koreaner verpassten ihrem 750 Euro teuren Neuzugang einen Gyroskop-Sensor, der die Signalverarbeitung je nach horizontaler oder vertikaler Installation des Klangriegels individuell ausrichtet. So lässt sich die Soundbar liegend vor einem Fernseher oder hochkant unter dem Flachmann an der Wand betreiben – ohne klangliche Einbußen hinnehmen zu müssen. Um das zu bewerkstelligen, vertauscht die Soundbar bei entsprechender Positionierung die Signale der Höhen- und Front-Chassis für eine korrekte Zuordnung der 3D-Ton-Kanäle. Neben Dolby Atmos wird auch DTS Virtual:X unterstützt. „Convertible Fit“ (zu Deutsch in etwa „Wandelbares Einpassen“) nennt Samsung diese Technik, womit sich die Soundbar unseren „Innovation“-Award verdient. Insgesamt kommen 8 Treiber inklusive zwei Bass-Chassis für ein 3.1.2-Kanalsystem zum Einsatz. Den LFE-Kanal übernimmt der kompakte, ebenfalls neue Subwoofer. Optional können die Surround-Lautsprecher SWA-9500S erworben werden (siehe Kasten), dann steigt die Kanalanzahl auf 5.1.4.

    Neues Design für Bar und Sub
    Neben neuer Technik bekam die HW-QS700F auch ein neues Aussehen spendiert. Die abgeschrägten Kanten der Vorgängermodelle sind Geschichte, die 2025er-Variante präsentiert sich im trendigen Industrie-Design mit lamellenartiger Oberseite, frontal und seitlich umlaufender Feingitterstruktur sowie flacher Bauweise in Titanschwarz, das eher wie ein Dunkelgrau aussieht. Alternative Farbvarianten sind nicht erhältlich. Edle Materialien sucht man hingegen vergebens, der Korpus besteht aus Kunststoff, ist aber fehlerfrei verarbeitet.

    Alle Anschlüsse befinden an der Unterseite, vorhanden sind ein HDMI-Eingang sowie ein HDMI-Ausgang inklusive eARC. Auf HDMI 2.1 muss man verzichten, alle Ports schleifen maximal 4K/60p- Signale durch. Bei den HDR-Formaten fehlt wie bei den Fernsehern Dolby Vision – HDR10 und HDR10+ sind aber an Bord. Ton kann alter nativ via Toslinkkabel zugespielt werden.

    Die flache Fernbedienung punktet mit guter Übersicht und großen wie klaren Druckpunkten der Tasten. Das Gehäuse besteht aus Kunststoff.

    „Convertible Fit“ Bar: Man kann die Bar liegend wie hochkant betreiben, ein Gyroskop-Sensor erkennt die Lage und passt den Sound an.
    Optionale Rück-Lautsprecher SWA-9500S
    Die Samsung HW-QS710F verfügt über 3.1.2-Kanäle, doch erst in Kombination mit externen Surround-Boxen kommt vollwertiger Raumklang auf, der auch hinter und über dem Sitzplatz für glaubhafte Schallfelder sorgt.

    In diesem Fall kann optional das Samsung-Rear-Speaker-Kit SWA-9500S für 300 Euro erworben werden, das genau diesen Zweck erfüllt. Hierzu sind in jedem der Aktiv-Lautsprecher zwei Treiber verbaut, einer strahlt nach vorne ab, der andere vertikal und sorgt so via Reflexionen an der Decke für Töne von oben am Hörplatz. Die beiden je 1,7 Kilogramm schweren Rear- Lautsprecher kommunizieren per Funk mit der Soundbar und sind jeweils bis 70 Watt belastbar. Verstärker sind in jede Box eingebaut, die natürlich ans Stromnetz angeschlossen werden muss.

    Samsungs aktive Rear-Boxen SWA-9500S (12,5 x 20,2 x 14,1 cm) kommunizieren per Funk mit der Soundbar. Die Front- und Up-Firing-Chassis sollen für realistischen Raumklang von allen Seiten sorgen. Verstärker sind in den Boxen integriert.

    Komplett neu gestaltet hat Samsung auch den im Lieferumfang enthaltenen Subwoofer, der jetzt in Würfelform daherkommt und kleiner wirkt als die rechteckigen Vorgänger. Eine der beiden gegenüberliegenden Membranen arbeitet aktiv (6,5 Zoll), die andere (8 Zoll) ist passiv ausgelegt. Ein Gitter oder eine Stoffabdeckung zum Schutz vor Beschädigungen gibt es nicht.

    Bedienung und Streaming
    Auf ein Display verzichtet die HW-QS710F, was wir bedauern, denn das Lichterspiel an der Front und Oberseite ist kein adäquater Ersatz. Nicht neu, aber sinnvoll ist die Sprachführung via Frauenstimme, die getätigte Eingaben bestätigt. Man kann auch zu Samsungs „Smart Things“-App greifen, die eine Home Automation oder Multiroom-Installation ermöglicht. Willkommen ist die Integration von Google Chromecast, das sich zu Bluetooth, AirPlay und der hauseigenen „Tap Sound“-Technik gesellt. Zudem ist die Bar kompatibel zum Roon-Ökosystem. Sprachbefehle funktionieren über Alexa oder den Google Assistant.

    An Klangschaltungen verfügt der Riegel über die Programme „Surround“, „Game“, „Standard“, „Adaptive Sound“ und „DTS Virual:X“. Bass, Höhen und Lip-Sync lassen sich bei Bedarf manuell justieren, ebenso der Subwoofer-Pegel. Der „Night Mode“ stampft die Dynamik ein, während „Voice Enhancement“ die Lautstärke von Dialogen hervorhebt und Hintergrundgeräusche reduziert. „Moderate Bass“ schaltet den Subwoofer ab und leitet dessen Signale zur Soundbar. Mit „Q-Symphony“ bietet Samsung wieder die Möglichkeit, die Soundbar mit Fernsehern gemeinsam spielen zu lassen. Allerdings ist man für diese Kooperation auf kompatible Samsung-Fernseher des Jahrgangs 2022 oder jünger angewiesen. Mit solchen TVs kann auch der Ton inklusive Dolby Atmos via Wi-Fi übertragen werden. Ebenfalls nur in Verbindung mit einem Samsung-Fernseher ist die Wiedergabe von Googles/Samsungs neuem 3D-Tonformat „Eclipsa“ möglich.

    Der Subwoofer (24,9 x 25,2 x 24,9 cm) gehört zum Lieferumfang. Von den beiden Bass-Chassis arbeitet eines aktiv, das andere agiert als Passivmembran.

    Tonqualität
    Im Hörtest musizierte die HW-QS710F tonal angenehm und ausgewogen, womit der Riegel für lange Filmabende geeignet ist. Der kleine Subwoofer spielte überraschend druckvoll und konnte selbst beim ultratiefen „Powerful Bass“ im Dolby-Clip „Amaze“ ein dezentes Beben in den Hörraum drücken; nicht wenige Soundbars verstummen hier fast völlig. Die Sprachverständlichkeit gelang sehr gut, was sich auch aus zunehmend schrägen Hörwinkeln nicht änderte.

    Mit Dolby-Atmos-Trailern spannte die Samsung- Bar ein überraschend großes Sound-Feld auf, in dem Effekte nicht nur vorne präzise und von der Bar losgelöst, sondern sogar seitlich unserer Sitzgelegenheit platziert wurden. Ein erstaunlicher Effekte, lediglich im Rücken war wenig los; das klappt aber auch nur mit dedizierten Rear-Boxen vernünftig.

    Schwachpunkt ist mal wieder der Höhen-Sound, denn prinzipbedingt darf man mit Upfiring-Chassis für eine Deckenreflexion des Schalls keine Wunder erwarten. Im Falle der HW-QS710F spielten sich in unserem Hörraum sämtliche Höheneffekte entsprechend auf der 2D-Ton ebene ab. Das änderte sich auch nicht, als wir die Soundbar gemäß „Convertible Fit“ hochkant aufstellten wie bei einer Wandmontage. Der Sound blieb praktisch gleich, Surround-Effekte schallten so weiträumig und umhüllend wie zuvor, tonal war ebenfalls keine bedeutende Veränderung feststellbar.

    Der Testbericht Samsung HW-QS710F (Gesamtwertung: 80, Preis/UVP: 750 Euro) ist in audiovision Ausgabe 6-2025 erschienen.

    Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.

    • SAMSUNG HW-QS710F (audiovision 6-2025)In den Warenkorb

      SAMSUNG HW-QS710F (audiovision 6-2025)

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    AV-Fazit

    80 Sehr gut

    Samsungs Soundbar HW-QS710F klingt klasse, bietet viele Streaming-Optionen und passt sich ihrem Einsatzort perfekt an.

    Andreas Oswald

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