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    Panasonic TX-75EXW784 (Test)

    17. August 20178 Minuten Lesezeit

    Panasonic macht preisbewussten Heimkino-Freunden ein Angebot, das sie nicht ablehnen können: Der neue TX-75EXW784 bietet richtig  viel Bild fĂŒr relativ wenig Geld.

    prosconsVor wenigen Jahren waren Bildriesen ab 70 Zoll ein Luxusgut, lag der Preis doch nicht selten im fĂŒnfstelligen Bereich. Davon ist der TX-75EXW784 zum GlĂŒck weit entfernt. Zwar kostet er mit 4.500 Euro fast dreimal so viel wie sein kleiner Bruder, besitzt dafĂŒr allerdings ein 189 Zentimeter großes Display und unterstĂŒtzt im Gegensatz zu aktuellen UHD-Projektoren sogar echtes HDR. Bei der VorgĂ€nger-Serie DXW784 reichten die Diagonalen ĂŒbrigens bloß bis 65 Zoll. Stellt der Bolide also eine komplette Neuentwicklung dar?

    Ausstattung und Praxis

    tv_pan_tx-75exw784_seite
    Standfest: Der wuchtige Fuß hĂ€lt das 189 Zentimeter große und 54 Kilogramm schwere Display fest an seinem Platz. Er lĂ€sst sich aber weder drehen noch in der Höhe verstellen.
    tv_pan_tx-75exw784_fb
    Bis auf die etwas dunklere Farbgebung unterscheidet sich der griffige Signalgeber nicht von dem der frĂŒheren Panasonic-Fernseher.

    Meist unterscheiden sich die Fernseher innerhalb einer Modellreihe einzig in ihrer GrĂ¶ĂŸe. Panasonics neue MittelklĂ€ssler weisen jedoch zusĂ€tzlich ein paar verschiedene Ausstattungsmerkmale auf. So verfĂŒgen nur die beiden kleinsten TV-GerĂ€te (50 und 58 Zoll) ĂŒber einen dreh- sowie höhenverstellbaren Standfuß, wĂ€hrend sich der 65-Zöller immerhin noch auf die Drehfunktion beschrĂ€nkt. Der 75er ist leider völlig unbeweglich – vor allem angesichts des hohen Gewichts von 54 Kilogramm, wobei der  Fuß weitere achteinhalb Kilo auf die Waage bringt, finden wir das schon ein wenig schade.

    DafĂŒr bietet der Bolide ĂŒberraschenderweise eine bessere BlickwinkelstabilitĂ€t, obwohl die technischen Daten identisch sind. Hier ist die Rede von einem Cinema-Display mit Local-Dimming und 2.400 Hertz Backlight Motion Rate; anders als beim VorgĂ€nger kommt in allen EXW784 ein klassisches Edge-LED-Hintergrundlicht zum Einsatz. Nichtsdestotrotz versprechen sie mithilfe des neuen „Studio Colour HCX2“-Prozessors eine höhere BildqualitĂ€t.

    Zur Freude von 3D-Fans hĂ€lt Panasonic an der dreidimensionalen Filmdarstellung fest, wobei die aktiven Shutter-Brillen extra gekauft werden mĂŒssen. UHD-Blu-rays gibt der Fernseher ebenfalls originalgetreu wieder. Heißt: Mit vollen 3.840 x 2.160 Pixeln, erweiterten Farben und gesteigertem Dynamikumfang. Er setzt hier ausschließlich auf das offene HDR-10–Format, beherrscht aber auch HLG fĂŒr kĂŒnftige TV-Übertragungen in HDR-QualitĂ€t.

    Der integrierte Tuner deckt gleich vier Empfangswege ab: Satellit, Kabel, DVB-T2 und Netzwerk (TV-over-IP). Ein zusĂ€tzliches Unterhaltungsangebot eröffnet die „Apps“-Taste auf der Fernbedienung. Im Smart-TV-Portal finden sich neben der Aufnahmeplanung, der Multi-Window-Funktion zur gleichzeitigen Darstellung zweier Signalquellen und den TV-Mediatheken der öffentlich-rechtlichen Sender auch zahlreiche Streaming-Dienste sowie der Web-Browser.

    pan_tx-75exw784_screen_hlg_tv
    Gefundenes Fressen: Panasonic unterstĂŒtzt den HLG-Standard fĂŒr HDR-Übertragungen via Satellit. Zu sehen bekommt man sie derzeit jedoch nur auf DemokanĂ€len.

    Das eingebaute Audiosystem spielt relativ laut und bietet eine gute SprachverstĂ€ndlichkeit. Angesichts der BildgrĂ¶ĂŸe fĂ€llt der Bass etwas mager aus.

    tv_pan_tx-75exw784_anschl
    FĂŒr alles gerĂŒstet: Panasonic spendiert dem EXW784 unter anderem vier HDMI-EingĂ€nge sowie einen Quattro-Tuner mit TV-over-IP-Funktion und zwei CI+ Slots.

    BildqualitÀt

    Wie beim kleinen Bruder sind die Presets „Dynamisch“ sowie „Benutzer“ und „Normal“ mit rund  13.900 respektive 9.000 Kelvin blaustichig voreingestellt und zeigen erweiterte Farben. Letzteres trifft auch auf den Bildmodus „Kino“ zu, der jedoch mit 7.500 Kelvin ein wesentlich natĂŒrlicheres Bild zeigt. Neutrale Graustufen bei 6.350 Kelvin sowie akkurate Farben nach HDTV-Standard bringt aber am Ende nur „True Cinema“. Damit gelingt auch ohne isf-Kalibrierung eine ausgezeichnete Farbreproduktion. Im Unterschied zum 58-Zöller fallen ANSI-Kontrast und Schwarzwert kaum schwĂ€cher aus, doch die BlickwinkelstabilitĂ€t zeigt sich erfreulicherweise stark verbessert. 

    pan_tx-75exw784_screen_farbskala
    Breiteres Spektrum: StandardmĂ€ĂŸig ist die Farbskala „Rec. 709“ aktiv. Im HDR-Betrieb wechselt der Panasonic automatisch auf das stark erweiterte Preset „Rec. 2020“.

    Verbesserte BlickwinkelstabilitÀt

    Scheinbar teilen sich TX-75EXW784 und sein kleiner Bruder TX-58 vergleichbare Technik, etwa das „Super Bright Panel“ mit „Wide Colour Spectrum“. In den verschiedenen Bildmodi erreicht der TX-75 tatsĂ€chlich eine Ă€hnliche BildqualitĂ€t und liegt auch bei der Leuchtkraft im HDR-Modus auf vergleichbarem Niveau. Doch die große SchwĂ€che des kleineren Modells, nĂ€mlich der eingeschrĂ€nkte Blickwinkel, wandelt der 75-Zöller offensichtlich in eine StĂ€rke um. Das gilt sowohl fĂŒr Helligkeit und Kontrast als auch fĂŒr die Farbreinheit. Zur Verdeutlichung messen wir dazu nicht nur alle Farben unter Winkeln von null bis 80 Grad, sondern auch die Farbcharakteristik im CIE-Diagramm unter 45 Grad. Hier wird auf einen Blick erkennbar, wie stark alle Farben gegenĂŒber dem HDTV-Standard driften oder ausbleichen. ZusĂ€tzlich dokumentieren wir den Helligkeitsverlust im Weißbild.

    pan_tx-75exw784_kasten1_helligkeit_seitlich
    Von null bis 80 Grad: Der TX-75EXW784 bewahrt aus seitlicher Perspektive die Helligkeit gut (oben), wÀhrend sie beim 58-Zöller deutlich stÀrker nachlÀsst.

    Auf Achse und im besten Preset „True Cinema“ erreichen beide TVs in der Backlight-Einstellung „20“ nahezu identische Leuchtdichten von 123 Candela (TX-58) beziehungsweise 117 Candela (TX-75). Unter 45 Grad bricht jedoch die Helligkeit des 58-Zöllers auf 35 Candela ein (28 Prozent), wĂ€hrend der große Bruder 62 Candela respektive 53 Prozent der LichtstĂ€rke behĂ€lt. Auch die Farben blassen weniger stark aus und wirken noch einigermaßen gesĂ€ttigt. Das liegt daran, dass der Farbraum weniger eingeschrĂ€nkt wird (siehe CIE-Diagramme unter 45 Grad). In diesem Punkt glaubt man fast, TV-GerĂ€te aus zwei verschiedenen Serien vor sich zu haben. Wir können nur den TX-75 uneingeschrĂ€nkt empfehlen, wenn viele Familienmitglieder auf der großen Couch den TV-Abend genießen wollen.

    pan_tx-75exw784_kasten1_cie_45_grad
    75-Zöller unter 45 Grad: Der Farbraum verkleinert sich leicht, Farben wirken aber keineswegs entsÀttigt und die Leuchtdichte bleibt mit 53 Prozent recht hoch.

    Oft haben wir allerdings festgestellt: Je besser das seitliche Einblickverhalten, desto schlechter ist in der Regel der Kontrast. Doch der TX-75 fĂ€llt in dieser Hinsicht kaum hinter den TX-58 zurĂŒck. Der ANSI-Kontrast sinkt geringfĂŒgig von 1.728:1 auf 1.548:1; nur der Schwarzwert steigt leicht von 0,05 auf 0,07 Candela an. In vielen FĂ€llen ĂŒberwiegen jedoch die Vorteile des guten Blickwinkels und machen den großen TX-75 zum Geheimtipp aus Panasonics EXW784-Serie.

    pan_tx-75exw784_kasten1_cie_45_grad_tx-58
    58-Zöller unter 45 Grad: Hier wird der Farbraum stÀrker eingeschrÀnkt und Farben bleichen deutlich aus. Ferner sinkt die Helligkeit auf magere 28 Prozent.

    Das kommt auch HDR-Inhalten zugute, da etwa Spitzlichter zu den Ecken hin kaum nachlassen sowie Farben fĂŒr seitlich sitzende Zuschauer rein und intensiv bleiben. Auch wenn der TX-75EXW784 nicht die Ultra-HD-Premium-Anforderung von mindestens 1.000 Candela erfĂŒllt, beeindrucken helle HDR-Szenen schon aufgrund der schieren PanelgrĂ¶ĂŸe. Die Leuchtdichte liegt im neutralen HDR-Preset „True Cinema“ je nach Weißanteil zwischen 489 und 519 Candela (APL zehn bis 100 Prozent). Maximal 570 Candela sind es im HDR-Bildmodus „Kino“, der bis auf eine kĂŒhlere Farbtemperatur ebenfalls krĂ€ftige und natĂŒrliche Farben beisteuert. Helle Reflexe auf Stirn und Nase von Gesichtern ĂŒbersteuern aber stĂ€rker als bei „True Cinema“.

    HDR-Wiedergabe und DCI-P3-Farbmessung

    Alle fĂŒnf Bildmodi des Panasonic stehen auch mit HDR-Quellen zur VerfĂŒgung. Die drei Presets „Dynamisch“, „Benutzer“ und „Normal“ sind aber zu blaustichig und aufgrund der Gamma-Charakteristik nicht brauchbar. Empfehlenswert bleiben „Kino“ sowie „True Cinema“.

    pan_tx-75exw784_kasten2_cie_kino_hdr
    Plakativ: Mit HDR-Quellen wechselt der Panasonic auf das Preset „Kino“ mit der Farbskala „Rec.2020“. Graustufen und Weiß zeigen einen leichten Blaustich.

    Spielt man dem TX-75EXW784 HDR-Inhalte ĂŒber einen Ultra-HD-Blu-ray-Player zu, wird der Bild­modus „Kino“ mit der Gammafunktion „HDR (PQ)“ aktiviert. Das KĂŒrzel steht fĂŒr „Perceptual Quantizer“ und beschreibt die nichtlineare Anpassung von HDR-Kamerainhalten auf das menschliche Auge. Via Satellit wechselt der Fernseher mit dem „SES UHD Demo Channel“ auf die Gammafunktion „HDR (HLG)“, was er per Info-Taste zurĂŒckmeldet. HLG steht fĂŒr „Hybrid Log-Gamma“ und soll bei der HDR-Distribution ĂŒber Satellit eine gute BildqualitĂ€t sowohl fĂŒr UHD-TVs mit SDR wie auch mit HDR liefern.

    pan_tx-75exw784_kasten2_cie_true_cinema_hdr
    Bester HDR-Modus: „True Cinema“ verbessert die Farbtemperatur auf neutrale 6.250 Kelvin. Auch die Gamma-Charakteristik gefĂ€llt uns noch etwas besser.

    Wir empfehlen den Wechsel auf das Preset „True Cinema“, da es Graustufen und Weiß bei 6.250 statt 7.350 Kelvin neutraler abbildet (siehe DCI-P3-Diagramme oben) sowie helle Kontraste weniger ĂŒbersteuert. Mit anspruchsvollen HDR-Szenen von Ultra-HD-Blu-ray zeigt der Panasonic einen Sonnenuntergang am Meer mit starkem Gegenlicht etwas schwĂ€cher als das Top-Modell DXW904 (audiovision 3-2016). Die dunklen Felsen saufen leicht ab und die Sonne könnte noch etwas stĂ€rker strahlen. In einer großflĂ€chig hellen Szene vom Deutschen Bundestag muss man dagegen den Kontrast eher absenken: Das Himmelblau bleicht im Kontrast-Preset „100“ bereits leicht aus. Absenken auf Werte von rund „85“ intensiviert die Farben deutlich.

    pan_tx-75exw784_kasten2_screen_bundestag
    Helle HDR-Szene: Bei voller Kontrasteinstellung wirkt der Himmel fast weiß (links), leichtes Absenken verbessert die Farbdarstellung und Differenzierung sichtbar.

    ideale-einstellungen

    Auf den zweiten Blick fĂ€llt eine Eigenheit des Panasonic-Displays auf, die den Bildrand betrifft: Zu allen Seiten endet die Darstellung auf den letzten ein bis zwei Millimetern mit einem dunkleren Rahmen. Dort werden alle bewegten Bild-inhalte weiter angezeigt, aber eben mit halber Leuchtkraft. Der Abschluss erscheint deshalb nicht scharf, sondern seltsam gebrochen, was den einen oder anderen Betrachter auf Dauer stören könnte. Lob verdient hingegen Panasonics „Intelligent Frame Creation“, da sie den Anwender nicht bevormundet und getrennte Regler fĂŒr TV-Bilder  („Blur-Reduktion“) und Kinofilme („Film Smooth“) anbietet. Man kann also je nach Geschmack Kinofilme nur leicht glĂ€tten oder im originalen 24p-Modus belassen. UnabhĂ€ngig davon lassen sich Sportsendungen auf höchster Stufe der Blur-Reduktion in guter BewegungsschĂ€rfe genießen. Die Schaltung „Clear Motion“ erhöht sie zwar nochmals leicht, kostet aber knapp zwanzig Prozent an Helligkeit und verstĂ€rkt rote SĂ€ume an kontrastreichen Motivkanten.

    bewertung

    AuVi_AWARD-Preistipp

    stromsparer_2017

    Der Testbericht Panasonic TX-75EXW784 (Gesamtwertung: 77, Preis/UVP: 4.500 Euro) ist in audiovision Ausgabe 06-2017 erschienen.

    Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhÀltlich.

    • Panasonic TX-75EXW784 (audiovision 6-2017)In den Warenkorb

      Panasonic TX-75EXW784 (audiovision 6-2017)

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    AV-Fazit

    77 gut

    FĂŒr opulente 75 Zoll muss man zwar etwas tiefer in die Tasche greifen, erhĂ€lt jedoch ein attraktives Gesamtpaket. Vor allem besticht der Panasonic TX-75EXW784 durch die Ausstattung und einfache Bedienung. Im Vergleich zum TX-58 fehlt ihm ein Drehfuß, dafĂŒr ist die BlickwinkelstabilitĂ€t besser. Udo Ratai/Martin Ratkovic

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