Optoma dreht an der Preisschraube. Wie sich der 800 Euro teure Photon Life PK32 gegen die Leistungsfähigkeit der teureren Konkurrenz behaupten kann, klärt unser Test.
Nie war bei Optoma der Einstieg in die 4K-HDR-Beamerwelt so günstig. Der Photon Life PK32 ist mit einem Gewicht von 2,2 Kilo und einer Stellfläche von 23,8 x 16 Zentimetern wie geschaffen, um ihn sowohl zu Hause als auch unterwegs einzusetzen. Die Verarbeitungsqualität überrascht angesichts des Preises positiv, sogar die Gewindestangen der drei Standfüße sind aus Metall und nicht aus Kunststoff. Außerdem ist er nicht nur bei der Anschaffung günstig, sondern auch beim „Verbrauch“, begnügt er sich doch mit vorbildlichen 83 Watt.
Ausstattung und Technik
Als Ein-Chip-DLP-Projektor besitzt der Photon Life PK32 eine native Full-HD-Auflösung, der mit Pixelshift-Verfahren Signale bis 3.840 x 2.160 Pixel nacheinander projiziert. Als Lichtquelle sind RGB-LEDs verbaut, die eine Lichtausbeute von 1.100 Lumen erzeugen sollen. Die Lebensdauer wird mit 30.000 Stunden beziffert.
Das Objektiv ist voll motorisiert und lässt sich mit der Fernbedienung einstellen. Entgegen der Herstellerangabe ist sogar die Bildgröße motorisch anpassbar. In Sachen HDR werden nur HDR10 und HLG (Hybrid Log Gamma) mit einem statischen Tone-Mapping unterstützt. Dem Rotstift zum Opfer fielen Dolby Vision, HDR10+ sowie ein dynamisches Tone-Mapping. Ebenso fehlen eine Zwischenbildkompensation, Lens-Shift und ein Betriebssystem mit Apps.
Die Tastatur der schwarzen Fernbedienung ist nicht hintergrundbeleuchtet. Dafür gibt es viele Direktwahltasten, zum Beispiel für Autofokus, Bildgeometrie, Zoom und den Zugriff auf das Bildmenü. Lautstärkeregler komplettieren das Feld.
Abhilfe schafft der Parameter „HDR-Helligkeit“ im Menü. Wird dieser auf „1“ abgesenkt, sind alle Inhalte in „Sully“ vorhanden. Andere Filme erscheinen mit diesem Wert allerdings viel zu dunkel.

Für 3D bietet unser Proband einen eigenen Menüpunkt („Drei Dimensionen“) und einen 3D-Bildmodus. Trotzdem werden 3D-Filme von unserem Blu-ray-Player nicht akzeptiert – denn laut Optoma unterstützt der PK32 ausschließlich den 3D-Modus „Frame Sequential“ in Verbindung mit einem PC, was für Heimkino-Freunde natürlich wenig hilfreich ist.
Die ISF-Bildmodi „Day“ und „Night“ sind ebenfalls nicht anwählbar. Auf Nachfrage teilte uns Optoma mit, dass die ISF-Einstellungen erst nach einer Kalibrierung durch einen ISF-zertifizierten Techniker zur Verfügung stehen. Zum Glück kann man sich diese Maßnahme sparen, weil die übrigen Bildmodi gute Werkseinstellungen besitzen (dazu gleich mehr). Für die Kalibrierung stehen ein Sechs-Achsen-Farbmanagement, Gain-/Offsetregler und fixe Gamma-Presets zur Verfügung.
Die niedrige Eingabeverzögerung von 4,6 Millisekunden bietet Gamern eine schnelle Reaktionszeit. Für einen recht drucklosen Sound sorgen zwei verbaute 5-Watt-Lautsprecher. Die Pegel reichen aber aus, um Räume bis 20 Quadratmeter vernünftig zu beschallen. Wer den Beamer an einem Sommerabend auf der Terrasse nutzt, um die Spiele der Fußball-WM zu erleben, kann den Moderator gut verstehen. Mehr aber auch nicht.
Installation und Bedienung
Aufstellen, einschalten, Film ab. So leicht lässt sich der Optoma Photon Life PK32 handhaben. Er wechselt selbstständig in den zuletzt genutzten Bildmodus, um SDR- und HDR-Inhalte zu projizieren. Das 1,3-fache Motorzoomobjektiv ist in dieser Preisklasse aller Ehren wert und bietet die Möglichkeit, eine 2,50 Meter breite Leinwand aus einer Entfernung von 2,80 bis 3,65 Meter auszuleuchten. Schärfe und Bildgeometrie werden selbstständig vom Beamer eingestellt. Ein noch besseres Ergebnis erzielen wir aber bei unserem Testgast, wenn wir den Motorfokus von Hand anpassen. Das Bild ruckelt während der Einstellung zwar etwas, was wir auf eine grobe Übersetzung der Zahnräder zurückführen, aber die Schärfe rastet schnell und zuverlässig ein.



Bildqualität
Die beworbene Maximalhelligkeit wird von unserem Testsample mit 1.290 Lumen im „Hell“-Modus um 17 Prozent übertroffen. Wie üblich ist das Bild zu kühl. In den Bildmodi „Kino“ für HDTV und „HDR“ für High Dynamic Range sind lediglich minimale Anpassungen nötig, um präzise Farben zu erhalten, die mit 1,3 DeltaE bestätigt werden. Kalibriert erhalten wir 770 Lumen (SDR), was für Bildbreiten bis 2,80 Meter reicht, und 855 Lumen (HDR), die für Bildbreiten bis lediglich 2,00 Meter bestens geeignet sind.
Der statische Kontrast von 1.160:1 (On/Off) kann dynamisch auf 2.270:1 gesteigert werden; demzufolge kann das native Schwarz von 0,74 Lumen dynamisch auf 0,37 verbessert werden. Der Farbraum Rec.709 wird zu 100 Prozent abgedeckt, DCI-P3 erzielt 89 Prozent. Die Ausleuchtung beträgt im Durchschnitt 90 Prozent, so dass nur leichte Abschattungen an den Rändern zu verzeichnen sind.
Spielfilme werden perfekt mit 24 Bildern pro Sekunde dargestellt. Überdies erscheinen Sportübertragungen und Serien mit 50 und 60 Hz ruckelfrei. Der DLP-Regenbogen-Effekt ist kaum auszumachen, weil die LEDs sehr schnelle Schaltzeiten besitzen. Darüber hinaus glänzen Speckling-Effekte mit Abwesenheit. Nur ein leichter Grauschleier ist zu bekritteln, der sich in dunklen Szenen auf das Bild legt. Sobald helle Inhalte hinzukommen, lichtet sich dieser. Die Schärfe ist auf einem guten Niveau, erreicht aber nicht die Qualität der teureren Mitbewerber in diesem Testfeld. Werden unsere empfohlenen Leinwandbreiten eingehalten, stellt sich ein brillantes und farbenfrohes Filmerlebnis ein – mehr kann man für den Preis nicht verlangen.



Der Testbericht Optoma Photon Life PK32 (Gesamtwertung: 70, Preis/UVP: 800 Euro) ist in audiovision Ausgabe 5-2026 erschienen.
Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.
AV-Fazit
In Bezug auf Bedienkomfort, Ausstattung und Bildqualität kann es der Optoma Photon Life PK32 mit teureren Projektoren aufnehmen – wenn die Bildbreite überschaubar bleibt. Lediglich ein dynamisches Tone-Mapping vermissen wir.
Michael B. Rehders

