Sowohl beim Preis als auch bei der Treiber-Größe toppt der Subwoofer nuZeo 8W alles, was Nubert bislang im Programm hatte. Das mussten wir uns natürlich genau anhören bzw. anfühlen.
Junge, Junge, da hat Nubert aufgetischt: Einen Subwoofer mit einem 15-Zoll-Treiber hatte der Hersteller aus Schwäbisch Gmünd bisher ebenso wenig im Programm wie einen, der preislich auch nur in die Nähe der 3.400 Euro kommt, die für den nuZeo 8W fällig werden. Da durften wir uns auf einiges gefasst machen. Unter anderem auf sportliche Betätigung, denn mit gut 70 Kilo lässt sich dieser Subwoofer selbst mit zwei Mann nur mühsam in unseren Hörraum wuchten.
Schnell erntet der Sub trotz der Mühen anerkennende Blicke ob seiner exzellenten Verarbeitung: Die Oberflächen glänzen im wahrsten Sinne des Wortes mit in mehreren Schichten penibel aufgetragenem Pianolack – wahlweise in Schwarz oder Weiß. Die senkrechten Kanten rundet Nubert ab und gibt dem Sub damit eine optische Leichtigkeit. Auch mit den sich nach hinten verjüngenden Seitenteilen versuchten die Designer, das zu erreichen. Diesem Ansinnen sind aber wegen der stämmigen Abmessungen – er ist mit seinen Traversenfüßen 80 Zentimeter hoch und 42 Zentimeter breit – Grenzen gesetzt.

Die ermittelte Korrektur passte im Test schon auf Anhieb, die Überhöhung um 100 Hertz glich das System anstandslos aus. Angenehm auch, dass man das Klangergebnis mit und ohne Korrektur einfach und schnell vergleichen kann. Im Test erwies sich der eingemessene Subwoofer natürlicher und integrierte sich besser ins Gesamtklangbild des von uns verwendeten Boxensets. Ganz tiefe Töne kamen wahrnehmbar kräftiger, Bassdrums knackiger und wirklichkeitsnäher. Insgesamt können die Tester der Nubert-Einmessung eine tolle Arbeit attestieren.

Technik
Der 38 Zentimeter messende Treiber des nuZeo ist, anders als bei den anderen aktuellen Nubert-Subwoofern, auf der Gehäusefront untergebracht. Mitverantwortlich für diese Entscheidung waren nach Aussagen des Herstellers etliche Kunden, die sich wieder ein Frontfire-Modell gewünscht hatten. Die ob des hohen Treiber-Gewichts zahlreichen Befestigungsschrauben versteckten die Entwickler unter einer säuberlich abgerundeten Metallblende. Wobei dieses Gewicht nicht von ungefähr kommt, ist doch der Magnetantrieb des Chassis üppig ausgefallen, was beim angestrebten großen linearen Hub und dem entsprechend langen Luftspalt auch dringend notwendig ist.
Die Membran des Treibers fertigen die Schwaben aus einer doppelten Lage Kohlefaser-Geflecht aus einem Stück, ohne aufgeklebte Staubschutzkalotte. Das macht die Fertigung zwar komplizierter, sorgt aber für eine höhere Steifigkeit – erstrebenswert bei einem Subwoofer mit großer Hubfähigkeit. Nochmals unempfindlicher gegenüber Resonanzen wird diese Membran durch ihren Einstrich aus einem Polymer. Vereinigt werden Membran und Antrieb über einen Aluminium-Druckgusskorb, dessen Streben besonders schmal und aerodynamisch ausfallen.
Die Technik-Plattform des nuZeo 8W ist die gleiche, wie sie in den XW-Subs und den Vollbereichs-Lautsprechern der nuZeo-Baureihe eingesetzt werden. Die liefert nicht nur die Infrastruktur für die Bluetooth-Bedienung über eine Smartphone-App, sondern stellt zudem etliche DSP-Fähigkeiten zur Verfügung – beispielsweise für das integrierte Tiefpassfilter und die automatische Raumeinmessung. Die Pegel-Justage läuft ebenfalls komplett über den DSP. Zudem bietet das Technik-Paket die Option für eine drahtlose Signalzuspielung namens X-Connect, die bei vielen Nubert-Komponenten schon vorhanden ist. Aber auch Zuspielern anderer Hersteller gewährt der Sub drahtlos Einlass, wenn man die Zusatz-Box nuConnect trXS (150 Euro) vorschaltet, die das analoge Eingangssignal in ein digitales wandelt und per X-Connect-Funk auf die Reise zum Subwoofer schickt.
Die gesamte Elektronik ist in das Verstärker-Modul des nuZeo 8W integriert und auf dessen Rückseite ins Gehäuse geschraubt. Die dort gleichfalls untergebrachten Bedienelemente bestehen aus einem Drehregler, über den man wahlweise Pegel oder Trennfrequenz justieren kann, und einer Taste, mit der sich unter anderem der gewünschte Eingang wählen lässt. Das und mehr lässt sich über Nuberts Smartphone App für iOS und Android ebenfalls erledigen.




Die gut funktionierende Raumeinmessung läuft nur über die App, die bei Apple-Geräten sogar das Smartphone-Mikrofon zu diesem Zweck nutzt. Für Android-Geräte bietet Nubert ein per USB-C anschließbares Zusatz-Mikrofon für 40 Euro an.
Lobenswerterweise stellt der Nubert-Sub neben Cinch-Eingängen auch symmetrische Anschlüsse in Form von XLR-Buchsen zur Verfügung. Und reicht deren Signale auf Wunsch an zusätzliche Woofer weiter. Anschlüsse für Lautsprecherpegel gaben die Entwickler dem Sub nicht mit auf den Weg.
Tonqualität
Einmal mehr erreicht ein Subwoofer aus dem Hause Nubert richtig tiefe Grenzfrequenzen, beim nuZeo 8W mit jeweils 17,2 Hertz sogar deutlich unter der „magischen“ 20-Hertz-Grenze. Das nehmen wir zum Anlass, die unterste Frequenz, die auf unseren Subwoofer-Diagrammen angezeigt wird, auf 10 Hertz abzusenken. Auch die Maximalpegel beeindrucken, der bei maximaler Tiefpass-Trennfrequenz liegt bei 111,5 Dezibel. Dass sich der Wert bei minimalem Tiefpass „nur“ bei 103,1 Dezibel einpendelt, liegt nicht an einer Schwäche des Nubert, sondern an der extrem tiefen minimalen Trennfrequenz von 35 Hertz, bei der schlicht nicht genug Signal da ist, um höhere Werte zu erreichen. Die Frequenzgänge des Subs wirken etwas wellig, was an dem doch recht großen Abstand zwischen Membran und Bassreflexrohren liegt, im Test allerdings zu keiner Klangbeeinträchtigung führen dürfte.
Davon war bei unserem Hörtest zumindest nichts zu vernehmen, dafür aber eine knochentrockene, ultrasaubere Wiedergabe, die sich keinen Deut ändert, wenn der Lautstärkeregler einen beherzten Dreh nach rechts erfährt. Sofa und Magenwände beben aufs Schönste, wenn der Blitzschlag Remy und seinen Kumpel bei „Ratatouille“ vom Dach fegt. Genau so körperlich fühlbar lässt er bei „Terminator – die Erlösung“ den Flugroboter unter der Brücke durchdröhnen und den Tankwagen in die Luft jagen. Ganz großes Kino ohne jedes Anzeichen von Kompression oder gar Verzerrungen.
Dass er auch die leisen Töne durchaus beherrscht, zeigt er zum Beispiel bei „They Can´t Take That Away From Me“ mit Jane Monheit und John Pizarelli, wo er dem Kontrabass gerade den richtigen Hauch an zusätzlichem Druck zuteilwerden lässt und das Klangbild so perfekt abrundet. Ebenfalls beeindruckend: die von Omar Hakim betätigte Kickdrum bei „Listen Up!“, die mit dem Nubert höchst druckvoll und ausgesprochen sauber zu Gehör kommt.


Der Testbericht Nubert nuZeo 8W (Gesamtwertung: 92, Preis/UVP: 3.400 Euro) ist in audiovision Ausgabe 8-2025 erschienen.
Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.
AV-Fazit
Eine Galavorstellung legt Nuberts neuer XXL-Subwoofer nuZeo 8W im Hörtest hin und erreicht locker unsere Referenzklasse. Dank Bedien-App, Einmess-Automatik und Drahtlos-Anbindung ist er zudem praxistauglich.
Michael Nothnagel

