Metz Fineo 49TY82 (Test)

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Nur aus Kunststoff: Die Metz-Fernbedienung ist funktional, die übersichtlich angeordneten Tasten haben einen sauberen Druckpunkt. 

Metz bietet seinen Fineo in drei Versionen an: mit OLED-Technik in 55 Zoll oder als 43- bzw. 49-Zöller mit LCD-Hintergrundbeleuchtung. Der mit 1.800 Euro nicht gerade günstige Fineo 49TY82 UHD twin R aus unserem Test arbeitet mit einem Direct-LED-Backlight und Local Dimming und ist Metz-typisch exzellent verarbeitet – bei der Ausstattung gibt es allerdings Licht und Schatten.

Das Gehäuse ist von einem dunklen Metallrahmen umgeben und thront auf einem drehbaren Tischfuß. Das Soundsystem mit 2 x 20 Watt verfügt über sechs Lautsprecher sowie ein Zwei-Wege-Bassreflex-System. Wer sich für den sechs Zoll kleineren Bildschirm entscheidet, spart beim Fineo 43TY82 mit einer Diagonale von 108 Zentimetern immerhin 300 Euro.

Ausstattung & Praxis

Eine Besonderheit des Fineo ist seine 500 Gigabyte große Festplatte, die Aufnahmen und Time-Shift ermöglicht. Ebenso gestattet der Apparat USB-Recording. Tuner für Kabel, Satellit und DVB-T2 sind jeweils doppelt vorhanden. Ein gut ablesbares Display in der Mitte der Soundleiste informiert unter anderem über den gewählten Sender, ob eine Aufnahme läuft oder der Media Player bzw. das Internet Portal aktiviert sind.

Gut ausgestattet: Anhänger von Bezahlfernsehen dürfen sich seitlich am 49-Zöller über zwei „CI+“-Schächte für die Module der Pay-TV-Anbieter freuen.

Die Metz-Bedienoberfläche wirkt nicht so modern wie bei LG, Samsung oder Panasonic, ist jedoch übersichtlich und selbsterklärend. Praktisch: Im „Bild“- und „Ton“-Menü kann man die Zahl der Funktionen an die eigenen Bedürfnisse anpassen („Einfach“, „Komfort“,„Experte“). Das Arbeitstempo des 49-Zöllers ist hoch.

Sehr übersichtlich: In der Metz-Benutzeroberfläche kann man sich nicht verirren. Hier ist alles eindeutig beschriftet und logisch aufgebaut.

Die App-Steuerung ist komfortabel, Bluetooth hat der Metz nicht an Bord, kann aber nachgerüstet werden. Apps findet man aus Bereichen wie Musik, Spiele, Sport und News. Bei Filmen und Serien konzentriert sich Metz primär auf Videociety – von YouTube, Netflix, Amazon Prime Video und Co. keine Spur.

Die für iOS und Android kostenlos erhältliche App „Metz Remote“ verwandelt jedes Smartphone und jeden Tablet-PC in eine Fernbedienung. Ist der Fineo ins Internet eingebunden, kann man unter anderem Sender und Lautstärke wechseln, Elektronischen Programmführer, Funktionsübersicht und Videotext öffnen, auf den Mediaplayer sowie das Aufnahme-Archiv zugreifen. Zum TV-Programm und einzelnen Sendungen ist es möglich, detaillierte Informationen aufzurufen.

Komfortabel und schnell: Über die App „Metz Remote“ kann man nicht nur im EPG stöbern, sondern hat den Fineo komplett im Griff.

Um schneller im Internet auf dem 49-Zöller zu surfen, lassen sich Web-Adressen eingeben und als Favoriten speichern. Insgesamt reagiert der Metz sehr flott auf die Smartphone-Befehle. Die Optik der Anwendung ist an die Menüs des Flachbildfernsehers angepasst.

 

Bild- und Tonqualität

Mit einer maximalen Helligkeit von knapp 900 Candela bei vollflächigem Weiß (888 Candela im „Premium“-Modus, 890 Candela im „Standard“-Modus) ist der Fineo angenehm leuchtstark. In Spitzlichtern büßt er ein wenig an Helligkeit ein, kommt hier aber immer noch auf starke 660 Candela. Die Farbtemperatur „Warm“ ist mit 6.304 Kelvin ab Werk ordentlich voreingestellt. Liegt kein HDR-Material vor, so fährt man mit dem „Kino“-Modus am besten. Der Metz kann, zumindest bildschirmfüllend, überraschend dunkles Schwarz darstellen.

Fast perfekt: Im SDR-Bereich weichen lediglich einige Violett-Töne minimal von der idealen Zielvorgabe ab. Insgesamt ist die Farbreproduktion recht präzise.

Wichtig: Für optimale Ergebnisse sollte die Helligkeit auf einen Wert von um die 50, die „Steuerung“ auf „Raumlicht.+bildinhalt.“ stehen. Schaltet man dieses Feature aus, werden seitliche Hinterleuchtungen sichtbar und die enorme Schwarzpower nimmt deutlich ab, wie man wunderbar in den dunklen Kapiteleinblendungen der Blu-ray „Deutschland von oben“ ausprobieren kann. Reduzieren sich die schwarzen Flächen jedoch auf die Cinemascope-Balken, so machen sich hier dezente Aufhellungen bemerkbar, Schwarz verliert zudem an Kraft. Noch deutlicher wird dies mit HDR-Material. Hier kann man leider bei der Option „Steuerung“ nur „Bildabhängig“ oder „Aus“ wählen. Empfehlenswert ist es, sich beim „HDR Eindruck“ für „Dunkel“ zu entscheiden, um störende Lichthöfe möglichst wenig in Szene zu setzen. Metz verzichtet auf die Unterstützung von Dolby Vision und HDR10+.

Nah dran: Auch das DCI-P3-Spektrum deckt der Metz beinahe komplett ab. Lediglich bei Grün und Gelb geht der Fineo nicht bis an das absolute Limit.

Für flüssige Bewegungen stellt man die „Beweg.korr.Film“ auf „Mittel“ oder „Stark“, mitunter leistet sich der 49-Zöller trotzdem minimale Ruckler. Farben sind sehr natürlich, über die „Farbbetonung“ kann man die Intensität an die eigenen Wünsche anpassen. Der Metz kreiert insgesamt ein sehr ruhiges, homogenes Bild, unterschiedliche Farben im Himmel gehen nahtlos ineinander über. Der ANSI-Kontrast von 750:1 ist mittelmäßig. Blu-rays erscheinen knackscharf, auch HD-Sendungen im TV skaliert der Fineo perfekt hoch. Hier gefallen unter anderem die feine Zeichnung und die hohe Detailfreude. Bei der Blickwinkelstabilität gibt es – für einen LCD-Fernseher – nichts zu meckern. Bis etwa 35 Grad bleiben Farben und Helligkeit stabil, erst dann verschlechtert sich die Bildqualität merklich.

Schlecht zu erreichen: Die Anschlüsse sitzen vertieft und sehr dicht an der Rückwand. Das Einsetzen des Netzwerkkabels ist beispielsweise eine Fummelarbeit.

Die tonale Darbietung des Fineo ist gelungen. Ob man den Modus „Normal“ oder „MetzSurround“ auswählt, hat beträchtliche Auswirkungen auf die Räumlichkeit. Die Klangbühne ist bei Bedarf schön breit. Stimmen sind sehr gut zu verstehen. Bei höheren Pegeln neigt der Metz zu leichten klanglichen Verfärbungen.

Der Testbericht Metz Fineo 49TY82 (Gesamtwertung: sehr gut, Preis/UVP: 1800 Euro) ist in audiovision Ausgabe 1-2020 erschienen.

Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.

AV-Fazit

72 gut

Bild-, Tonqualität und Bedienkomfort des Fineo 49TY82 sind überdurchschnittlich. Die Festplatte sorgt für zusätzlichen Luxus im Wohnzimmer. Trotzdem ist der Metz aus technischer Sicht nicht auf der Höhe der Zeit: Dolby Vision und HDR10+ fehlen ebenso wie Netflix, YouTube und Amazon Video.
Jochen Wieloch

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