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    Fernseher

    LG OLED65B59LA (Test)

    5. Juni 20268 Minuten Lesezeit

    In Zeiten, in denen alles teurer wird, ist das mal eine gute Nachricht: Im Modelljahrgang 2025 verlangt LG für den 65-Zöller seiner OLED-Einsteiger-Serie 2.800 Euro. Zusätzlich zum von uns getesteten OLED65B59LA ist der Flachmann mit selbstleuchtenden Pixeln auch in 48, 55, 77 und ab Juni sogar in 83 Zoll zu Preisen zwischen 1.700 und 6.000 Euro erhältlich. Den Vorgänger OLED65B49LA verkaufte LG bei Redaktionsschluss übrigens für 1.200 Euro – also mit einem Rabatt von 1.600 Euro.

    Was beim neuen OLED sofort positiv auffällt: Der 65-Zöller ist mit 17,3 Kilo inklusive dünnen Metallfüßen angenehm leicht, sodass er sich im Wohnzimmer von einer Person unkompliziert von A nach B bewegen lässt. Die strukturierte Rückwand in Steinoptik ist ein Hingucker. Das komplette Gerät inklusive Anschlüssen fällt mit knapp 4,6 Zentimeter schön schlank aus, das reine OLED-Panel ist keinen Zentimeter dick. Ein grauer Metallrahmen umgibt den Bildschirm. Der 65-Zöller unterstützt zur Wandmontage die VESA-Norm 300 x 200 Millimeter. Die beiden Standfüße sind leider nicht variabel platzierbar, so muss der TV-Tisch bzw. das Sideboard mindestens 105 Zentimeter breit sein, damit der Apparat sicher steht.

    Ausstattung & Bedienung
    Ein Blick in das technische Datenblatt zeigt: Auch wenn der B59 den Einstieg in LGs OLED-Welt darstellt, fehlen in der Ausstattungstabelle nur wenige Haken. So muss man mit Single-Tunern für Kabel, Satellit und DVB-T2 leben und ist während TV-Aufnahmen auf USB-Festplatte bei der Senderwahl eingeschränkt. Ebenso verzichtet der Fernseher auf Hands-Free-Voice-Control – auf Sprachbefehle reagiert der LG also nur, wenn man in die Fernbedienung spricht, der Flat-TV selbst hat für Amazon Alexa kein Mikrofon an Bord. Aber auch das ist zu verschmerzen.

    Wenig überraschend werkelt im 65-Zöller mit dem Alpha8 Gen2 4K AI nicht der schnellste Prozessor der Koreaner. Das macht sich teilweise bemerkbar, wenn man in den Menü-Einstellungen für Bild und Ton unterwegs ist und mit minimalen Wartezeiten leben muss. Ansonsten reagiert der OLED65B59LA flott, Apps starten schnell.

    Der Mauszeiger ist geblieben, ansonsten ist der neue Steuerstab der Koreaner flacher und nicht mehr so bauchig.

    Aufgeräumter Blickfang: Ob praktische Anwendungen, Spiele, Musik, Features für das Home-Office oder Apps – die Startseite von webOS 25 gefällt.
    Sound-Tuning: Künstliche Intelligenz lernt die akustischen Vorlieben des Zuschauers kennen und passt auch die Stimmfarbe individuell an.
    Stimm-ID und persönliche Empfehlungen
    Der OLED65B59LA erlaubt es in diesem Jahr erstmals genau wie andere LG-Fernseher, mehrere Stimm-IDs mit den jeweiligen Benutzerkonten zu registrieren. Der 65-Zöller erkennt daraufhin den Zuschauer an seiner Stimme und stellt diesem personalisierte Inhalte und Dienste zur Verfügung, etwa auf Basis der ermittelten Sehgewohnheiten.

    Die Stimme wird in mehreren Schritten analysiert und registriert, hierzu muss man sechs Sätze vorlesen. Anschließend genügt ein Druck auf die AI-Taste der Fernbedienung, um die auf die eigenen Vorlieben zugeschnittenen Inhaltsempfehlungen zu erhalten. Durch längeres Drücken während des Sprechens können Nutzer den gewünschten Inhalt finden oder sofort eine Funktion ausführen. Entsprechende Befehle sind beispielsweise „Zeig mir Filme aus den Achtzigern“, „Wie wird das Wetter am Wochenende?“ oder „Zeig mir den Spielplan meines Teams für diese Woche“. Die maßgeschneiderten Vorschläge blendet der B59LA auf der linken Bildschirmseite ein. Suchanfragen etwa zum Wetter werden bildschirmfüllend dargestellt.

    Hat man Fragen zur Technik des Fernsehers – wie dem Display, dem Ton, der Fernbedienung, der Verbindung oder dem System – so steht ein cleverer Chatbot zur Verfügung. Diesen hat LG mit den wichtigsten Themen gefüttert. In vielen Fällen kann man sich einen Anruf bei der Support-Hotline oder das Stöbern im Internet sparen, da der Chatbot wirklich sehr gut weiter hilft – zumindest bei unseren Fragen.

    Individuelle Vorlieben: Nach einem Druck auf die AI-Taste der Fernbedienung serviert der LG am linken Bildschirmrand diverse Programmvorschläge.

    Zur automatischen Anpassung von Bild und Ton setzt der OLED auf Künstliche Intelligenz (KI). So erkennt der Prozessor unter anderem Inhalte bezüglich des vorliegenden Genres und greift in die Bild-Einstellungen ein, um die Tiefendarstellung und die Detailfreudigkeit zu verbessern. Verglichen mit dem Alpha7 Gen8 4K AI-Prozessor verspricht LG eine um das 1,7-fach verbesserte AI-Verarbeitung und eine um das 1,4-fach schnellere Prozessorleistung. „AI Super Upscaling“ und „OLED Dynamic Tone Mapping“ analysieren zudem einzelne Bildelemente, um an Auflösung, Helligkeit oder Tiefe zu schrauben. Beim Klang will LG mit „AI Clear Sound“ und „Dynamic Sound Booster“ die tonale Klarheit und die Dynamik verbessern. Zudem kann man per Knopfdruck einen virtuellen 9.1.2-Sound erzeugen.

    Nicht lumpen lässt sich der 65-Zöller beim Thema Gaming und HDMI: Alle vier HDMI-Ports beherrschen den 2.1-Standard mit Auto Low Latency Mode (ALLM), Variable Refresh Rate (VRR) und der 4K-Wiederhabe bei 120 Hertz. Gamer mit entsprechenden Grafikkarten profitieren von Nvidia GSync- und AMD FreeSync Premium-Unterstützung. Im Game Dashboard kann man blitzschnell die optimalen Anpassungen vornehmen. Neu ist der „Filmmaker Ambient Mode“, der sich an die Umgebungsbeleuchtung anpasst.

    Als Benutzeroberfläche setzt LG auf webOS 25 – Käufer des Fernsehers erhalten in den kommenden vier Jahren kostenlose Upgrades auf die jeweils neueste Version. Die Startseite ist gewohnt übersichtlich und optisch ansprechend gestaltet. Apps wie Joyn, Netflix, Rakuten TV, Amazon Prime Video, Disney+, Wow, Apple TV+ und HD+ zieren ebenso die Oberfläche wie Rubriken à la „Sport“, „Spiel“, „Musik“, „Home-Office“, „Lernen“ und „Shopping“. Sportbegeisterte erhalten in verschiedenen Sportarten aktuelle Informationen und Ergebnisse zu ihrer Lieblingsmannschaft, hinter „Stets bereit“ schlummern diverse Kunstwerke, Info-Tafeln und Fotos zur Verschönerung des ungenutzten Displays.

    Neben dem personalisierten Bild- steht auch ein personalisierter Sound-Assistent zur Verfügung. Mithilfe von KI-Deep-Learning-Technologie lernt der LG durch unterschiedliche Vorschläge die persönlichen AV-Vorlieben seiner Zuschauer kennen und generiert spezielle Modi. Geblieben ist der Splitscreen-Modus (Multi-View), der in zwei Fenstern nebeneinander Inhalte wie Web-Browser, Live-Fernsehen, Blu-ray-Player, YouTube oder USB-Kamera parallel darstellt.

    OLED-Maßarbeit: Für ein derartig präzises Messergebnis im SDR-Farbraum sollte man den sehr gut voreingestellten „Filmmaker“-Modus wählen.
    Punktlandung: Auch im DCI-P3-Spektrum läuft der OLED65B59LA zur Höchstform auf. Alle sieben Messpunkte bieten keinen Anlass zu Kritik.
    Nur Single-Tuner: Bei TV-Aufnahmen genießt man beim OLED65B59LA wenig Flexibilität. Dafür unterstützen alle vier HDMI-Ports den Standard 2.1.

    Neu gestaltet haben die Koreaner ihre beliebte und funktionale Fernbedienung Magic Remote. Diese ist jetzt abgeflacht, liegt weiterhin vorzüglich in der Hand und erlaubt den direkten Zugriff auf Netflix, Amazon Prime Video, Disney+, Rakuten TV, LG Channels, eine eigene Streaming-Plattform, sowie auf Alexa. Auf ein Ziffernfeld verzichtet LG, der Bedienkomfort ist dennoch hoch, die Tasten haben einen sauberen Druckpunkt. Neu ist die „AI“-Taste im oberen Bereich des Signalgebers (siehe Kasten). Geblieben ist der Mauszeiger mit Gyroskopsensor. Dies trifft auch auf den leistungsstarken Mediaplayer zu, der Fotos und Videos in 360-Grad-Ansicht darstellen kann.

    Bild- und Tonqualität
    Ohne Evo-Panel kann der OLED65B59LA bei der Helligkeit nicht mit den teureren LG-OLEDs mithalten. Während der neue OLED65C57LA (Test in Ausgabe 5-2025) im „Filmmaker“-Modus mit bis zu 1.430 Candela in der Spitze leuchtet, sind es beim B59LA nur 705 Candela. Damit ist er etwas heller als der Vorgänger 65B49LA mit 673 Candela. Im „Lebhaft“-Modus liegt der B59LA bei unserer Messung auf einem Niveau mit dem „Filmmaker“-Setting. Bei 50-prozentigem Weißanteil erreicht der Flat-TV hier 325 Candela, bei vollflächigem Weiß 150 Candela. Der ANSI-Kontrast überzeugt mit 4.900:1. Deaktiviert man beim LG die Energiespar-Optionen, so muss er sich – abgesehen von der Spitzen-Helligkeit – qualitativ nicht vor den teureren Flachmännern mit selbstleuchtenden Pixeln aus dem eigenen Haus verstecken. In einer Norwegen-Doku in 4K auf YouTube begeistert der 65-Zöller im „Standard“-Modus mit enormer Schärfe und Tiefe. Der farblich beste „Filmmaker“-Modus zeichnet das Bild einen Tick weicher, strotzt aber ebenfalls vor faszinierender Lebendigkeit. Stellt man den automatischen dynamischen Kontrast auf „Mittel“, so heben sich die Steine im Wasser an der Küste, Bäume oder Hausfassaden noch etwas besser vom Rest des Bildes ab. Die Detailfreudigkeit ist brillant, gleiches gilt für die Blickwinkelstabilität und die Bewegungsdarstellung.

    Zu den unterstützten High-Dynamic-Range-Formaten zählen HLG, HDR10 und Dolby Vision. Naturaufnahmen sind enorm kontrastreich, der LG greift auf einen riesigen Farbkasten zurück und zaubert Farbübergänge wie aus dem Bilderbuch auf sein Panel. Filmaufnahmen sind einerseits natürlich und authentisch, aber trotzdem kraftvoll. Grundlage hierfür ist die enorme Schwarz-Power der OLED-Technik, die Videos sehr souverän erscheinen lässt. Aufhellungen um weiße Objekte sind systembedingt kein Thema.

    Geblieben ist ein 20 Watt starkes und nach unten abstrahlendes 2.0-Soundsystem mit Dolby Atmos. „AI-Ton Pro“ steigert mit 9.1.2-Sound deutlich die Klangfülle, allerdings mitunter zu Lasten der Präzision; die Stimmverständlichkeit gefällt. Empfehlenswert ist es, sich mit Hilfe der Künstlichen Intelligenz einen personalisierten Sound-Modus zu erstellen und über das Mikrofon in der Fernbedienung die räumlichen Gegebenheiten zu analysieren und eine Akustikabstimmung durchzuführen. Im Paket sind die Modifikationen hörbar. Das Bassvolumen ist akzeptabel, aber speziell bei Blockbustern noch ausbaufähig.

    Der Testbericht LG OLED65B59LA (Gesamtwertung: 88, Preis/UVP: 2.800 Euro) ist in audiovision Ausgabe 6-2025 erschienen.

    Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.

    • LG OLED65B59LA (audiovision 6-2025)In den Warenkorb

      LG OLED65B59LA (audiovision 6-2025)

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    AV-Fazit

    88 Sehr gut

    Der OLED65B59LA ist nur auf dem Papier ein Einsteiger-OLED. Denn abgesehen von der niedrigeren Spitzen-Helligkeit liefert der Flachmann mit selbstleuchtenden Pixeln ein grandioses Bild. Der Bedienkomfort ist gewohnt spitze und die Personalisierungs-Optionen durch die Stimm-IDs sind ein neues, nettes Extra.

    Jochen Wieloch

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