Hisense PT1 (Test)

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Bereits mit ihrer PL-Serie setzte Hisense ein Ausrufezeichen im Laser-TV-Markt. Der neue PT1 dreht jetzt noch einmal an der Qualitätsschraube, wird dabei aber nicht teurer.

Mit 2.200 Euro war der Hisense PL1 Laser Cinema vor zwei Jahren der günstigste Laser-TV, den wir bis dato getestet hatten. Trotzdem holte er starke 82 Punkte. Der PL2 Laser Cinema wiederholte 2024 dieses Kunststück, kostete aber 2.500 Euro. Der neue PT1 liegt mit 2.350 dazwischen, bei der Gesamtwertung hat er hingegen die Nase vorn – doch immer der Reihe nach.

Dank einer kompakten Stellfläche von 52,1 x 28,2 Zentimeter passt der 7,2 Kilogramm schwere Ultrakurzdistanz-Projektor auf alle gängigen Sideboards. Mit einer Leistungsaufnahme von 120 Watt erweist er sich als genügsam.

Ausstattung und Technik
Als Ein-Chip-DLP-Projektor mit nativer Full-HD-Auflösung ist der Hisense imstande, UHD-Signale mit XPR-Technologie sequenziell zu projizieren. Das Herzstück sind die RGB-Laserdioden, die eine Lichtausbeute von 2.500 Lumen ermöglichen und den Rec.2020-Farbraum komplett abdecken sollen. Die Farbgenauigkeit wird mit 0,9 DeltaE beziffert. Über die Lebensdauer macht der Hersteller keine Angaben, sie dürfte aber angesichts der Technik bei weit über 20.000 Stunden liegen, bis sich die Maximalhelligkeit halbiert.

Der Controller bietet zum Aufladen ein Solarpanel und eine USB-Buchse. Sechs Direktwahltasten für Disney+, YouTube, Prime Video, Netflix, Deezer und Kid sind ebenso praktisch wie die Eingangstaste, Lautstärkeregelung und das Mikrofon für die Sprachsteuerung.

Hisense hat den PT1 mit 3D ausgestattet, das entsprechende Bildsignal wird vom Projektor selbstständig erkannt. Via DLP-Link und Rotblitz findet die Steuerung von Beamer und 3D-Brillen statt. Spielfilme werden mit bis zu 120 Hz ruckelfrei dargestellt, Ghosting glänzt mit Abwesenheit. Die Farben erscheinen natürlich und die Schärfe ist sehr gut. Die Bewegungskompensation funktioniert hingegen nicht. Das ist in diesem Fall jedoch nicht so tragisch, weil der PT1 kein Pulldown-Ruckeln verursacht, das ausgeglichen werden müsste. Somit erleben wir „Avatar: The Way Of Water“ wie im Kino. Überflüge beeindrucken mit ihrer Tiefe und vereinzelte Popout-Effekte lassen uns schon mal den Kopf einziehen.

Die Bewegungskompensation lässt sich in vier Stufen einstellen, bleibt bei 3D-Filmen allerdings wirkungslos.

Die Signalzuspielung erfolgt via HDMI, USB, LAN oder wireless per Bluetooth und Airplay. Der verbaute Mediaplayer unterstützt alle gängigen Audio- und Videoformate. Die Bewegungskompensation besitzt vier Presets, um die Bewegungsschärfe zu verbessern, sowie einen Benutzermodus mit 10 Stufen für die Feinanpassung. Alle aktuellen High-Dynamic-Range-Technologien inklusive Dolby Vision und HDR10+ sind an Bord. Ein dynamisches Tone-Mapping sorgt zudem dafür, dass auch statische HDR-Inhalte in bestmöglicher Qualität projiziert werden. Ein Filmmaker-Modus und IMAX-Enhanced sind ebenfalls implementiert, um entsprechende Inhalte standardisiert wiederzugeben. Zur weiteren Bildjustage besitzt der PT1 ein Sechs-Achsen-Farbmanagement, einen 20-Punkte-Gain/Offsetregler sowie einen Gamma-Equalizer.

Das von den hauseigenen Fernsehern bekannte Betriebssystem VIDAA bringt jede Menge Streamingdienste mit – von Apple TV+ über Netflix bis WOW ist alles Namhafte abrufbar.

Die Wiedergabemöglichkeit von 3D-Filmen und eine verbaute Soundbar mit Dolby-Atmos-Unterstützung komplettieren das Ausstattungspaket.

Installation und Bedienung
Ein Installationsmenü nimmt den Nutzer an die Hand, um den Projektor mit VIDAA schrittweise zu konfigurieren. Inklusive des aktuellen Firmware-Updates benötigen wir gerade mal 10 Minuten, bis alles fehlerfrei läuft. Die Schärfe justieren wir noch per Fernbedienung, so dass bis in die Ecken alles fokussiert ist. Die 100-Zoll-Leinwand wird aus lediglich 18 Zentimetern Abstand komplett ausgeleuchtet. Für 2,50 Meter Bildbreite bedarf es nur zwei Zentimeter mehr.

VIDAA listet alle Highlights der angeklickten Streamingdienste in der Zeile darunter auf. TV Channels+ bietet die bekannten Live-TV-Sender.

Guter Sound: Der Tonmodus „Musik“ bietet für unsere Ohren den besten Klang. Der „Nachtmodus“ macht Stimmen lauter und Explosionen leiser.

Das übersichtliche Anschlussfeld auf der Rückseite bietet drei HDMI-2.0-Schnittstellen, einen USB-Port, LAN, SPDIF und Audio Out, zum Anschluss eines Kopfhörers.

Für SDR und sämtliche HDR-Formate liegen gesonderte Bildmodi vor, die individuell eingestellt werden können. Der Projektor erkennt das eingehende Signal und ordnet es dem passenden Bildmodus zu. Die Navigation durch die On-Screen-Menüs gelingt zügig mit der Fernbedienung. Da diese über keine hintergrundbeleuchtete Tastatur verfügt, ist etwas Restlicht im Raum unerlässlich.

Licht und Farbe
Die Maximalhelligkeit wird mit 2.670 Lumen im „Dynamic“-Modus mit „Helligkeitsverbesserung: Ultra“ erzielt. Erwartungsgemäß ist das Bild zu kühl. Im „Filmmaker“-Modus sind hingegen nur wenige Einstellungen nötig, um präzise Farben zu erhalten, die mit 0,7 DeltaE bestätigt werden. Allerdings empfehlen wir, den Umgebungslichtsensor auszuschalten, da dieser einen unschönen Einfluss auf das Farbspektrum und die Lichtausbeute hat. Kalibriert erhalten wir noch 1.550 Lumen. Der statische Kontrast von 5.380:1 (On/Off) kann dynamisch auf bis zu 6.166 Lumen gesteigert werden, was ein sattes Schwarz von bis zu 0,25 Lumen bedeutet. Der Farbraum Rec.709 wird erwartungsgemäß zu 100 Prozent abgedeckt, Rec.2020 mit hervorragenden 99 Prozent. Die Ausleuchtung beträgt im Durchschnitt 94 Prozent, so dass weder Verfärbungen noch Abschattungen zu verzeichnen sind.

Bildqualität
Alle Bildsignale werden korrekt mit 24, 50 und 60 Hz reproduziert. Überdies kann mit der Zwischenbildberechnung die Bewegungsschärfe gesteigert werden, ohne dass es künstlich wirkt. Sowohl der DLP-Regenbogen-Effekt als auch das Laserspeckle-Phänomen sind beim PT1 nur in Ausnahmefällen zu sehen. Dank des guten Kontrastumfangs sieht das Schwarz schön satt aus. Einen Grauschleier gibt es in keiner unserer Testszenen zu beklagen. Dazu tragen auch die exzellenten Farben bei, die der Projektor leuchtstark auf die Leinwand wirft. Vor allem in HDR beeindruckt das Spektrum mit sattem Gold, Rot und Grün. Darüber hinaus sind in „Sully“ alle Inhalte auf den Displays am Times Square zu sehen, weil der Hisense PT1 von 0 bis 10.000 Nits alle Bildsignale auf der Leinwand darstellt.

Zwei 15 Watt starke Stereolautsprecher und zwei Upfire-Speaker für Dolby Atmos mit je 8 Watt sorgen für klaren und gut verständlichen Ton, die verbaute Soundbar kann ein externes Boxenset freilich nicht ersetzen.

Der Testbericht Hisense PT1 (Gesamtwertung: 85, Preis/UVP: 2.350 Euro) ist in audiovision Ausgabe 11-2025 erschienen.

Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.

AV-Fazit

85 Sehr gut

Dank präziser Farben, exzellenter Schärfe, einer tollen HDR-Performance und smartem Betriebssystem setzt sich der Hisense PT1 an die Spitze unseres Laser-TV-Rankings. Und kostet mit 2.350 Euro dabei weniger als fast alle anderen.

Michael B. Rehders

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