Kompakte und damit tragbare Projektoren liegen im Trend. Der Hisense C3 zeigt eindrucksvoll, warum das so ist. Er kombiniert ein stylisches Design mit moderner Bildtechnologie.
Mit dem C3 erweitert Hisense die Serie seiner mobilen Heimkinoprojektoren. Dank der Stellfläche von 24,6 x 24,6 Zentimetern und einem Gewicht von gerade mal 5,3 Kilogramm ist das Gerät kompakt und leicht genug für den Betrieb unterwegs. Ein Transportkoffer mit Tragegriff gehört zum Lieferumfang und nimmt neben dem Beamer das gesamte Zubehör auf. Die Leistungsaufnahme beträgt effiziente 135 Watt. Als Preis ruft der chinesische Hersteller 1.700 Euro auf.
Ausstattung und Technik
Der DLP-Projektor besitzt den 0,47 Zoll großen Full-HD-Chip von Texas Instruments, der per Vierfach-Shift-Technologie 3.840 x 2.160 Pixel projiziert. Im Zentrum steht ein Triple-Laser für drei separate Lichtquellen in den Grundfarben Rot, Grün und Blau. Die Maximalhelligkeit wird mit 2.500 Lumen beziffert, über die Lebensdauer macht Hisense keine Angaben – aufgrund der verbauten Technik dürfte sie aber bei 20.000 Stunden liegen, bis sich die Leistung des Lichtstroms halbiert. Die Bewegungskompensation besitzt vier Presets und einen Benutzermodus, der in 10 Stufen eine Feinanpassung gestattet.
Alle High-Dynamic-Range-Formate inklusive Dolby Vision und HDR10+ werden unterstützt. Ein dynamisches Tone-Mapping sorgt dafür, dass auch die statischen Varianten HDR10 und HLG überzeugend projiziert werden. IMAX Enhanced steht für echtes Kinofeeling zu Hause, vorausgesetzt die zugespielten Filme sind entsprechend gemastert. Das Betriebssystem VIDAA bietet eine klassische Smart-TV-Oberfläche und alle nur denkbaren Apps wie Paramount+, Wow, Apple TV und DAZN.
Mit der hintergrundbeleuchteten silber-schwarzen Fernbedienung gelingt eine bequeme Nutzung in dunklen Räumen, weil alle Tasten zu sehen sind. Für Netflix, YouTube, Prime Video, Disney+ sowie Lautsprecherpegel, Fokus, Sprachsteuerung und Bildmenü gibt es separate Tasten.

Allerdings muss man schon recht nah an die Leinwand herantreten, damit dieser Fehler auf Pixelebene durch die 3D-Brille auffällt. Aus einem üblichen Betrachtungsabstand (ab 1:1 zur Bildbreite) ist dieses Defizit ohne Referenz und direkten A-B-Vergleich kaum auffällig. Vielmehr überwiegt die hervorragende Schärfe, hohe Lichtausbeute und exzellente Farbwiedergabe des C3.

Für die Kalibrierung stehen alle nötigen Tools zur Verfügung. Zusätzlich zu den klassischen RGB-Gain-Offset-, Gamma- und Farbraum-Presets verfügt der C3 über einen 20-Punkte-RGB- sowie einen Gamma-Equalizer für Feintuning. Der Tonmodus bietet neben sechs Soundmodi einen 7-Band-Equalizer zur Klanganpassung des Audiosystems von JBL mit 2 x 10-Watt-Lautsprechern.
Im üppigen Ausstattungspaket finden wir zudem eine elektronische Bedienungsanleitung, eine KI-Bildoptimierung, eine adaptive Helligkeitsregelung zur Kontraststeigerung, einen automatischen Augenschutz, Wandfarbenanpassung, die Möglichkeit einer Fernwartung im Servicefall und die Wiedergabe von 3D. Wie es um die Qualität dreidimensionaler Inhalte bestellt ist, erfahren Sie im Kasten oben.
Installation und Bedienung
Unser Proband ist sofort einsatzbereit, weil „AI Adjusting“ die Bildanpassung selbstständig übernimmt. Dazu gehören: die optimale geometrische Ausrichtung, Leinwandanpassung und der Autofokus, der bis in die Ecken für ein gestochen scharfes Bild sorgt. Für die manuelle Anpassung ist ein 1,3-faches motorisches Zoomobjektiv implementiert, das ein Wurfverhältnis (Ratio) von 1,0 bis 1,3:1 besitzt. Entsprechend kann eine 2,50 Meter breite Leinwand aus einer Distanz von 2,50 bis 3,25 Meter vollständig ausgeleuchtet werden. Die Größenänderung erfolgt bequem mit der Fernbedienung von der Couch. Zur Einrichtung der Smart-TV-Funktionen wird der Nutzer schrittweise durch das On-Screen-Menü geführt.



Die Bedienung ist simpel, weil der Projektor das eingehende Signal erkennt und den präferierten Bildmodus nutzt. Die Navigation mit der Fernbedienung geht dank der hintergrundbeleuchteten Tastatur auch bei Dunkelheit flott von der Hand. Per Schwenkkopf kann das Bild um 90 Grad nach oben gedreht werden, um beispielsweise die Lieblingsserie vom Bett aus an der Zimmerdecke zu sehen.
Licht und Farbe
Von den 2.700 Lumen Maximalhelligkeit, die wir im Bildmodus „Dynamisch“ mit „Helligkeitsverbesserung: Ultra“ ermitteln, bleiben im kalibrierten „Standard“-Modus 2.052 Lumen. Diese Lichtausbeute reicht für Bildbreiten bis 4,20 Meter (SDR) und 2,90 Meter (HDR). Den Umgebungslichtsensor haben wir ausgeschaltet, weil dieser die Helligkeit reduziert und das Farbspektrum verändert. Der statische Kontrast beträgt 1.711:1 (On/Off), 1.628:1 (Inbild) und 372:1 (ANSI). Dynamisch lässt sich der Wert auf 4.900:1 (On/Off) steigern. Daraus resultiert ein Schwarzwert von 0,42 Lumen (dynamisch) und 1,20 Lumen (statisch). Der Farbraum Rec.709 wird zu 100 Prozent abgedeckt und Rec.2020 zu 99 Prozent. Graustufenverlauf und Gamma fallen vorbildmäßig aus, zudem überzeugt die Ausleuchtung mit 94 Prozent, weil die Abweichungen von der Mitte zum Randbereich unter der Wahrnehmungsschwelle von 10 Prozent liegen. Für einen Projektor in diesem Preissegment sind diese Messergebnisse aller Ehren wert.
Bildqualität
Die Schärfe des Hisense C3 ist herausragend. Bis zu den Rändern stellt sich ein perfekt fokussiertes Bild ein. Schattenbereiche sind optimal durchgezeichnet, sogar Schwarz-Weiß-Filme kommen farbneutral daher. Das Betriebsgeräusch ist mit 24 Dezibel so gering, dass der Proband selbst in leisen Filmpassagen kaum zu hören ist. Das typische DLP-Farbblitzen fällt lediglich in kontrastreichen Szenen dezent auf. Laserspeckle ist auf unserer Leinwand (schalldurchlässiges Gewebetuch) kein Thema. Spielfilme mit 24 Hz ruckeln unnatürlich, weil alle Signale in 50 und 60 Hz gewandelt werden. Per Zwischenbildberechnung lässt sich das Ruckeln aber beheben und die Bewegungsschärfe nebenbei steigern. Letterboxbalken sind eher dunkelgrau, dank der dynamischen Kontrastregelung erscheinen Inhalte im Bild zugleich dunkler und plastischer. Mit unseren Einstellungsempfehlungen lichtet sich der Grauschleier weitgehend. Davon profitieren besonders HDR-Spielfilme. So brillant wie mit dem C3 haben wir Filme wie „Elvis“ und „Star Wars: Episode 7“ selten gesehen.


Der Testbericht Hisense C3 (Gesamtwertung: 81, Preis/UVP: 1.700 Euro) ist in audiovision Ausgabe 6-2026 erschienen.
Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.
AV-Fazit
Der Hisense C3 punktet mit einem hohen Bedienkomfort, vielen Streamingdiensten, HDR und einer guten bis sehr guten Bildqualität. Er ist ein angenehmer Spielgefährte – nicht nur für das Wohnzimmer, sondern auch für unterwegs.
Michael B. Rehders

