Der Nachfolger des Dangbei-Projektors „Mars Pro“ heißt DBOX02. Was es mit dem Namenswechsel auf sich hat und wie es um seine technischen Qualitäten bestellt ist, klärt unser Test.
Vor einem Jahr feierte Dangbei mit dem „Mars Pro“ seine Test-Premiere in der audiovision. Der neue Beamer-Streich des chinesischen Herstellers hört wider Erwarten nicht auf den Namen „Mars Pro 2“, sondern DBOX02. Der Grund für die fragwürdige Namensänderung (mit einer DBOX bringt man hierzulande eher die 30 Jahre zurückliegenden Anfänge des Digital-TVs in Verbindung): „Es sind mittlerweile zu viele Mars-Modelle im Handel“. Auf der Beamer-Unterseite findet man noch den ursprünglichen Namen „Mars Pro 2“.
Geblieben ist die schicke Würfeloptik mit glänzender Front- und Oberseite. Die goldfarbige Schrift bietet überdies einen schönen Kontrast zum schwarzen Finish. Die Leistungsaufnahme fällt mit 149 Watt erfreulich gering aus. Ebenfalls erfreulich ist der Preis. Der hat sich gegenüber dem Vorgänger nämlich um 100 Euro auf 1.900 Euro verringert.
Ausstattung und Technik
Der Dangbei DBOX02 ist ein DLP-Projektor mit 0,47 Zoll großem Full-HD-Chip und bewährter XPR-Shift-Technologie, um Bildsignale bis zu 3.840 x 2.160 Pixel sequenziell wiederzugeben. Die Laser- Phosphor-Lichtquelle wird mit einer Lebensdauer von 20.000 Stunden im hohen Modus beziffert, respektive 30.000 Stunden im Eco-Modus.
Die Fernbedienung ist spartanisch bestückt und nicht hinterleuchtet. Der Lautstärkeregler funktioniert einwandfrei, ebenso die Sprachsteuerung. Rechts an der Seite ist der Knopf für den Autofokus, darunter die Taste, um ins On-Screen-Display zu gelangen.




Ein Autofokus erleichtert die Scharfeinstellung auf der Leinwand. Bis in die Ecken wird das Bild optimal dargestellt, ohne dass der Nutzer Hand anlegen muss. Weitere hilfreiche Features sorgen für eine bequeme Installation unterwegs und in den eigenen vier Wänden. Dazu gehören eine intelligente Leinwandausrichtung via Smartphone und eine selbstständige Trapezkorrektur.
Die dynamische High-Dynamic-Range-Technologie HDR10+ wird ebenso unterstützt wie die statischen Varianten HDR10 und HLG (Hybrid Log Gamma). Die Frame Interpolation lässt sich nach persönlichem Geschmack einstellen. Dafür stehen im Menü „MEMC“ die Parameter „Niedrig“, „Mittel“ und „Hoch“ zur Auswahl. Leider funktioniert die Zwischenbildberechnung nicht im 3D-Modus (siehe Kasten nächste Seite).
Das Betriebssystem Google TV bietet Zugriff auf zahllose Streamingdienste, Filme, Serien und TV-Programme. Die Steuerung erfolgt zügig via Fernbedienung oder Sprachassistent. Bluetooth 5.2, Chromecast und zwei 12-Watt-Lautsprecher komplettieren das Ausstattungspaket. Verzichten muss man auf optischen Zoom, Lens-Shift und ein 6-Achsen-Farbmanagement-System. Lediglich RGB-Gainregler sowie rudimentäre Gamma-Presets sind zum Trimmen der Farben vorhanden.
Installation und Bedienung
Für die Erstinstallation sollte der Nutzer etwas mehr Zeit mitbringen. Während die Ausrichtung auf die Leinwand dank Autofokus schnell und zügig vonstatten geht, benötigen ein Firmware-Update und die Google-TV-Einrichtung rund 45 Minuten. Die Anbindung ans eigene Netzwerk gelingt zügig, ebenso die Anmeldung im eigenen Google-Account.
Der gerade mal 20 Zentimeter breite Projektor besitzt eine Festbrennweite und ist imstande, eine 2,50 Meter breite Leinwand aus einer Distanz von 3,18 Meter komplett auszuleuchten. Für größere und kleinere Bildbreiten muss der Beamer entsprechend weiter vorne oder hinten platziert werden. Aufgrund des stattlichen Offsets von 100 Prozent kann der DBOX02 auf Höhe der Leinwandunterkante oder über Kopf auf Höhe der Oberkante installiert werden. Mit knapp 4 Kilogramm ist er leicht genug, um ihn an eine günstige Deckenhalterung zu montieren. Wer überwiegend Streamingdienste nutzt, kommt mit der Fernbedienung gut zurecht, weil es Direktwahltasten für YouTube, Netflix und Prime Video gibt. Die Navigation durch das Menü gelingt schnell und treffsicher. Wer hingegen einen 4K-Blu-ray-Player verbunden hat, muss für alle Einstellungen nervig durch das On-Screen-Display navigieren.



Licht und Farbe
Ab Werk steht der DBOX02 im Bildmodus „Standard“. Hier erzielt er ordentliche 2.120 Lumen mit einer relativ kühlen Farbtemperatur von 8.500 Kelvin. Wir testen als Nächstes den Modus „Film“, der exzellente Werkseinstellungen besitzt. Doch nur der „Benutzer“-Modus gestattet tiefer gehende Anpassungen wie Helligkeit, Kontrast, Farbe und Gamma. Der Kontrast beträgt 1.010:1 (On/Off), 1.000:1 (In-Bild) und 220:1 (ANSI). Bessere Ergebnisse werden durch Streulicht des Dangbei DBOX02 unterbunden. Wie ein großer Tropfen erscheint dieser Lichthof auf der Wand rund ums projizierte Bild. Die Lichtausbeute erreicht nach der Kalibrierung 1.810 Lumen. Das reicht, um Bildbreiten bis 4,30 Meter (HDTV) bzw. 3,00 Meter (HDR) auszuleuchten. Während der Farbraum Rec.709 mit 99 Prozent ordentlich abgedeckt wird, liegt DCI-P3 mit 81 Prozent unter unseren Erwartungen. Die Ausleuchtung ist mit 98 Prozent hingegen auf herausragendem Niveau, so dass weder ein Helligkeitsabfall zur Seite ersichtlich ist, noch Farbverschiebungen.
Bild und Ton
Mit gerade einmal 20 Dezibel ist der Dangbei DBOX02 kaum noch zu hören im Raum – und das bei höchster Laserlichtleistung. Die Tonqualität der zwei 12-Watt-Treiber ist vergleichbar mit dem Sound von günstigen Fernsehern. Höhen und Bässe können angepasst werden, so dass Stimmen wunderbar sonor klingen. Für Sportsendungen unterwegs reicht das allemal. Für ein großes Heimkinoerlebnis ist jedoch ein ausgewachsenes 5.1-Lautsprechersystem empfehlenswert.
Während HDTV-Signale mit natürlichen Farben projiziert werden, erscheinen HDR-Filme zu blass. Vor allem Rot ist untersättigt. Überdies liegt auf dunklen Szenen ein Grauschleier, der sich aber lichtet, sobald helle Inhalte die Oberhand gewinnen. Da der 0,47 Zoll große DLP-Chip alle Bildsignale in 60 Hz wandelt, führt das zu einem unschönen Pulldown-Ruckeln in Spielfilmen. Dem kann entgegengewirkt werden, indem MEMC auf „Niedrig“ gestellt wird. In „Elvis“ sind einzelne Zuschauer während der Konzerte klar und deutlich auszumachen. Die Bewegungen des Kings sind ausgesprochen natürlich, weil die Zwischenbildberechnung auf „Niedrig“ praktisch fehlerfrei arbeitet. Letztendlich ist der DLP-Regenbogen-Effekt gering, so dass selbst diesbezüglich empfindliche Gemüter einen Blick riskieren dürfen.


Der Testbericht Dangbei DBOX02 (Gesamtwertung: 70, Preis/UVP: 1.900 Euro) ist in audiovision Ausgabe 8-2024 erschienen.
Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.
AV-Fazit
Der Dangbei DBOX02 sieht nicht nur schick aus, sondern liefert ein gutes Bild zu Hause und unterwegs. Mit HDR, Autofokus, zahlreichen Apps und langlebiger Laserlichtquelle ist er für stundenlangen Großbildspaß wie geschaffen.
Michael B. Rehders

