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    BenQ W2720i (Test)

    7. August 20256 Minuten Lesezeit

    Mit dem W2720i präsentiert BenQ einen smarten 4K-Heimkino-Projektor, der nicht nur ab Werk kalibriert ist, sondern auch einen unerwarteten Vorzug aufweist.

    Pünktlich zum Jahresbeginn bringt BenQ seinen neuesten Heimkino-Beamer der 2.000-Euro-Klasse auf den Markt. Mit klassischem Gehäuse, 6,4 Kilo Gewicht und einer Stellfläche von 42 x 30 Zentimetern wirkt er wie ein kleiner Bolide. Das Design ermöglicht ein Betriebsgeräusch, das selbst in höchster LED-Stufe mit 28 Dezibel flüsterleise ausfällt. Für einen Bildwerfer, der nominell 2.500 Lumen erzielt, ist die Leistungsaufnahme mit 137 Watt gering. Im Gegensatz zum Vorgänger befindet sich das Bedienfeld zur Steuerung nicht auf der Oberseite, sondern links am Gehäuse. Die Regler für Lens-Shift, Zoom und Fokus sind nach wie vor oberhalb des Objektivs ins Gerät eingelassen.

    Ausstattung und Technik
    Der BenQ W2720i ist ein DLP-Projektor mit Full-HD-Chip, der via XPR-Technik bis zu 3.840 x 2.160 Pixel verarbeitet und sequenziell projiziert. Als Lichtquelle kommt 4LED-Technologie zum Einsatz, deren Lebensdauer mit 20.000 Stunden im Normalen- und 30.000 Stunden im Eco-Modus beziffert ist. Das 1,3-fache Zoom objektiv besitzt eine Weitwinkelcharakteristik. Eine 2,50 Meter breite 16:9-Leinwand kann daher aus einer Distanz von 2,50 bis 3,25 Meter komplett ausgeleuchtet werden. Ein Umgebungslichtsensor ist im „KI Cinema“-Modus aktiv, der bereits in der Werkseinstellung das Raumlicht analysiert und die Lichtausbeute anpasst.

    Zum BenQ W2720i gehört eine handliche Fernbedienung mit hinterleuchteter Tastatur, so dass die Navigation in dunkler Umgebung treffsicher gelingt. Direktwahltasten für Streamingdienste fehlen allerdings. Der Wi-Fi-Stick wird unter einer Schiebe klappe eingesetzt, die sich auf der Oberseite des Projektors befindet.

    Hersteller-Kalibrierung im Test
    BenQ wirbt damit, dass der W2720i vor Auslieferung kalibriert wird. Garantiert wird ein DeltaE unter 3 für Rec.709 sowie ein DeltaE unter 2 für den Graustufenverlauf. Ein Kalibrierungsprotokoll liegt dem Lichtwerfer bei (Bild unten).

    Darin sind Modellname und Seriennummer aufgeführt. Ebenso steht darin, welche Bildmodi kalibriert wurden. In diesem Fall sind es: „Filmmaker“ (Rec.709) und „User“ (DCI-P3). Für „Filmmaker“ wird durchschnittlich 0,86 DeltaE ausgewiesen. Unsere Messungen bestätigen nicht nur die BenQ-Angaben für DeltaE, Sekundärfarben (CMY) und Farbraumabdeckung von Rec.709 und DCI-P3, sondern auch für Gamma 2,4 und den Graustufenverlauf (siehe Tabelle unten).

    Das Messprotokoll liegt in einem schwarzen Couvert: Es enthält Vorgaben und Resultate der Kalibrierung, die BenQ vor der Auslieferung vorgenommen hat.
    Unsere Farbraum-Kontrollmessung bestätigt ein durchschnittliches DeltaE von 0,8 – und damit die Angaben im Messprotokoll.

    Der W2720i ist mit dem Betriebssystem Android TV ausgestattet, auf dem Google TV aufsattelt. Die Anzahl der Apps ist in der Werkseinstellung gering, es können aber weitere Dienste installiert werden. Dazu gehören fast alle wichtigen Streaming-Portale wie Netflix, Amazon Prime Video, Disney+, Paramount+, DAZN, WOW und YouTube. Zum Steuern und Streamen stehen zudem ein Sprachassistent sowie Bluetooth und Chromecast bereit. Für einen klanglichen Notbehelf sorgen zwei 5-Watt-Lautsprecher, auch die 3D-Wiedergabe wird unterstützt.

    Die HDR-Pro-Technologie optimiert 4K-HDR-Signale und wartet mit einer faustdicken Überraschung auf. Obwohl in den technischen Daten nicht erwähnt, verfügt der W2720i über ein dynamisches Tone-Mapping. Damit projiziert er alle HDR-Inhalte mit optimaler Lichtausbeute, weil jedes Bild analysiert und optimiert wird. Das findet man in dieser Preisklasse so gut wie nie. Unterstützt werden die Formate HDR10+, HDR10 und HLG.

    Installation und Bedienung
    Wenn der Projektor auf Höhe der Leinwandunterkante platziert wird, kann er diese dank Offsetabstrahlung vollständig ausleuchten. Ein vertikaler Lens-Shift ermöglicht, dass Bild um +/- 5 Prozent zu verschieben, was die finale Ausrichtung erleichtert. Um die Smartfunktionen nutzen zu können, muss der zum Lieferumfang gehörende Wi-Fi-Dongle ins Gehäuse eingesetzt werden. Die zwei benötigten Anschlusskabel sind vorhanden und lassen sich simpel einstecken. Netzwerkanbindung und Google-Account-Anmeldung gelingen im Anschluss zügig.

    Das neue On-Screen-Display ist übersichtlich strukturiert und die einzelnen Reiter sind verständlich bezeichnet. Die Navigation erfolgt mittels Controller, deren Tastatur hinterleuchtet ist. In dunkler Umgebung ist eine schnelle und treffsichere Bedienung daher möglich.

    Alle Anschlüsse befinden sich auf der Rückseite. Von den zwei HDMI-Buchsen unterstützt eine eARC; von den zwei USB-Ports besitzt einer einen Mediaplayer. Audio Out ist für einen Kopfhörer, SPDIF dient zur Tonübertragung für AV-Receiver, die kein ARC unterstützen.
    Google TV bietet die gewohnte Kacheloptik. Es sind nur wenige Apps vorinstalliert, weitere können hinzugefügt und in der Leiste beliebig verschoben werden.

    Licht und Farbe
    Die vom Hersteller beworbene Maximalhelligkeit wird punktgenau mit 2.500 Lumen im Bildmodus „Hell“ erreicht. Allerdings ist die Farbtemperatur in diesem Modus zu kühl. Deshalb schalten wir in den von BenQ vor Auslieferung kalibrierten (siehe Kasten oben) „Filmmaker“-Modus. Die Lichtausbeute beträgt 1.550 Lumen in HDR und 1.300 Lumen in SDR. Diese Werte reichen für Bildbreiten bis 3,70 Meter (HDTV) und 2,90 Meter (HDR). Der statische Kontrast ist mit 900:1 (On/Off), 750:1 (Inbild) und 250:1 (ANSI) steigerungsfähig. Dynamisch lässt sich der On/Off-Kontrast bis 2.550:1 erhöhen, ohne dass typisches Helligkeitspumpen auftritt. Der Schwarzwert ist mit 0,61 Lumen (dynamisch) und 1,72 Lumen (statisch) ausbaufähig. Letterboxbalken in Spielfilmen sehen daher mehr dunkelgrau als schwarz aus.

    Die Farbräume werden mit 100 Prozent für Rec.709 bzw. 99 Prozent für DCI-P3 exzellent abgedeckt. Um das Ergebnis zu erreichen, muss für HDR das Preset „Großer Farbraum“ auf „Ein“ geschaltet werden. Auf „Aus“ ist Grün sichtbar untersättigt. Über die gesamte Fläche sind weder Helligkeitsabfall noch Farbverschiebungen auszumachen, weil die Ausleuchtung mit 98 Prozent herausragend gut ist.

    Bildqualität
    Signale mit 24, 50 und 60 Hz werden originalgetreu reproduziert, dabei sitzt der Fokus bis zum Rand. Im erweiterten Menü gibt es einen „CinemaMaster“-Reiter, der neben der Zwischenbildberechnung (heißt bei BenQ „Bewegungsverstärker 4K“) einen Pixelverstärker sowie eine globale und lokale Kontrastverbesserung offeriert. Während HDTV-Inhalte bereits ohne diese Helferlein gut aussehen, laufen HDR-Bilder mit ihnen zu Hochform auf.

    Der zunächst vorhandene Grauschleier in dunklen Szenen wird mit unseren Einstellungsempfehlungen fast fortgeblasen, so dass sich ein plastischer Bildeindruck einstellt. Das dynamische Tone-Mapping lässt hierbei HDR10-Inhalte strahlend hell leuchten, wovon vor allem dunkel gemasterte Filme wie „West Side Story“ profitieren. Im Gegensatz zu manch anderem Projektor kann im W2720i auch bei HDR10+ die Zwischenbildberechnung hinzugeschaltet werden. Da HDR-Signale nur bis 1.000 Nits dargestellt werden, überstrahlen in „Sully“ Inhalte ins Weiß, weil der Film auf der 4K-Blu-ray Signale bis zu 10.000 Nits besitzt.

    Der Testbericht BenQ W2720i (Gesamtwertung: 80, Preis/UVP: 2.000 Euro) ist in audiovision Ausgabe 2-2025 erschienen.

    Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.

    • BENQ W2720I (audiovision 2-2025)In den Warenkorb

      BENQ W2720I (audiovision 2-2025)

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    AV-Fazit

    80 Sehr gut

    Der BenQ W2720i ist ein smarter 4K-Projektor mit LED-Lichtquelle, 3D und dynamischem Tone-Mapping. Für die authentischen Farben sorgt BenQ, da der Beamer vor Auslieferung kalibriert wird.

    Michael B. Rehders

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