Aus gerade mal zwei Metern wirft der BenQ TK705STi ein 2,5 Meter großes Bild an die Wand – und das ist nicht der einzige Vorzug dieses LED-Projektors.
Mit dem 1.600 Euro teuren TK705STi bietet BenQ einen hübschen Heimkino-Projektor mit stoffbezogener Front, der mit einer Standfläche von 22,9 x 25 Zentimeter und einem Gewicht von 3,8 Kilogramm kompakt bemessen ist. Überdies erweist er sich mit einer Leistungsaufnahme von 139 Watt als sparsam.
Ausstattung und Technik
Im Inneren ist ein DLP-Chip mit nativer Full-HD-Auflösung verbaut, der via XPR-Technologie Bildsignale bis 3.840 x 2.160 Pixel entgegennimmt und sequenziell projiziert. Als Lichtquelle kommen leistungsstarke LEDs zum Einsatz. Über deren Lebensdauer macht der Hersteller keine Angaben, sie dürfte aufgrund der Technik aber bei über 20.000 Stunden liegen, bis sich die Maximalhelligkeit halbiert hat.
Für die Kalibrierung stehen ein Sechs-Achsen-Farbmanagement, Farbtemperatur-Einstellungen, 11-Punkte-Equalizer und rudimentäre Gamma-Presets zur Auswahl. Für das Gamma gibt es keine Zahlenwerte, was die Anpassung erschwert. Wir haben nachgemessen: Das Setting „Normal“ steht für 2,2 und „Dunkel“ für 2,4. Die Zwischenbildkompensation namens MEMC besitzt neben fixen Werten einen Nutzer-Modus, in dem sich die Bewegungsschärfe dosieren lässt (siehe Kasten). Ein dynamisches Tone-Mapping stellt HDR10-Inhalte optimal auf der Leinwand dar. Außerdem ist HDR10+ an Bord, während Dolby Vision durch Abwesenheit glänzt. Google TV bringt viele Streamingdienste und Smartfunktionen wie Chromecast, Google Cast, AirPlay und Bluetooth mit. Für die Tonwiedergabe sorgen zwei verbaute 8-Watt-Lautsprecher. Auf 3D und ein Zoom-Objektiv mit Lens-Shift muss hingegen verzichtet werden.
Direktwahltasten gibt es nicht nur für YouTube, Netflix, Prime Video und Live TV, sondern auch für den Autofokus, das Hauptmenü und die Lautstärkeregelung.

Dem begegnen wir, in dem wir im Projektor MEMC (also die Zwischenbildkompensation) auf „Nutzer“ schalten. Die darin enthaltenen Tools „Unschärfe entfernen“ stellen wir auf 3 und „Ruckelfreie Qualität“ auf 5. Diese Anpassungen beseitigen das störende Ruckeln, weil intern eine Reverse Telecine stattfindet. Spielfilme erscheinen jetzt originalgetreu. Darüber hinaus sorgt MEMC für eine deutlich bessere Bewegungsschärfe ganz ohne Seifenoper-Effekt.

Installation und Bedienung
Die automatische Bildanpassung und der Auto-Fokus sorgen dafür, dass Schärfe, Bildlage sowie Geometrie vom Beamer selbstständig eingestellt werden. Das Objektiv besitzt eine Festbrennweite mit Weitwinkelcharakteristik, das eine 2,50 Meter breite 16:9-Leinwand aus einer Distanz von 2,00 Meter vollständig ausgeleuchtet. Für ein größeres oder kleineres Bild wird der Proband einfach etwas vor oder zurück platziert. Wer auf das Weitwinkel-Goodie verzichten kann, für den hat BenQ den ansonsten baugleichen TK705i für 200 Euro weniger im Angebot.
Die Aufstellung erfolgt auf Höhe der Leinwandunterkante. Zum ersten Mal sehen wir bei einem Projektor, dass ein Standfuß in die Oberseite eingelassen ist, der auf Knopfdruck herausgefahren werden kann. Das ist in der Praxis hilfreich, wenn der Beamer überkopf in einem Regal oberhalb der Leinwand aufgestellt wird, um sie von dort auszuleuchten – so erspart man sich eine Deckenhalterung.
Die Navigation durch die übersichtlich strukturierten Menüs gelingt zügig via Fernbedienung. Allerdings ist immer etwas Licht im Raum nötig, damit die Aufschrift auf der nicht hintergrundbeleuchteten Tastatur erkennbar ist.


Licht und Farbe
Ausgeliefert wird der TK705STi im Bildmodus „Energiesparen“, der 1.400 Lumen erzielt. Im Rahmen der Kalibrierung können wir diesen Wert auf 1.600 Lumen steigern. Dafür nutzen wir die Bildmodi „User“ für SDR und „HDR-Cinema“ für High Dynamic Range. Die Lichtausbeute reicht, um Leinwandbreiten bis 4,10 Meter in SDR und 3,30 Meter in HDR zu befeuern. Der statische Kontrast beträgt nach der Kalibrierung nicht gerade rekordverdächtige 710:1 (On/Off), 650:1 (Inbild) und 200:1 (ANSI). Eine dynamische Regelung zu Steigerung des Kontrastumfangs ist nicht vorhanden. Dementsprechend sieht das Schwarz mit 2,25 Lumen eher nach Grau aus. Im Bildmodus „Bright“ ermitteln wir eine Maximalhelligkeit von 2.700 Lumen. Die Farbtemperatur ist hier erwartungsgemäß zu kühl und sorgt für einen Grünfarbstich. Der HDTV-Farbraum Rec.709 wird zu 100 Prozent abgebildet, während der HDR-Farbraum DCI-P3 87 Prozent erreicht. Die Ausleuchtung beträgt im Durchschnitt 98 Prozent, so dass keine Verfärbungen und Abschattungen zu verzeichnen sind.
Bildqualität
Der BenQ TK705Sti erreicht mit HDTV-Signalen eine herausragende Farbtreue, von der sich sogar deutlich teurere Projektoren eine dicke Scheibe abschneiden können. Dabei ist der Beamer mit 26 Dezibel selbst in leisen Szenen kaum zu hören. Der Regenbogen-Effekt beschränkt sich auf ein Minimum, weil die LEDs extrem schnelle Schaltzeiten besitzen. Die Schärfe nimmt zu den Rändern etwas ab. Auf Nachtaufnahmen liegt überdies ein Grauschleier, der sich aber lichtet, sobald hellere Elemente hinzukommen. Die Farbdarstellung von HDR-Spielfilmen erscheint natürlich, obwohl der Farbraum DCI-P3 nur mit 87 Prozent abgedeckt wird. In „Elvis“ leuchtet die mit Edelsteinen besetzte Gürtelschnalle im Vorspann überwältigend. Der Glanz auf der Leinwand macht richtig viel Spaß. Die „Dynamic Black“-Tools bewirken, dass die Plastizität sichtbar gesteigert wird.


Der Testbericht BenQ TK705STi (Gesamtwertung: 70, Preis/UVP: 1.600 Euro) ist in audiovision Ausgabe 1-2026 erschienen.
Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.
AV-Fazit
Der BenQ TK705STi ist ein kompakter 4K-Einsteiger-Projektor mit Autofokus, HDR und Smartfunktionen, der aus geringer Distanz große Bilder projiziert. Beim Schwarzwert ist noch Luft nach oben.
Michael B. Rehders

