Bang & Olufsen Beolit 20 (Test)

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5Der Markt für Unterhaltungselektronik ist ein schnelllebiger. Geräte kommen und gehen. Nur wenige werden zu Klassikern – oder sind es bereits wie der Beolit des dänischen Herstellers Bang & Olufsen. Die Erstausgabe des Bluetooth-Speakers mit dem markanten Ledertragriemen kam bereits vor neun Jahren in den Handel.

Im Zuge der Generalüberholung blieben sich die Dänen treu: Design und Grundkonzept wurden auch für die mittlerweile vierte Auflage nicht verwässert, stattdessen investierte man in die „inneren Werte“ des rundum abstrahlenden Stereo-Lautsprechers – und damit vor allem in Praxistauglichkeit und Verarbeitung. Was hat sich gegenüber dem Vorgängermodell, dem Beolit 17, geändert? Vor allem die Akkulaufzeit! Sie stieg laut Hersteller um 30 Prozent auf acht Stunden bei normalem Pegel, was unser Test bestätigte. Gleich geblieben ist der Preis mit 500 Euro.

Für mehr Platzierungsmöglichkeiten beim Laden von Smartphones überarbeitete Bang & Olufsen Höhe und Krümmung der oberen Ablage. Zusätzlich gestaltete man die Drucktasten zur rudimentären Bedienung (u.a. lauter, leister, an, aus) robuster.

Zu den weiteren wichtigen Neuerungen gehört die kabellose Qi-Ladefunktion auf der Gehäuse-oberseite. Sie versorgt eine Signalquelle wie ein Mobiltelefon bereits während des Abspielens mit Strom. So macht der Handy-Akku auf einer Party als Letztes schlapp. Neben zwei neuen Farbkombinationen (Stone Grey, Natural) gibt es außerdem eine klangoptimierte Alu-Lochgitterabdeckung und einen ökologisch einwandfreien Tragriemen aus pflanzlich gegerbtem Leder.

Klangqualität
Wie viel Dynamik und Wohlklang man heute aus kleinen Boxen-volumen herauskitzeln kann, dafür ist der 13,5 Zentimeter breite und 18,9 Zentimeter hohe Beolit 20 ein gutes Beispiel. Dank digitaler Verstärkung und Klangkorrektur (DSP) konnte Bang & Olufsen dessen kleine Chassis voll auf Wirkungsgrad trimmen. Für einen gleichmäßigen Frequenzverlauf und einen sauberen Übergang des 5,5-Zoll-Langhub-Breitbandtieftöners auf die drei 1,5-Zoll-Full-Range-Einheiten kümmert sich das DSP – und das verrichtet einen erstklassigen Job, denn der 2 x 35 Watt leistende Beolit spielte mutig auf und verschleierte nichts. Er verführte lieber mit einem sauberen und raumfüllenden „Sound“, der angesichts seiner Abmessungen wirklich erstaunt. Der Versuchung, fehlenden Tiefton durch künstlich aufgeblähten Oberbass zu kaschieren, wie er bei kleinen Bluetooth-Speakern leider oft vorkommt, widersteht er. Dänen lügen eben nicht.

Standen optisch Pate für den neuen Beolit 20: Die Radiomodelle 400 und 600 von 1970. Ihre smarte Griff-Konstruktion erlaubte es ihnen, Musik im Stehen oder Liegen wiederzugeben.

Beolit AM/FM – so hieß das erste Transistorradio, das Bang & Olufsen 1960 auf den Markt brachte. Es löste die bis dahin vorherrschenden Röhrenradios ab. Ein Jahrzehnt später brachten die Dänen die Modelle Beolit 400 und 600 auf den Markt. Deren markante Bauform mit geringer Gehäusetiefe und die charakteristische Alu-Lochgitterabdeckung auf der Front stammte aus der Feder des legendären Designers Jacob Jensen.

Insbesondere der Beolit 400 avancierte damit zum Klassiker: Er wurde 1971 mit dem iF Design Award ausgezeichnet und 1972 in die Design Collection des Museum of Modern Art (MoMA) in New York aufgenommen. Das tragbare Radio lieferte 1 Watt Musikleistung und deckte nur UKW ab. Es war eine vereinfachte Version des Beolit 600 und verzichtete auf den Anschluss für ein Tonbandgerät und einen Bandwahlschalter. Die Gitterabdeckung stand Pate für die heutige Beolit-Baureihe. Das ursprüngliche Lochmuster wurde für den Beolit 20 aber mit einem modernen Design neu interpretiert. Dadurch soll sich die Luftdurchlässigkeit verbessern und der Klang transparenter werden.

Wenn man abschließend eine Eigenschaft des Beolit 20 hervorheben möchte, dann diejenige, dass er seine musikalischen Fähigkeiten in alle Richtungen ausbreitet. Anders formuliert: Er schaffte es, größer zu klingen, als er ist, blieb dennoch unaufdringlich und ließ einen in Klang förmlich baden. Egal, ob draußen oder drinnen, leise oder laut – der kleine Däne schuf Atmosphäre. Die App mit den flexiblen Möglichkeiten zur Klangeinstellung kam dabei übrigens voll zum Tragen, denn nicht alle Standorte sind für eine harmonische Wiedergabe gleichermaßen geeignet.                        

 

Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.

 

AV-Fazit

sehr gut

AV-Fazit: Bang & Olufsen überarbeitete den erstaunlich „groß“ klingenden Klassiker optisch behutsam und gönnte ihm eine verbesserte Akkulaufzeit sowie eine kabellose Ladefunktion.

md

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