„Praktisch jeder Ort, den man im Film sieht, war echt und musste gebaut werden“, verrät Set-Designer Guy Hendrix Dyas im Bonus-Beitrag „Die Erschaffung der Avalon“. Der Aufwand hat sich gelohnt, auch weil die Mischung aus „2001“ und „Cast Away – Verschollen“ einen Großteil seiner Faszination der einzigartigen Optik verdankt. Gefilmt in 6.5K ist auch die Bildqualität über jeden Zweifel erhaben (eine UHD-Blu-ray und 3D-Blu-ray sind ebenfalls erhältlich). Die vorhersehbare Story bietet hingegen weniger Überraschungen, als man denkt. Wer den Trailer gesehen hat, den Sony übrigens nicht mit auf die Disc gepackt hat, kennt praktisch den gesamten Film. Jim (Chris Pratt)…
Autor: Christoph Steinecke
391 nach Christus wird in der spätantiken Metropole Alexandria die Gelehrte Hypatia (Rachel Weisz) in einen Glaubenskrieg zwischen Heiden und fundamentalistischen Christen verwickelt. Aufwändig inszeniertes Historiendrama mit komplexer Thematik und philosophischem Anspruch. Bild: Das in warme Farben und harte Kontraste getauchte Antik-Setting verfügt über eine sehr gute Detail- und Kantenschärfe. Zuweilen sieht das Rauschen in hellen und dunklen Bereichen etwas vermatscht aus. Ton: Volksaufstände sind mit vielen Surroundeffekten (Geschrei bei 32:10) und einem kräftigen Bassfundament (Tor fällt zu, 47:20) unterlegt. Auch der räumliche Score gefällt. Extras: Regiekommentar, englisches und deutsches Making-of (60:45, 12:00), entfallene Szenen (9:52), B-Roll (2:07), Einführung des…
Böse Buben entführen den Sohn des frisch aus dem Knast entlassenen O2 (Tyrese Gibson). Zusammen mit der nächstbesten Bordsteinschwalbe begibt sich der Ex-Dealer auf eine wilde Filius-Verfolgungsjagd quer durch Los Angeles. Mäßiger B-Actioner in ansprechender Verpackung. Bild: Trotz meist sonnendurchfluteter Außenaufnahmen mangelt es dem Cinemascope-Bild an Plastizität, Detailzeichnung und Schärfe. Warme Farbtöne und ein überzogener Kontrastumfang weisen Los Angeles auch optisch als heißes Pflaster aus. Ton: Auch die Akustik ist nicht der ganz große Hit. Statt detailreicher Rundumbeschallung wummert lediglich die genretypische Hip-Hop-Mucke mehr schlecht als recht aus den Frontboxen. Extras: keine Die Wertung Film 3 von 6 Punkten Bildqualität…
Als der unauffällige Kirk die heiße Molly kennnenlernt, ist ihm klar: Diese Traumfrau spielt nicht in seiner Liga. Doch dann passiert das Unglaubliche – die Blondine steht total auf ihn. Vorzeitige Ejakulation und Intimrasuren – derber Humor ist Trumpf in dieser kurzweiligen Romantikkomödie. Bild: Der Cinemascope-Transfer verbucht kräftige Farben und eine gute Detail-/Kantenschärfe auf der Habenseite. Allerdings wünscht man sich zuweilen mehr Tiefenwirkung, auch das Rauschen wirkt oft zu grob. Ton: Ein über die Zuschauerköpfe hinwegbrausender Jet (3:21) weckt Surround-Hoffnungen, doch im weiteren Verlauf holen nur vereinzelte Umgebungsgeräusche (Partymusik bei 12:38, Flugshow bei 59:21) die Rears aus ihrem Tiefschlaf. Extras:…
Nachdem eine Knieverletzung Brandon Langs Football-Karriere abrupt beendet, jobbt er in Las Vegas für eine Wettfirma. Innerhalb kurzer Zeit avanciert er zum Superstar im Sportwetten-Business. Doch das Leben auf der Überholspur hat auch seine Schattenseiten. Trotz Top-Besetzung (Al Pacino, Matthew McConaughey, Rene Russo) kam die an „Wall Street“ erinnernde Moralfabel bei uns nicht ins Kino. Bild: Der ausgewogene Kontrastumfang und die kräftigen Farben gefallen. Die gute Schärfe wurde allerdings teils mit Filtern erreicht – Doppelkonturen und mitunter grobes Videorauschen sind die Folge. Knappe vier Punkte. Ton: Die zurückhaltende (dynamisch und räumlich) 5.1-Abmischung spiegelt das hektische Treiben der Protagonisten leider nur unzureichend…
Zur Freude der Fans im Hollywood Palladium spielten Megadeth anlässlich des 20. Jubiläums ihres Albums „Rust in Peace“ die komplette LP live. Äußerst unerfreulich hingegen der linkslastige 5.1-Mix: Der harte Speed-Metal verteilt sich nicht nur über die breite Stereofront, sondern ist auch auf dem linken Rear-Kanal in gleicher Intensität zu hören. Von hinten rechts kommt nur etwas Hall. Am scharfen 1080/60i-Bild gibt es hingegen nichts zu mäkeln. Extras: Bonussongs (27:00, hier tritt der Abmischungsfehler nicht auf), Featurette (8:25). Die Wertung Musik 4 von 6 Punkten Bildqualität 5 von 6 Punkten Tonqualität 2 von 6 Punkten Bonusmaterial 2 von 6 Punkten…
Komponist Igor Stravinsky lebt seit der russischen Revolution mit seiner Familie im Pariser Exil. Dort lernt er 1920 Coco Chanel kennen. Die erfolgreiche Modedesignerin ist fasziniert von dem musikalischen Genie und bietet Stravinsky an, in ihre Villa einzuziehen – eine leidenschaftliche Affäre entbrennt. Opulent ausgestattetes, aber oft etwas unterkühltes Portrait zweier Künstler. Bild: Der rauscharme Cinemascope-Transfer bietet eine gute Detail- und Kantenschärfe. Jedoch wünscht man sich mehr Szenen mit HD-würdiger Tiefenwirkung wie die plastische Aufnahme einer Museumshalle (28:10). Ton: Mit Ausnahme von Theateraufführungen (Applaus bei 10:22, Streicher bei 12:40) und etwas Verkehrslärm (30:03) herrscht auf den hinteren Boxen tote Hose.…
2008 und 2009 spielte der 76-jährige Leonard Cohen 195 Konzerte in Nordamerika, Europa und Asien. Die Blu-ray-Disc birgt 12 Songs (u.a. „Chelsea Hotel“, „Hallelujah“), die bei verschiedenen Gigs aufgezeichnet wurden (u.a. London, Tel Aviv). „Ein Ereignis biblischen Ausmaßes…“, schrieb der Independent über die Performance – zu Recht. Der 5.1-Mix legt die Vocals auf die Stereokanäle, aus dem Center erklingt Gitarren-Sound. Von hinten hört man mitklatschende Fans. Das 1080/60i-Bild ist scharf und plastisch. Extras: Backstage-Featurette (21:26). Die Wertung Musik 5 von 6 Punkten Bildqualität 5 von 6 Punkten Tonqualität 4 von 6 Punkten Bonusmaterial 2 von 6 Punkten Die technischen Daten…
Am 15. Januar 2009 starten Captain Chesley „Sully“ Sullenberger und sein Kopilot (Aaron Eckhart) zu einem Routineflug, der eine grausige Wendung nimmt. Clint Eastwoods packendes Drama über den Held vom Hudson erscheint auch als 4K-Disc. Bild: Die Detail- und Kantenschärfe ist vor allem bei Nahaufnahmen fast durchgehend hervorragend (Gesichtskonturen bei 28:20), allerdings lässt das graue Winterwetter die Optik mitunter etwas trist wirken. Ton: Vor allem während der Absturzsequenzen begeistert die Effektkulisse mit hoher Direktionalität und Dynamik – dank Dolby Atmos (mit 7.1-TrueHD-Kern) auch in der dritten Dimension. Extras: „Das Abwenden der Katastrophe“ (15:44), „Sully Sullenberger: Der Mann der Stunde“ (19:49),…
Waisenjunge Oliver Twist flüchtet vor der Zwangsarbeit ins ferne London. Dort schließt sich der Ausreißer der Kinderdiebesbande von Hehler Fagin (gut maskiert: Ben Kingsley) an. Düster-authentische Adaption des rührenden Romanklassikers von Charles Dickens. Bild: Anders als bei Polanskis Vorgängerarbeit „Der Pianist“ hat man hier auf eine Nachschärfung verzichtet. Trotzdem sind Detail- und Kantenschärfe toll, die Plastizität 1a. Ton: Zwar bleiben die Rears die ersten 15 Minuten fast stumm, doch mit Olivers Ankunft in London (28:15) erklingen zumindest ab und an Umgebungsgeräusche aus den Boxen. Extras: Making-of (20:13), Beiträge zur Romanvorlage (28:36), über die Sets, Kostüme und Kameraarbeit (17:47), Produktionstagebuch der…