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    av-Test

    TCL 55DC760 (Test)

    8. Juli 20195 Minuten Lesezeit
    Komplexe Konstruktion: Mit dem nach vorne abgewinkelten Ständer, der hinteren tragenden Säule und dem röhrenförmigen Lautsprecher haben sich die Ingenieure von TCL was einfallen lassen.

    Die markante JBL-Soundbar ist das optische Alleinstellungsmerkmal des 55DC760 von TCL. Auch bei den Materialien lassen sich die Chinesen nicht lumpen. Luft nach oben gibt es hingegen bei der Bildqualität.

    Für 1.000 Euro hat TCL mit dem 55DC760 einen LCD-Fernseher auf den Markt gebracht, der rein optisch locker in einer höheren Liga spielen könnte. Beim ex-trem schlanken Gehäuse setzt der chinesische Konzern nämlich auf die hochwertigen Materialien Aluminium und Metall, zudem kommt eine Soundbar von JBL zum Einsatz.

    Es hat den Eindruck, als würde sich das Display des 55-Zöllers wie eine Leinwand aus dem runden TV-Lautsprecher nach oben herausziehen. Das Panel arbeitet mit nicht nur für diese Preisklasse beachtlichen 200 Micro-Dimming-Zonen. Wem der 55-Zöller nicht ausreicht: Die C76-Serie ist auch in 65 Zoll erhältlich.

    Individualität zählt: TCL erlaubt es den Nutzern, selbst zu entscheiden, welche Kanäle auf dem Startbildschirm angezeigt werden sollen. Auch Netflix gehört dazu.

    Ausstattung

    Der TCL empfängt seine TV-Programme per Kabel, Satellit und DVB-T2 – dass hier keine Twin-Tuner verbaut wurden, kann man verschmerzen. Denn der 55DC760 ist nicht in der Lage, Fernsehsendungen auf eine USB-Festplatte aufzuzeichnen, Time-Shift wird ebenfalls nicht unterstützt.

    Android 8.0: Das Android-Betriebssystem Oreo steht dem 55-Zöller gut zu Gesicht. Die Bedienung gelingt schnell, auf Wartezeiten verzichtet der Flat-TV.

    Dafür läuft der Apparat bereits mit Android 8.0 (Oreo). Das bekommt dem Flachmann außerordentlich gut: Der Apparat reagiert zügig, wechselt Menüs schnell, startet Apps ohne spürbare Verzögerung und erlaubt es ruckzuck, Bildparameter zu verändern. Zudem hat der TCL den Google Assistant an Bord.

    Guter Klang dank JBL-Tuning

    Optischer Blickfang des TCL 55DC760 ist der röhren­förmige Lautsprecher unterhalb des Displays. Das Zwei-Wege-Soundsystem stammt aus dem Hause JBL von Harman Kardon und ist fest mit dem Bildschirm verbunden. Anders als bei Panasonic muss der Lautsprecher hier nicht erst noch angeschraubt werden. Die Soundbar mit vier integrierten Lautsprechern liefert eine maximale Leistung von 60 Watt.

    Der röhrt ordentlich los: Das JBL-Soundsystem tut dem 55DC760 richtig gut, der Klang ist druckvoll und Stimmen kommen exzellent zur Geltung.

    Im normalen TV-Alltag, in dem viel gesprochen wird, lernt man den Klangaufhübscher sofort zu schätzen. Denn Stimmen sind bestens zu verstehen, die Räumlichkeit ist gut. Wer Filme mit viel Musik bevorzugt, sollte vom Klangmodus „Standard“ zu „Kino“ wechseln. Jetzt agiert der TCL noch ein wenig druckvoller, steigert die akustische Plastizität und trennt unterschiedliche Klangbühnen. Damit der Apparat sein tonales Maximum erreichen kann, sollte man festlegen, ob er stehend auf einem Sideboard oder TV-Tisch bzw. hängend an der Wand betrieben wird. Im „Night Mode“ agiert der Flachmann zurückhaltender, damit es auch bei einem Blockbuster keinen Zoff mit den Nachbarn gibt. In den „Experten-Einstellungen“ kann man lediglich die Balance verändern. Das Bassvolumen des TCL ist nicht furchteinflößend, aber akzeptabel. Clever: Möchte man nur den Ton genießen, etwa wenn man ein Hörbuch über Spotify abspielt, so kann man den Bildschirm ausschalten und den Sound separat wiedergeben.

    Um den Sprachassistenten zu aktivieren, muss man allerdings zu einer zweiten, kompakteren Fernbedienung im schicken Aluminium-Gehäuse greifen. Diese muss durch gleichzeitiges Drücken der „OK“- und der „Zurück“-Taste mit dem Fernseher gekoppelt werden – dies gelang im Test erst nach zahlreichen Versuchen. Fragen beispielsweise zum Wetter, zu Verkehrsverbindungen, zu Sportergebnissen oder zum Alter von Persönlichkeiten hat der Assistent dann aber prompt und zuverlässig beantwortet.

    Inhalte vom Smartphone holt sich der TCL unter anderem per integriertem Chromecast auf seinen Bildschirm. Musik lässt sich per Bluetooth streamen. Die kostenlos für iOS und Android erhältliche App „T-Cast“ findet den 55-Zöller vom Mobilgerät aus in Eigenregie. Schon kann man seine Bilder, Filmchen und Videos von YouTube auf den Flachmann streamen. Dieser fischt auch Multimedia-Dateien von USB-Stick oder via DLNA von FritzBox, Medienserver oder Netzwerkfestplatte. Großes Manko: Bei den Apps fehlen Maxdome und Amazon Prime Video.

    Bildqualität

    Das TV-Bild gefällt im „Standard“-Modus auf Anhieb, wenn die „Schwarzstufe“ auf unter 50 steht. Die Farben sind warm und natürlich, die Raum-tiefe ist gut, und der Kontrast überzeugt. Immerhin schafft der TCL einen ANSI-Kontrast von 1.300:1. Im HDR-Betrieb mit einer UHD-Blu-ray geht dem 55-Zöller jedoch recht schnell die Puste aus, eine maximale Helligkeit von 405 Candela im Modus „Kino“ ist hierfür zu wenig. Zudem unterstützt der Chinese lediglich HDR10 und HLG, Die exakteste Farbtemperatur liefert die Einstellung „-5“ mit 6.580 Kelvin, „-4“ liegt mit 9.422 Kelvin weit von der Zielvorgabe entfernt.

    Solide: Im DCI-P3-Spektrum geht der Flat-TV farblich zwar nicht ans äußere Limit, die Farbreproduktion gelingt dem TV-Apparat jedoch ordentlich.

    Egal, wie man an den Bildparametern im Menü auch herumschraubt: sattes Schwarz bekommt man nicht auf das Display. Die Cinemas-cope-Balken sind stets leicht angegraut. Dafür ist das Panel gleichmäßig ausgeleuchtet, störende Hinterleuchtungen sind hier fast nicht zu sehen. Anderes Manko: Ein geschmeidiger Bewegungskünstler ist der 55DC760 nicht. Auch wenn die Bewegungsschärfe „LED Motion Clear“ aktiviert ist, holpern Schiffe mehr über die Elbe, als dass sie sanft dahingleiten. Die Blu-ray „Deutschland von oben“ bereitet durch die vielen hakeligen Überflugpassagen wenig Freude, das gesamte Bild wirkt unruhig.

    Deutliche Ausreißer: Speziell bei den Rot- und Grüntönen trifft der 55-Zöllert von TCL im SDR-Bereich nicht jeden Messpunkt präzise.

    Um die Farben kräftig wahrnehmen zu können, sollte man möglichst zentral sitzen. Bei seitlicher Betrachtung nimmt die Qualität nämlich deutlich ab. 

    Der Testbericht TCL 55DC760 (Gesamtwertung: 70, Preis/UVP: 1000 Euro) ist in audiovision Ausgabe 3-2019 erschienen.

    Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.

    • TCL 55DC760 (audiovision 3-2019)In den Warenkorb

      TCL 55DC760 (audiovision 3-2019)

      PDF-Download €1,99

    AV-Fazit

    70 gut

    Zum kleinen Preis bietet der 55DC760 nicht nur großen Ton, sondern auch einen hohen Bedienkomfort. Bei der Bildqualität und Ausstattung ist hingegen noch Luft nach oben.
    Jochen Wieloch

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