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    Blu-ray-Filme

    Blu-ray-Test: Avatar 3D

    5. Februar 20114 Minuten Lesezeit

    Test Americas SweetheartsNMitte Oktober versetzte James Cameron auf einem Presse-Event der 3D-Fangemeinde einen Tiefschlag. Denn dort erklärte er, "Avatar" komme erst "in ein bis zwei Jahren" als 3D-Blu-ray in den Handel. Bis dahin kann man den Blockbuster nur dreidimensional im Heimkino erleben, wenn man ihn als Dreingabe beim Kauf eines Panasonic 3D-Geräts bekommen hat oder auf eBay zuschlägt – zu Preisen von 150 Euro oder mehr.

    Ob sich eine solche Investition lohnt, beantworten wir mit diesem Test der 3D-Fassung von "Avatar". Dass wir uns in puncto Boni ausschweigen, liegt daran, dass die 3D-Version wie schon die Erstauflage ohne Extras daherkommt. Auch auf die längeren Filmfassungen muss man verzichten. Immerhin hat die 3D-Disc auch die 2D-Version an Bord. Deren nahezu perfekte Bild- und Tonqualität entspricht den Vorgängerversionen.

    Die 3D-Wirkung
    An Perfektion grenzt auch der 3D-Transfer von "Avatar". Er setzt die Messlatte für zukünftige 3D-Blu-rays fast schon astronomisch hoch und bietet kaum Anlass zur Kritik. Dabei beginnt der Film eher unspektakulär mit einer Handvoll schwebender Kondenswassertropfen. Doch schon die nächs­te Einstellung versetzt den Zuschauer mit enormer Tiefenwirkung mitten ins Geschehen (Tiefschlaf-Station, 1:32) und lädt das Auge ein, über die raumgreifende Bildkomposition zu wandern und verschiedene Tiefenebenen zu erkunden. Das Tolle: Das mit dieser Szene etablierte 3D-Niveau kann "Avatar" über den gesamten Filmverlauf halten: Egal ob in den Realfilmsequenzen im menschlichen Hauptquartier oder in der unglaublich detailreich animierten Urwaldwelt Pandoras – an der spektakulären wie nahtlosen Tiefenwirkung konnten wir uns auf Blu-ray nie sattsehen.

    Dabei sind es weniger plakative 3D-Effekte wie auf den Zuschauer zufliegende Gegenstände, die die dreidimensionale Wirkung ausmachen. Solche Szenen gibt es zwar auch (aufgewirbelter Matsch bei 18:33, umherfliegende Trümmer bei 102:08), jedoch ist es der harmonische 3D-Gesamt­eindruck, der begeistert. Objekte werden ohne Scherenschnitteffekt präzise und realistisch im Raum gestaffelt. Selbst bei einer Ansammlung von Fläschchen auf einem Schreibtisch (10:05) erkennt man, dass sie wenige Zentimeter auseinander bzw. hintereinander angeordnet sind. In Szenen auf der Kommandobrücke stehen die überdimensionierten, holografischen Computer-Displays glaubwürdig im Raum (12:12), die Videotagebuchaufnahmen des Protagonisten Jake Sully verfügen über coole 3D-Grafikbeschriftungen (9:49) und immer wieder am Zuschauer vorbeiziehende Objekte wie Laborausrüstung verleihen dem Bild dreidimensionale Tiefe.

    Dreidimensionale Poesie
    Diese Tiefenwirkung können die Szenen in der Urwaldwelt von Pandora noch steigern. Zwar treten Rahmenverletzungen ab und an in geringem Umfang auf, aber nie so eklatant, dass es den Zuschauer aus dem Geschehen reißt. Im Gegenteil: Wird der Urwald durchstreift, bekommt man dank filigraner Farne (32:18), ins Bild hängender Äste (26:29) oder fluorieszierender Pflanzen (81:58) das Gefühl, als würde man den Figuren durchs Unterholz folgen. Und dann sind da Momente von poetischer Schönheit wie eine Szene, in der quallenartige Geschöpfe vor dem Betrachter vorbeischweben (ab 40:40). Sie treten so dreidimensional aus dem Bild, dass man nach ihnen greifen möchte.       

    Bildqualität
    Fernab von Rauschen und Verschmutzungen bietet sich dem Betrachter in der 2D-Fasssung eine Top-Qualität, die identisch zur Erstauflage ist. Egal ob kräftige Farben (meist grün oder blau gefiltert), die immer scharfen und detailreichen Gesichter oder der ausgewogene Kontrast – hier stimmt fast alles. Lediglich Einstellungen mit digitalen Effekten wirken etwas weich. Auch die 3D-Version begeistert mit toller Schärfe, Top-Detailzeichnung und 1a-Tiefenwirkung. Nur in Randbereichen des Bildes kommt es hier und da zu kleinen, aufnahmebedingten Unschärfen. Mehr zur 3D-Wirkung im Text.

    Tonqualität

    Auch für die Akustik gibt’s eine knappe Maximal-Punktzahl, denn von der ersten Minute an spielt die DTS-5.1-Abmischung auf höchstem Klangniveau. Das große Surroundeffekt-Spektakel beginnt allerdings erst nach 100 Minuten. Der Score hätte die rückwärtigen Lautsprecher zuweilen noch stärker einbinden können.
    Extras
    keine
     

    Die Wertung   
    Film 6 von 6 Punkten
    Bildqualität 6 von 6 Punkten
    Tonqualität 6 von 6 Punkten
    Bonusmaterial 0 von 6 Punkten
       
    Die technischen Daten  
    Anbieter Fox
    Originaltitel Avatar
    Laufzeit 162 Minuten
    FSK ab 12 Jahren
    Bildformat 1,78:1 (1080p/24Hz)
    Ton Deutsch DTS 5.1
    Ton Englisch DTS-HD Master Audio 5.1
    BD-Live nein

     

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