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    av-Test

    Harman/Kardon AVR 370 (Test)

    1. April 20135 Minuten Lesezeit

    Harman/Kardon  AVR 370 – AV-Receiver für 1.000 Euro

    Harman/Kardon  AVR 370 - AV-Receiver für 1.000 €Mit digitaler Technik und vereinfachter Bedienung erneuert Harman/Kardon sein AV-Receiver-Programm. Bei uns im Test: das neue Topmodell AVR 370.  

    AV-Receiver von Harman/Kardon waren schon immer etwas anders: So wies das Bedienkonzept des US-Herstellers über lange Jahre ganz spezielle Eigenheiten auf, die manche ablehnten, manche als erfrischend anders begrüßten.

    Die neuen Receiver des Hauses geben sich in Sachen Bedienung weiterhin eigenständig, dürften aber nicht mehr so polarisieren wie ihre Vorgänger. Es ist also kein Studium der Bedienungsanleitung mehr nötig, um die Geräte zu steuern, Menüs und Fernbedienung erklären sich weitgehend selbst.

    Ausstattung und Technik

    uch ansonsten schnitten die Entwickler alte Zöpfe ab: Bislang verband man mit dem Namen Harman/Kardon große, leistungsfähige Geräte mit voluminösen Kühlkörpern und dicken Netz­teilen. Die neuen Receiver kommen nun mit digitalen Endstufen und einem Schaltnetzteil daher, was ihr Gewicht drastisch reduziert: So wiegt der AVR 370 gerade mal acht Kilogramm und ist damit deutlich leichter als die mit herkömmlicher Verstärker­technik ausgestattete Konkurrenz. Dass diese Bauweise keineswegs mit Klangverlusten einhergehen muss, beweisen Mitbewerber wie Pioneer schon seit Längerem, ebenso wie die Hersteller von Beschallungsverstärkern; praktisch auf jedem Live-Konzert wird diese Technik eingesetzt.

    Harman/Kardon  AVR 370 - AV-Receiver für 1.000 € 
      Gute Bildschirmmenüs und die ausladende, mit großen
    Tasten versehene Fernbedienung
    ermöglichen eine gelungene Steuerung.   

    Harman/Kardon  AVR 370 - AV-Receiver für 1.000 € 
      Handlich: 
    Die kompakte "Zonen"-
    Fernbedienung steuert die
    wichtigsten Funktionen
    des Harman Receivers.

    Bildqualität und 4K

    Den Ausstattungs-Overkill, den zahlreiche japanische Hersteller bei AV-Receivern betreiben, macht Harman/Kardon nicht mit. Nackt kommt der AVR 370 trotzdem nicht daher: So bringt er mit dem Prozessor-Duo ADV 7850 und ADV 8003 von Analog Devices eine hochwertige Videotechnik mit, die das De-Interlacing und das Hochskalieren mit Bravour erledigt, und das sogar bis zur 4K-Auflösung. Damit das klappt, muss man allerdings im Benutzermodus "Auto" aktivieren.

    Zudem lassen sich für jeden Eingang getrennt Bildeinstellungen für Helligkeit, Kontrast, Farbe und drei Rauschfilter vornehmen und speichern. Bei 3D-Filmen und 4K-Videos sind die Bildregler nicht aktiv, das informative Bildschirmmenü funktioniert hingegen selbst bei 4K-Videos. Das 4K-Upscaling selbst gelingt dem Harman/Kardon sogar eine Spur feiner als den beiden 4K-Displays von LG und Sony. Selbst PAL- und NTSC-Videos konvertiert der AVR 370 ins QFHD-Format mit 25p beziehungs­weise 30p. Vermisst haben wir eine sparsame HDMI-Weiterleitung im Standby, denn im Leerlauf gönnt sich der Receiver satte 80 Watt.

    Multimedia und Einmessung

    An Bord ist ein Netzwerk-Anschluss – auch drahtlos per WLAN –, der Musik von DLNA-Servern abspielt und sich über vTuner tausende Radioprogramme aus dem Internet holt. Wer will, kann iPhone, iPod oder iPad per USB an den Receiver anschließen und dann mit dessen Fernbedienung sogar die Wiedergabe von diesen Geräten steuern.

    Bei der integrierten Einmess-Automatik setzt Harman/Kardon auf eine Eigenentwicklung mit dem Namen EZ Set/EQ. Pegel und Abstände stellt sie zuverlässig ein, wenn auch durch das vorgegebene Raster von 30 Zentimetern und einem Dezibel recht grob. Die Frequenzgang-Korrektur per Equalizer gerät allerdings recht hell und höhenlastig. Zudem lässt sie sich manuell nicht korrigieren.

    Harman/Kardon  AVR 370 - AV-Receiver für 1.000 € 
      Große Mengen Kupfer und Eisen sucht man im AVR 370 vergeblich.
    Statt dickem Trafo bringt der Receiver ein Schaltnetzteil (die Platine ganz rechts)
    mit und wiegt nur erstaunliche acht Kilogramm.

     

    Harman/Kardon  AVR 370 - AV-Receiver für 1.000 €
    Das Anschlussfeld des AVR 370 zieren unter anderem eine WLAN-Antenne,
    ein Vorverstärker-Ausgang für alle
    Kanäle und jede Menge HDMI-Buchsen, von denen
    Buchse 1 und 7 auch 4K-Signale entgegennehmen. 

     

     

    Tonqualität Surround

    Dass die digitalen Endstufen des Harman/Kardon zur kräftigen Sorte gehören, stellten sie im Stereo-Betrieb unter Beweis, wo sie mit 2 x 197 Watt pro Kanal an vier Ohm und 2 x 152 Watt an sechs Ohm ihre Muskeln zeigten. Eher schwächlich fällt dann leider die Leistungsausbeute im Fünf-Kanal- und im Sieben-Kanal-Betrieb aus, wo jeweils nur ein Bruchteil der Stereowerte an den Messwiderständen ankam. In der Praxis macht sich eine solche  Auslegung zum Glück nur selten bemerkbar; allerdings zeugt sie nicht gerade von großem Vertrauen des Herstellers ins eigene Netzteil und in die Dimensionierung der Kühlung.

    Der Harman/Kardon zeigt im Hörtest denn auch kaum Anzeichen der niedrigen Laborwerte, die Baustellen-Szene in "Casino Royale" absolviert er selbst bei hoher Lautstärke dynamisch, räumlich und glaubwürdig, die Gasflasche explodiert nachdrücklich und magenerschütternd. Ein anderes Gesicht zeigt der AVR 370 mit dem Album "Away From The Sun" (DTS-Track) der Rockband 3 Doors Down. Wie bei unseren Receiver-Tests üblich, muss er sie mit großen Frontlautsprechern ohne Subwoofer wiedergeben. Dabei ertönen tiefe Frequenzen zu zurückhaltend, Konkurrenten wie der Pioneer SC-LX 56 und der Onkyo TX-NR 818 (audiovision 11-2012) bringen da deutlich mehr Basspegel. Dadurch wirkt die Wiedergabe des Harman/Kardon zu hell, was sie aber eigentlich gar nicht ist. Das stellt er bei geeigneten Tracks, beispielsweise Peter Gabriels "Solsbury Hill" in DTS-HD, unter Beweis. Hier tönt er ausgeglichen, prägnant und mit glaubwürdiger Räumlichkeit. Ein besonders guter Spielpartner für den AVR 370 ist ein Boxenset mit nicht zu akzentuierter Hochtonwiedergabe, die den frischen, knackigen Charakter des Receivers ergänzt.

    Harman/Kardon AVR 370 - AV-Receiver für 1.000 €
    Über die Jahre hat Harman/Kardon das Design seiner AV-Receiver
    immer weiter verfeinert und sie zu einem
    eleganten Produkt entwickelt. 

     

    Tonqualität Stereo

    Im Stereobetrieb kann der Receiver seinen Charakter ebenfalls nicht verleugnen. Muss er auch nicht, denn hier überzeugt er bei der Kultaufnahme "Jazz at the Pawnshop" mit glaubwürdiger Live-Atmosphäre und luftiger Räumlichkeit. Auch bei den tiefen Tönen langt er mächtig hin und verleiht der Bassgitarre von Sting im Police-Livekonzert "Certifiable" viel Volumen und Kraft.

    Harman/Kardon AVR 370 - AV-Receiver für 1.000 €

    Praktisch: Über die Info-Taste lassen sich alle wichtigen Geräte-Einstellungen
    auf dem Bildschirm anzeigen und dann sogar verändern.

     

    Fazit

    Vorausgesetzt, man achtet ein wenig auf die Wahl des passenden Boxensets und betreibt den Receiver mit Subwoofer, läuft der Harman/Kardon AVR 370 zu erfreulichen klanglichen Leistungen auf. Die Amerikaner bauen eindeutig immer noch AV-Geräte mit Charakter.    Michael Nothnagel

    Harman/Kardon AVR 370 - AV-Receiver für 1.000 €

     

    Technische Ausstattung und Bewertung 

    Harman/Kardon AVR 370 - AV-Receiver für 1.000 €

     

     

     

     

     

    Der Testbericht Harman/Kardon AVR 370 (Gesamtwertung: 71, Preis/UVP: 1000 Euro) ist in audiovision Ausgabe 4-2013 erschienen.

    Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.

    • Harman/Kardon AVR 370 (audiovision 4/2013)In den Warenkorb

      Harman/Kardon AVR 370 (audiovision 4/2013)

      PDF-Download €1,99

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