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    Sharp LC-70 LE 835 E (Test)

    1. April 20126 Minuten Lesezeit

    Sharp LC-70 LE 835 E – 3D-LED-TV für 4.500 Euro

    Sharp LC-70 LE 835 E - 3D-LED-TV für 4.500 €Mit 177 Zentimetern Diagonale ist der Sharp der größte LED-TV auf dem deutschen Markt. Sein Riesenbild beeindruckt, ist aber nicht frei von Schwächen. 

    Sharps 4.500 Euro teures Spitzenmodell beeindruckt mit gigantischer 70-Zoll-Bilddiago­nale; an technischen Besonderheiten bietet er eine vollflächige LED-Hintergrundbeleuchtung und ein Quattron-Panel mit zusätzlichen gelben Bildpunkten für "unglaublich feine und realistische Farbabstufungen", so das Werbeversprechen.    

    Ausstattung und Bedienung

    Obwohl der Fernseher enorm groß ist, gelingt die Aufstellung dank des kompakten Standfußes (54 x 33 Zentimeter) problemlos auf üblichen Beistelltischen. Die Ausstattung mit Universaltuner, WLAN-Dongle und zahlreichen Anschlüssen ist solide, wobei Komfort-Merkmale wie USB-Recording und der Multimediavideotext HbbTV fehlen. Das Internetportal Aquos Net+ enthält neben verschiedenen Infodiensten die umfangreichen Media­theken der öffentlich-rechtlichen Sender ARD, ZDF und arte. Die YouTube-App überzeugt nicht, da sie HD-Videos nur in Standard-Qualität zeigt. Der Mediaplayer spielt die wichtigsten Formate ab, Schwächen liegen in der Fotodarstellung, weil hier die Bildregler gesperrt sind. Ansonsten finden Technik-Freunde viele Bildeinstellregler: So ist der Umgebungslichtsensor zur automatischen Anpassung der Grundhelligkeit (OPC) flexibel einstellbar. Feinkorrekten an der Farbtemperatur können dank separater RGB-Werte für zehn Helligkeitsbereiche exakt durchgeführt werden; Grund- und Mischfarben lassen sich mit 18 Reglern verändern.

    Im Bedienkomfort schneidet der Sharp nur mittelmäßig ab: Das Menü wirkt mit zahlreichen, teils zu kleinen Symbolen unaufgeräumt. An der Fernbedienung kritisieren wir die zu kleinen und engstehenden Tasten. In der Senderliste sind nicht alle wichtigen Stationen vorne einsortiert, und ab Programmplatz 25 ist die Liste alphabetisch sortiert. Weitere Suchfilter und eine Favoritenliste fehlen. Senderwechsel dauern mit 3,1 Sekunden unverhältnismäßig lang.

    Sharp LC-70 LE 835 E - 3D-LED-TV für 4.500 €
    Die Tasten der unbeleuchteten Fernbedienung sind
    gut gruppiert, aber zu klein.

     

    Bildqualität Fernsehen

    Entgegen dem Trend zu Hochglanz ist der Sharp-Bildschirm matt: Der Vorteil liegt in kaum spiegelnden Fenstern, der Nachteil in einem etwas weniger brillanten Bildeindruck. Als Voreinstellung empfiehlt sich der Modus "Film", dem man anschließend per Farbskalabereich "Standard" optimale Farben entlockt. In der Werkeinstellung "Erweitert" sind die Farbpegel falsch – Rot ist zu hell, Grün zu dunkel. Die Feinzeichnung des TV-Bildes gelingt in Anbetracht der Größe gut, obwohl sich der Bildbeschnitt (Overscan) bei SD-Signalen nicht abschalten lässt. Die maximale Bewegungsschärfe erzielt der Sharp in der Scanning-Backlight Einstellung "Scan", die die Helligkeit auf 130 Candela pro Quadratmeter senkt: Die Leuchtkraft genügt, nur bei Sonnenschein wirkt das Bild etwas blass. In Sportübertragungen verwischt das Bild nicht, jedoch stört die ungleichmäßige Ausleuchtung: Je nach Motiv fallen Schlieren auf, als wenn der Schirm verstaubt wäre, oder es werden punktförmige Strukturen des LED-Hintergrundlichts sichtbar – hier sollte der Hersteller nachbessern. Aus HDMI-576i-Signalen zaubert der Fernseher trotz Overscan feine, flimmerfreie Bilder. Mangels Formatumschaltung ist die hochskalierte Zuspielung von 4:3-Signalen problematisch. Der Stromverbrauch übersteigt nur bei voller Hintergrundbeleuchtung 200 Watt – für einen TV dieser Größe ein guter Wert. In Sachen Klang liefert der Gigant zwar satte Bässe, Mitten und Höhen klingen leider matt.

    Sharp LC-70 LE 835 E - 3D-LED-TV für 4.500 €

     

    Vollständig: Der TV bietet für alle Eventualitäten genügend Anschlüsse.
    Der SD-Slot dient als Speicher für Video-on-Demand.

     

     

    Bildqualität Blu-ray

    Sein volles Potential spielt der Sharp erst mit Blu-ray aus: Die vielen Details in der Markusplatz-Totale in "Casino Royale" nimmt man entspannter als auf kleineren Schirmen wahr. In hellen Kamera­schwenks stören jedoch wieder sichtbare Flecken den ansonsten filmischen Bildeindruck. Die kontrastreichen, schnell durchs Bild gleitenden Motive im Intro des Bond-Films zeigt der TV mit klaren Vierfach-Kanten, dunkle Motive wie die Schwimmerin zu Anfang des dritten Kapitels verwischen leicht und werden mit schwachen, bräunlichen Säumen versehen. Farbumfang und Pegel sind dagegen ordnungsgemäß. Schwarz-Weiß-Filme wie "Casablanca" wirken dank der weitgehend gleichbleibenden Farbtemperatur von 6.400 Kelvin (Ideal 6.500 K) neutral, nur in dunklen Graustufen gibt es leichte Abweichungen. Die Farben sind somit besser als bei den bislang getesteten Quattron-Fernsehern, doch echte Vorzüge des Vierfarbsystems können wir immer noch nicht erkennen. Dunkle Szenen wie in "Krabat" meistert der Sharp gut: Das Restlicht ist nur leicht fleckig, der Kontrast mit über 3.000:1 hoch genug für eine satte Tiefenwirkung. Schräge Blickwinkel sollte man wie immer vermeiden, denn schon leicht versetzt, kommt es zu starken Änderungen des Schwarzpunktes, das Bild hellt sich massiv auf.

    Sharp LC-70 LE 835 E - 3D-LED-TV für 4.500 €

    Bildriese: Ohne Größenvergleich wirkt der
    TV-Gigant fast unspektakulär, der Fuß ist leider nicht drehbar.

    Die 3D-Bildqualität

    Praktisch: Für den 3D-Betrieb hält der Sharp eigene Bildmodi parat, was die Einstellung vereinfacht. Die maximale Helligkeit von 80 cd/m² erzielt man im Modus "Standard (3D)", in dem das Bild wegen hoher Farbtemperatur (12.000 Kelvin) aber zu blaustichig ist. Als Kompromiss zwischen Farbqualität und Helligkeit bietet sich der Modus "Film (3D)" an, mit dem der TV die in der Tabelle angegebenen Werte erzielt. Durch die Bildgröße entfaltet sich der Stereo-Effekt besonders eindrucksvoll. Feinzeichnung und Schärfe überzeugen in der Imax-Doku "Mumien 3D"; Bewegungen erscheinen je nach Filmmodus-Einstellung mit leichtem Zusatzstottern oder geglättet. Beim Kameraflug über die Sahara fällt wie im 2D-Betrieb die ungleichmäßige Ausleuchtung durch Schlierenbildung auf. Im Vergleich zum 55er Samsung ist das 3D-Bild dunkler, dafür wirken die Farben ausgewogener. Geisterkonturen fallen dagegen stärker auf, sie lassen sich mit der "3D-Helligkeitsverstärkung" zugunsten niedrigerer Helligkeit vermindern. Side-by-Side-Material zeigt der Sharp mit leicht reduzierter Schärfe, besonders hoch ist der Verlust bei künstlich erzeugten 3D-Videos (3D-Konvertierung). Zur optimalen 3D-Fotodarstellung fehlt uns eine L/R-Umschaltung, um bei der Aufnahme vertauschte Augenkanäle zu korrigieren. Die für rund 70 Euro erhältliche Shutter-Brille AN-3DG20-B lässt sich bequem per USB-Kabel aufladen, ist mit 38 Gramm relativ leicht und bietet auch ein für Brillenträger ausreichend großes Sichtfeld. Störend ist das leicht hörbare Zirpen.

     

    Sharp LC-70 LE 835 E - 3D-LED-TV für 4.500 €

    3D-Menü: Der TV beherrscht alle wichtigen 3D-Formate,
    inklusive 3D-Fotos im MPO-Format.
     

    Sharp LC-70 LE 835 E - 3D-LED-TV für 4.500 €

     

    Sharp LC-70 LE 835 E - 3D-LED-TV für 4.500 €

     

     

    Fazit:

    Der Sharp fasziniert mit einem riesigen Bild bei ordentlicher Kontrast- und Farbwiedergabe. Ein "sehr gut" erreicht er leider nicht, hier stehen ihm seine ungleichmäßige Ausleuchtung und die starke Blickwinkelabhängigkeit im Weg. Zudem wartet der TV nur mit durchschnittlichem Komfort auf.          


    Sharp LC-70 LE 835 E - 3D-LED-TV für 4.500 €

    Sharp LC-70 LE 835 E - 3D-LED-TV für 4.500 €

    Technische Ausstattung und Bewertung 

    Sharp LC-70 LE 835 E - 3D-LED-TV für 4.500 €

     

     

    Der Testbericht Sharp LC-70 LE 835 E (Gesamtwertung: 76, Preis/UVP: 4500 Euro) ist in audiovision Ausgabe 4-2012 erschienen.

    Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.

    • Sharp LC-70 LE 835 E (audiovision 4/2012)In den Warenkorb

      Sharp LC-70 LE 835 E (audiovision 4/2012)

      PDF-Download €1,99

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