Im Vorfeld der IFA in Berlin präsentiert die GFU Home & Consumer Electronics GmbH aktuelle Zahlen des Home Electronics Markts in Deutschland für das erste Halbjahr 2026.
Nach einem ausgeglichenen Ergebnis für das Gesamtjahr 2025 zeigt sich für das erste Halbjahr 2026 ein moderat rückläufiges Ergebnis: So wurde in den Monaten Januar bis Juni 2026 in Deutschland ein Gesamt-Umsatzvolumen von 20,6 Milliarden Euro mit technischen Konsumgütern (TCG) erreicht, dies entspricht einem Minus von 2,5 Prozent verglichen mit dem Vorjahres-Zeitraum.
Gemischtes Ergebnis
Zwar zeigten Produkte, die mit hohem Verbrauchernutzen einen klaren Mehrwert wie Komfort und mehr Unterstützung im Alltag bieten, teils zweistellige Zuwachsraten. Gleichzeitig spiegeln sich die globalen Krisen und die damit verbundene Verunsicherung durch eine gestiegene Kaufzurückhaltung und hohe Sparneigung aus. Die Preissensibilität der Käufer führt dazu, dass ausgewiesene Promotion-Events im Handel für die Kunden an Bedeutung gewinnen. So generieren in Deutschland die sieben größten Promotion-Zeiträume innerhalb von nur 15 Wochen (entspricht 29 Prozent des Jahres) kumuliert ganze 37 Prozent und damit mehr als ein Drittel des Jahresumsatzes.
Marktbereiche entwickeln sich differenziert
Wie bereits seit Längerem im Home Electronics Markt zu beobachten ist, verlief die Entwicklung in den einzelnen Marktsegmenten auch im ersten Halbjahr 2026 sehr unterschiedlich: Mit einem Umsatz von 12,7 Milliarden Euro weist der Bereich Consumer Electronics (CE) in den Monaten Januar bis Juni 2026 ein Minus von 3,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf. Auch Elektro-Großgeräte verzeichneten mit 4,4 Milliarden Euro ein Umsatzminus (–5,1 Prozent). Dagegen entwickelte sich das Segment der Elektro-Kleingeräte mit einem Umsatz von 3,5 Milliarden Euro und einem Plus von 4,0 Prozent in der ersten Jahreshälfte 2026 positiv.
Produktsegmente einzeln betrachtet
Auf einzelne Produktgruppen bezogen zeigt sich ein ebenfalls differenziertes Bild: Trotz gestiegener Absatzmengen bei TV-Geräten aufgrund der Fußball-Weltmeisterschaft (+ 4,6 Prozent) brachte das erste Halbjahr 2026 ein Umsatzminus von 2,3 Prozent. Anders bei den Projektoren: Diese profitierten mit einem Umsatzanstieg von 25,8 Prozent deutlich von der Fußball-WM.
Wachsend zeigte sich auch die Produktgruppe Action Cams, die einen Umsatzzuwachs von 21 Prozent erreichte. Ebenfalls positiv entwickelten sich die Kopfhörer mit einem um 6,1 Prozent höheren Umsatz im ersten Halbjahr 2026. Notebooks und Desktop-PCs legten in diesem Zeitraum um fünf Prozent beim Umsatz zu.
Eine positive Entwicklung zeigt auch der Produkt-Bereich Health Tech und Well-Being: Rund 5,9 Milliarden Euro Umsatz, was einer Steigerung von vier Prozent entspricht, bei einer Stückzahlzunahme von zwei Prozent auf 1,67 Millionen.
Mehrwert generiert Absatz
Generell zeigt sich, dass vor allem Produkte, die über neue Produktfeatures und damit einen klar erkennbaren Mehrwert für die Konsumenten aufweisen, bemerkenswerte Stückzahlzuwächse im ersten Halbjahr 2026 generieren konnten: Beispiele sind Saug- und Wischroboter (+ 66,1 Prozent), Cold-Brew-Kaffeevollautomaten (+ 42,5 Prozent), PCs mit KI-Funktion (+ 149 Prozent) sowie OLED-Monitore mit hoher Bildwechselfrequenz (+ 75 Prozent). Diese Zahlen untermauern eindrucksvoll, dass die Konsumenten durchaus zu Käufen bereit sind – aber vor allem dann, wenn die Produkte entsprechend relevante Bedürfnisse ansprechen und Neuerungen bringen.
