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    Subwoofer

    Velodyne MicroVee X (Test)

    5. August 20267 Minuten Lesezeit

    Mit einer Kantenlänge von 23 Zentimetern ist der Velodyne MicroVee X kaum größer als ein Schuhkarton. Entsprechend waren wir gespannt, ob er eine sinnvolle Bassverstärkung im Heimkino bieten kann.

    Ein so winziges Gehäuse aus MDF oder anderen Holzwerkstoffen zu bauen, macht wenig Sinn, da bereits die benötigte Wandstärke wertvolles Innenvolumen kosten würde. Deshalb entschieden sich die Entwickler, Aluminium einzusetzen, und zwar in Form eines Strangguss-Profils, das nicht nur optische Akzente setzt, sondern dank seiner ausgefeilten Verrippung für eine hohe Verwindungssteifigkeit und geringe Resonanzanfälligkeit sorgt – trotz dünner Wandstärke. Die eigentliche Schallwand besteht dann doch aus Holz und ist mit dem Aluminiumprofi l verklebt, so wie der Holzrahmen, in den die Rückplatte mit Anschlüssen und Bedienelementen eingelassen ist. Velodyne offeriert den 1.400 Euro teuren Sub in Mattschwarz oder Mattweiß – beide Varianten verfügten über ein stabiles, mit Stoff bespanntes und abnehmbares Frontgitter.

    Neben dem Pegel bietet die Fernbedienung Tasten für Phasenumschaltung sowie Ein- und Ausschalten der Frequenzweiche.
    Ortbarkeit der Subwoofer-Position
    Der Velodyne MicroVee X bietet sich durch seine geringe Größe geradezu dafür an, ihn dort im Raum aufzustellen, wo gerade Platz ist – oder ihn sogar ganz zu verstecken. Trotzdem kann man sich darauf verlassen, dass klanglich keine Einschränkungen zu befürchten sind, denn Subwoofer entziehen sich der Ortung des menschlichen Gehörs nahezu komplett. Bei tiefen Frequenzen sind die Schallwellen schlicht zu lang, als dass beide Ohren noch Pegel- und Laufzeitunterschiede feststellen können. Und die sind für die Auswertung des Gehirns, aus welcher Richtung der Schall kommt, essenziell.

    Dazu gesellt sich eine weitere Eigenschaft des menschlichen Gehörs: Ist der Übergang zwischen Subwoofer und Satelliten-Boxen einigermaßen bruchlos, orten die Ohren die Subwoofer-Signale aus Richtung der Obertöne, die von den Satelliten wiedergegeben werden. Das funktioniert aber nicht ohne Einschränkungen: Ist die Laufzeit der Subwoofer-Signale zu den Zuhörern viel kürzer oder länger als die von den Satellitenboxen, ist es mit der Integration vorbei, beide Signale werden als getrennte Schallquellen wahrgenommen. Bei Heimkino-Verstärkern lässt sich das mit den dort verfügbaren Verzögerungszeiten gut in den Griff bekommen.

    Auch wenn der Pegel-Übergang zwischen Sub und Satelliten starke Einbrüche oder Anhebungen aufweist, kann dieser Effekt entstehen. Deshalb gilt es, die Phase des Subs möglichst genau an die Satelliten anzupassen. Eine Umschaltung zwischen 0 und 180 Grad hilft da oft nur bedingt, eine kontinuierliche Anpassung wäre wünschenswert. Dem Ganzen das i-Tüpfelchen kann man mit einer Raumkorrektur aufsetzen. Verbleibende Unregelmäßigkeiten, beispielsweise durch Raumresonanzen, lassen sich so ebenfalls in den Griff bekommen.

    Übrigens: Der LFE-Kanal bei Filmabmischungen ist grundsätzlich dafür ausgelegt, keinerlei ortungsrelevante Anteile zu enthalten. Dadurch werden dessen Signale oft als großflächiges Fundament wahrgenommen, das von überall her kommt.

    Der MicroVee X lässt sich optisch sehr unauffällig im Raum positionierten. Zum Glück erlaubt die Physik auch ungewöhnliche Positionen ohne Einschränkungen für den Klang.

    Technik
    Im Vergleich zum hauseigenen MiniVee X (Test in Ausgabe 9-2025) hat Velodyne das Volumen des MicroVee X auf 13 Liter und das des angetriebenen Treibers auf 16 Zentimeter Durchmesser reduziert. Der aufwändig konstruierte Treiber bringt einen steifen Alu-Druckgusskorb sowie einen großzügig dimensionierten Magnetantrieb samt zwei Magnet ringen mit.

    Das liefert nicht nur ausreichend Antriebs-Power, sondern schafft auch Platz für jede Menge Hub der Sechs-Zentimeter-Schwingspule. Den nötigen Bewegungsspielraum liefert die hintere Polplatte, in deren Zentrum eine große Bohrung dafür sorgt, dass hinter der Staubschutzkalotte der Membran kein Luftstau auftreten kann. Großzügige Öffnungen im Korb hinter der Zentrierspinne dienen einem ähnlichen Zweck.

    Da in einem so kleinen Gehäuse die für den Tiefbass benötigten Längen und Durchmesser eines Bassreflexrohres nicht untergebracht werden können, die Entwickler aber auf die Schallenergie, die von der Membran nach hinten abgestrahlt wird, nicht verzichten wollten, griffen sie zu Passivmembranen. Die fordern kaum Platz und lassen sich auf fast beliebige Resonanzfrequenzen abstimmen. Zudem produzieren sie keinerlei Strömungsgeräusche. Die Entwickler verpassten dem MicroVee X zwei davon, die jeweils auf einer der Seitenflächen untergebracht sind. Sie sind ebenfalls 16 Zentimeter groß und mit der gleichen Kohlefasermembran bestückt wie das angetriebene Chassis. Deren stoffbespannte Schutzgitter sind nicht abnehmbar, bieten dafür aber eine andere Besonderheit: Blechgitter mit runden Öffnungen fielen in der Vergangenheit durch Störgeräusche auf – nicht etwa, weil sie klapperten, sondern weil sich die Luft der sich bewegenden Membranen staute. Deshalb verwendet Velodyne Gitter mit sechseckigen Öffnungen, bei denen die Blechstreifen dazwischen weniger Fläche mitbringen und Störgeräusche zuverlässig vermeiden.

    Auf der Rückseite hat Velodyne neben Cinch- Ein-/Ausgängen auch solche für Lautsprechersignale untergebracht. Nur für die Tiefpass-Trennfrequenz gibt es einen Drehregler, der Pegel wird über zwei Tasten angehoben respektive abgesenkt. Für eine grobe optische Rückmeldung sorgt eine aus vier blauen LEDs bestehende Lichterkette. Ähnliche Tastenpaare gibt es auch für die Phasen-Umschaltung zwischen 0 und 180 Grad und die Aktivierung bzw. Deaktivierung des internen Tiefpassfilters. Letzteres macht im Heimkino Sinn, da der Receiver meist sein eigenes Filter mitbringt. So kommen sich die beiden keinesfalls ins Gehege.

    Mit im Karton liegt eine Infrarot-Fernbedienung. Deren Empfänger ist aber nicht im Sub selbst, sondern findet per drei Meter langem Kabel an der Rückseite Kontakt. Das ist bei einem so kleinen Sub sinnvoll, denn der steht oft an versteckten Orten, zu denen das Infrarotlicht des Gebers nicht direkt gelangen kann. Über den lässt sich nicht nur der Wiedergabepegel steuern, sondern auch die Phase umschalten und das interne Tiefpassfilter ein- und ausschalten.

    Der Magnetantrieb des aktiven Treibers ist satt dimensioniert. Die Passiv-Chassis verfügen über Kunststoffkörbe.
    Neben Cinch-Anschlüssen stellt der Velodyne auch Klemmen für Lautsprecherpegel zur Verfügung. Zur Pegeleinstellung dient ein Tastenpaar, die Trennfrequenz lässt sich per Drehregler justieren.

    Konträr zur Angabe im Datenblatt ist der integrierte Leistungsverstärker nicht in analoger AB-Technik mit ihrem geringen Wirkungsgrad aufgebaut, sondern wie heutzutage üblich als Schaltverstärker – was entgegen dem Sprachgebrauch nichts mit Digitaltechnik zu tun hat. Der breit eingesetzte Begriff „Class D-Verstärker“ hilft da auch nicht gerade. Der beim MicroVee X eingesetzte schiebt immerhin 350 Watt Nennleistung und bis zu 1.000 Watt Impulsleistung in den aktiven Treiber. Einen Equalizer, eine Raumeinmessung oder eine App-Steuerung sucht man vergebens.

    Tonqualität
    Die Pegelreserven fallen überraschend groß aus: Bei maximaler Trennfrequenz erreicht der Sub 101 Dezibel, bei minimaler noch 99 Dezibel. Auch sein Tiefgang ist für ein derart kleines Gehäuse erstaunlich weitreichend: 35 Hertz oder 30 Hertz wäre auch bei deutlich größeren Woofer-Kollegen tolerabel. Darunter fallen die Frequenzgänge steilflankig ab, was auf ein wirksames Hochpassfilter, das die Membranen vor zu hohen Auslenkungen schützen soll, schließen lässt. Die Frequenzgänge zeigen kleinere Welligkeiten, die fürs Hörerlebnis aber nicht relevant sind.

    Im Hörraum präsentiert sich der MicroVee X bis hin zu mittleren Lautstärken souverän. Er setzt schnelle Impulse sauber in den Raum, auch komplexere Basspassagen räumt er säuberlich auf. Bei Musikstücken wie Omar Hakims „Listen Up!“ gelingt ihm eine druckvolle Wiedergabe der Kickdrum, während der E-Bass mit angenehmer Fülle, aber ohne Aufblähungen dargestellt wird. Zudem fügt sich der Subwoofer unaufdringlich, aber mit merklichem Fundament ins Gesamtbild ein.

    Filmton verlangt naturgemäß mehr Reserven, auch hier weiß dieser Velodyne zu gefallen. Die gewaltigen Tieftonattacken der Abschleppwagenszene in „Terminator – Die Erlösung“ zählen zu den Sequenzen, die Pegelschwächen kleiner Subwoofer gnadenlos offenlegen. Der MicroVee X schafft sie mit erstaunlicher Gelassenheit, vorausgesetzt, man bleibt beim Lautstärkepegel etwas zurückhaltend. Wird es ihm dann zu viel, quittiert er das nicht mit Verzerrungen, sondern komprimiert und wird nicht mehr lauter.

    Im Stereobetrieb wirkte der Subwoofer vor allem bei Jazz- und Klassikaufnahmen unaufdringlich und integrierte sich homogen ins Gesamtbild. Pop- und Elektromusik profitierten ebenfalls von seiner präzisen Spielweise, wie er unter anderem bei „Railway Tracks“ von Dire-Straits-Bassist Illsley schön unter Beweis stellt.

    Der Testbericht Velodyne MicroVee X (Gesamtwertung: 73, Preis/UVP: 1.400 Euro) ist in audiovision Ausgabe 1-2026 erschienen.

    Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.

    • VELODYNE MICROVEE X (audiovision 1-2026)In den Warenkorb

      VELODYNE MICROVEE X (audiovision 1-2026)

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    AV-Fazit

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    Der Velodyne MicroVee X zeigt, welche Leistungsreserven moderne DSP-Technik und ausgeklügelte Chassiskonstruktionen in einem kleinformatigen Gehäuse ermöglichen.

    Michael Nothnagel

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