TCL setzt beim C7K erstmals superkondensierte Mikrolinsentechnik samt präziserer Lichtsteuerung ein. Dazu gibt es ein Soundsystem von Bang & Olufsen – und das alles für weniger als 1.000 Euro.
Mini-LED-Technik mit bis zu 2.048 Dimming-Zonen, superkondensierte Mikrolinsentechnologie mit 34 Patenten und ein Soundsystem von Bang & Olufsen: TCL rührt für seine neue TV-Reihe C7K eifrig die Werbetrommel. Den von uns getesteten 65-Zöller bietet der Hersteller für eine unverbindliche Preisempfehlung von 1.200 Euro an – im Netz ist der QLED-Fernseher schon für rund 800 Euro zu haben. Die Palette alternativer Bildschirmgrößen fällt riesig aus: Mit 50, 55, 75, 85, 98 und 115 Zoll ist für jeden Geschmack etwas dabei. Im von uns getesteten 65-Zoll-Modell verteilen sich die tausenden Mini-LEDs auf rund 1.000 Dimming-Bereiche.
Mit knapp 18 Kilo inklusive Fuß ist der 65C7K vergleichsweise leicht. Das liegt daran, dass man beim Gehäuse und Standfuß auf Kunststoff setzt. Optisch sieht man dem Gerät diese Sparmaßnahme jedoch nicht an. Die maximale Tiefe des Flachmanns beträgt 5,6 Zentimeter – damit ist der TCL nicht superdünn, aber auch kein dicker Brummer. Eine Wandmontage ist dank VESA-Norm 300 x 300 Millimeter möglich.
Ausstattung & Praxis
TCL setzt im C7K auf einen neuen Chip. Im Vergleich zur vorherigen Generation herkömmlicher Licht emittierender Chips soll der Neue die Helligkeit und Energieeffizienz erheblich steigern. Mit Hilfe spezieller Licht- und Schattenkontrollalgorithmen und High-End-HVA-Panel-Technologie will TCL durch die präzisere Steuerung des Lichts das Halo-Problem effektiv lösen, also Einblendungen um helle Objekte auf schwarzem Untergrund minimieren. Der von TCL selbst entwickelte AiPQ Pro Processor verfügt zudem über intelligente Erkennungsfähigkeiten und kann die Bildqualität laut Hersteller auf Pixelebene anpassen. Unterschiedliche Genres wie Sport, Filme oder Spiele werden in Eigenregie erkannt und angepasst.
Sehr übersichtlich: Der TCL-Steuerstab liegt gut in der Hand, für diverse Streaming-Dienste sind Direktwahltasten vorhanden. Außerdem kann man über die Mikrofontaste den Google Assistant aktivieren. Die Tasten haben saubere Druckpunkte, deren Anordnung ist plausibel und erlaubt ein intuitives Handling.

Möglich wird dies dem Hersteller zufolge durch die Auswahl nano-optischer Materialien mit größerer Plastizität, die eine goldene Krümmung mit hervorragenden Lichtfokussierungseigenschaften bilden und das Licht Punkt für Punkt steuern, wodurch die Gleichmäßigkeit der Hintergrundbeleuchtung und die Halo-Kontrollfähigkeiten verbessert werden. Ziel sollen zudem klarere Bilddetails werden. Die bidirektionale 23-Bit-Steuerungstechnologie soll die Umgebungshelligkeit und die Farbtemperatur genau erfassen und die Helligkeit des Fernsehers feiner steuern, um das Bild lebendiger zu gestalten. TCL bindet in die Flüssigkristallmoleküle Polyimid ein (HVA-Panel-Technik von CSOT). Das Ergebnis ist eine schmetterlingsflügelförmige Mikrostruktur. Mit der daraus resultierenden exakteren Steuerung des Lichts durch die Flüssigkristallschicht hindurch sollen dunkle Bereiche auf dem Panel noch dunkler erscheinen, was sich positiv auf das Kontrastverhältnis des Bildschirms auswirkt.

Von den vier HDMI-Ports unterstützen zwei den Standard 2.1 mit Auto Low Latency Mode (ALLM), Variable Refresh Rate (VRR) und 4K-Wiedergabe bei Spielen mit bis zu 144 Hertz. Im Zusammenspiel mit kompatiblen Grafikkarten will AMD FreeSync Premium Pro flüssiges und artefaktfreies Spielen ermöglichen. Für die drei am weitesten verbreiteten Spielekonsolen hat TCL eigene Screendesigns entwickelt, um Grafiken und Game-Modi zu integrieren sowie schnelle Spiele-Einstellungen zu gewährleisten. Zudem bieten die Superwide-Bildschirmverhältnisse 21:9 und 32:9 bis zu doppelt so große Sichtfelder.
Die TV-Tuner für Kabel, Satellit und DVB-T2 sind nur als Single-Variante verbaut. Die Nachteile hiervon spürt man nicht, da eine USB-Aufnahmefunktion nicht zur Ausstattung gehört. Bei den HDR-Formaten kommt man mit HLG, HDR10, HDR10+, Dolby Vision und Dolby Vision IQ in den Genuss aller derzeit relevanten Formate. Bei der Benutzeroberfläche setzt TCL auf das bewährte Google TV mit Android 12 als Basis. Das Bedientempo ist hoch, die Anordnung der Kacheln mit diversen Apps übersichtlich. Mit Amazon Prime Video, Netflix, Disney+, Apple TV+, Joyn, Rakuten TV, Paramount+ und einigen mehr ist der 65C7K in Sachen Streaming-Apps reich bestückt. Durch das Einrichten spezieller Kinderprofi le sieht der Nachwuchs lediglich altersgerechte Inhalte. In der Kunstgalerie stehen für Pausen hunderte Gemälde berühmter Künstler bereit. Außerdem verfügt der Apparat über mehr als 100.000 KI-Kunstwerke. Zudem gibt es verschiedene Szenen und Klänge. Google Assistant verarbeitet Sprachbefehle. In den praktischen Schnelleinstellungen kann man häufig verwendete Systemsettings frei hinzufügen und die Reihenfolge der Funktionen beliebig festlegen. Zum Streamen unterstützt der Flachmann neben AirPlay auch Chromecast und Bluetooth.


Bild- und Tonqualität
Wow, im „Dynamisch“-Modus erzielt der 65-Zöller sensationelle 2.588 Candela, im farblich besten „Filmmaker“-Setting sind es in Spitzlichtern 2.537 Candela. Bei 50- und 100-prozentigem Weißanteil werden noch 888 bzw. 527 Candela geliefert, der ANSI-Kontrast punktet mit einem Wert von 6.200:1. Die Schwarzdarstellung gehört zu den besten, die wir in dieser Preisklasse jemals gesehen haben. Bei frontaler Draufsicht erzeugt der C7K ein sattes Schwarz, helle Einblendungen kommen ohne Lichthof aus. Auch von der Seite gesehen ist das Ergebnis bei normalem Blickwinkel top, nur bei extrem seitlicher Betrachtung von oben bildet sich ein leicht bläulicher Schatten um eine weiße Schrift. Die Skaliereigenschaften des TCL sind vorzüglich, aus HD-Material holt er selbst im „Filmmaker“- Modus ein knackscharfes Bild mit schöner Plastizität und angenehmer Tiefe heraus, im „Standard“-Modus wirken die Parameter sogar noch ein wenig intensiver. HDR-Titel haben Power, der bildliche Eindruck ist brillant, die Blickwinkelstabilität super. Dies gilt auch für die Bewegungsdarstellung.
Um den Ton kümmert sich ein 60 Watt starkes 2.1-System von Bang & Olufsen. Die akustische Räumlichkeit überzeugt, die Klarheit gefällt, das Bassvolumen empfinden wir als solide. Stimmen sind problemlos zu verstehen. Die Beosonic-Funktion erlaubt es, die tonale Stimmung in Echtzeit zu verändern. Über eine kreisförmige Oberfläche hat man Zugriff auf akustische Algorithmen, die den Klang-Charakter individuell verändern.




Der Testbericht TCL 65C7K (Gesamtwertung: 86, Preis/UVP: 1.200 Euro) ist in audiovision Ausgabe 8-2025 erschienen.
Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.
AV-Fazit
Für diesen Preis wird man nur schwer einen besseren 65-Zoll-Fernseher finden. Der 65C7K ist hell, begeistert durch sattes Schwarz, natürliche Farben, eine – bis auf den TV-Empfang – umfangreiche Ausstattung und überzeugenden Ton.
Jochen Wieloch

