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    av-Test

    Toshiba 55U7763DA (Test)

    24. Februar 20184 Minuten Lesezeit

    Fast drei Jahre nach dem Rückzug aus dem TV-

    Relikt: Obwohl der Toshiba 55U7763DA weder über 3D noch über eine Aufnahmefunktion verfügt, sind entsprechende Tasten auf der Fernbediedung vorhanden.

    Geschäft meldete sich Toshiba auf der IFA mit einer Palette an neuen Fernsehern zurück. Wie gut der einstige Traditionshersteller im Vergleich zu den Mitbewerbern dasteht, zeigt unser Test des 55U7763DA.

    Ausstattung und Praxis

    Tatsächlich hat Ende vergangenen Jahres der türkische Vestel-Konzern die Produktion und den Vertrieb von Toshiba-TVs übernommen – laut eines Unternehmenssprechers wurden die Geräte aber „in enger Zusammenarbeit mit dem japanischen Design-Team speziell für das Comeback entwickelt“.

    Äußerlich macht der U7763 durchaus eine gute Figur und wirkt zudem modern, obwohl das Gehäuse bei näherer Betrachtung recht kunststofflastig ist. Die Fernbedienung trifft nicht unseren Geschmack: Sie fühlt sich wenig wertig an und verfügt über eine unpassende Tastenbelegung. Zum Beispiel gibt es sowohl eine 3D- als auch eine Record-Taste, doch fehlen dem Gerät die entsprechenden Funktionen.

    Wie in früheren Zeiten: Als einziger Proband besitzt der Toshiba-TV analoge AV-Schnittstellen wie Scart und VGA. Die digitalen kommen jedoch keineswegs zu kurz.

     

    Darüber hinaus verzichtet Toshiba respektive Vestel als einziger Testkandidat auf HDR. 

    Aufgefrischt: Toshiba hat die frühere Benutzeroberfläche umgestaltet, sie wirkt aber verschachtelt. Außerdem gibt es wenige Smart-TV-Apps; Amazon Video fehlt.

    Dabei erfüllt der 55U7763DA mit seinem WCG-Panel (Wide Color Gamut) eine der wichtigsten Voraussetzungen für dynamikreiche Videos. Letztlich bleibt High Dynamic Range dem 75-Zöller aus der 67er-Serie und den X9-OLEDs vorbehalten, die sogar Dolby Vision unterstützen sollen.

    Viel Text um nichts: Die Sendersortierung ist zwar praxis­tauglich, doch zeigt sich der elektronische Programmführer recht trist. Aufnahmen sind nicht möglich.

    Alexa-kompatibel sind alle Modelle, nehmen also Sprachbefehle über Amazons Echo(-Dot)-Lautsprecher entgegen.

    Sound nach Geschmack: Tontüftler bekommen neben diversen automatischen Reglern einen Fünf-Band-Equalizer an die Hand. Der Klang an sich geht in Ordnung.

    Die Akustik des Fernsehers selbst lässt zu wünschen übrig: Bei höheren Schallpegeln beeinträchtigen Vibrationen den eigentlich passablen Klang.

    Bildqualität

    Meistens macht der Bildmodus „Natürlich“ seinem Namen keine Ehre, beim Toshiba ist er aber die beste Wahl – sofern man überhaupt von gut sprechen kann. Wie alle anderen wurde nämlich auch dieses Preset mit über 8.400 Kelvin zu kühl eingestellt und leistet sich in der Farbmessung starke Abweichungen; der Wechsel auf die Farbtemperatur „Warm“ verbessert Weiß sowie Grautöne (6.220 Kelvin), ungeachtet dessen bleiben die Delta-E-Fehler erhalten. Schade, denn bei ANSI-Kontrast (1.729:1) und Schwarzwert (0,026 Candela) kann der 55-Zöller durchaus überzeugen.

    Ungewohnter Anblick: Der Bildmodus „Natürlich“ ist farblich am neutralsten eingestellt, die Delta-E-Werte liegen mit 8,4 und 10,8 (Grau) aber weit abseits der Norm.
    Helligkeit und Farbdarstellung

    Auch wenn HDR vielmehr eine wegweisende TV-Technologie als nur ein temporärer Trend ist, verzichtet Toshiba im unteren Preissegment auf sie. Der 55U7763DA gehört leider dazu: Er kann kein High Dynamic Range verarbeiten und signalisiert das auch dem Zuspieler; in unserem Fall dem Samsung UBD-K8500. Folglich gibt die Quelle bloß SDR-Videos aus. Das führt dazu, dass in unserer HDR-Testsequenz Bereiche oberhalb von 650 Nits clippen, was man durch Absenken des TV-Kontrastreglers nicht beheben kann. Einzig Korrekturen im Player-Menü verhindern das Überstrahlen von Glanzlichtern.

    Letzte Rettung: In HDR-Szenen können helle Bereiche wie zum Beispiel Hautpartien schnell überstrahlen. Dann hilft bloß eine Kontrastabsenkung im Player-Menü.

    Neben HDR lässt der Fernseher leider auch wirksame Korrekturen der Kontrast- sowie Gamma-Charakteristik vermissen. Zudem passt der Farbraum nicht zu den verschiedenen Anwendungen: Das Spektrum erscheint in allen Bildmodi annähernd gleich und kann nicht zwischen SDR- und HDR-Quellen gezielt ungeschaltet werden. Immerhin gelingt es dem Toshiba, die erweiterten DCI-P3-Farben einigermaßen abzudecken. Sie wirken lebendiger und gerade bei Rot sowie Magenta intensiver als beim LCD-Rivalen LG 55UJ634V. Auch die starken Kontrast- und Schwarzwerte des 55U7763DA machen klar, dass das LCD-Panel grundsätzlich über Potenzial für eine ordentliche HDR-Darstellung verfügt. Die Leuchdichte liegt jedoch bei mageren 240 Candela und fällt aus einem Blickwinkel von 45 Grad weiter ab (64 Candela). Entsprechend dunkler erscheinen auch die Farben, sie driften aber wenig und verlassen deshalb die Koordinaten des Spektrums nicht.

    Wide Color Gamut: Der Toshiba 55U7763DA kommt annähernd an den DCI-P3-Farbraum heran, wobei Grün am stärksten eingeschränkt ist. Er unterstützt kein HDR.

    Weitere Kritik gibt es für die bescheidenen Helligkeitsreserven von 244 Candela sowie den eingeschränkten Blickwinkel. Die dreistufige Kinoglättung tröstet uns kaum, zumal TV-Material (insbesondere Sport) sichtbar verschmiert. Toshiba hat also noch viel aufzuholen, möchte man wieder als A-Marke mitmischen.

    Der Testbericht Toshiba 55U7763DA (Gesamtwertung: 59, Preis/UVP: 1100 Euro) ist in audiovision Ausgabe 12-2017 erschienen.

    Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.

    • Toshiba 55U7763DA (audiovision 12-2017)In den Warenkorb

      Toshiba 55U7763DA (audiovision 12-2017)

      PDF-Download €1,99

    AV-Fazit

    0 ausreichend

    Mit seinem großen Namen sowie einem schicken Design buhlt der Toshiba 55U7763DA um die Gunst der Cineasten. Das Display brilliert mit einer breiten Farbraumabdeckung, enttäuscht jedoch in Sachen Neutralität und Helligkeit. Zudem fällt die Ausstattung selbst in dieser Preisklasse mager aus.

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