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    JVC DLA-X35 (Test)

    1. April 20136 Minuten Lesezeit

    JVC DLA-X35 – D-ILA-Projektor für 3.000 Euro

    JVC DLA-X35 – D-ILA-Projektor für 3.000 €JVCs günstigster 3D-Projektor konzentriert sich auf’s Wesentliche: gute Farben, viel Licht und starker Kontrast.

    JVCs hochmoderne E-Shift-Technik erzeugt Pixel mit feinstem 4K-Raster. Doch die damit bestückten Modelle X55, X75 und X95 kosten 5.000, 7.000 und 10.000 Euro – zu viel für einen Großteil der Heimkinofans. Beim neuen X35 lässt JVC das 4K-Raster weg – und so den Preis auf 3.000 Euro purzeln. Für 3D-Fans fallen zusätzlich 149 Euro pro 3D-Brille und 99 Euro für den Funksender an.

    Installation und Bedienung

    Dank des feinen Füllfaktors der drei D-ILA-Panels projiziert der JVC X35 auch ohne E-Shift ein recht flächiges, kaum gerastertes Bild. Viele exklusive Merkmale teilt er sich mit den Top-Projektoren des Hauses, etwa die messerscharfe Optik mit Zweifach-Zoom oder den 2D-Lensshift mit motorischer Lens-Memory-Funktion, die verschiedene Positionen für Zoom, Fokus oder Lens-Shift speichert. Auch die Bewegungsverbesserung Clear Motion Drive und eine 3D-Simulation sind dabei. Nur der motorische Objektivschutz und erweiterte Bild­regler mit Farbmanagement fehlen.

    Auch der DLA-X35 filtert mit optischen Polarisationsfiltern (Wiregrids) nahezu jegliches Streulicht aus dem Strahlengang. Unser Testmuster liefert bei abgeblendeter Iris die halbe Lichtausbeute und einen nativen Kontrast von 40.000:1. Der größere X75 (Test in audiovision 2-2013) schaffte zwar 90.000:1, dafür schluckte seine Iris deutlich mehr Licht. Bei geöffneter Blende liegt der X35 auf dem Niveau des X75, manchmal sogar leicht darüber: Die Lichtausbeute erreicht 850 Lumen, der Im-Bild-Kontrast mit Weißfeld übertrifft die magische Grenze von 10.000:1 und der ANSI-Kontrast schafft überdurchschnittlich gute D-ILA-Werte von 350:1.

    Zur Anpassung der Farben stehen drei Farbprofile sowie Menüs mit RGB-Justagen für Farbtemperatur und Gamma bereit. Der HDMI-Pegel lässt sich direkt zwischen Video- oder PC-Level umschalten. Anstelle einer Overscan-Schaltung blendet der X35 unsaubere Bildränder über eine feinstufige Maskierung aus. Mit der beleuchteten Fernbedienung lassen sich die Bewegungsverbesserung CMD (Clear Motion Drive), sieben feste Bildmodi und fünf Speicher direkt umschalten. Vermisst haben wir nur eine Bildformat-Taste. Um etwa zwischen 4:3-Format und Letterbox-Zoom zu wechseln, muss man in zwei verschiedene Untermenüs. Schade ist, dass der im Eco-Modus leise Lüfter bei voller Lampenleistung gleich um sechs Dezibel anschwillt.

    JVC DLA-X35 – D-ILA-Projektor für 3.000 €

    Flexibel: Die beleuchtete Fernbedienung fährt mittels Lens-Memory-Funktion
    gespeicherte Werte für Zoom, Fokus und Lens-Shift motorisch an.

     

    Licht und Farbe

    Die sieben Bildmodi des JVC kombinieren verschiedene Presets für Farbtemperatur und Gamma. Bildbestimmend sind die drei Farbraum-Profile: Im Farbraum "Erweitert" erscheinen besonders intensive, aber bei Magenta und Rot stark überzogene Farben. Im Modus "Nativer Farbraum" sind alle Farben immer noch erweitert, aber besser ausbalanciert. Am besten trifft der Modus "Standard" die Norm. Er kombiniert minimal erweiterte Grundfarben mit natürlichen Mischfarben. Die leicht wandernde Grautreppe wirkt sich subjektiv kaum aus. Weiß erscheint bei heller respektive dunkler Lampenstufe mit 6.300 und 6.640 Kelvin sehr satt und unverfärbt auf der Leinwand. In Kombination mit der guten Lichtausbeute und dem grandiosen Kontrast sind deshalb dynamikreiche Bilder in düsteren ebenso wie in plakativen Szenen vorprogrammiert.
    Kritik setzt es aber für leichte, durch Shading verursachte Farbabweichungen, die je nach Muster unterschiedlich stark ausfallen. Bei unserem X75 waren sie kaum sichtbar, bei unserem X35 tendieren Grauflächen an der Seite zu einer kühleren Farbtemperatur. Gelbe Farben wandern zum Rand etwas in Richtung Gelbgrün. Eine leichte Besserung ergibt sich, wenn man den Projektor im HDMI-Modus "Erweitert" bei leicht gesenktem Kontrast betreibt. Dann werden auch ultraweiße und ultraschwarze Kontraste angezeigt, was eine optimale Einstellung von Helligkeit und Kontrast mit Testbildern vereinfacht.

    JVC DLA-X35 – D-ILA-Projektor für 3.000 €

     

    Kontrastwunder: Der knapp 15 Kilogramm schwere JVC DLA-X35 erreicht
    bei offener Iris locker den Topwert des 7.000 Euro teuren
    Modells X75 aus dem gleichen Haus.

    JVC DLA-X35 – D-ILA-Projektor für 3.000 €
    3D-Synchronisation per Funk: Am Mini-DIN-Anschluss lässt sich ein RF-Sender anstecken,
    der die 3D-Funkbrille sicher synchronisiert. Er kostet 100 Euro extra.

    JVC DLA-X35 – D-ILA-Projektor für 3.000 €

     

     

     

    Schärfe und Videoverarbeitung

    Halbbilder in SD-Auflösung wandelt der JVC in saubere Vollbilder um, allerdings flimmert die bekannt schwierige Strandszene der DVD "Sechs Tage, sieben Nächte" gelegentlich. Aus 1080i-Kinobildern vom HDTV-Receiver macht er zuverlässig scharfe Vollbilder. In der CMD-Stufe "24p / NTSC" rekons­truiert der Projektor bei NTSC-DVDs die originale Kinobildrate von 24 Hertz (Inverse Telecine). Clear Motion Drive glättet auf Wunsch Kinofilme in zwei Stufen. Im Vorspann zu "Casino Royale" erscheinen die Rouletteräder dann nicht in 24p-Darstellung mit leicht verwischter Doppelkante, sondern glatt rotierend mit scharfen Stegen. Artefakte sind dabei allerdings schon in Stufe "Niedrig" zu erkennen. Bei Camcordervideos mit 25 oder 30 Bewegtphasen pro Sekunde und erst recht bei TV-Material klappt es besser, da weniger Artefakte entstehen. Bei Fußball verwischen Ball und Rasen kaum, harte Konturen werden mit klarer Kante aufgelöst. Bei TV-Bildern ist es egal, ob die CMD-Stufe "Niedrig" oder "Hoch" eingestellt ist.

    JVC DLA-X35 – D-ILA-Projektor für 3.000 €
    Flexible RGB-Korrektur: Der X35 bietet RGB-Regler und Benutzerspeicher
    zur Feineinstellung von Gamma und Farbtemperatur.
     

    Mit seinen satten Farben und Kontrasten meistert der JVC X35 die nächtliche Montenegro-Szene aus "Casino Royale" souverän. Feine Farb- und Kontrastabstufungen in den Büschen und Wiesen neben dem Gleis erscheinen klar auf der Leinwand. Auch die hellen Szenen am Strand wirken plakativ, farbenprächtig und scharf. Gelegentlich stört Sha­ding die Homogenität, etwa beim in Schwarzweiß gedrehten Bond-Intro. Ansonsten beeindrucken die Plastizität und Schärfe der Projektion. Dank des famosen Kontrastumfangs und der randscharfen Zoom-Optik meißelt der Drei-Chip-Beamer die feinmaschige Laufkatze des Baukrans fast so scharf auf die Leinwand wie ein Ein-Chip-DLP, kennt aber keine Regenbogen-Blitzer. Die nächtlichen Szenen im Urwald von "Avatar" in 3D sehen ungemein plastisch, kontrastreich und farbintensiv aus.

    Die 3D-Bildqualität

    Die aufladbare Funkbrille wiegt nur 37 Gramm, sitzt fest und eignet sich auch gut für Brillenträger. Wichtigstes Qualitätskriterium ist die Helligkeit der 3D-Projektion. Sie lässt sich beim neuen X35 genauso feinstufig anpassen wie beim teureren X75; damit kann man wahlweise Helligkeit oder Übersprechen optimieren. Der X35 holt zwischen 100 und maximal 180 Lumen Helligkeit heraus; in der hellsten Stufe kann das Übersprechen dann aber lästig werden, und Doppelkonturen zeichnen sich bei hohem Kontrast gelegentlich ab. In Mittelstellung lässt der "Cross Talk" nach, und es reicht für 140 Lumen oder rechnerisch 1,2 Meter breite 3D-Bilder. Aufgrund des ausgezeichneten Kontrastumfangs gelingen dem X35 aber auch bei einer gut zwei Meter breiten Projektion knackscharfe Bilder, die gerade in dunklen Bereichen überzeugen. So bildet das satt gezeichnete schwarze Weltall zu Beginn von "Avatar" einen starken Kontrast zum bunten Raumschiff und den Sternen im Hintergrund. Große helle Flächen wie der weiße Himmel am Hubschrauber-Landeplatz erscheinen mit rund 6.700 Kelvin Farbtemperatur recht neutral, flackern aber. Dafür vermeidet JVCs 48-Hertz-Darstellung das unnatürliche 3:2-Pulldown-Ruckeln einer 60-Hertz-Projek­tion. Bewegte Motivkanten löst der Projektor in 3D ohne jedes Verwischen mit knackscharfer Doppelkante auf. Schwenks und Kamerafahrten wirken deshalb sehr plastisch, auch ohne die bei 3D-Filmen gesperrte CMD-Bewegungsglättung. Die integrierte 3D-Simulation mit regelbarem 3D-Effekt funktioniert sogar bei Fotos, produziert aber vor allem den Eindruck einer nach hinten gewölbten Leinwand und generiert keine wirklich überzeugenden Perspektiven.

    JVC DLA-X35 – D-ILA-Projektor für 3.000 €

     

     

     

     

    Fazit

    Der leicht abgespeckte 3D-Projektor DLA-X35 von JVC zeigt ein tolles Preis/Leistungs-Verhältnis. Seine scharfe, flexible Optik und die helle, kontraststarke Projektion überzeugen voll und ganz. Störend wirken nur die leichten Farbabweichungen aufgrund von Shading und der im hellen Lampenmodus etwas laute Lüfter.     Udo Ratai

    JVC DLA-X35 – D-ILA-Projektor für 3.000 €

     

    Technische Ausstattung und Bewertung

     
    JVC DLA-X35 – D-ILA-Projektor für 3.000 €

     

     

     

    Der Testbericht JVC DLA-X35 (Gesamtwertung: 84, Preis/UVP: 3000 Euro) ist in audiovision Ausgabe 4-2013 erschienen.

    Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.

    • JVC DLA-X35 (audiovision 4/2013)In den Warenkorb

      JVC DLA-X35 (audiovision 4/2013)

      PDF-Download €1,99

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