Mit der „Arc Ultra“ bringt Sonos das Nachfolgemodell der erfolgreichen „Arc“-Soundbar auf den Markt. Wo die Unterschiede liegen und was der „Ultra“-Tonbalken klanglich so leistet, zeigt uns ausführlicher Test.
Die neue „Arc Ultra“ kostet wie die Vorgängerin 1.000 Euro, bringt aber einige neue Funktionen mit. Der Klangbalken ist abermals in Schwarz oder Weiß erhältlich und besitzt auch wieder ein elegantes „Arc“-Design mit abgerundeter Front, das gegenüber dem Vorgängermodell allerdings etwas aufgefrischt wurde.
Für diesen Test holten wir uns zudem den neuen Subwoofer „Sub 4“ (900 Euro), der besonders bei Filmton den Basskeller erweitern soll, ins Hörzimmer. Im Duo kostet das Set auf der Sonos-Webseite rund 1.700 Euro, man spart sich also rund 200 Euro gegenüber dem Einzelkauf.
Zahlreiche Neuerungen
Mit einer Breite von knapp 111 Zentimetern gehört die Arc Ultra nicht zu den kleinsten ihrer Zunft, ist aber 3 Zentimeter schmaler als die Original-Arc. Auch die Höhe schrumpfte um 1,5 Zentimeter, womit der Riegel bei weniger Fernsehern etwas vom Bild verdeckt. Für die Wandmontage des 5,9 Kilogramm schweren Tonbalkens muss man die passende Halterung für 90 Euro bei Sonos erwerben.
Das ausgesprochen robust wirkende Gehäuse besteht wieder komplett aus Kunststoff, besonders in der weißen Version wirkt der matte Korpus edel und dürfte sich farblich gut in viele Wohnzimmer integrieren lassen. Die Einfassung des eigentlichen Schallkorpus auf der Rückseite fällt bei der Ultra um einiges größer aus und ragt nun bis zur Oberseite bzw. formt dort eine sichtbare Leiste, was bei der alten Arc nicht der Fall war. Auf dieser Leiste befinden sich über die Breite verteilt kapazitive Tasten zum Ein- und Ausschalten der integrierten Mikrofone, Play-Funktionen und die Lautstärkeregelung, die auf Berührungen bzw. Tippen und Wischen reagieren. Die Fernfeld-Mikrofone kann man über einen Schieber an der Rückseite der Bar auch dauerhaft abschalten.
Ein Display gibt es noch immer nicht, auf der Front schimmert durch das Gitter eine kleine Lichterleiste mit verschiedenen Farben, die zusammen mit Tönen Rückmeldung auf Befehle oder den Status der Bar geben – und deren Bedeutungen man schneller wieder vergessen hat, als man sie im Online-Handbuch nachgeschlagen hat. Die Einrichtung und ein Großteil der Bedienung erfolgt wie gehabt über die Sonos-App (siehe Kasten rechte Seite), dank HDMI-CEC-Steuerung kann man zumindest für die Lautstärkeregelung auch die Fernbedienung des TV-Apparats verwenden.
Im Inneren des Korpus befindet sich eine brandneue Architektur mit 14 von Sonos entwickelten Treibern, die von 15 Digitalverstärkern (offenbar zwei für den „Sound Motion“-Basstreiber) angetrieben werden. Die neue Sound-Motion-Technik (siehe Bild rechte Seite) nutzt im Vergleich zur ersten Arc ein verkleinertes, sehr fl aches Tiefton-Chassis mit Doppelmembran, das die zweifache Bassleistung liefern soll. Sieben Kalottenhochtöner möchten für klare Höhenfrequenzen und Dialoge sorgen, inklusive zwei nach oben gerichtete Hochtöner für 3D-Audio, die ihren Schall zur Decke werfen, von wo aus der Sound via Reflexionen zum Hörplatz gelangen soll. Mittlere Frequenzen übernehmen sechs weitere Chassis. Alle Treiber formen laut Sonos zusammen ein 9.1.4-System für 3D-Ton mit Dolby Atmos. Zum Vergleich: die alte Arc besaß eine 5.1.2-Architektur mit 11 Treibern.
Auf der Rückseite sitzen alle Anschlüsse, die recht übersichtlich ausfallen: eine LAN-Buchse und ein HDMI-Ausgang samt Enhanced Audio Return Channel (eARC). Ein Adapter, der HDMI auf eine Toslink-Buchse münzt, was nötig wird, sofern der Fernseher keine (e)ARC-Funktion besitzt, liegt jetzt nicht mehr bei und muss bei Bedarf separat gekauft werden. HDMI-Eingänge spart sich Sonos, alle Zuspieler (Blu-ray, Spielekonsole, Streamer usw.) werden demnach mit dem Fernseher verbunden, der deren Tonsignale via eARC an die Soundbar weiterleitet.
Apropos Decoder: Sonos setzt ausschließlich auf Dolby Atmos und niedriger aufgelöste Formate wie Dolby Digital+ und Dolby Digital – DTS:X ist hingegen nicht an Bord, was angesichts kaum vorhandener Filmtitel aber verschmerzbar ist. Leider werden DTS-HD-Signale nur in der komprimierten DTS-Variante akzeptiert. Immerhin bleibt die Bar nicht stumm, falls DTS-HD-Signale anliegen.


Hat man diese „Gängelei“ hinter sich gebracht, erfolgt die Einrichtung via WiFi, was praktisch von selbst gelingt. Zuerst mussten wir die App aktualisieren, dann zwischendurch die PIN-Nummer der Soundbar (befindet sich auf der Rückseite) eingeben. Danach wird die Bar mit dem persönlichen Sonos-Account verbunden. In unseren Fall folgte ein Firmware-Update der Bar, was durchlaufen werden musste. Nach wenigen Minuten war die Arc Ultra dann einsatzbereit bzw. das Hauptmenü zugänglich für weitere Einstellungen. Hier banden wir zuerst den Sub 4 ins System ein, der wie die Soundbar zuvor mit der App bzw. dem Sonos-Account verknüpft werden musste.

Mehr Streaming-Features
Der integrierte Quad-Core-Prozessor von ARM (4xA55) taktet mit bis zu 1,9 GHz und nutzt 2 Gigabyte SDRAM sowie 8 Gigabyte NVRAM. Die alte Arc baute auf einen ARM-Quad-Core mit 1,4 GHz (A53), ein Gigabyte SDRAM und 4 Gigabyte NVRAM. Neben Ethernet ist WLAN an Bord, das WiFi–Modul wurde aktualisiert und ist jetzt kompatibel zu den Netzen 802.11a/b/g/n/ac/ax.
Ein Internetzugang ist übrigens Pflicht, denn bereits für die Inbetriebnahme des Klangbalkens ist die Sonos-App notwendig. Für die App-Nutzung benötigt man zudem ein Sonos-Benutzerkonto, auf das die Soundbar angemeldet wird (siehe Kasten unten). Nach der Registrierung und der Einrichtung bietet die Sonos-App viele Optionen. So übernimmt die Software nicht nur die Steuerung, Quellenwahl und Klangmodifikation, sondern ermöglicht auch die Multiroom-Vernetzung. Die Sprachsteuerung funktioniert via Amazon Alexa und Sonos Voice Control; der Google Assistant wird hingegen nicht mehr unterstützt, Chromecast bleibt ebenfalls außen vor.
An Musik-Diensten ist alles dabei, was Rang und Namen hat, darunter Amazon Music, Apple Music, Deezer, Napster, Qobuz, Tidal und das Tune- In Webradio. Das kabellose Zuspielen von Musik gelingt zudem über Apple AirPlay 2, als Neuerung darf man jetzt auch via Bluetooth zuspielen, was mit der Original-Arc nicht möglich und eine große Ausstattungslücke war, die der Streaming-Spezialist hiermit geschlossen hat.
Für Klangtüftler bietet die App eine Dynamikanpassung (Nachtmodus), Lip-Sync und einen Equalizer für Bässe wie Höhen. Die Höhenkanäle lassen sich im Pegel einstellen, ebenso ein externer Subwoofer. Die Sprachverbesserung hat Sonos ausgebaut, die Lautstärke von Dialogen kann nun feiner abgestimmt werden. Die automatische Raumeinmessung „Trueplay“ klappt jetzt auch auf Tablets bzw. Smartphones mit dem Android- Betriebssystem, bisher war die Funktion nur mit iOS-Geräten möglich.
Sehr praktisch: Wer seine Mitbewohner nicht stören möchte, kann seinen Sonos „Ace“-Kopfhörer mit der Soundbar kabellos verbinden und damit sogar einen von der Soundbar erstellten 3D-Audiomix genießen.
Der Sub 4
Ein Subwoofer für die Arc Ultra ist zwar keine Pflicht (siehe Hörtest), aber die Kür. Mit 900 bzw. 700 Euro im Kombi-Pack ist der Sub 4 kein Billigheimer, seine Maße fallen mit 38,9 x 40,2 & 15,8 Zentimeter für diesen Betrag aber vergleichsweise klein aus. So lässt sich die knapp 12 Kilo schwere Tieftonbox unauffällig im Wohnzimmer unterbringen. Der Sub 4 kann ausschließlich mit Sonos-Produkten betrieben werden, die Verbindung zur App und damit zur Soundbar erfolgt über WLAN oder den integrierten LAN-Port; sonstige Verbindungsoptionen fehlen. Im Vergleich zum Sub 3 wurde die Prozessorleistung (jetzt ebenfalls ein ARM 4xA55, 1,9 GHz) erhöht, mehr Speicher (512 Megabyte DDR4, 4 Gigabyte eMMC) verbaut und der WiFi-Sender aktualisiert (auf 802.11a/b/g/n/ac/ax). Außerdem ist die schwarze bzw. weiße Oberfläche nun matt statt glänzend, womit die Erscheinung besser zu anderen Sonos-Produkten passt.
Die beiden elliptischen, von je einem Digitalverstärker angetriebenen Basstreiber mit 5 x 8 Zoll sitzen innen, sind aufeinander gerichtet und stoßen ihren Schall durch die mittige Öffnung ab. Die akustische Architektur sorgt laut Sonos für einen „Force-Cancelling-Effekt“, bedeutet im Klartext, dass nichts scheppern soll, wenn die Chassis am werkeln sind. Die Kopplung mit der Soundbar klappte problemlos über die Sonos-App.


Tonqualität
Zu Beginn ließen wir die Einmessfunktion ihre Arbeit verrichten, Bar und Sub wurden unkompliziert auf den Hörraum abgestimmt. So musizierte das Duo tonal ausgewogen und angenehm stressfrei; auch hohe Pegel wurden nicht nervig, Langzeithören mit Film und Musik war kein Problem. Bässe spielten sauber, ziemlich druckvoll und zudem tief; das hatten wir dem kleinen Sub 4 gar nicht zugetraut. Selbst bei deftigem Tiefton wie dem „Powerful Bass“ im Dolby-Democlip „Amaze“ machte der Sub 4 seine Arbeit ordentlich. Wer auf seine Nachbarn achten muss oder lieber leise hört, für den ebnet der „Nachtsound“-Modus Pegelspitzen und Bassgewitter erfolgreich ein.
Mit Musik kommt die Soundbar auch ohne den Sub 4 gut zurecht. Zwar kommen Bässe dann nicht mehr so tief in den Keller, in etwas höheren Basslagen reichte die Kompetenz der Arc Ultra aber locker aus, um auch Hip-Hop-Tracks mit Schmackes zu präsentieren. Bei Filmton hatten wir den Sub 4 dagegen lieber mit dabei.
In der Kategorie Räumlichkeit bot die Arc Ultra wie die Ur-Arc nur solides Mittelmaß, was angesichts fehlender Surround-Lautsprecher (diese sind nachrüstbar in Form der Sonos Smart Speaker „Era 300“) nicht wirklich verwundert. Für Stereo-Inhalte bzw. Stereo-Musik vermissten wir eine „Surround“-Taste, die virtuellen Raumklang produziert, denn so tönte alles recht stark auf die Breite der Soundbar fokussiert zum Ohr.
Das änderte sich mit Mehrkanal-Tonquellen nur bedingt. Denn selbst bei effektbetonten Atmos- Trailern wie „Amaze“, „Horizon“ oder „Shattered“ war von seitlich oder gar hinter dem Sitzplatz praktisch nichts zu hören. Vorne tat sich hingegen eine sehr große, breite und zudem luftige Klangbühne auf, die reichlich Eindruck machte. In der Disziplin „Deckensound“ konnte die Arc Ultra allerdings nicht punkten, wie beim Vorgängermodell schallten die Höhen-Sounds der Dolby-Clips „Audiosphere“ und „Leaf“ nur von vorne über der Soundbar.
Die Dialog-Verständlichkeit war ausgezeichnet – falls wir frontal zur Soundbar saßen. Bei seitlichen Hörwinkeln nahm die Klangtreue allerdings ab, Sprache tönte dann dumpfer bzw. verhangener. Die 3-stufi ge „Sprachverbesserung“ schaffte in dem Fall Abhilfe und brachte mehr Klarheit ins Spiel, ohne den Sound allzu sehr aufzuhellen.

Der Testbericht Sonos Arc Ultra & Sub 4 (Gesamtwertung: 77, Preis/UVP: 1.700 Euro) ist in audiovision Ausgabe 5-2025 erschienen.
Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.
AV-Fazit
Die neue Sonos Arc Ultra liefert guten Klang, sieht schick aus und punktet mit vielen Streaming-Optionen. Für vollwertigen Surround-Klang benötigt man allerdings zusätzliche Rear-Lautsprecher.
Andreas Oswald

