Sonoro hat sein „Meisterstück“ in der zweiten Generation auf den Markt gebracht. Es kostet zwar mehr als das Original, leistet dafür aber auch mehr.
Vor sechs Jahren setzte Sonoro mit seinem „Meisterstück“, das CD-Player, Radio, Streaming und Lautsprecher vereint, ein echtes Ausrufezeichen in der hiesigen Hifi-Landschaft – und unserem Testlabor. Entsprechend hoch waren die Erwartungen an den Nachfolger, der mit dem Understatement-Zusatz „Gen.2“ daherkommt.
Optisch werden diese schon mal erfüllt, auch wenn sich über Geschmack ja bekanntlich streiten lässt. Zwar sind die Maße 57 x 26,2 x 16,8 cm (B/T/H) und das mit hochwertigem Lack veredelte 10 Kilo schwere Holzgehäuse geblieben, doch die Front kommt völlig neu daher. Im Gegensatz zum Vorgänger wurde sie komplett aus einem Aluminiumkorpus gefräst. Die Drehregler und Knöpfe am Gerät sind alle aus Vollmetall und fühlen sich hochwertig an. Ein weiterer Pluspunkt ist das gegenüber dem Vorgänger von 2,8 auf 4 Zoll gewachsene, dimmbare Farb-Display, das unter anderem über die aktuelle Musik quelle informiert. Gewachsen ist auch der Preis, und zwar von zuletzt 1.200 auf 1.400 Euro. Als Farbvarianten stehen Weiß, Graphit und Schwarz zur Wahl, auf die früher verfügbaren Holztöne muss man verzichten.
Jetzt mit HDMI
Auch hinten ist einiges neu, unter anderem eine HDMI-Buchse mit eARC-Funktion. Das verbessert und vereinfacht den Anschluss eines Fernsehers, denn dank integrierter CEC-Funktion lassen sich die beiden HDMI-Geräte mit nur einer Fernbedienung steuern. Doch HDMI ist nicht der einzige Buchsen-Neuzugang, so sitzt neben dem USB-A-Anschluss jetzt ein USB-C-Port, über beide kann man nicht nur Musik zuspielen, sondern auch sein Smartphone laden. Zudem wird der optische Eingang durch eine koaxiale Variante ergänzt.
Die meisten dürften ihre Musik aber kabellos zuspielen, hierfür stehen Blue tooth (aptX), Apple AirPlay und Google Chrome cast zur Verfügung. Bluetooth liegt sogar in bidirektionaler Form vor, man kann also Musik vom Meisterstück an einen Kopfhörer oder einen Smartspeaker schicken, was im Test auch wunderbar funktionierte. Eine Reihe von Musik-Diensten wie Spotify Connect und TIDAL Connect sind bereits integriert. Die Steuerung erfolgt am Gerät, per neu gestalteter Fernbedienung (Bild links) oder mit Hilfe der Sonoro-Audio-App (siehe Kasten).
Auch die Fernbedienung wurde überarbeitet. Der neue Steuerstab wirkt hochwertiger und ist etwas schwerer. Die Anzahl der Tasten wurde verringert (man kann u.a. die Quellen nicht mehr direkt auswählen), dafür gibt es jetzt ein großes Steuerkreuz zur intuitiveren Navigation.

Sie erlaubt nicht nur die Steuerung, sondern bietet auch Zugriff auf weitere Streaming-Dienste wie Amazon Music, Deezer, Napster und Qobuz, die im Gerät selbst nicht integriert sind. Im Test gefiel uns die App gut, auch wenn sie auf unserem iPad der 5. Generation zweimal abstürzte und die Menüstruktur optimierbar ist (warum „Favoriten“ und „Einstellungen“?) Diese Kinderkrankheiten sollte aber ein Software-Update beheben. Das kommt ohnehin, da die Integration in ein Control-4-System noch aussteht. Die Raumeinmess-Funktion ist nicht an Bord, dafür gibt es eine eigene App.

Gleiche Boxen, besseres DSP
Die für den guten Ton verantwortliche Chassis-Bestückung blieb weitgehend unverändert. Die 20-mm-Hochtöner sind im linken und rechten oberen Eck der Front montiert, etwas eingerückt folgen die 7-cm-Mitteltöner. Der Tieftöner mit 13-cm-Durchmesser sitzt im Gehäuseboden und erhält Unterstützung von einem ebenfalls nach unten abstrahlenden Bassreflexrohr. Nach wie vor hat jeder verbaute Lautsprecher seine eigene Class-D-Endstufe. In Anbetracht dieser Tatsache verwundert es nicht, dass die Tonqualität des 2.1-Systems nicht dramatisch anders ist als beim alten Meisterstück, das bereits hervorragend klang.
Dank mehr DSP-Power kann man trotzdem ein Plus an Klangqualität erzielen, vor allem in akustisch problematischen Umgebungen. Denn mit Hilfe einer Raumkorrektur-App lässt sich der Ton für die eigene Hörumgebung optimieren. Zudem arbeitet die neue „Dynamic Bass“-Schaltung besser als die entsprechende DSP-Variante im alten Meisterstück und eine 3D-Sound-Funktion erweitert das Klangfeld über die Abmessungen des Gerätes hinaus. Frei aufgestellt mit genügend Wandabstand kann man auf die elektronischen Helferlein aller dings weitgehend verzichten.

Starke Klang-Performance
Denn bereits in der Standardeinstellung ist die Klangqualität für ein Gerät dieser Größe hervorragend. Das Meisterstück der zweiten Generation strotzt regelrecht vor Spielfreude, egal ob man es mit klassischer Pop-Rock-Ware wie „Bad“, „Hotel California“ oder „Shake It Off“ versorgt. Alles klingt wunderbar unangestrengt. Bei basslastigen Hip-Hop-Stücken kann es sich empfehlen, über den Equalizer etwas Druck rauszunehmen. Bei leiseren Lautstärken sollte man hingegen die „Dynamic Bass“-Funktion bemühen. Ein weiteres Klang-Highlight ist das Stereopanorama, das ausgeprägter ist, als man es angesichts des geringen Boxenabstands erwarten würde und sich über die „3D-Sound“-Aktivierung noch steigern lässt. Hiervon profitiert auch der Filmfan, der beim Betrieb eines Meisterstücks in der Nähe des Fernsehers auf eine Soundbar verzichten kann.


Der Testbericht Sonoro Meisterstück (Gen.2) (Gesamtwertung: Sehr gut, Preis/UVP: 1.400 Euro) ist in audiovision Ausgabe 3-2024 erschienen.
Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.
AV-Fazit
Hervorragender Klang bei Film und Musik, beste Bedienung und Vollausstattung inklusive App – mit der zweiten Generation seines Meisterstücks hat Sonoro einen Volltreffer gelandet.
Christoph Steinecke

