Wann ist es am günstigsten, die Waschmaschine oder den Wäschetrockner zu benutzen? Wie hoch ist aktuell der eigene Energieverbrauch im Haushalt? Diese Fragen stellen sich immer mehr Verbraucher – Transparenz beim Energieverbrauch ist gefragt. Sogenannte Smart Meter, intelligente Verbrauchszähler, schaffen eben diese Transparenz und helfen dabei, Energie zu Hause effizienter zu nutzen. Sie sind damit ein wichtiger Baustein der Energiewende und ermöglichen die Nutzung dynamischer Energietarife.
Smart Meter, d.h. intelligente Messsysteme, haben zwei Bestandteile: einen digitalen Stromzähler und ein Kommunikationsmodul, das sogenannte Smart-Meter-Gateway. Letzteres überträgt die vom Messsystem ermittelten Verbrauchswerte verschlüsselt an den Messstellenbetreiber.
Optimierter Energieverbrauch
In den Haushalten ist für die Steuerung und Optimierung des Energieverbrauchs ein „Home Energy Management System“ (HEMS) – erforderlich. Damit wird das Zusammenspiel aus energieverbrauchenden Geräten, Photovoltaikanlage, Energiespeicher, Wärmepumpe und Wallbox koordiniert. Dem HEMS kommt dabei die Rolle des übergeordneten Systems zu, das alle vorhandenen Komponenten der lokalen Energielösung überwacht, deren Daten kontinuierlich erfasst und den eigenen Energieverbrauch beispielsweise so steuert, dass die erzeugte Energie der hauseigenen Photovoltaik-Anlage überwiegend auch selbst genutzt werden kann.
Moderne Systeme beziehen dabei sogar die Wettervorhersagen ein, um eine Prognose des Ertrags der Photovoltaik-Anlage zu erstellen. Damit kann der Energieverbrauch vorausschauend geplant und die Geräte im Haus über die Smart Home-Steuerung dann genutzt werden, wenn die optimalen Energie-Bedingungen vorliegen. Viele Elektrohausgeräte wie Waschmaschinen, Wäschetrockner oder Spülmaschinen sind vernetzungsfähig und lassen sich entsprechend in eine solche Smart Home-Umgebung integrieren. So kann deren Nutzung auch für den kostengünstigsten Energiebezug definiert werden.
Elektro-Hausgeräte sind bereit für Smart Meter
Aktuelle Zahlen der GFU und ihres Partners NIQ zeigen einen durchschnittlichen Anteil von 22 Prozent vernetzbarer Elektro-Haushalt-Großgeräte an den insgesamt verkauften Stückzahlen. Geschirrspüler haben mit 48 Prozent innerhalb ihrer Kategorie vernetzbarer Geräte aktuell den größten Anteil, gefolgt von Waschmaschinen mit 33 Prozent und Wäschetrocknern mit 32 Prozent
„Unsere Branche ist mit ihrem Produktangebot auf den Einsatz von Smart Meter sehr gut vorbereitet und stellt damit einen wichtigen Baustein der Energiewende“, so das Fazit von Chardon.
Smart-Meter-Rollout gesetzlich geregelt
Der Smart-Meter-Rollout bezeichnet den gesetzlich geregelten, schrittweisen Einbau intelligenter Messsysteme in deutschen Haushalten und Unternehmen. Grundlage ist das Messstellenbetriebsgesetz (MsbG), das seit 2017 den Austausch alter Stromzähler gegen digitale Zähler vorschreibt. Ziel ist die Digitalisierung als Voraussetzung für die Energiewende.
Diese Ziele sollen durch den Rollout der Smart Meter erreicht werden: Transparenz – Verbraucher sehen mit dem Smart Meter genau, wann sie wie viel Energie aus dem Netz verbrauchen. Dynamische Energietarife, die sich an den Preisen der Strombörse orientieren, können nur mit Smart Meter genutzt werden. Stichwort Netzstabilität: Zur Entlastung der Stromnetze können die Netzbetreiber Verbrauch und Erzeugung aufeinander abstimmen und optimieren, wodurch das Stromnetz entlastet wird. Und über das Gateway können Energieverbraucher, also Geräte wie Wärmepumpen und Wallboxen, ferngesteuert werden. Dies erlaubt reduziert Netzentgelte.
Die Bundesnetzagentur erhebt regelmäßig die Ausstattungsquote der Haushalte mit einem Smart-Meter. Bundesweit sind bislang den Daten der BNetzA zufolge 5,9 Prozent der Haushalte mit einem Smart Meter ausgestattet – Ende September 2025 waren es 3,8 Prozent. Bis Ende 2028 müssen mindestens 50 %, bis Ende 2030 mindestens 95 % und bis spätestens 2032 müssen alle Haushalte in Deutschland mit einem digitalen Stromzähler ausgestattet sein, so die Zielsetzung.
