Philips‘ „The One“ hört in diesem Modelljahrgang auf den Produktnamen PUS9000. Das Konzept und die Idee hinter der TV-Serie ist gleich geblieben: So versprechen die Niederländer „einen Fernseher mit der Leistung und den wichtigsten Funktionen eines High-End-TVs, aber zu einem wettbewerbsfähigen Preis des mittleren Segments“. Mit 43, 50, 55, 65, 75 und 85 Zoll ist der PUS9000 in vielen Display-Größen erhältlich. Preislich geht es bei 1.000 Euro los, für den XXL-Boliden verlangt Philips 3.000 Euro. Der von uns getestete 65PUS9000 kostet regulär 1.600 Euro, ist im Netz aber schon deutlich günstiger zu haben. In diesem Modelljahrgang stattet Philips den mit LCD-Technik arbeitenden „The One“ erstmals mit Quantum Dots für reinere Farben aus.
Die Modelle bis 65 Zoll stehen auf einem schwenkbaren Standfuß, den 75- und den 85-Zöller hat Philips mit zwei abgerundeten Metallfüßen ausgestattet. Der Standfuß unseres 65-Zölllers ist mit Kunststoff ummantelt, aber schwer und hochwertig verarbeitet. An die Wand bringt man den Fernseher mit jeder Wandhalterung, die die VESA-Norm 300 x 300 Millimeter unterstützt. In der Tiefe kommt der Flat-TV auf 8,4 Zentimeter – das ist stattlich, aber der Bildschirmtechnik geschuldet. Geräte mit OLED- oder Mini-LED-Technik lassen sich einfach schmaler bauen.
Ausstattung und Praxis
Der 65PUS9000 bietet fast alles, was der durchschnittliche Nutzer im TV- und Spiele-Alltag benötigt. Alle vier HDMI-Ports unterstützen den 2.1-Standard – und damit den Auto Low Latency Mode (ALLM), eine Variable Refresh Rate (VRR) sowie 4K-Bildwiederholraten von bis zu 144 Hertz. Gamer profitieren im Zusammenspiel mit kompatiblen Grafikkarten von FreeSync-Premium und damit von einer flüssigeren Spieledarstellung auf dem Panel. Ein Minus in der Ausstattungstabelle: Der Flachmann kann keine TV-Programme auf einer USB-Festplatte aufnehmen. Daher reichen die Single-Tuner für Kabel, Satellit und DVB-T2.
„The One“ wäre kein echter Philips, würde Ambilight die Wand hinter ihm nicht optisch ansprechend illuminieren. Verbaut ist die dreiseitige Variante, die man gemäß den eigenen Wünschen modifizieren kann. Zur Auswahl stehen unter anderem eine Anpassung an die Wandfarbe, ein Spielmodus sowie das Setting „Ambilight Musik“.
Beleuchtet: Philips bietet die Fernbedienung in zwei Varianten an. Das einfachere Modell vom „The One“ wird mit Batterien betrieben und kann nicht per USB-C geladen werden. Die seitlichen Flanken bestehen zudem aus Kunststoff und nicht aus Metall. Aufgrund der eingelegten Batterien fällt der Steuerstab etwas dicker aus als die Variante mit fest verbautem Akku.



Unter den auf der Startseite aufgeführten Apps findet man bei Titan OS Empfehlungen und Vorschauen auf Filme und Serien. Die Suchfunktion arbeitet plattformübergreifend. Zur Verfügung steht unter anderem eine Genre-Auswahl. Die Software erlaubt die Einbindung von Smart-Home-Geräten, die den aktuellen Matter-Standard nutzen. Titan OS reagiert auf Sprachbefehle via Amazon Alexa, außerdem kooperiert der Flachmann mit Google Home. Kompatibel ist der „The One“ 65PUS9000 zudem mit Google Smart-Lautsprechern und Apple AirPlay. Dadurch lassen sich Musik, Fotos und Videos komfortabel von iPhones oder iPads auf den Flat-TV streamen.

Eine Überraschung erleben wir beim Betriebssystem. Der PUS9000 arbeitet nicht wie sein Vorgänger mit Android und/oder Google TV, sondern mit Titan OS (siehe Kasten rechte Seite). Ins Internet eingebunden wird der Philips per Ethernetkabel oder via WLAN. Bei Bedarf analysiert der Apparat die räumlichen Gegebenheiten, um Bild und Ton in Eigenregie anzupassen. Die handliche Fernbedienung überzeugt ebenfalls. Sie besteht zwar „nur“ aus Kunststoff, ist jedoch hochwertig verarbeitet, beleuchtet und bietet Direktwahltasten für Netflix, Amazon Prime Video, Disney+, YouTube und das kostenlose Streaming-Portal Channels. Das mittlere Steuerkreuz, auf dem sich die Zifferntasten befinden, ist zu plan.
Beim Prozessor vertraut Philips auf die P5 Perfect Picture Engine, der leistungsfähigere P5 AI-Prozessor ist den Spitzen-OLEDs vorbehalten. Philips verspricht beim „The One“ Details mit mehr Tiefenwirkung, lebendige Farben und realistische Hauttöne. Ein Lichtsensor misst die Farbtemperatur, um in Echtzeit den Weißpunkt des Panels dem Licht im Raum anzupassen. Zudem versucht der Prozessor, die Parameter Helligkeit, Gamma und Farbwiedergabe möglichst exakt auf das Umgebungslicht abzustimmen.
Bild- und Tonqualität
Mit einer maximalen Leuchtkraft von rund 530 Candela in den Settings „HDR Kristallklar“, „HDR Heimkino“ und im farblich besten Modus „HDR Film“ ist der 65PUS9000 nicht der Hellste, aber fit für den TV-Alltag. Vorbildlich: Die Leuchtkraft bleibt unabhängig vom Weißanteil des Bildes konstant auf einem Niveau. Der ANSI-Kontrast von 1.280:1 fällt solide aus.



Dass sich der „The One“ für HDR-Darstellungen dennoch eignet (unterstützt werden die Formate HLG, HDR10, HDR10+ und Dolby Vision), sieht man schon in der YouTube-Doku über die schönsten Orte der Erde. Im „Kristallklar“-Modus brennt der Philips ein knackiges und plastisches Bild auf sein Panel, was farblich allerdings übertreibt. „Heimkino“ ist immer noch lebendig, während „Film“ die natürlichsten Farben liefert und angenehm räumlich und scharf erscheint. Bewegungen gelingen auf dem 100-Hertz-Bildschirm mit schöner Geschmeidigkeit, am besten wählt man hierfür in den „Bewegungseinstellungen“ die Voreinstellung „Gleichmäßig“.
Bei der Schwarzdarstellung haben wir angesichts eines verbauten Edge-Backlights keine allzu hohen Erwartungen. Ein bisschen mehr hätten wir für 1.600 Euro aber erhofft. Selbst bei frontaler Draufsicht ist Schwarz nur düsteres Grau – zumindest in einem abgedunkelten Raum. Die Homogenität der Ausleuchtung ist ebenfalls suboptimal, speziell in den Ecken ist das Panel sichtbar hinterleuchtet. Bei seitlichen Blickwinkeln mischt sich punktuell ein Blaustich hinzu. Im Gegensatz zu einem OLED oder einem Mini-LED-Modell sind Cinemascope-Balken im komplett abgedunkelten Raum folglich stets sichtbar. Bei farbigen Inhalten lassen Kontrast und Farbintensität spürbar nach.
Die Skaliereigenschaften des 65PUS9000 gefallen uns hingegen gut. HD-Material erscheint schön scharf und mit angenehmer Raumtiefe. Details sind klar zu erkennen. Diagonale Linien etwa an Hausfassaden zeigt der Philips sauber gezeichnet und frei von Ausfransungen.
Das 40 Watt starke 2.0-Kanal-Soundsystem besteht aus vier je 10 Watt leistenden Lautsprechern. Unterstützt werden Dolby Atmos und DTS:X. DTS Play-Fi gestattet es, den Flachmann mit kabellosen Speakern zu verbinden oder als zentralen Lautsprecher in ein Heimkinosystem einzubinden.
Philips erlaubt das Anlegen individueller Hörprofile und eine automatische Raumkalibrierung. Stimmlich ist der 65-Zöller voll da. Auch Musik kann sich auf dem Flat-TV hören lassen. Die Klangbühne ist breit, Höhen sind sauber, das Bassvolumen gefällt für ein Gerät in dieser Preisklasse. Im „AI“-Modus“ kümmert sich der Philips in Eigenregie um die beste Soundabstimmung – das Ergebnis war für unsere Ohren allerdings nicht immer stimmig.


Der Testbericht Philips 65PUS9000 (Gesamtwertung: 78, Preis/UVP: 1.600 Euro) ist in audiovision Ausgabe 12-2025 erschienen.
Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.
AV-Fazit
Im TV-Alltag ist der Philips ein empfehlenswerter Flachmann zum fairen Preis mit überzeugendem Ton. Das neue Betriebssystem Titan ist flott und schnell, und mit dem Alleinstellungsmerkmal Ambilight sammelt der 65-Zöller ebenfalls Pluspunkte.
Jochen Wieloch

