Mit der nuZeo 3 präsentiert Nubert quasi die Wohnzimmer-Variante zur Aktiv-Box nuPro XS-4000 RC, die eher für Studio-Anwendungen gedacht ist. Die nuZeo 3 kostet 950 Euro pro Stück, das von uns getestete Stereo-Pärchen schlägt daher mit 1.900 Euro zu Buche. Verändert hat sich die Optik, denn die nuZeo lässt das Quadrat-Design fallen und setzt auf eine Trapez-Form mit geschwungenen Frontkanten. Das sieht edel aus, nicht zuletzt aufgrund des Hochglanz-Klavierlack-Finishs. Wählen kann man zwischen schwarzer und weißer Gehäusefarbe. Jede Box wird mit zwei Traversen als Füße geliefert, die man aber nicht zwangsweise montieren muss. Bei einer Montage sollte man aufpassen, dass die Unterseite nicht verkratzt. Optional sind speziell auf die nuZeo 3 zugeschnittene Stative, für die Nubert 180 Euro pro Stück veranschlagt.
Im Design schlägt die nuZeo 3 die XS-4000 für unseren Geschmack um Längen. In puncto Konnektivität und Bedienbarkeit sieht die Sache anders aus. So gibt es weder eine Fernbedienung noch ein Display, stattdessen erfolgt die Steuerung auf der Rückseite der Box – oder mit Nuberts App „X-Connect“, die weitere Funktionen wie eine Raumeinmessung für den Tiefton (von 20 bis 160 Hz), Bass und Mitten/Höhenregler, Balance, Loudness sowie einen 5-Band-EQ zur Verfügung stellt.
Per Kabel kann die Signalübertragung zur nuZeo über zwei Koax-Buchsen sowie je einmal RCA (Cinch), XLR oder AES/EBU erfolgen. Am Line-Ausgang (Cinch) darf man für die Stereo-Wiedergabe eine zweite nuZeo 3 verkabeln. Dank Nuberts eigenem Funkprotokoll „X-Connect“ bzw. „X-Connect Surround“ lässt sich die Stereo-Verbindung auch drahtlos herstellen oder die Box in ein Mehrkanal-Set einbinden. Im Vergleich zur XS4000 fehlen die beiden Toslink-Buchsen, der USB-B-Port für den PC-Betrieb sowie der USB-A-Port, der entweder zum Laden von Geräten oder via Adapter als HDMI-ARC genutzt werden kann.
Das Streaming gelingt über Blue tooth, LAN und WLAN gibt es nicht. Analog sind ein Stereoeingang (Cinch) sowie 8 Cinch-Ausgänge für eine Verbindung zu Endstufen oder Aktiv-Boxen wie der nuZeo 3 vorhanden. 8 weitere Kanäle können über Nuberts Funkstandard „X-Connect Surround“ eingebunden werden. Boxen-Setups werden mit bis zu 7.1.4-Kanäle unterstützt, Nuberts Raumeinmessung „X-Room-Calibration“ ist ebenso dabei. Dank Bildschirmmenü gelingt die Steuerung über die beiliegende Fernbedienung einfach, alternativ lässt sich Nuberts „X-Remote“-App nutzen.

Streaming per WLAN und Bluetooth wird leider nicht unterstützt. Wer trotzdem drahtlos Musik genießen möchte, muss auf einen entsprechenden Spielgefährten wie Nuberts Vorverstärker nuControl X oder dem nuXinema preAV zurückgreifen (siehe Kasten).
Großer Klang aus kleiner Box
Das mit einer 200 Watt leistenden Doppel-Endstufe ausgestattete 2-Wege-System des Lautsprechers verfügt über eine 2,6-cm-Hochtonkalotte mit Kunstseide (Tetoron) als Membranmaterial. Der 14,8 cm große Tieftöner besteht aus Carbonfasern und ist ebenfalls eine Neuentwicklung von Nubert. Im Hörtest spielten die mit einer Höhe von 33 Zentimetern fast zierlich wirkenden Boxen ohne hörbare Verfärbung, agierten dabei schön anspringend und lebendig – von Langeweile oder Traurigkeit keine Spur. Bässe rissen keine Bäume aus, fügten sich aber ausgewogen ins erwachsene Klangbild. Der Tiefton hatte Volumen, Punch und pumpte knackig wie konturiert seine Wellen in den Hörraum. Im Hochton agierten die nuZeo 3 fein, detailliert und luftig für ein transparentes Klangbild. Gesang und Instrumente lösten sich schön von den Boxen und formten eine dreidimensionale Bühne.

Der Testbericht Nubert nuZeo 3 (Gesamtwertung: Sehr gut, Preis/UVP: 1.900 Euro) ist in audiovision Ausgabe 5-2025 erschienen.
Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.
AV-Fazit
Nuberts neuer Aktiv-Lautsprecher nuZeo 3 klingt klasse, sieht edel aus und lässt sich mit anderen Nubert-Speakern perfekt kombinieren. Streaming-Freunde brauchen allerdings zusätzlich Elektronik.
Andreas Oswald

