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    KI-Anwendungen: Auf den konkreten Nutzen kommt es an

    28. Mai 20243 Minuten Lesezeit

    Konsument:innen in Deutschland haben auch weiterhin Vorbehalte gegenüber Künstlicher Intelligenz (KI) – das zeigen die Ergebnisse einer repräsentativen Befragung, die YouGov im Auftrag der Branchenorganisation gfu Consumer & Home Electronics durchgeführt hat. Allerdings werden auf KI basierende Technologien nicht pauschal abgelehnt. Vielmehr zählt der konkrete Anwendungsfall, der über Zustimmung oder Ablehnung entscheidet.

    Eine deutliche Mehrheit von 63 Prozent der Befragten kann sich beispielsweise mit der Idee einer Waschmaschine anfreunden, bei der die KI die Art und den Verschmutzungsgrad der Wäsche erkennt und automatisch die Waschmittelmenge und das richtige Programm wählt. Nur ein knappes Drittel (32 %) will so eine Funktion nicht haben.

    Mehrheitlich interessant ist auch eine KI, die Bewegungsmuster lernt und dann die Heizung entsprechend den Anwesenheitszeiten der Hausbewohner und -Bewohnerinnen automatisch regelt. 60 Prozent können sich hier eine Nutzung vorstellen. Wiederum ein gutes Drittel (34 %) lehnt derzeit so eine Nutzung ab.

    Die Zukunft des Haustürschlüssels ist hingegen aktuell nicht von der KI bedroht. Eine durch künstliche Intelligenz gesteuerte automatische Zugangsberechtigung für das Haus oder die Wohnung trifft auf weniger Befürworter. 39 Prozent können sich dies vorstellen, eine klare Mehrheit von 55 % würde eine solche Funktion nicht nutzen.

    Gewünschte KI-Eigenschaften bei Hausgeräten
    Ressourcen- und besonders Energieeffizienz sind die für die Befragten wichtigsten Eigenschaften, zu denen KI bei Produkten im Hausgerätebereich beitragen kann. 48 % sehen einen optimierten Energieverbrauch als den wichtigsten Beitrag, den eine KI liefern kann. Mit deutlichem Abstand folgen Wartungs- und Diagnose-Funktionen (32 %) sowie optimierte Wasch- und Trockenzyklen bei Waschmaschinen (26 %). Für eher kleinere Gruppen sind weitere Funktionen interessant: KI-unterstützte Smart-Home Integration (19 %), Sprachsteuerung (18 %), Automatisierung der verschiedenen Abläufe in der Küche und Lebensmittelmanagement im Kühlschrank (jeweils 17 %).

    Ebenfalls 17 Prozent sagen, dass keine der abgefragten Funktionen für sie interessant wären. Übergroße Fangruppen kann KI im Hausgerätebereich also nicht verzeichnen, doch diejenigen, die sich für bestimmte Anwendungen interessieren, sind auch bereit, für diese einen Aufpreis zu zahlen. Je nach abgefragter Anwendung ist bei 70 bis 78 Prozent der Interessenten eine Aufpreisbereitschaft vorhanden.

    Gewünschte KI-Eigenschaften bei Consumer Electronics
    Auch bei Consumer Electronics ist Energieeffizienz der wichtigste Beitrag, den KI nach Meinung der Befragten liefern kann (37 %). Automatische Übersetzungen von Sprache durch Smartphones oder Kopfhörer rangiert auf Platz 2 (28 %). Sicherheitsfunktionen (26 %) folgen knapp dahinter. Verbesserungen von Bild und Ton mit Hilfe von KI und Sprachsteuerung liegen bei jeweils 18 Prozent. Vorausschauende Wartung (16 %) und automatische Anpassungen an Umgebungsbedingungen (15 %) folgen dahinter. Eher abgeschlagen im einstelligen Bereich liegen „personalisierte Nutzererfahrungen“, also beispielsweise Programmvorschläge durch die KI (9 %) oder Personalisierung beim Gaming (8 %). Dahinter liegt nur noch die Gesten-Erkennung und -Steuerung mit sieben Prozent. Allerdings gilt auch für KI-Anwendungen in der Consumer Electronics, dass die Interessenten für ein KI-Feature bereit sind, Aufpreise zu zahlen. Je nach KI-Funktion ist bei 68 bis 80 Prozent der an bestimmten Anwendungen interessierten auch eine Zahlungsbereitschaft für den zusätzlichen Nutzen vorhanden.

    „Wir beobachten eine sich wandelnde Sicht auf Künstliche Intelligenz, da diese Technologie zunehmend in Produkte und damit in den Alltag integriert wird“, erklärt Dr. Sara Warneke, Geschäftsführerin der gfu Consumer & Home Electronics GmbH. „Trotz anfänglicher Vorbehalte in Deutschland sind wir zuversichtlich, dass sich die Einstellung schrittweise ändern wird, insbesondere wenn die Nutzer:innen dadurch einen deutlichen Mehrwert erfahren.“

     

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