Canton serviert mit dem 570 Euro günstigen SUB 501 ein rundum gelungenes Kraftpaket – allerdings nur im Netz.
Canton verkauft seine Produkte nicht nur über den stationären Handel, sondern auch im eigenem Web-Shop. Eine komplette Boxenserie, die auf den aussagekräftigen Namen „Online Exklusiv“ hört, sogar ausschließlich dort. Mit dem SUB 501 bekommt die Internet-Lautsprecherfamilie nun Zuwachs.
Technik
Seine Bauweise mit dem angetriebenen Chassis auf der Front und einer gleichgroßen Passivmembran im Gehäuseboden setzt der hessische Boxenbauer häufiger ein. Aus gutem Grund: Verspricht sie neben einem störgeräuscharmen Tiefbass, es gibt kein Reflexrohr und somit keine Strömungsgeräusche, auch eine harmonische Ankopplung an den Raum durch die Nähe des Passivschwingers zum Boden. Wie üblich sorgen die Entwickler durch stabile Standfüße für einen definierten Abstand zum Fußboden.
Mit gut 30 Zentimetern Durchmesser kommen beide Chassis mit ordentlich Membranfläche daher. Das Chassis auf der Front verfügt über eine konusförmige Membran aus einer Titanlegierung samt großer Staubschutzkalotte. Die Passivmembran ist komplett flach und aufwändig versteift.
Durch seine Eingänge auf Lautsprecherpegel ergänzend zu den normalen Cinch-Eingangsbuchsen bietet sich der SUB 501 auch für Stereo-Verstärker ohne Subwoofer-Ausgang an – das findet man heute nicht mehr oft. Fürs Heimkino ist er ebenfalls gut gerüstet: Denn neben Pegel und Trennfrequenz lässt sich seine Phase stufenlos einstellen. Zudem sorgt ein dreistufiges „Room Compensation“-Filter dafür, dass man seinen Klang an die Raumakustik anpassen kann. Das Filter ist nur unter 40 Hertz wirksam und bremst gerade in kleinen Räumen den Tiefbass auf ein sinnvolles Maß ein. Mit 500 Watt Nennleistung satt dimensioniert ist der integrierte Schaltverstärker.


Tonqualität
Die Endstufen-Potenz demonstriert der SUB 501 im Messlabor nachdrücklich, indem er bei höchster wie niedrigster Tiefpassfrequenz einen Maximalpegel von 107 Dezibel zur Verfügung stellt – was in dieser Preis klasse beeindruckt. Zudem liefert er ordentliche 27 und 29 Hertz als untere Grenzfrequenz (minimale/maximale Trennfrequenz); darunter fällt der Pegel dank eines sinnvoll eingesetzten Subsonic-Filters steil ab.
Schon aufgrund dieser Messergebnisse erwarteten wir einiges – und wurden nicht enttäuscht: Der Canton SUB 501 überzeugt auf Anhieb mit sauberem, aber voluminösem Klang und ging auch kräftige Pegel anstandslos mit. In der Abschleppwagenszene von „Terminator – Die Erlösung“ lässt er die Motorrad-Roboter mit Schwung in die Autos krachen und bringt die Shotgun-Schüsse realistisch zu Gehör bzw. Gefühl. Erst wenn der Lautstärkeregler weit nach rechts gedreht wird, beginnt er zu komprimieren, zum Glück ohne Verzerrungen – er wird schlicht nicht mehr lauter.
Auch bei Mehrkanal-Musik lohnt sein Einsatz: Der Sub integriert sich prima in den Gesamtklang eines bestehenden Lautsprechersets, das natürlich nicht von Canton stammen muss, und verleiht den Kickdrum-Schlägen und dem E-Bass auf der Live-Blu-ray „Certifiable“ von Police den nötigen Wumms im Tiefton-Keller. Dabei bleibt er immer erfreulich sauber und exakt konturiert.


Der Testbericht Canton SUB 501 (Gesamtwertung: 80, Preis/UVP: 570 Euro) ist in audiovision Ausgabe 5-2025 erschienen.
Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.
AV-Fazit
Canton bietet mit dem SUB 501 einen 500 Watt starken 30-Zentimeter-Woofer, der im Rahmen seiner Möglichkeiten ordentlich Druck macht. Dank seines günstigen Preises kann sich der geneigte Heimkino-Fan sogar zwei davon leisten.
Michael Nothnagel

