Die Produktgattung „Wireless Over-Ear“ ist beim Heilbronner Kopfhörerspezialisten Beyerdynamic überschaubar. Der Aventho 300 soll mit seinen 400 Euro nun die preisliche Mittelklasse bespielen. Wobei Preis und Klang nicht zwingend korrelieren: So bewegt sich Sonys ähnlich teurer WH-1000XM5 tonal und ausstattungstechnisch selbstbewusst in der Spitzengruppe. Aber zurück zum Beyerdynamic-Bewerber: Der fühlt sich wertig an, ist alternativ per Kabel nutzbar, bietet zuschaltbare Noise-Cancelling- oder Transparenz-Funktion (je 5 Stufen) und natürlich eine App, über die sich etwa ein 5-Band-Equalizer und Dolby Atmos aktivieren lassen. Letzteres fügt der akustischen Bühne mehr Breite und Höhe hinzu, was allerdings nicht bei jedem Track zu einer klanglichen Verbesserung führt – hier muss man individuell ausprobieren.
Für überflüssig halten wir indes Dolby Head Tracking, das mit seiner Frontfixierung des Schalls (dreht man den Kopf nach links, wandert der Ton zum rechten Ohr) eher für Verwirrung sorgt. Ein Sonderlob gebührt dem Akku, der mit etwa 50 Stunden Betriebsdauer Steherqualitäten zeigt.
Gut, aber keine Spitzenklasse
Der Aventho 300 sitzt auffallend stramm am Kopf und schirmt bereits ohne Noise-Cancelling Geräusche wirkungsvoll ab. Musik ertönt gefällig mit sattem Bassfundament, die Höhen klingen jedoch etwas belegt. Das mag auch der Grund sein, warum dem Kopfhörer Luftigkeit, Räumlichkeit und Detailauflösung etwas abgehen. Der kabelgebundene DT 1770 PRO MKII aus demselben Haus spielt diesbezüglich in einer anderen Liga, ebenso die Sony-Konkurrenz.

Der Testbericht Beyerdynamic Aventho 300 (Gesamtwertung: Gut, Preis/UVP: 400 Euro) ist in audiovision Ausgabe 4-2025 erschienen.
Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.
AV-Fazit
Mit 50 Stunden Spielzeit äußerst ausdauernder Allrounder mit guten Leistungen bei Klang, Noise Cancelling und Ausstattung – Equalizer und Tragekomfort sind aber nur Mittelmaß.
Oliver Schultes

