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    BenQ GP520 (Test)

    12. August 20255 Minuten Lesezeit

    Der BenQ GP520 ist ein kompakter 4K-HDR-Heimkino-Projektor, der mit Smartfunktionen und automatischen Bildanpassungen im Wohnzimmer punkten möchte – und das zum attraktiven Preis.

    Rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft bringt BenQ den GP520 für 1.200 Euro auf den Markt. Mit einer Standfläche von 24,1 x 22,5 und einer Höhe von 15,1 Zentimetern fällt der Bildwerfer äußerst kompakt aus. Auf die Waage bringt er vertrauenserweckende 3,7 Kilo. Die Leistungsaufnahme ist mit 122 Watt für einen Projektor mit nominell 2.600 Lumen niedrig. Darüber hinaus ist er mit 25 Dezibel schön leise.

    Ausstattung und Technik
    Der BenQ GP520 ist ein Ein-Chip-DLP-Projektor mit 0,47-Zoll-DMD und nativer Full-HD-Auflösung. Mittels XPR-Shift-Technologie können bis zu 3.840 x 2.160 Pixel verarbeitet und sequenziell projiziert werden. Als Lichtquelle wird auf die bewährte 4LED-Technik gesetzt, die mit einer Lebensdauer von 20.000 Stunden bei maximaler Lichtleistung und 30.000 Stunden im Eco-Modus beziffert ist. In Sachen HDR werden die Formate HDR10+ und HLG unterstützt. In Verbindung mit der „Adaptiven Luma-Steuerung“ und dem „Lokalen Kontrast“ können Lichtintensität und Durchzeichnung weiter gesteigert werden (siehe Kasten).

    Das Weitwinkelobjektiv besitzt eine Festbrennweite. Aus einer Entfernung von 3,00 Metern wird eine 2,50 Meter breite 16:9-Leinwand komplett ausgeleuchtet. Ein Autofokus stellt die Schärfe punktgenau ein. Überdies sorgt der Beamer selbstständig für eine Geometrieanpassung. Ein Umgebungslichtsensor analysiert fortwährend das Raumlicht und passt die Helligkeit an. Dank „Cinematic Color“ bietet der Projektor bereits ab Werk konsistente Farben.

    Zum BenQ GP520 gehört eine handliche Fernbedienung, deren Tastatur nicht hinterleuchtet ist, so dass die Navigation in dunkler Umgebung schwerfällt. Direktwahltasten für Autofokus, Auto-Geometrie, Sprachsteuerung, Eingangswechsel, Menüeinstellungen und Lautstärke sind ebenso vorhanden wie für YouTube, Netflix und Prime Video.

    Optimale HDR-Anpassungen
    Der BenQ GP520 reproduziert HDR-Signale von 0,0 bis 1.000 Nits, die er via Tone-Mapping in seinen darstellbaren Helligkeitsbereich verschiebt. Um den Kontrasteindruck zu steigern, hat der Hersteller unter den Experten-Einstellungen zwei hilfreiche Features implementiert.

    Wird die „Adaptive Luma-Steuerung“ von „Aus“ auf „Stark“ gestellt, nimmt die Leuchtkraft der Bilder schlagartig zu. Dunkle Bereiche werden besser durchgezeichnet und der Grauschleier verschwindet aus Nachtaufnahmen. Der Reiter „Lokalen Kontrast einstellen“ sorgt auf „Mittel“ für noch mehr Plastizität. Letztendlich sollte der „Kontrast“-Regler von 50 auf 57 angehoben werden. Denn mit diesem Wert wird die Maximalhelligkeit beim 1.000-Nits-Signal ausgeschöpft. Gegenüber der etwas dunkleren Werkseinstellung ergeben sich mit dieser Kombination sattere Farben, eine höhere Lichtausbeute mit exzellenter Schattenzeichnung und eine gesteigerte Plastizität.

    Zu den Experten-Einstellungen gelangt man im Menü „Benutzerdefiniertes Bild“. DNR sollte ausgeschaltet werden, weil es ein Rauschfilter mit Weichzeichner-Eigenschaften ist, der Schärfe kostet.

    3D-Spielfilme werden via Rot-Blitz mit den 3D-Brillen synchronisiert. Während die Zwischenbildberechnung namens „MEMC“ für 2D-Inhalte vortrefflich funktioniert, sind die Regler für 3D-Inhalte bei unserem Testgerät zwar anwählbar, aber wirkungslos.

    Das Betriebssystem Google TV baut auf Android 11 auf und bietet eine Sprachsteuerung und alle großen Streamingdienste. Bluetooth 5.2, AirPlay, Google Cast, Wandfarbenanpassung und zwei 12-Watt-Lautsprecher komplettieren die Ausstattung. Auf Lens-Shift, Gamma- und ein 6-Achsen-Farbmanagement muss verzichtet werden

    Installation und Bedienung
    Der Projektor muss aufgrund seines Offsets auf Höhe der Leinwandunterkante platziert werden. Damit steht einer gelegentlichen Tischprojektion nichts im Wege. Wird ein größeres oder kleineres Bild angestrebt, kann der GP520 entsprechend vor oder zurückgezogen werden. Die Schärfe stellt er dank Autofokus bis in die Ecken selbstständig ein. Sollte der Beamer angewinkelt werden, gleicht er die Verzeichnungen ebenfalls von alleine aus, so dass das Bild geometrisch richtig dargestellt wird.

    Die Netzwerkanbindung gelingt zügig, die auf dem Controller eingegebenen Befehle werden prompt umgesetzt. Auch die Navigation durch die übersichtlichen Menüs gelingt verzögerungsfrei.

    Google TV bietet die bewährte Kacheloptik mit Empfehlungen. In „Meine Apps“ können weitere Streamingdienste hinzugefügt und in der Leiste verschoben werden.
    Alle Anschlüsse befinden sich auf der Rückseite: Neben zwei HDMI-Schnittstellen (eine mit ARC) gibt es zwei USB-Anschlüsse, einer besitzt einen Mediaplayer, der andere kann zur Stromversorgung für eine Festplatte verwendet werden. USB-C-DisplayPort und Audio Out für einen Kopfhörer sind weitere Verbindungsmöglichkeiten.

    Licht und Farbe
    Die Maximalhelligkeit ermitteln wir mit 2.400 Lumen im Bildmodus „Hell“, jedoch mit zu kühler Farbtemperatur. Deshalb schalten wir in den „Benutzer“-Modus, der bereits eine sehr gute Farbdarstellung besitzt. Es sind nur wenige Anpassungen nötig, um den Weißpunkt von 6.500 Kelvin zu erhalten. Gamma und Grundfarben sitzen ab Werk sehr gut. Die Lichtausbeute beträgt 1.520 Lumen. Das reicht für Bildbreiten bis 4,00 Meter für SDR und 2,80 Meter für HDR. Der statische Kontrast ist mit 510:1 (On/Off), 500:1 (Inbild) und 205:1 (ANSI) steigerungsfähig. Dynamisch lässt sich der On/Off-Kontrast bis 1.510:1 verbessern. Hierbei ist die Regelung angenehm unauffällig. Typisches Helligkeitspumpen tritt nicht auf. Der Schwarzwert ist mit 1,07 Lumen (dynamisch) und 2,98 Lumen (statisch) aber ausbaufähig.

    Dank CinematicColor wird der Farbraum Rec.709 zu 98 Prozent abgedeckt, während der HDR-Farbraum 87 Prozent erreicht. Die Ausleuchtung ist mit 96 Prozent exzellent. Von der Mitte bis zum Rand ist weder ein Helligkeitsabfall noch eine Farbverschiebung auszumachen.

    Bildqualität
    Normales HDTV-Material sieht meist gut aus, nur bei richtig düsteren Bildern macht sich der eingeschränkte Kontrastumfang negativ bemerkbar. Das Tone-Mapping des GP520 sorgt für strahlend helle HDR-Bilder, die bis in die Ecken messerscharf sind und eine überraschend gute Plastizität besitzen. In „West Side Story“ können wir ins Restaurant „Frankfurters“ hineinschauen. Ein Grauschleier ist in dieser Nachtaufnahme nicht vorhanden. Die Kleider von Maria und ihren Freundinnen leuchten farbenprächtig, wenn sie tagsüber durch die Straßen tanzen und „America“ singen. Zwar werden Spielfilme von der Blu-ray mit 60 Hz statt 24 Hz dargestellt, das daraus resultierende 3:2-Pulldownruckeln lässt sich aber mit Hilfe der Zwischenbildberechnung beseitigen, so dass natürliche Bewegungen erzeugt werden.

    Bei der Auswahl der 4K-HDR-Quellen war unser GP520 wählerisch. Während mit dem Sony 4K-Blu-ray-Player UBP-X700 alles funktionierte, wurden mit unseren Panasonic DP-UB824 die HDR-Signale einer UHD-Blu-ray nur in SDR ausgegeben. Solch ein Kommunikationsproblem sollte sich aber mit einem Firmware-Update beheben lassen.

    Der Testbericht BenQ GP520 (Gesamtwertung: 71, Preis/UVP: 1.200 Euro) ist in audiovision Ausgabe 1-2025 erschienen.

    Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.

    • BENQ GP520 (audiovision 1-2025)In den Warenkorb

      BENQ GP520 (audiovision 1-2025)

      PDF-Download €1,99

    AV-Fazit

    71 Gut

    Der kompakte BenQ GP520 punktet mit langlebiger LED-Lichtquelle, 3D, 4K-HDR und einem Autofokus. Die integrierten Streamingdienste machen ihn zum attraktiven Allrounder.

    Michael Nothnagel

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