Außen oder innen – genau wie beim Sony KD-55XH9005 aus diesem Testfeld muss bzw. darf man beim 1.200 Euro teuren Panasonic TX-55HXW944 die Frage stellen, wo man die Metall füße montiert. Beiden Szenarien ist gemeinsam: Die Füße werden von unten ins Gehäuse gesteckt, hier muss nichts geschraubt werden. Die HXW944-Reihe ist abgesehen davon noch in einem anderen Punkt flexibel:

Neben der Größe in 55 Zoll gibt es den LCD-TV auch in den Bildschirmdiagonalen 43, 49, 65 und 75 Zoll. Die Preisspanne eicht von 900 bis 2.500 Euro. Der Panasonic verfügt über ein 100-Hertz-Panel und arbeitet mit Edge-LED-Backlight. Das Panel ist von einem Metall rahmen umgeben. Die Anschlüsse auf der Gehäuserückseite – das Gerät ist ohne Füße 4,4 Zentimeter tief – sitzen unter einer abnehmbaren Kunststoffplatte.
Ausstattung und Praxis
Bei Panasonic stehen traditionell Bedienkomfort, Flexibilität beim TV-Empfang und Bildqualität im Vordergrund, multimedialer Schnickschnack wie bei LG oder Samsung spielen hingegen eine untergeordnete Rolle. So verzichtet der 55-Zöller auf die Apps Disney+ und Apple TV sowie auf eine zeitgemäße Sprachsteuerung. Amazon Alexa und Google Assistant lassen sich nur über zusätzliche Lautsprecher nutzen. Auch der Mediaplayer wirkt angestaubt und beherrscht keine 360-Grad-Darstellungen.
Nur Kunststoff: Die höherwertige Metallfernbedienung ist den teureren Modellen
vorbehalten. Aber auch dieser Signalgeber aus Plastik liegt gut in der Hand, die Tasten
sind klar strukturiert. Allerdings fehlt die Beleuchtung.
Ausstattung und Praxis
Bei Panasonic stehen traditionell Bedienkomfort, Flexibilität beim TV-Empfang und Bildqualität im Vordergrund, multimedialer Schnickschnack wie bei LG oder Samsung spielen hingegen eine untergeordnete Rolle. So verzichtet der 55-Zöller auf die Apps Disney+ und Apple TV sowie auf eine zeitgemäße Sprachsteuerung. Amazon Alexa und Google Assistant lassen sich nur über zusätzliche Lautsprecher nutzen. Auch der Mediaplayer wirkt angestaubt und beherrscht keine 360-Grad-Darstellungen.

Das war es aber auch schon an Kritik. Einzigartig bei Panasonic ist der Quattro-Tuner. Für Kabel, Satellit und DVB-T2 sind jeweils Twin-Empfänger verbaut, hinzu kommt TV>IP für die Verteilung von TV-Signalen per Netzwerk, um etwa auch im Keller ohne Empfangsdose oder Sat-Zuleitung Fußball oder Krimis zu schauen. Zudem hat der TX-55HXW944 die „HD+“-App integriert. So lassen sich hochauflösende Privatsender ohne zusätzliche Hardware ein halbes Jahr kostenfrei empfangen.
Der Flachmann zeichnet TV-Programme auf USB-Festplatten auf (Umschalten ist gestattet) und unterstützt Time-Shift. Um das Arbeitstempo muss man sich keine Sorgen machen, schließlich werkelt im Fernseher Panasonics schnellstes Triebwerk, der HCX Pro Intelligent Processor. Im Zusammenspiel mit dem übersichtlichen Betriebssystem MyHome Screen 5.0 bieten die Japaner mit die intuitivste Benutzeroberfläche an. In einer horizontalen Ebene lassen sich beliebige Anwendungen und Apps anpinnen. Hierzu gehört auch die Applikation des Streaming-Anbieters Xumo, der frei empfangbare internationale Fernsehkanäle in einer App bündelt (siehe Kasten).

Wir empfehlen Ihnen, unbedingt auf Ihrem Apple- oder Android-Mobilgerät die kostenlose App „TV Remote 2“ zu installieren. So können Sie unter anderem Videos, Musik und Fotos auf den Panasonic streamen, Live-TV auf dem Smartphone oder Tablet schauen und den Flat-TV steuern. Darüber hinaus beherrscht der TX-55HXW944 auch Google Chromecast und hat Bluetooth an Bord.
ein Receiver oder ein Modul sind nicht erforderlich. Ist die App installiert – Panasonic bietet diesen automatischen Service während der Ersteinrichtung an – hat man als Zuschauer direkten Zugriff auf den amerikanischen Internet-TV-Dienst des Telekommunikationskonzerns Comcast. Zu den Programmen, die aus dem Netz gestreamt werden, gehören unter anderem Time Magazine, USA Today, This Is Happening, Docurama, Baeble Music, Dust, PeopleTV, 101 Facts, Food52 und Nature Vision. Praktisch: Drückt man auf die „Guide“-Taste der Fernbedienung, so werden die regulären Programme, die man über Kabel, Satellit oder DVB-T2 empfängt, und die Xumo-Sender zusammen aufgeführt. Diese Kanal liste lässt sich beliebig bearbeiten, außerdem kann man Zusatzinfos zum Programm abrufen und Aufnahmen programmieren. Die Nutzung von Xumo ist kostenlos und gelingt ohne Registrierung.


Bild- und Tonqualität
Das ist mal eine präzise farbliche Werkseinstellung. Im Modus „True Cinema“ erreicht der Pana sonic im Farbsetting „Warm2“ aus dem Karton heraus 6.499 Kelvin. Besser geht es nicht. Die Farbreproduktion im SDR-Bereich gelingt dem 55-Zöller ebenfalls überzeugend. Lediglich bei einigen Mischfarben gibt es minimale Abweichungen, die Grundfarben stimmen. Entsprechend harmonisch präsentiert sich der Flachmann dann auch im Bildcheck. Hauttöne sind authentisch, Farbübergänge fein dosiert, und die abgebildete Wirklichkeit entspricht farblich der Realität. Im DCI-P3-Spektrum, das Rückschlüsse auf die HDR-Farbdarstellung ermöglicht, hat der TX-55HXW944 allerdings kleinere Defi zite bei Grün und Gelb. Bei beiden Messpunkten geht der Japaner nicht ans Limit.

Bei der Panelhelligkeit ist hingegen nicht alles eitel Sonnenschein. So schafft der Panasonic im besten Farbmodus „True Cinema“ in Spitzlichtern gerade mal 215 Candela. Bei 50-prozentigem Weißanteil sind es 315, bei vollfl ächigem Weiß 418 Candela. Das ist zwar deutlich mehr, aber immer noch ein bescheidener Wert, der bei HDR-Filmen weder hohe Dynamik noch kräftig leuchtende Farben erwarten lässt. Besser sieht es im „Dynamik“-Setting aus, das eine konstante Helligkeit von 592 Candela liefert, aber eher für Filmvorführungen in sehr hellen Räumen oder gar im Freien gedacht ist. Im „Normal“-Modus strahlt der 55-Zöller mit einer Helligkeit zwischen 417 und 475 Candela.

Um von einer halbwegs ordentlichen Schwarzdarstellung zu sprechen – mit starker Tendenz zu dunklem Grau – muss man den Umgebungssensor auf „Ein“ und die „adapt. Backlight-Steuerung“ auf „Hoch“ stellen. Die Lichthöfe um helle Bildbereiche sind dann marginal, in den Ecken machen sich jedoch leichte Aufhellungen bemerkbar. Zudem ist die weiße Kapiteleinblendung in unserem Testbild leuchtschwach. Diese erhöht sich, wenn man die Backlight-Steuerung auf „Mittel“ bzw. „Niedrig“ herunterschraubt, allerdings hellt dann der gesamte Bildschirm leicht auf. Blickt man von oben und seitlich auf das schwarze bzw. dunkelgraue Panel, so genügt die Einblendung des weißen Pausen-Zeichens vom Blu-ray-Player, damit sich etwa ein Viertel des Bildes von oben nach unten deutlich aufhellt. Cinemascope-Balken protzen speziell in den Ecken nicht mit sattem Schwarz.
Die Flugaufnahmen der Blu-ray „Deutschland von oben“ bereiten uns ob der sehr scharfen und plastischen Darstellung trotzdem viel Freude. Und die Bewegungsdarstellung ist exzellent. Dazu sollte man die „Intelligent Frame Creation“ auf „Mittel“ stellen. Dass es dem 55-Zöller ein wenig an Leuchtkraft und Brillanz fehlt, merkt man jedoch zu Beginn der Dokumentation, wenn die tief verschneiten Berge etwas zu wenig strahlen.

Für das anspruchsvolle UHD-Heimkino ist der TX-55HXW944 eigentlich bestens gerüstet. Denn er unterstützt neben HLG und HDR10 auch HDR10+ und Dolby Vision. Mit der Bildeinstellung „Dolby Vision – Hell“ oder gar „Lebhaft“ schießt ein Netflix- Streifen wie „Bridgerton“ dann zwar nicht gerade ein Farbenfeuerwerk mit brutaler Dynamik ab, aber im abgedunkelten Raum ist die HDR-Performance überzeugender, als wir in Anbetracht der Messungen erwartet hätten. Speziell die Feinzeichnung ist auf Grundlage der 3.840 x 2.160 Pixel genial, bei einem Klinkerbau erkennt man selbst aus größerer Distanz jede Fuge und jeden einzelnen Stein. Die Blickwinkelstabilität ist hingegen nur mittelmäßig.
Noch ein Wort zum Thema HDMI: Der 55-Zöller unterstützt lediglich den Standard 2.0 (2.1 gibt es erst bei den 2021er-Modellen) und verzichtet auf die speziell für Gamer wichtigen Features ALLM (Auto Low Latency Mode), VRR (Variable Refresh Rate) und 4k-Wiedergabe mit 120 Hertz.
Für die Akustik ist der Panasonic mit dem 20 Watt starken System Cinema Surround Sound Pro ausgestattet, das auch die Dolby-Atmos-Wiedergabe beherrscht. Für einen entspannten TV-Abend reicht das aus. Sprachen arbeitet der 55-Zöller sauber heraus. Bässe und Höhen lassen sich separat anpassen, das gilt auch für die Surround-Eigenschaften. Letztere sind ordentlich, erreichen aber wie die Bässe kein Soundbar-Niveau. Musik geht bei höheren Pegeln schnell die Präzision aus.

Der Testbericht Panasonic TX-55HXW944 (Gesamtwertung: 75, Preis/UVP: 1200 Euro) ist in audiovision Ausgabe 3-2021 erschienen.
Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.

