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    Yamaha RX-V683 (Test)

    21. November 20176 Minuten Lesezeit
    yamaha-rx-v683-fb
    Alte Bekannte: Die dicht besiedelte Fernbedienung des RX-V683 kam schon beim Vorgänger zum Einsatz und bietet nach wie vor sehr viele, mitunter ziemlich kleine Tasten.

    prosconsMan kann nicht jedes Jahr das Receiver-Rad neu erfinden und so fallen die Neuerungen beim Yamaha RX-V683 überschaubar aus: Pluspunkt ist die Durchleitung der HDR-Formate Dolby Vision und Hybrid Log Gamma (HLG) – das entsprechende Upgrade liefern die Japaner allerdings erst im Herbst und es wird auch für den Vorgänger RX-V681 (Test in Ausgabe 8-2016) erhältlich sein. Schon jetzt profitieren Käufer von den großen und banensteckerfähigen Schraubklemmen für die Höhenboxen – der RX-V681 (ein Modell RX-V682 gibt es nicht) bot hier nur minderwertige Klemm-Terminals. Auf der Front gab es zudem Zuwachs in Form einer 3,5-mm-Audioklinkenbuchse.

    Gespart hat Yamaha dagegen an anderer Stelle: So sind 3 Composite- und 2 YUV-Schnittstellen gestrichen worden – verkraftbar im Digitalzeitalter, wie wir finden. Mehr stört uns, dass der Receiver den für die UHD-Wiedergabe benötigten Kopierschutz HDCP 2.2 nur an 3 der 6 HDMI-Eingänge akzeptiert. Bereits zum Standard in dieser Preisklasse gehören Decoder für Dolby Atmos und DTS:X; Auro 3D hat der Japaner aber nicht an Bord.

    Ausstattung und Technik

    Am Aussehen des in Schwarz und Titanfarben erhältlichen RX-V683 hat sich bis auf einige Beschriftungen nichts verändert. Dank 9 Paar Lautsprecher-Terminals kann man zu einem Paar Höhen- auch zwei Back-Rear-Boxen verkabeln, aufgrund von nur sieben verbauten Endstufen sind jedoch je nach aktivem Klangprogramm nur zwei der vier Zusatzboxen aktiv. Pre-outs für größere Setups mit 5.1.4- und 7.1.4-Kanälen fehlen. Bei Nutzung eines 5.1-Set-ups können die verbleibenden Endstufen für die aktive Beschallung eines zweiten Hörraums verwendet werden; alternativ stehen Zone-2-Pre-outs bereit. Auch ist im Fünf-Kanal-Betrieb das Bi-Amping der Hauptlautsprecher möglich.

    yamaha-rx-v683-back
    Aufgeräumt: 6 (einer vorn) HDMI-Eingänge und 1 Ausgang sind für die meisten Heimkinos ausreichend, HDCP 2.2 akzeptieren aber nur 3 Eingänge. Neben 4 Digital-Inputs sowie 3 Paar analogen Cinch-Buchsen gibt es auch einen Phono-Eingang. Verglichen mit dem Vorgänger RX-V681 fielen einige YUV- und Composite-Videobuchsen weg.

    Die Konfiguration der Lautsprecher gelingt zwar einfach, aber nicht perfekt: So lassen sich die Höhen-boxen nur vorne, nicht aber mittig oder hinten definieren; auch Aufsatzboxen (Dolby Enabled Speaker) dürfen ausschließlich vorne Platz nehmen. Verbesserungspotenzial sehen wir zudem bei der Lautsprecher-Konfiguration mit ihren zu groben Distanzschritten von 5 Zentimetern (1 Zentimeter wäre optimal). Lobenswert geriet dagegen die Verwaltung der Crossover-Frequenzen, die man für jede Box einzeln mit Trennfrequenzen von 40 bis 200 Hertz einstellen darf.

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    Bestens: Der semiparametrische Equalizer regelt alle Lautsprecher ab 15,6 Hertz.

    Ein Highlight ist der semiparametrische und zusätzlich zur Einmessung aktivierbare Equalizer, der auch beim Subwoofer greift und damit fast alle Lautsprecher in Frequenz, Pegel und Güte auf die Raumakustik bzw. den persönlichen Geschmack trimmt – ,fast‘, weil beide Subwoofer-Pre-outs dasselbe Signal erhalten. Yamahas Einmess-System YPAO R.S.C. unterstützt beim RX-V683 nur einen Messpunkt, auch die Winkel-/Höhenmessung der teureren Aventage-Modelle fehlt. Spielnaturen werden ihre Freude an den 16 „Cinema DSP“-Raumklangprogrammen haben, die sich zudem in diversen Parametern wie Raumgröße, Verzögerung und DSP-Pegel anpassen lassen. Zur Cinema-DSP-Technologie gehört auch das Hören mit Surround- und Klangprogrammen via Kopfhörer, was Yamaha „Silent Cinema“ nennt.

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    Die Klangprogramme des RX-V683 darf man in vielen Parametern eigenen Wünschen anpassen.

    An Decodern verbauten die Japaner neben Dolby Atmos und DTS:X auch deren 3D-Upmixer Dolby Surround und DTS Neural:X; ferner ist der gute alte 2D-Mixer DTS Neo:6 an Bord. Nicht optimal: Bei Wahl eines 7.1-Boxen-Setups bläst der Yamaha auch im „Straight“-Modus, der eigentlich Klangschaltungen umgehen sollte, automatisch 5.1-Ton auf 7.1-Kanäle auf. Wer dies nicht möchte, muss die Boxen-Konfiguration auf 5.1 umstellen.

    Dolby Atmos & DTS:X in Harmonie
    yamaha-rx-v683-dts-upmix
    DTS-HD-Sound kann auch via Dolbys Surround-Upmixer wiedergegeben werden.

    Zwar sind Dolby und DTS Konkurrenten, trotzdem verhalten sich die Decoder der Rivalen im Yamaha RX-V683 kollegial: So lassen sich sowohl Dolby-Digital- als auch Dolby-Atmos-Quellen via DTS-Neural:X abspielen, umgekehrt können auch reguläre DTS-HD-Tonsignale mit Dolbys Surround-Upmixer wiedergegeben werden. Bei DTS:X-Signalen hatten Dolbys Surround-Mixer und DTS Neural:X allerdings keinen hörbaren Einfluss auf die Deckenboxen, obwohl man sie auswählen konnte.

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    Umgekehrtes Spiel: Den TrueHD-Kern von Atmos-Ton akzeptiert auch der Neural:X-Upmixer von DTS.

    Das Boxen-Setup des Yamaha RX-V683 unterstützt aufgrund seiner 7 Endstufen nur 2 Höhenboxen (Pre-outs für 2 weitere Decken-Speaker fehlen), die man wahlweise als Front-Height („Höhe Front“), vordere Deckenlautsprecher („Lichte Höhe“) oder als vordere Aufsatzboxen („Dolby Enabled SP“) definieren kann.

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    Ton-Setup: Höhenboxen können als Höhe Front sowie vordere Decken- oder Aufsatzboxen definiert werden.

    Video und Multimedia

    Mit 4K/60p-Unterstützung samt HDR-10, HDCP2.2 und 4:4:4-Farbraum nach BT.2020-Standard ist der kleine Yamaha auf dem aktuellen Stand der Video-Technik. Der Scaler rechnet SD-/HD-Material auf 4K-Auflösung hoch, auf einen Video-Equalizer muss man aber verzichten. In Sachen Multimedia wartet der RX-V683 mit Yamahas Multiroom-System „Music-Cast“ auf, das neben diversen Streaming-Diensten sowie der Hi-Res-Audio-Wiedergabe auch etliche Multiroom-Lösungen bereit hält. Musik findet ihren Weg ferner über Bluetooth, AirPlay, DLNA, WiFi-Direct und iPod-Direktanschluss in den Receiver, der Media-player akzeptiert über USB selbst High-Res-Dateiformate wie FLAC, ALAC, WAV, AIFF und DSD (5.6 MHz). Darüber hinaus findet man ein Web-Radio sowie die Streaming-Dienste „Juke“, „Napster“, „Deezer“, „Tidal“, „Qobuz“ und „Spotify“. Die Bedienung kann auch über Yamahas „AV Controller“- und die „MusicCast“-App erfolgen.

    Tonqualität

    Bei der Leistungsmessung lieferte der RX-V683 zwar nur minimal weniger Power als sein Vorgänger, unterm Strich kostet das aber einen Punkt: 99 Watt im 5.1- und 75 Watt pro Kanal im 7.1-Betrieb (bei je 6 Ohm) reichen aber auch für große Heimkinos locker aus. Der Eco-Modus reduziert den durchschnittlichen Verbrauch von 288 auf gute 147 Watt. 

    Zu Beginn unseres Hörtests rotierte einmal mehr Steely Dans erstklassiger Mehrkanal-Mix von „Two Against Nature“ im Player, den der Yamaha im 5.1-Setup und Direct Modus hochauflösend, klar duchzeichnend und plastisch in den Raum stellte; Bässe kamen trocken und sehr konturiert, aber auch etwas dünn. Die sehr schnelle Einmessung erkannte unsere kleinen Surround-Boxen fälschlicherweise als „Groß“, lieferte sonst aber plausible Werte. Unseren 3D-Sound-Parcours mit diversen Atmos- und DTS:X-Democlips erledigte der Yamaha mit Bravour und ließ trotz nur vorderer Deckenboxen Höheneffekte direkt über unserem Kopf tönen. Zudem grollten Bässe nun mit ordentlich Druck.

    Auch im Stereo-Betrieb spielte der RX-V683 straff und sauber, leuchtete Räume präzise aus und behielt selbst bei gehobenen Pegeln seine lockere und neutrale Spielart bei. 

    bewertung

    AuVi_AWARD-Testsieger

    Der Testbericht Yamaha RX-V683 (Gesamtwertung: 77, Preis/UVP: 670 Euro) ist in audiovision Ausgabe 9-2017 erschienen.

    Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.

    • Yamaha RX-V683 (audiovision 9-2017)In den Warenkorb

      Yamaha RX-V683 (audiovision 9-2017)

      PDF-Download €1,99

    AV-Fazit

    77 gut

    Der Yamaha RX-V683 punktet mit 3D-Ton-Decodern, voller 4K-Funktionalität sowie einer vielseitigen Multimedia-Ausstattung; Zudem hat er ordentlich Power unter der Haube. Trotz nicht perfekter Boxen-Konfiguration reicht es für 77 Punkte,
    Andreas Oswald

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