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    Subwoofer

    Perlisten R18s (Test)

    16. August 20267 Minuten Lesezeit

    Es ist schon einige Zeit her, dass wir einen Subwoofer für 5.000 Euro in unserem Testlabor begrüßen durften. Doch der Perlisten R18s haut nicht nur beim Preis einen raus.

    Der R18s beeindruckt durch seinen massiven 46-Zentimeter-Treiber und das Kampfgewicht von 57 Kilo samt 200 Litern Gesamtvolumen. Trotzdem schreibt Perlisten über ihn auf der eigenen Webseite: „Tiny frame, mighty bass“. Es scheint wohl in den USA andere Maßstäbe in Bezug auf „tiny“ (winzig) zu geben.

    Eigentlich ist es gar nicht nötig, den R18s zu verniedlichen. Verstecken kann man ihn eh nicht, also lässt man sich lieber von seinem massiven, ansatzweise sogar eleganten Auftreten beeindrucken. Dabei hilft die aufgesetzte 30 Millimeter starke, in mattem Schwarz lackierte Frontplatte mit ihren abgerundeten Seiten und der eingefrästen Schräge rings um den Treiber genauso wie die makellose Hochglanz-Lackierung des Gehäuse-Korpus mit seinen 26 Millimeter starken Wänden. Für die Entkopplung vom Boden sorgen spezielle, für das hohe Gewicht ausgelegte gummigedämpfte Füße.

    Technik
    Ein 18-Zoll-Treiber bietet natürlich eine Menge Membranfläche und benötigt deshalb ein entsprechend großes Volumen. Erst recht, wenn die Entwickler es als geschlossene Konstruktion auslegen und auf Bassreflexöffnungen verzichten. Bei zu kleinem Volumen würde das Impulsverhalten leiden und die untere Grenzfrequenz ungebührlich ansteigen. Zudem wären bei hohen Auslenkungen die Luftdruckschwankungen so immens, dass sich Die aufgesetzte Schallwand verleiht dem R18s mit ihren Fräsungen einen Hauch von Eleganz. Die Membran des Treibers ist aus Glasfaser-Gewebe hergestellt. die Membran und vor allem die Sicke verformen könnten. Und das würde deutlich hörbare Verzerrungen produzieren.

    Die Membran des Chassis besteht aus verwobener, beschichteter Glasfaser und ist extrem steif und stabil. Dass sie schon bei vergleichsweise niedrigen Frequenzen in Resonanzen aufbricht, spielt für den Einsatz in einem Subwoofer keine Rolle.

    Per Touchscreen können am Gerät grundlegende Einstellungen vorgenommen werden.
    Per App lassen sich bis zu zehn Bänder eines parametrischen Equalizers justieren.
    Im Inneren: Das Gehäuse des R18s
    Die Konstruktion eines modernen Heimkino-Subwoofers ist nicht so einfach, wie es zunächst anmuten mag. Einfach die sechs Seiten aus Spanplatte zusammenleimen, vorne den Treiber rein, hinten die Elektronik, fertig – so funktioniert das selbst für preisgünstige Modelle nicht mehr. Selbst hier müssen sich die Entwickler Gedanken über das Gehäusematerial, die Befestigungsweise des Treibers, die Elektronik und vieles mehr machen.

    Das gilt natürlich erst recht für einen so wuchtigen, aufwändigen und auch teuren Subwoofer wie den Perlisten R18s. Ein Problem hier: Durch das für den riesigen Treiber nötige XXL-Volumen werden trotz der gewählten Wandstärke von 26 Millimetern die Flächen von Boden, Deckel und Seitenwänden so groß, dass sie dem heftigen Innendruck des geschlossenen Gehäuses nicht standhalten, sondern im Takt der Membranbewegung „atmen“ – also sich bei Überdruck nach außen, bei Unterdruck nach innen wölben. Das wirkt der Membranbewegung entgegen und mindert den Wirkungsgrad. Zudem sind Biegebewegungen von Holzplatten nicht linear, so dass Störgeräusche und Verzerrungen entstehen können. Die einfachste Abhilfe für dieses Problem ist die Verkleinerung der freien Flächen über stützende Innenverstrebungen, denn diese kleineren Flächen erzeugen in der Summe weniger Störamplitude.

    Perlisten hat beim R18s exakt diesen Weg eingeschlagen und mit einer Verstrebungsplatte Boden, Deckel und Seitenflächen fest miteinander verbunden. Um der Luft zwischen den beiden so entstandenen Gehäuseabteilen freien Durchgang zu verleihen, bekam die Platte großzügige Ausschnitte an strategischen Stellen. Gleichzeitig dient sie dem mit 23 Zentimetern Durchmesser sehr großen und schweren Magneten des Treibers als Stützlager, um dessen Vibrationen zu dämpfen und den Korb des massiven Chassis vor dem Verwinden und Verbiegen zu bewahren. Zudem entlastet dieses Lager die Befestigungsschrauben des Korbes mit der Gehäuse-Front.

    Der Blick durch die Gehäuseöffnung für die Elektronik auf der Rückseite zeigt den massiven Magneten des 36-Zentimeter-Treibers und die Innenverstrebung, auf der er sich abstützt.

    Unglaubliche 23,7 Millimeter linearen Hub in beide Richtungen gaben die Entwickler dem Treiber mit auf den Weg, die zusammen mit der riesigen Membran für jede Menge bewegte Luft sorgen. Den nötigen Platz dafür bekommt die Schwingspule durch die beiden übereinander geklebten XXL-Magnetringe und die deutlich ausgestellte hintere Polplatte. Perlisten hat diesen Treiber selbst entwickelt und mit Hilfe des Klippel-Systems optimiert. Im Zuge dessen gelangten mehrere Aluminium-Kurzschlussringe in das Magnetsystem, die für bessere Wärmeableitung und die Unterbindung von verzerrungsfördernden Wirbelströmen in den Eisenteilen sorgen – eine übliche Maßnahme bei Hochleistungs-Treibern. Auch der Draht, mit dem die Schwingspule gewickelt ist, besteht aus Gewichtsgründen aus Aluminium.

    Sämtliche Signale, die über den Cinch- oder XLR-Eingang hereinkommen, werden digitalisiert und anschließend vom kraftvollen 48-Bit-DSP aus dem Hause Texas Instruments passend aufgearbeitet, bevor sie an die Endstufe gelangen. Zur DSP-Arbeit gehört nicht nur das zwischen 30 und 160 Hertz justierbare Tiefpassfilter, sondern auch die Pegeljustage und der parametrische Equalizer mit 10 unabhängigen Filtern. Für Letzteren lassen sich bis zu drei individuelle Presets speichern. Außerdem gibt es drei voreingestellte Entzerrungskurven, eine für kleinere Räume mit bis 40 Hertz reduziertem Bass, eine für THX (ohne eine Zertifizierung mitzubringen) und eine für XXL-Räume ohne Bassbegrenzung. Die Verstärkerplatte auf der Rückseite gestaltet sich spartanisch, neben je einem Cinch- und XLR-Eingang finden sich hier nur ein entsprechender Durchschleif-Ausgang, die Netzbuchse, ein Trigger-Eingang und eine USB-Buchse für Service-Zwecke. Bedienelemente sucht man an dieser Stelle vergebens. Stattdessen hat Perlisten den R18s mit einem kleinen Touchscreen auf der Oberseite versehen, über den die wichtigsten Parameter justiert werden können. Wer tiefer ins Detail einsteigen oder die Justage vom Hörplatz vornehmen will, kann auf eine Smartphone-App für iOS und Android zurückgreifen. Die funktioniert reibungslos und weitgehend intuitiv. Eine automatische Raumeinmessung ist nicht mit an Bord. Der Hersteller geht zu Recht davon aus, dass der Subwoofer an edlen AV-Receivern oder -Vorstufen Anschluss findet, die eine hochwertige Einmessung mitbringen.

    Für den Einsatz in reinen Stereo-Systemen ist der R18s nicht gedacht, denn Hochpegel-Anschlüsse für Lautsprecher-Signale bringt er ebenso wenig mit wie Cinch – respektive XLR-Eingänge im 2.0-Format. Einziger Ausweg ohne größeren Aufwand wäre ein Vor- oder Vollverstärker mit dediziertem Subwoofer-Ausgang.

    Keine Bedienelemente und wenige Anschlüsse bringt die auf der Rückseite untergebrachte Verstärkerplatte mit.

    Um den riesigen Treiber standesgemäß in Bewegung zu setzen, verpassten die Entwickler dem R18s einen Schaltverstärker mit 1.000 Watt Nennleistung. Für Impulse stellt die Elektronik nochmals deutlich mehr zur Verfügung, allerdings schweigt sich der Hersteller aus, wie viel mehr.

    Tonqualität
    Jedenfalls reicht sie aus, um dem Sub einen Pegel von 111,9 Dezibel bei maximaler und 109,8 Dezibel bei minimaler Tiefpass-Frequenz zu entlocken. Und die unteren Grenzfrequenzen von 15,9 respektive 14,3 Hertz sprechen eine mindestens genauso deutliche Sprache. Die Frequenzgänge verlaufen erwartungsgemäß ruhig und ohne größere Schwankungen. Die kleine Resonanzspitze bei 125 Hertz hat im Normalbetrieb keinerlei Auswirkungen. Ihre Ursache ist ohne weitere Nachforschungen schwer auszumachen.

    Dass ein so großer Subwoofer auch Nach teile hat, kann jeder bestätigen, der den R18s einmal transportieren musste – das ist definitiv ein Zwei-Mann-Job. Belohnt wird man dann aber allemal, denn das fast endlos anmutende Tiefbass-Fundament, die fulminanten Pegelreserven und die selbstverständliche Lockerheit, die der Perlisten an den Tag legt, müssen andere erst mal toppen. Egal, ob in „Terminator – Die Erlösung“ der Abschleppwagen die Motorrad-Robots mit Krawall dezimiert, Ratte Remy und Kumpel bei „Ratatouille“ per Blitzschlag vom Dach gefegt werden oder Omar Hakim bei „Listen Up“ die Bassdrum malträtiert – nie war nur der Ansatz von Kompression oder gar Verzerrungen zu hören.

    Ganz im Gegenteil, auch bei mörderischen Wiedergabepegeln ging der Sub locker mit und schien immer aufzufordern, eine Schippe draufzulegen. Zudem integrierte er sich bei sauberer Einstellung von Trennfrequenz, Phase und Pegel perfekt ins Gesamtklangbild. Mit ihm können auch vergleichsweise kompakte Stereo- und Heimkino-Boxensets ausgesprochen erwachsen und fundamental auftreten.

    Der Testbericht Perlisten R18s (Gesamtwertung: 93, Preis/UVP: 5.000 Euro) ist in audiovision Ausgabe 2-2026 erschienen.

    Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.

    • PERLISTEN R18S (audiovision 2-2026)In den Warenkorb

      PERLISTEN R18S (audiovision 2-2026)

      PDF-Download €1,99

    AV-Fazit

    93 Sehr gut

    Perlisten paart beim R18s große Membranfläche und viel Verstärkerleistung mit perfekter Verarbeitung und einfacher Bedienung. Heraus kommen extremer Tiefbass und massive Pegelreserven.

    Michael Nothnagel

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