Mit einer Höhe von 16 Zentimetern ist der neue LG CineBeam S nur unwesentlich größer als auf der Abbildung oben. Doch seine kompakte Bauform ist nicht die einzige Besonderheit des Koreaners.
Der 1.300 Euro teure Ultrakurzdistanzprojektor CineBeam S ist mit seinen 1,9 Kilogramm ein Leichtgewicht, auch bei der Leistungsaufnahme gibt er sich mit 53 Watt sparsam. Wenig überraschend erzielt er die 4K-Auflösung mittels eShift-Technik, nativ werden 1.920 x 1.080 Pixel projiziert. Als Lichtquelle sind RGB-Laser verbaut, die eine Maximalhelligkeit von 500 Lumen gewährleisten sollen. Die Lebensdauer beziffert der Hersteller mit 20.000 Stunden.
Die Signalzuspielung erfolgt via HDMI, USB-C und kabellos per Bluetooth, AirPlay 2 (für Apple- Geräte) und Screen Share (für Android-Devices). Die Bewegungskompensation heißt „TruMotion“ und besitzt vier feste Presets, um die Bewegungsschärfe zu verbessern, sowie eine Nutzerauswahl mit zusätzlichen 10 Stufen für die Feinanpassung (siehe Kasten). Als HDR-Technologien sind HDR10 und HLG an Bord. Das dynamische Tone-Mapping sorgt dafür, dass die statischen HDR-Inhalte exzellent projiziert werden. Ein Filmmaker-Modus gibt entsprechende Inhalte standardisiert wieder. Darüber hinaus besitzt der CineBeam S ein vollständiges Sechs-Achsen-Farbmanagement sowie RGB-Equalizer mit 2-, 10- und 22-Punkte-Verfahren, um das Bild zu trimmen.
Das Betriebssystem WebOS weist jede Menge Streamingdienste auf. Dazu gehören beliebte Dienste wie Prime Video, Netflix, DAZN, Wow, Apple TV, Disney+ und die Mediatheken von ARD und ZDF. Nicht unterstützt wird 3D. Dafür sind zwei 4-Watt-Lautsprecher verbaut.
Mit dem schwarzen Controller ist die Bedienung des Projektors im dunklen Heimkino nicht sonderlich komfortabel, weil die Tastatur nicht illuminiert ist. Die Direktwahltasten für Netflix, Prime Video und Disney+ sind hingegen praktisch, ebenso der Regler für die Lautstärke.


Installation und Bedienung
Wie von den LG-Fernsehern gewohnt, führt ein Installationsmenü den Nutzer durch die Ersteinstellungen. Der Proband stellt hierbei Fokus und Geometrie automatisch ein. Leider gibt unser Testsample das Bild nicht an allen Rändern gleichermaßen scharf wieder. Die Ursache dafür ordnen wir dem Objektiv zu, das eine extreme Weitwinkelcharakteristik besitzt. Aus einer Distanz von 38 Zentimetern erzielt es eine Bildbreite von 2,50 Meter. Das Projektionsverhältnis beträgt somit nicht 0,25:1, wie vom Hersteller ausgewiesen, sondern 0,15:1, was noch größere Bilder bewirkt. Für alternative Bilddiagonalen wird der Beamer vor beziehungsweise zurückgeschoben. Verstellbare Füße gibt es nicht, um ihn in Waage auszurichten, falls der Untergrund uneben sein sollte.
Für SDR und HDR können Nutzer separate Einstellungen vornehmen, die auf Tastendruck von allen Eingängen übernommen werden. Der CineBeam S erkennt das eingehende Signal und ordnet es dem richtigen Bildmodus zu. Die Navigation durch die Menüs gelingt angenehm flott. Nach Ende der Vorstellung fährt der Projektor innerhalb von 5 Sekunden herunter. Der Neustart geht mit 10 Sekunden ebenfalls flott vonstatten.

Das Glitzern ist auf Vinyl- und Kontrast-Leinwänden besonders auffällig, wie sie in vielen Heimkinos und in Wohnzimmern anzutreffen sind, weil diese Folien extrem plan sind. Auf schalldurchlässigen Gewebetüchern ist dieser Effekt hingegen kaum vorhanden. Das liegt an den „Unebenheiten“ der Gewebestruktur.

Licht und Farbe
Die Maximalhelligkeit ermitteln wir im Bildmodus „Bright“ mit 565 Lumen. Die Farbtemperatur ist erwartungsgemäß zu kühl. Wir wechseln auf den „Experte Hell“-Modus und messen nach der Kalibrierung 542 Lumen. Das reicht aus für Bildbreiten bis zu 2,40 Meter mit SDR-Signalen, für die wir 16 Footlambert ansetzen. Für HDR-Filme empfehlen wir eine Leuchtdichte von 32 Footlambert. Diese stellt der Proband auf einer Breite von 1,70 Meter dar. Der statische Kontrast von 3.450:1 (On/Off) sorgt für ein sattes Schwarz von 0,16 Lumen. Der In-Bild-Kontrast (2.791:1) und ANSI (230:1) überzeugen ebenfalls für einen Projektor in diesem Preissegment. Der Farbraum Rec.709 wird zu 100 Prozent abgedeckt, Rec.2020 mit herausragenden 103 Prozent. Die Ausleuchtung beträgt im Durchschnitt 90 Prozent, so dass weder Verfärbungen noch Abschattungen zu verzeichnen sind. Im Graustufenverlauf diagnostizieren wir Perfektion mit durchschnittlich 0,6 DeltaE.
Bildqualität und Ton
Schwarz-Weiß-Filme sind farbneutral, es kommt zu keinen Verfärbungen. Der DLP-Regenbogen-Effekt ist ebenfalls kaum sichtbar, allenfalls an kontrastreichen Kanten können wir ihn erspähen. Das Laserspeckle fällt auf unserer Gewebeleinwand nur in Testbildern auf. Überdies liegt kein Grauschleier auf dem Bild, weil das Schwarz satt projiziert wird. Auf Bildbreiten bis zu 2,20 Meter stellen sich in abgedunkelten Räumenfarben frohe Bilder mit hoher Plastizität ein. Wer es größer möchte oder am Nachmittag Fußball schaut, muss qualitative Abstriche machen, weil die Lichtausbeute dafür nicht ausreicht.



Mit unseren Einstellungsempfehlungen werden Spielfilme ruckelfrei ohne Seifenoper-Effekt projiziert. Der Fokus lässt rechts am Rand etwas nach, so dass in „West Side Story“ der Schriftzug „Frankfurters“ nicht ganz scharf erscheint (Bild oben). Das dynamische Tone-Mapping macht einen sehr guten Job, das Highlight ist die satte Farbdarstellung: Der Rec.2020-Farbraum wird vollständig abgedeckt. Den roten „Gimbels“-Schriftzug (Bild oben) haben wir selten so gesättigt gesehen.
Die Stereolautsprecher liefern einen Klang, der nicht über Kofferradio-Niveau hinauskommt. Zumindest Höhen und Mitten tönen halbwegs natürlich. Grundton und Bass sind erwartungsgemäß nicht vorhanden.


Der Testbericht LG CineBeam S (Gesamtwertung: 71, Preis/UVP: 1.300 Euro) ist in audiovision Ausgabe 12-2025 erschienen.
Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.
AV-Fazit
Der winzige CineBeam S ist der passende Begleiter, um im Wohnzimmer, auf Reisen und bei Freunden 4K-Filme und Live-Sport zu erleben – größer als 100 Zoll sollte die Leinwand aber nicht sein.
Michael B. Rehders

