Der britische Soundspezialist Ruark macht bei seinem All-in-One-System in Sachen Ausstattung kaum Kompromisse – was man angesichts eines Preises von 1.500 Euro allerdings auch erwarten darf. Die 9,5 Kilogramm schwere Anlage ist mit 56 x 15 x 29 Zentimeter großzügig dimensioniert und integriert sich gut ins heimische Mobiliar. Zudem dienen Aluminium-Leisten an der Unterseite als Füße. Die geschlitzte Vorderseite kommt in edlem Walnuss daher. Stimmig fügt sich das 4 Zoll große TFT-Display in die Gehäuse-Front ein. Die Multifunktions-Anzeige ist hochkant verbaut, zeigt Song- sowie Radio-Informationen und führt durch die Menüs.
Der R410 ist ausgesprochen kommunikationsfreudig: Es gibt Bluetooth 5.1 mit aptX HD, UKW, DAB+ sowie Internet-Radio. Entsprechend darf am Gerät die mitgelieferte Teleskop-Antenne angeschraubt werden, falls es beim Empfang mal Probleme geben sollte (was im Test nicht der Fall war). Daneben finden sich rückseitig Anschlüsse für 3,5-mm-Aux, Toslink, eARC-HDMI sowie zwei Stereo-Cinch-Eingänge für analoge Audio-Quellen wie Plattenspieler.
Daneben gibt es einen Subwoofer-Ausgang und USB-C als Ladeport (5V) und zum Abspielen von USB-Medien. Für die Internetanbindung sorgen WLAN und der verbaute Ethernet-Port. Apple AirPlay, Google Cast und Medienserver lassen sich per Menü ansteuern, genauso wie die Streaming-Dienste Spotify, Tidal und Qobuz. Was wir an Konnektivität vermissen, ist ein 3,5-mm-Port und ein Kopfhöreranschluss.


Genau wie das Grundgerät ist der R-CD100 ein echter Hingucker mit edler Walnuss-Optik und Aluminium-Oberseite. Das 17,5 x 4,5 x 16,7 Zentimeter große Gerät ist mit einem Listenpreis von 300 Euro jedoch kein Schnäppchen. Der rückseitige USB-C-Port sorgt für die Verbindung zur Anlage und für die Stromzufuhr. Eine 0,8 Meter lange Nylon-Strippe zum Anschluss wird mitgeliefert. Das integrierte Slot-In-Laufwerk nimmt nicht nur kommerzielle Audio-CDs, sondern auch gebrannte Rohlinge (CD-R und CD-RW) an. Daten-Silberlinge mit MP3-Musik sind hingegen nicht kompatibel.

Die Bedienung der Anlage erfolgt über ein rundes Steuerelement mit klickbarem Lautstärkeregler und konzentrisch angeordneten Tasten. Hier reihen sich Ein/Aus, Play, Quelle, Titel Vor, Titel Zurück, Favorit, Menü und Zurück auf. Raffiniert ist die mitgelieferte Fernbedienung in Form eines Pucks. Diese ist identisch zur Bedientafel des Geräts aufgebaut und gibt somit kaum Rätsel auf. Obwohl die beiliegende Anleitung recht knapp ausfällt, sind die Menüs selbsterklärend.
Da ginge noch mehr
Im Gehäuse kommt ein 120-Watt-Verstärker unter, der frontal zwei Tieftöner mit 10-Zentimeter-Membran sowie zwei Seidenkalotten mit 20 Millimeter Durchmesser betreibt. Nach unten sind zwei Bassreflex-Öffnungen gerichtet. Damit erreicht der R410 eine füllige Soundkulisse mit klarem Schwerpunkt auf Höhen und guter Sprachverständlichkeit. Was auch gefällt ist der zuschaltbare „Stereo+“-Modus für eine verstärkte Raumwirkung. Allerdings wirken Rocksongs mitunter kraftlos, auch wummernden Beats zur Partybeschallung gelangen eher verhalten ans Ohr. Aber die Zielgruppe des R410 dürfte ohnehin eher klassischer Musik lauschen. Bässe und Höhen lassen sich stufenweise im Menü verstärken, Klangprogramme fehlen dagegen, ebenso wie eine App. In Sachen Bass hat der Hersteller jedoch vorgesorgt und offeriert den optisch passenden RS1-Subwoofer für 400 Euro.

Der Testbericht Ruarkaudio R410 (Gesamtwertung: Gut, Preis/UVP: 1.500 Euro) ist in audiovision Ausgabe 9-2025 erschienen.
Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.
AV-Fazit
Der R410 ist ein hochwertiger und reichhaltig ausgestatteter Allrounder für den Heimbereich. Der Klang hinkt dem Preis allerdings hinterher.
Thomas Stuchlik

