Mit Valerion betritt ein neuer Hersteller die Beamer-Bühne. Wie sich ihr Erstling Visionmaster Pro 2 schlägt, zeigt dieser Test.
Als wirklich neuen Projektor-Player kann man Valerion eigentlich nicht bezeichnen, ist man doch ein Tochterunternehmen von Awol Vision. Zusätzlich zu seiner Beamer-Serie bietet die Marke einiges an Zubehör an. Neben der Deckenhalterung (150 Euro) gibt es einen Gimbal (140 Euro), Stative aus Walnussholz (300 Euro), 3D-Brillen (90 Euro) und vier Leinwandmodelle für Wohnzimmer, Heimkino und unterwegs (ab 350 Euro).
Der 4K-Projektor Visionmaster Pro 2 kommt mit einer Stellfläche von 26 x 21,6 Zentimetern und einem Gewicht von sieben Kilogramm recht kompakt daher. Dank Glaselementen an der Front und auf der Rückseite wirkt er ziemlich edel. Die Leistungsaufnahme ist mit 137 Watt bei beworbenen 3.000 Lumen Lichtausbeute niedrig. Als Preis ruft der Hersteller nicht gerade günstige 3.000 Euro auf.
Ausstattung und Technik
Im Inneren ist der 0,47-Zoll große DLP-Chip von Texas Instruments verbaut, der eine Full-HD-Auflösung besitzt. Mit XPR-Shift-Technik kann er Signale bis 3.840 x 2.160 Pixel verarbeiten und sequentiell projizieren. Die RGB-Laserlichtquelle sorgt für satte Farben und soll über 25.000 Stunden halten. Die Signalzuspielung erfolgt via HDMI-Kabel, Bluetooth, Airplay, Chromecast und Miracast. Als Betriebssystem ist Google TV implementiert, das unter anderem viele Streamingdienste im Gepäck hat.
Die Fernbedienung mutet dank Metallgehäuse wertig an. Leider sind nicht alle Tasten hintergrundbeleuchtet. Die Buttons für Autofokus, Lautstärkeregelung und Streamingdienste sind nicht illuminiert, so dass diese im dunklen Heimkino nicht sichtbar sind.


An HDR-Formaten werden Dolby Vision, HDR10+, HDR10 und HLG unterstützt. Zudem besitzt der Projektor ein dynamisches Tone-Mapping, das aber im On-Screen-Menü erst eingeschaltet werden muss. Eine Zwischenbildberechnung verbirgt sich hinter dem Reiter „Bildschärfe optimieren“. Mehrere Presets stehen zur Wahl. Wir empfehlen den „Benutzermodus“ mit zwei unabhängigen Regelungsmöglichkeiten, mit denen sich die Schärfe in 10 Stufen fein dosieren lässt.
Der Filmmaker-Modus sorgt für eine Wiedergabe, wie es sich Regisseure wünschen, und IMAX-Enhanced schaltet sich eigenständig bei entsprechenden Inhalten zu. Für die Kalibrierung stehen ein 6-Achsen-Farbmanagement, Gain-/Offsetregler sowie ein Gamma Equalizer zur Verfügung. 3D (siehe Kasten) und ein Soundsystem mit 2 x 12 Watt komplettieren das Ausstattungspaket.
Installation und Bedienung
Wie bei einem Fernseher ist ein Installationsmenü implementiert, welches den Nutzer durch alle relevanten Einstellungen führt. Besonders praktisch finden wir den Autofokus, der selbstständig das Bild auf der Leinwand scharf stellt. Das 1,66-fache Zoomobjektiv besitzt eine Weitwinkelcharakteristik und ermöglicht es, eine 2,50 Meter breite 16:9-Leinwand aus einer Distanz von 2,25 bis 3,75 Meter vollständig auszuleuchten. Die Einstellung erfolgt via Fernbedienung, leider gibt es für die Zoom-Funktion keine Taste – stattdessen muss für die Bildgrößenanpassung in den Menüs zum entsprechenden Reiter navigiert werden. Für SDR und die HDR-Varianten gibt es eigene Bildmodi, die individuell eingestellt werden können. Der Projektor greift auf das passende Preset zu, sobald ein entsprechendes Signal anliegt.


Licht und Farbe
Im „Dynamisch“-Modus übertrifft der Projektor mit 3.132 Lumen die Herstellerangabe um gut 4 Prozent. Kalibriert im „Filmmaker“-Modus bleiben davon 2.400 Lumen übrig. Das reicht für Bildbreiten bis 5 Meter in SDR und 3,50 Meter in HDR aus, wenn die Laserlichtleistung auf 100 Prozent genutzt wird. Der statische Kontrast beträgt 1.146:1 mit einem 1-Pixel-Testbild. Bei Zuspielung von einem Schwarzbild dimmen die Laserdioden etwas runter, so das der Kontrast 5.525:1 beträgt. Dynamisch lässt er sich auf bis zu 16.800:1 steigern. Der ANSI-Kontrast (200:1) und Inbild-Kontrast (4.200:1) sind Preisklassengerecht. Der Schwarzwert liegt bei 0,43 Lumen, was für einen DLP-Projektor ordentlich ist. Der Farbraum Rec.709 wird zu 100 Prozent abgedeckt, Rec.2020 mit beachtlichen 99 Prozent, so dass sich eine exzellente Farbdarstellung ergibt. Die Ausleuchtung liegt mit durchschnittlich 94 Prozent auf gutem Niveau. Die Abweichungen sind unterhalb der Wahrnehmungsschwelle von 10 Prozent. Dementsprechend können wir weder Verfärbungen noch Abschattungen ausmachen.
Bildqualität
Spielfilme werden originalgetreu mit 24, 50 und 60 Hz reproduziert. Mithilfe der Zwischenbildberechnung lässt sich die Bewegungsschärfe deutlich steigern, ohne dass sich ein Soapopera-Effekt einstellt. Mit „Verbesserter Schwarzwert“ wird von dunklen Szenen der Grauschleier entfernt, indem Schattenbereiche weiter im Pegel abgesenkt werden. Im Zusammenspiel mit dem dynamischen Kontrast, den satten Farben des Rec.2020-Farbraums und der exzellenten Schärfe stellen sich regelmäßig HDR-WOW-Momente ein. Dabei ist der Visionmaster Pro 2 mit 27 Dezibel angenehm leise. Der Regenbogeneffekt ist dank der schnell schaltenden Laserdioden kaum erkennbar. Allenfalls im Abspann können wir das Farbblitzen wahrnehmen. Spielfilme in Dolby Vision und HDR10+ werden zuverlässig erkannt. Doch auch statische HDR10-Inhalte begeistern uns, dank des vorzüglich arbeitenden dynamischen Tone-Mappings.
Die Stereolautsprecher sorgen für soliden Sound auf TV-Niveau. Räume bis zu 25 Quadratmeter können adäquat beschallt werden.


Der Testbericht Valerion Visionmaster Pro 2 (Gesamtwertung: 85, Preis/UVP: 3.000 Euro) ist in audiovision Ausgabe 7-2025 erschienen.
Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.
AV-Fazit
Premiere gelungen! Mit dem schmucken Visionmaster Pro 2 offeriert Valerion einen 4K-Projektor mit Autofokus, Motorzoom, dynamischem HDR, tollem 3D und jeder Menge Streamingdiensten. Mit 3.000 Euro ist der Erstling allerdings kein Schnäppchen.
Michael B. Rehders

