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    Fernseher

    LG OLED65G57LW (Test)

    29. Mai 20268 Minuten Lesezeit

    „G“ wie ganz großes Kino verspricht auch in diesem Jahr die neue G5-Serie von LG. Die Flachmänner mit selbstleuchtenden Pixeln zählen schon länger zu den besten OLEDs am Markt. Für den Jahrgang 2025 verspricht LG bis zu drei Mal hellere Bilder. Möglich macht dies die neue „Primary RGB-Tandem“-Technik, die die G5-Flachmänner noch intensiver strahlen lassen. Wie das Ganze genau funktioniert, erfahren Sie im Kasten auf der rechten Seite.

    Bei der G5-Reihe haben Käufer die Wahl aus drei Serien. Der von uns getestete G57LW in 65 Zoll für 4.000 Euro ist zusätzlich in 55, 77, 83 und 97 Zoll zu Preisen zwischen 2.800 und 30.000 Euro zu haben. Zum Lieferumfang gehört eine Wandhalterung, das gilt auch für die Modelle in 55, 65, 77 und 83 Zoll der Reihe G58LW. Hier ist die Fernbedienung aber noch mit einem klassischem Ziffernfeld bestückt. Der G59LS in 48, 55 und 65 Zoll wird hingegen mit einem Standfuß ausgeliefert.

    An der Wand macht sich der G5 besonders gut, schließlich steht das „G“ in der Produktbezeichnung für „Gallery Design“. Mit gerade mal 2,43 Zentimeter inklusive Anschlüssen fällt der 65-Zöller super schlank aus, der hochwertige Metallrahmen verpasst dem Gerät das perfekte Finish. Die mitgelieferte Wandhalterung ist so dünn, dass der Fernseher fast bündig an der Wand hängt. Die versenkten Anschlüsse stören nicht bei der Montage. Wer sich nachträglich dafür entscheidet, ihn auf ein Sideboard zu stellen, kann den Fuß nachkaufen.

    Ausstattung & Bedienung
    Mit dem Alpha 11 Gen2 4K AI-Prozessor verbaut LG im OLED65G57LW sein derzeit leistungsstärkstes Triebwerk. Im Vergleich mit dem Alpha 7 Gen8 aus dem eigenen Portfolio versprechen die Koreaner eine 2,2-fach schnellere Prozessorleistung, eine 3,6-fach bessere Grafikleistung und eine um das 6,7-fach verbesserte AI-Verarbeitung. Das gefühlte Arbeitstempo des Boliden ist top, Apps starten schnell, durchs Menü navigiert man ohne spürbare Verzögerung. Der 65-Zöller ist mit jeder Menge Künstlicher Intelligenz vollgestopft. „AI Super Upscaling“, „AI Perceived Object Enhancer“ und „OLED Dynamic Tone Mapping“ analysieren einzelne Bildelemente und versuchen, Auflösung, Helligkeit, Tiefe und Klarheit zu optimieren. Nutzer können Bild und Ton schrittweise auf die eigenen Bedürfnisse hin anpassen. Der „AI Picture Wizard“ analysiert persönliche Vorlieben aus 1,6 Milliarden Bildmöglichkeiten, zudem erstellt der Flachmann im Bereich Ton auf der Basis von 40 Millionen Parametern ein maßgeschneidertes Klangprofil.

    Die Magic-Remote-Fernbedienung gehört zu den besten am Markt. Sie fungiert als praktischer Mauszeiger.

    Schön bunt: Die Oberfläche von webOS 25 zeigt viele Apps und Anwendungen. Die Anordnung der Kacheln lässt sich beliebig verändern.
    Clevere Hilfe: Sowohl für das Bild als auch für den Ton hat der Flachmann einen smarten Assistenten integriert, der das optimale persönliche Setting findet.
    So funktioniert die RGB-Tandem-Technik
    Bei der neuen G5-Serie verabschiedet sich LG wieder von seiner Mikrolinsen-Technik, die noch bei den G4-Modellen für einen signifikanten Helligkeits-Schub gesorgt hatte. Anstelle des so genannten MLA-OLED-Panels hält in diesem Jahr die RGB-Tandem-OLED-Technologie Einzug. Dabei handelt es sich um die mittlerweile vierte Generation der OLED-Bildschirme aus der eigenen Produktion. Diese soll wieder einmal an der Maximalhelligkeit schrauben und gleichzeitig den Energieverbrauch um bis zu 20 Prozent reduzieren.

    Das Geheimnis der G5-Serie (Ausnahmen von der neuen Panel-Technologie bilden die Geräte in 48 und 97 Zoll) liegt in jeweils vier Stapeln bestehend aus je zwei blauen, einer roten und einer grünen Leuchtschicht pro Bildpunkt. Bei bisherigen OLED-Generationen mit so genanntem RGBW-OLED-Panel wurden bisher zwei blaue OLED-Schichten mit einer dritten grün-gelb-roten kombiniert. Die Farbausbeute und das Sättigungspotential im HDR-Bereich hatten allerdings noch Luft nach oben. Die neuartigen Mikrolinsen konnten zwar die Maximalhelligkeit gegenüber den vorherigen EX-Panels mit höherem Deuterium-Anteil steigern, die aktuelle RGB-Tandem-Technik mit eigenständigen Rot-Grün-Segmenten und doppelten Blau-Layern soll Farben jedoch satter darstellen und die Lichtleistung noch einmal steigern.

    LG zufolge will eine verbesserte Panel-Beschichtung 99 Prozent der Reflexionen im Raum blockieren. Dadurch soll es möglich werden, auch in einem helleren Zimmer möglichst sattes Schwarz ohne störende Spiegelungen zu erzeugen. Das internationale Prüfungs- und Zertifizierungsunternehmen Intertek hat den OLED65G57LW mit 100 Prozent Farbvolumen und 100 Prozent Farbtreue nach DCI-P3 zertifiziert.

    Eine Schicht mehr: Die LG-Grafik zeigt, wie sich der Aufbau der OLED-Panels im aktuellen Modelljahrgang gegenüber dem Vorjahr verändert hat.

    Alle vier HDMI-Ports unterstützen mit Variable Refresh Rate (VRR), Auto Low Latency Mode (ALLM) und 4K-Wiedergabe mit 120 Hertz den 2.1-Standard. Gamer profitieren sogar von einer Bildwiederholrate von bis zu 165 Hertz bei 4K-Auflösung, außerdem von G-Sync- und FreeSync-Kompatibilität, wenn geeignete Grafikkarten verbaut sind. Als Pixel-Reaktionszeit nennt LG weniger als 0,1 Millisekunden. Im Game Dashboard kann man Spiele-Einstellungen schnell anpassen.

    Beim Betriebssystem setzt der OLED auf webOS 25 – in den kommenden vier Jahren wird der Flat-TV kostenlos auf die jeweils aktuelle Version geupdatet. Die übersichtliche Oberfläche zieren diverse Apps und Streaming-Vorschläge, aus diesem Grund macht es Sinn, wenn sich jedes Familienmitglied über einen eigenen Benutzer-Account anmeldet. So serviert der LG personalisierte Programmvorschläge. Mit Joyn, Netflix, Rakuten TV, Amazon Prime Video, Disney+, Wow, LG Channels, Apple TV+, HD+ und mehr fällt das Streaming-Portfolio umfänglich aus (siehe auch App-Vergleich auf Seite 46). Die Navigation wird durch individuell verschiebbare Kacheln wie „Sport“, „Spiel“, „Musik“, „Home-Office“, „Lernen“ und „Shopping“ vereinfacht. Das Feature „Stets bereits“ ist eine Empfehlung, um den Bildschirm in TV-Pausen zu verschönern oder informativer zu gestalten. Im „MultiView“-Setting lassen sich zwei Inhalte parallel nebeneinander darstellen. Als Quellen eignen sich Web-Browser, Live-Fernsehen, Blu-ray-Player, YouTube und USB-Kamera.

    Kabellose Verbindungen mit einem Smartphone oder Tablet geht der 65-Zöller via AirPlay 2 oder Bluetooth 5.3 ein. Tadellos funktioniert die App „LG ThinQ“ unter Android und iOS: Sie fungiert als Steuerstab, bietet blitzschnellen Zugriff auf Apps und Quellen und ermöglicht das Spiegeln von Oberflächen. Neu gestaltet ist die Fernbedienung. Die AI Magic Remote ist abgeflacht und verzichtet auf Zifferntasten. Weiterhin lässt sich der Steuerstab komfortabel als Mauszeiger benutzen. Über die neue „AI“-Taste kann man eine Stimm-ID registrieren, damit der LG-TV verschiedene Nutzer anhand derer Stimme zuordnen und ihnen Inhalte empfehlen kann. Durch einen längeren Druck auf die „AI“-Taste kann man Antworten auf alltägliche Fragen via Internet finden. Durch ein Mikrofon im Gehäuse reagiert der OLED auch ohne Griff zur Fernbedienung auf die Ansprache „Hi, LG“ und passt beispielsweise die Lautstärke an.

    Referenz-OLED: Viel exakter als der Koreaner im „Filmmaker“-Modus kann ein Fernseher die Farben auf seinem Display nicht darstellen.
    HDR-Genuss: Im DCI-P3-Spektrum läuft der LG zur Höchstform auf. Er paart extreme Helligkeit mit einer äußerst präzisen Farbreproduktion.
    Nur noch Single-Tuner: LG hat die Empfangs-Optionen etwas beschnitten. Die vier verbauten HDMI-Ports unterstützen den aktuellen 2.1-Standard.
    Immer auf Ballhöhe: Über die „Sport“-Funktion erfährt man unter anderem alle Live-Spielstände seiner Lieblingsmannschaft.

    Bild- und Tonqualität
    Die Spitzenhelligkeit ist dank neuer Tandem-Technik für einen OLED rekordverdächtig. Im „Lebhaft“-Modus kitzeln wir kurzzeitig 3.107 Candela aus dem Panel, ehe sich diese kurze Zeit später bei rund 2.500 Candela einpendelt. Der farblich beste „Filmmaker“-Modus bringt es in der Spitze auf 2.358 Candela. 720 sind es bei einem Weißenteil von 50 Prozent, stolze 385 Candela bei voll flächiger Weißdarstellung. Bei herkömmlichen OLEDs fiel die Leuchtkraft auf unter 200 Candela. Zum Vergleich: Beim 65G49LS (Test in Ausgabe 2-2025) war im „Lebhaft“-Setting bei 1.763, im „Filmmaker“-Modus bei gut 1.400 Candela Schluss.

    Trotz seiner immensen Panel-Power ist der G59LW nicht besonders stromhungrig. Mit SDR-Material gibt er sich im Test mit rund 90 Watt zufrieden, bei HDR-Inhalten kommen wir selten über 200 Watt. Farben trifft der 65-Zöller ausgesprochen fein, besonders die Präzision von Mischfarben begeistert. Auch von der Seite gesehen behalten diese lange ihre hohe Dynamik bei.

    Die Display-Entspiegelung gelingt vorzüglich, die Bewegungsdarstellung ist top, selbst bei schnellen Actionstreifen bleibt der Koreaner die Ruhe selbst. Zu den unterstützten HDR-Formaten gehören HLG, HDR10 und Dolby Vision. Sogar im „Filmmaker“-Modus ist beim LG mit HDR-Titeln nichts von optischer Zurückhaltung zu sehen. Eine Dokumentation über Tokio brennt ein brutal helles, leuchtendes und superscharfes Bild in das Panel. Die Detailfreudigkeit der japanischen Wolkenkratzer ist famos, die Plastizität ausgezeichnet. Im „Lebhaft“-Setting kann man auch mühelos im sonnendurchfluteten Wohnzimmer Filme genießen. Basis für das souveräne Bild ist das mega-satte Schwarz ohne störendes Blooming.

    Vom Vorgänger geblieben ist das 60 Watt starke 4.2-Audiosystem mit Dolby Atmos und der Option für virtuellen 11.1.2-Klang. Der 65-Zöller spielt sehr klar mit schöner Räumlichkeit, sauberen Höhen und einem akzeptablen Bassfundament. Die Stimmverständlichkeit ist top. Über die Fernbedienung kann man den Ton für den Aufstellort optimieren.

    Der Testbericht LG OLED65G57LW (Gesamtwertung: 94, Preis/UVP: 4.000 Euro) ist in audiovision Ausgabe 7-2025 erschienen.

    Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.

    • LG OLED65G57LW (audiovision 7-2025)In den Warenkorb

      LG OLED65G57LW (audiovision 7-2025)

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    AV-Fazit

    94 Sehr gut

    Der OLED65G57LW startet mit mehr als 3.000 Candela in der Spitze in ein neues OLED-Zeitalter. Nicht nur deshalb agiert das LG-Bild auf Referenz-Niveau. Der 65-Zöller ist perfekt für anspruchsvolle Heimkino-Fans, allerdings ist er nicht ganz billig.

    Jochen Wieloch

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