Künstliche Intelligenz ist im Alltag vieler Menschen angekommen. Das belegt eine aktuelle Umfrage-Studie der GFU Consumer & Home Electronics GmbH, die YouGov unter 2.002 Teilnehmenden im Auftrag durchgeführt hat. Demnach nutzen Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland KI-basierte Chatbots heute schon häufig – für Informationsbeschaffung, Orientierung und Unterstützung in unterschiedlichsten Lebensbereichen.
Hohe Akzeptanz und regelmäßige Nutzung
69 Prozent der Befragten geben an, KI-Chatbots bereits zu nutzen, in der Regel sogar mehrmals pro Woche; mehr als jeder Vierte greift sogar täglich darauf zurück. Besonders ausgeprägt ist die Nutzung in jüngeren Altersgruppen der 18–34-Jährigen, in denen der Rückgriff auf KI-Assistenten nahezu flächendeckend etabliert ist. Darüber hinaus zeigen Männer sowie Personen mit höherem Haushaltseinkommen ein überdurchschnittliches Interesse und eine starke Durchdringung in der Nutzung von KI-basierten Assistenzsystemen.
Nutzungszwecke, Lebensbereiche und typische Anwendungssituationen
Die Umfrage zeigt, dass KI‑Modelle bisher vor allem im Freizeit‑ und Alltagskontext eingesetzt werden. Für über zwei Drittel der Befragten, die KI regelmäßig nutzen, ist die Informationssuche der mit Abstand wichtigste Anwendungsfall (rund 69 % aller Nutzer). Ältere Personen (55 Jahre und älter) schätzen KI besonders als Wissensquelle (76%), während jüngere Befragte mit Hilfe der KI bevorzugt Texte schreiben, überarbeiten oder kreativ generieren (45 %). Darüber hinaus kommen KI‑Modelle vermehrt für kreative Aufgaben wie Bild‑, Video- oder Audiogenerierung (bis zu 23 % je nach Altersgruppe) sowie für Datenanalyse, Berechnungen und Programmierung (zwischen 8 % und 15 %, abhängig vom Alter) zum Einsatz. Vergleichsweise noch wenig genutzt werden KI-Assistenten aktuell zur Produktrecherche oder Kaufberatung (ein Viertel der Befragten). Insgesamt lässt sich feststellen, dass KI‑Assistenzsysteme in fast allen Lebensbereichen – von Unterhaltung über Bildung bis hin zu beruflichen Tätigkeiten – als unterstützendes Werkzeug akzeptiert und genutzt werden.
Machen KI-basierte digitale Assistenten etablierten Systemen Konkurrenz?
Wenn KI‑Modelle nicht verfügbar wären, würden die Befragten primär auf klassische Suchmaschinen zurückgreifen (zwischen 74 % und 89 %, je nach Altersgruppe). Damit sind Suchmaschinen die größte Substitutionsquelle für KI-basierte digitale Assistenten bei den Befragten. Oder anders ausgedrückt – KI ersetzt demnach die traditionelle Informationsbeschaffung über Suchmaschinen. Auch Fachportale (52%), Freunde/Kollegen (49%), Foren (29%) und Experten (27%) werden als Wissensquelle und Interaktionsplattformen durch gängige KI-Modellen ersetzt. Insgesamt verdeutlicht die Studie, dass KI‑Modelle bereits zahlreiche Routineaufgaben übernehmen und damit die Effizienz klassischer Recherche- und Bearbeitungsprozesse maximieren.
Pragmatisch-reflektierte Einstellung zu existierenden KI-Modellen
Die Einstellung gegenüber generativen KI-Modellen lässt sich insgesamt als pragmatisch, aber reflektiert beschreiben. Nutzer:innen schätzen die Technologie vor allem als hilfreich und zeitsparend ein, überprüfen die erhaltenen Informationen dabei eigenen Angaben zufolge dennoch häufig zusätzlich durch verschiedene Quellen. Während Antworten der KI grundsätzlich als verlässlich wahrgenommen werden, ist das Vertrauen bei komplexeren Themen geringer.
Morgen wissen wir, was heute war
Die Ergebnisse der Umfrage-Studie unterstreichen, dass KI-basierte Chatbots sich in kürzester Zeit von einer technologischen Neuerung zu einem selbstverständlichen digitalen Tool entwickelt haben. Sie ergänzen bestehende Informations- und Arbeitsprozesse, beschleunigen Routinen und eröffnen neue Formen der Interaktion – sowohl privat als auch beruflich. Entscheidend für die weitere Entwicklung wird sein, wie konsequent es gelingt, Nutzen, Qualität und Verlässlichkeit dieser Systeme weiterzuentwickeln und an die unterschiedlichen Erwartungen der Nutzer:innen anzupassen.
Carine Chardon, Geschäftsführerin der GFU Consumer & Home Electronics GmbH, ordnet die Ergebnisse ein: „Die Studie zeigt, dass KI-basierte Anwendungen bereits heute fest im Alltag vieler Menschen verankert sind. Darüber hinaus wird deutlich, dass Verbraucherinnen und Verbraucher die Technologie sehr bewusst einsetzen – als effizientes Werkzeug, nicht als Ersatz für eigenes Urteilsvermögen. Genau darin liegt das Innovationspotenzial: KI unterstützt, strukturiert und inspiriert – und wird damit zu einem festen Bestandteil einer modernen, vernetzten Alltags- und Arbeitswelt.“
In einem zweiten Teil, der im Januar 2026 durchgeführten GFU-Studie, wurde untersucht, welche Rolle KI-basierte Sprachmodelle beim Einkaufsverhalten im Technologiebereich spielen. Die Ergebnisse dieser Analyse wird die GFU voraussichtlich Ende Februar 2026 veröffentlichen.
