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    Sony VPL-HW 50 ES (Test)

    1. März 20136 Minuten Lesezeit

    Sony VPL-HW 50 ES – SXRD-Projektor für 3.200 Euro

    Sony VPL-Hw 50 ES – SXRD-Projektor für 3.200 €Sonys neuer SXRD-Projektor brilliert trotz sparsamer 200 Watt-Lampe mit viel Licht. Neutrale Farben mit sauberem weiß und viel Kontrast machen ihn zum Star im Heimkino.

    Sonys erster 4k-Beamer, der VW 1000 ES, war eine echte Sensation; er führt unsere Bestenliste seit knapp einem Jahr mit 93 Punkten an, kostet allerdings 18.800 Euro. Doch auch die günstigeren Heimkino-Beamer des Herstellers können sich sehen lassen, etwa der neue VPL-HW 50, Nachfolger des HW 30 (Test in 11-2011). Sony verspricht mehr Kon­trast und Lichtfülle, insbesondere bei 3D.

    Installation und Bedienung

    Wegen seines schönen, aber voluminösen Gehäuses passt der Sony zwar nicht in gängige Bücherregale, findet ansonsten aber in jedem Raum pro­blemlos ein Plätzchen. Dafür sorgt neben dem großzügigen Zoomfaktor auch der weite Verschiebebereich der Optik. Das Bild kann um 1,4 Bildhöhen und eine halbe Bildbreite aus der optischen Achse verschoben werden. Das Zubehör ist mit zwei Shutterbrillen und integriertem 3D-Transmitter vollständig. Das komplexe Menü erschlägt Einsteiger zwar mit seinen vielen AV-Modi, Farbtemperaturen, Gamma-Kurven und diversen Bildschaltungen; doch nach dem Studium des Handbuchs findet man schnell zur idealen Einstellung.

    Sony VPL-Hw 50 ES – SXRD-Projektor für 3.200 €

    Gelungen: Große, klar beschriftete Tasten und blaue
    Beleuchtung lassen die Fernbedienung elegant
    und hochwertig aussehen.  

     

    Licht und Farbe

    Der SXRD-Projektor verfügt über neun AV-Modi, die sich in Helligkeit, Farbtemperatur, Farbraum und Gamma unterscheiden. Als optimal fürs Heimkino erweist sich der auch im Handbuch empfohlene Modus Referenz, bei dem Farbraum und Farbtemperatur keinerlei Korrektur bedürfen. Mit über 1.000 Lumen bei neutralen Farben hat der Sony trotz seiner sparsamen 200-Watt-Lampe viel Power, sodass man problemlos über 3 Meter breite Leinwände ausleuchten kann. Der Lüfter ist auch im hellen Modus recht leise, wobei im 3D-Betrieb ein leichtes Zirpen auftritt. Perfekt präsentiert sich der Farbraum, in dem sowohl der Farbton als auch die Helligkeit der Grundfarben exakt auf den Blu-ray-Standard abgestimmt sind. Der Im-Bild-Kontrast liegt mit Werten zwischen 4.500:1 und 6.500:1 je nach Zoom und Iris-Einstellung hoch genug, sodass Letter­boxbalken nicht als Fremdkörper auffallen und in Nachtszenen ein satter Tiefeneindruck entsteht. Die überarbeitete Streulichtblende lässt sich automatisch und manuell einstellen. Sie erhöht insbesondere den On-off-Kontrast und entfernt den leichten bogenförmigen Lichthof außerhalb der Bildfläche. Allerdings kommt es dabei zu einem leichten Lichtverlust und einem gelegentlichen Überstrahlen heller Details, weshalb wir eher dazu tendieren, die Blende abzuschalten.

    Sony VPL-Hw 50 ES – SXRD-Projektor für 3.200 €

     

    Hochwertig: Das sauber verarbeitete, schöne und weitgehend lichtdichte
    Gehäuse gibt es auch in Schwarz. Zwei 3D-Brillen werden mitgeliefert.

    Sony VPL-Hw 50 ES – SXRD-Projektor für 3.200 €
    Kontakt: Das Anschlussfeld sitzt seitlich rechts. Bis auf einen Leinwand-Trigger
    verfügt der Projektor über alle wichtigen Buchsen. 

    Sony VPL-Hw 50 ES – SXRD-Projektor für 3.200 €

     

     

     

    Schärfe und Videoverarbeitung

    Der Sony geht mit 576i-Signalen einer Settop-Box vorbildlich um: Er beschneidet das Bild nicht, skaliert sauber und zeigt bei TV-Material und Film eine ordentliche Vollbildverarbeitung. Der Reality Creation-Filter schärft das Bild sanft an, was vor allem bei SDTV-Material gut aussieht; bei ohnehin knackscharfen Blu-rays wirkt es aber etwas zu plakativ. Sport sieht sehr gut aus, das Bild verwischt kaum. Die Motionflow-Schaltung verbessert die Kantenschärfe schneller Objekte spürbar, auch wenn die Bewegungsschärfe nicht das Niveau der besten Sony-Fernseher erreicht. Bei der Übertragung eines Skirennens überzeugte der Projektor durch sein reines, strahlendes Weiß, wobei leichte Farbflecken auftraten (Shading), die wir vom Vorgänger HW 30 weniger stark in Erinnerung hatten. 

    Feinste Details verlieren bei Videoprojektoren mit Drei-Chip-Technik immer an Kontrast, auch beim Sony: Das Bild wirkt im Vergleich zu guten DLP-Projektoren weicher. Die Optik beherrscht zwar die Feinauflösung und bildet die winzigen Stege zwischen den Pixeln sauber ab, doch der Fokus­punkt wich bei unserem Gerät an zwei Ecken von der Bildmitte ab. Der Fehler stört aber vor allem im PC-Einsatz. Bei Filmen, wo nur selten Fein­details vorkommen, überzeugt der Sony durch einen cineas­ti­schen Bildeindruck: Filmkorn wirkt authentisch, bei den Nachtaufnahmen in "Casino Royale" zeichnet er Schattendetails sauber durch, das Restlicht verteilt sich in puncto Intensität und Farbe gleichmäßig. Das Bild baut eine gute Tiefenwirkung und Plastizität auf, erscheint aber nicht ganz so satt wie beim 5.500 Euro teuren VW 95. In der Grundeinstellung verschleift der Projektor den Judder leicht, Details wie die rotierenden Roulettekessel im Intro von "Casino Royale" verwischen. Alternativ gibt es im Motionflow-Menü den Modus Filmprojektion. Hier werden zwischen den Frames Dunkelphasen eingefügt, sodass das Bild mit wahrnehmbaren 48 Hertz flackert; großer Vorteil des Modus ist die erstklassige Bewegungsschärfe, selbst schnellste Details werden klar aufgelöst.

    Sony VPL-Hw 50 ES – SXRD-Projektor für 3.200 €
    Farbräume: Neben dem für Blu-ray maßgeblichen
    Standard verfügt der Sony über drei leicht erweiterte
    Farbräume (Gammut) sowie ein komplexes Farbmenü.

    In der 3.000-Euro-Klasse spielt der Sony HW 50 zusammen mit dem JVC-DLX-X30 (83 Punkte, Test in 5-2012) und dem Panasonic PT-AT 6000 (80 Punkte, Test in 12-2012) ganz vorne mit. Sein schärfster Konkurrent ist aus unserer Sicht aber der Epson EH-TW 9100W, der ebenfalls 3.200 Euro kostet und im Test (audiovision 1-2013) 87 Punkte erzielte. Der Epson lässt sich noch flexibler aufstellen, ist aber etwas lauter und dunkler als der Sony. Konkurrent aus dem eigenen Haus ist der VW 95 ES. Er kostet zwar 2.300 Euro mehr, bietet dafür aber einen unübertroffenen Kontrast und ein homogenes Bild ohne Shading.

    Die 3D-Bildqualität

    Gegenüber dem Vorgängermodell verdoppelt sich die Lichtausbeute bei 3D auf rund 180 Lumen. Das genügt im Grunde zwar auch nur, um 1,3 Meter breite Bilder in Kinohelligkeit (16 Foot Lambert) auszuleuchten, doch immerhin gehört der Sony damit bereits zu den helleren Projektoren. Im Vergleich zum Vorgänger macht sich der Lichtvorsprung mit brillanteren Farben, subjektiv höherer Schärfe und kraftvoller wirkenden Tageslichtszenen sofort bemerkbar. Als optimalen Bildmodus empfehlen wir wie bei 2D die Voreinstellung Referenz, allerdings mit Gamma-Einstellung 2.2 und maximaler Brillenhelligkeit. Die Motionflow-Einstellung ist Geschmackssache: Puristen schalten sie aus und bekommen dann ein bewegungsscharfes, sauberes, aber leicht flackerndes 24p-Bild zu sehen. Mit Motionflow ("Bewegungsverstärkung") zeigt der Sony Spielfilme in fließenden Bewegungen. Die Farben wirken glaubwürdig, erreichen wegen eines leichten Grünstichs aber nicht die gleiche Qualität wie in 2D. Tiefeneindruck und Detailschärfe bei 3D-Klassikern wie "Avatar" sind einwandfrei, Geisterbilder durch Übersprechen nur leicht ausgeprägt. Kritik verdient das unscharfe Side-by-Side-3D: Die gut gemachten Sequenzen auf dem Astra 3D-Demokanal wirken matschig. Hier sollte Sony nachbessern.

    Die 3D-Konvertierung verlegt das Bild lediglich nach hinten, Motive bleiben flach. Das ist aber gar keine schlechte Lösung, denn so entstehen keine nervigen Fehler wie falsch platzierte Objekte. Die beiden beiliegenden, 59 Gramm leichten 3D-Brillen bieten auch Brillenträgern ein großes Gesichtsfeld und lassen sich via USB aufladen. Der integrierte Infrarot-Transmitter sorgte im Test zwar für einen stabilen Empfang, allerdings setzt das Bild aus, sobald man den Kopf von der Leinwand abwendet, und sei es auch nur kurz.

    Sony VPL-Hw 50 ES – SXRD-Projektor für 3.200 €

     

     

     

     

    Fazit

    Mit dem HW 50 stellt Sony abermals seine Kompetenz bei bezahlbaren, hochwertigen Heimkino-Projektoren unter Beweis: Der Neue liefert ab Werk ein farbnatürliches und cineastisches Bild. Er ist hell, leise und unkompliziert zu handhaben. Seine wenigen Mankos liegen im leichten Shading und der nicht perfekten Feinzeichnung.     Florian Goisl

    Sony VPL-Hw 50 ES – SXRD-Projektor für 3.200 €

     

    Technische Ausstattung und Bewertung

     
    Sony VPL-Hw 50 ES – SXRD-Projektor für 3.200 €

     

     

     

    Der Testbericht Sony VPL-HW 50 ES (Gesamtwertung: 84, Preis/UVP: 3200 Euro) ist in audiovision Ausgabe 3-2013 erschienen.

    Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.

    • Sony VPL-HW 50 ES (audiovision 3/2013)In den Warenkorb

      Sony VPL-HW 50 ES (audiovision 3/2013)

      PDF-Download €1,99

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