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    Oppo PM-3 (Test)

    12. Oktober 20154 Minuten Lesezeit

    Oppo ist in erster Linie für seine hervorragenden Blu-ray-Player bekannt, doch auch Kopfhörer haben die Kalifornier im Angebot. Ihr neuer, 530 Euro teurer PM-3 ist nicht irgendein Luxus-Modell, sondern zählt zur seltenen Spezies der Magnetostaten – nur rund ein Dutzend Modelle mit dieser Technik gibt es.

    Schwer, aber bequem

    Ob seines Gewichts von 320 Gramm ist der PM-3 zwar kein echter Sportkopfhörer, doch mobiltauglich ist er auf alle Fälle: Er spielt auch an schwachbrüstigen MP3-Playern laut auf und lässt sich dank seiner um 180 Grad drehbaren Ohrmuscheln platzsparend in der mitgelieferten Tragetasche verstauen. Dank solider Konstruktion dringen bei Bewegungen keine Eigengeräusche zum Benutzer vor. Die knitterfreien Anschluss­kabel verankern sich fest in dem in der linken Ohrmuschel angebrachten Anschluss und lösen sich dank des Verzichts auf eine Drehsicherung trotzdem bei starkem Zug, was Schäden am Kopfhörer oder Kabel vermeidet.

    Umgebungsgeräusche dämpft der geschlossene PM-3 effektiv, weshalb man auch in Bus und U-Bahn entspannt Musik hören kann. Den vom Hersteller mit 5 Newton bezifferten Anpressdruck empfanden wir als angenehm: Bei Kopfschütteln oder Nicken rutscht der Hörer nicht vom Kopf, zugleich machten sich auch nach längerer Trage­dauer dank großer und weicher Polsterung kaum Druckstellen bemerkbar. Im Vergleich zu offenen Hörern kommt es mangels Luftaustausch jedoch eher zum Hitze­stau.

    Optionaler Verstärker

    Der optionale Verstärker und USB-Wandler HA-2 ist so groß wie ein Smartphone. Er maximiert den Klang des Kopfhörers.
    Der optionale Verstärker und USB-Wandler HA-2 ist so groß wie ein Smartphone. Er maximiert den Klang des Kopfhörers.

    Eine interessante, wenn auch mit 400 Euro nicht gerade günstige Ergänzung ist der HA-2: Der Clou dieses kompakten und edel wirkenden Kopfhörer-Verstärkers (Bild unten links) ist sein D/A-Wandler aus der Reference-Serie von ESS vom Typ ES9018-K2M. Gelangt das Audiosignal ohne vorherige Wandlung im Player via USB in den Verstärker, steigert das die Klangqualität beträchtlich. Die meisten Apple-Produkte unterstützen diese Funktion, Android-Geräte hingegen sind nicht immer mit dem notwendigen „USB-OTG“-Merkmal ausgerüstet. Aber auch über den analogen Audioeingang verbessert sich der Klang, weil der in hybrider Class-A/B-Technik aufgebaute Verstärker bei niedrigen Pegeln weniger rauscht, als ein leise eingestelltes Smartphone. Außerdem gelingt die Lautstärkeregelung dank des analogen Potis feinfühliger als mit dem Telefon. Der eingebaute 3 Amperestunden starke Akku lässt den HA-2 sieben bis 13 Stunden lang netzunabhängig spielen und lädt bei Bedarf das Handy.

    Die Vorteile des PM-Treibers

    Kopfhörer mit magnetostatischem Antrieb sind aufgrund ihrer aufwändigeren Konstruktion selten anzutreffen, zeichnen sich aber durch eine Reihe von Vorteilen aus: Beim Planar-Magnetischen-Treiber (daher der Modellname PM) ist eine dünne, mit Leiterbahnen versehene Folie zwischen eine Reihe von Dauermagneten eingespannt. Durchfließt der Strom eines Audiosignals die Folie, bewegt sie sich aufgrund des nun wechselnden Magnetfelds. Da die Membran sehr leicht ist, folgt sie Impulsen exakt, was zu einem feinauflösenden Klang führt. Durch den flächigen Antrieb schwingt die Membran zudem nicht wie ein elektro­dynamischer Wandler kolbenförmig, sondern ganzflächig auf und ab. Das verhindert ungewollte Teilschwingungen, die den Klang verzerren. Durch die vergleichsweise große Fläche des Treibers erfolgt die Schall­abstrahlung zudem eher in einer Ebene statt punktförmig, was sich ebenfalls günstig auf den Klang auswirken soll.

    Magnetostat im Prinzip: Eine mit Leiterbahnen bedampfte Folienmembran (Mitte) schwingt zwischen  Dauermagneten (oben/unten).
    Magnetostat im Prinzip: Eine mit Leiterbahnen bedampfte Folienmembran (Mitte) schwingt zwischen Dauermagneten (oben/unten).

    Rund und feinauflösend

    Schon nach den ersten Takten Musik zeigt sich, dass der Oppo perfekt entspannten Klang mit hoher Auflösung vereint. Andere Kopfhörer tun sich damit schwer: Sie grooven entweder lustvoll, unterschlagen dabei aber Details. Oder lösen gut auf, nerven aber auf Dauer durch ihren analytischen, höhenbetonten Klang.

    Der PM-3 dagegen musiziert im besten Sinne neutral und trifft deshalb den Geschmack vieler Hörer. Zwar dürften tiefbassstarke Passagen wie beispielsweise zu Anfang von Kraftwerks „Expo 2000“ für manche Geschmäcker zunächst etwas schlank erscheinen, doch darf man dabei nicht vergessen, dass die meisten Kopfhörer dem aktuellen Geschmack entsprechend nicht neutral klingen, sondern mit kräftiger Bassbetonung versehen sind. Besitzer des Verstärkers HA-2 haben ohnehin die Wahl, da der über einen hervorragend klingenden „Bassboost“ verfügt, der sich bei Bedarf aktivieren lässt. Die Straffheit und Schwärze in den Tiefen begeistert – mühelos dringt der Oppo bei entsprechenden Pegeln zur unteren Hörgrenze vor. Die Kombination aus tonaler Ausgewogenheit, klirr­armer Spielweise und blitzschneller Ansprache bei impulshaften Geräuschen macht langes Hören mit dem Magnetostaten zum Genuss. Sowohl Laut­hörer wie Leisehörer kommen auf ihre Kosten: Erstere dürften die hohe Pegelfestigkeit und Sauberkeit schätzen, Letztere den Klangfarbenreichtum und die exquisite Durchzeichnung, die der Oppo schon bei moderaten Lautstärken liefert.

    PM3 Tabelle

    Der Testbericht Oppo PM-3 (Gesamtwertung: , Preis/UVP: 530 Euro) ist in audiovision Ausgabe 8-2015 erschienen.

    Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.

    • Oppo PM-3 (audiovision 8/2015)In den Warenkorb

      Oppo PM-3 (audiovision 8/2015)

      PDF-Download €1,99
    0 sehr gut

    AV-Fazit: Selten hat uns ein Kopfhörer aufgrund seiner ausgewogenen Spielweise so überzeugt: Zusammen mit dem HA-2-Verstäker läuft der magnetostatische PM-3 von Oppo zur Hochform auf.
    Florian Goisl

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